• Hörtalk-Dinner in Dortmund   Erben der Finsternis

MaVericK

AUTOR und PRODUZENT
Sprechprobe
Link
Wenn ich Eure Ratschläge mal zusammenfasse, ergibt sich für mich folgendes Problem:
---
Ich denke, diese Änderungen werden sehr schwierig werden, da sich mein Sprechen 67 Jahre lang entwickelt hat. Ich werde es nur abschwächen können, weil es sich, wenn ich darauf achte, sonst wieder gezwungen und konzentriert anhört. Wahrscheinlich muss ich den Kompromiss eingehen, das als Eigenheit meines Sprechens zu akzeptieren und zu "verkaufen". Aber eines kristallisiert sich auf jeden Fall heraus: Innere Lockerheiut und Entspanntheit sind wohl die Grundlage von allem ... Wenn man an Fehler denkt, ruft man sie herbei ...
Moin Moin Lieber Rainer,

ey du hast ne super Stimme! Und ich glaube mit etwas Training kommst du da schnell auch hin wo du willst.

Text liest sich auch interessant, ich komme ja aus dem Horror und Fantasie, darum auch mal Herzlich Willkommen lieber Autorenkollege.

Zieh das mal ein Jahr hier durch und höre dir dann deine Texte an👍🏼 Potential hast du auf jedenfall. Liest du auch auf Lesungen?


Und dann: Ich persönlich habe mir hier durch HoerTalk zich Autorenträume schon erfüllt: Produziertes Hörspiel, Animationsfilm - Live-Lesugen, ein ganzer Musik-Score für eine Geschichte von mir. Was ich damit sagen will, du hast hier so viele krasse Leute aus dme Kulturbereich, du wirst hier sehr viel Freude haben 👍🏼 Wer weiß, wenn du ein Thriller hast- Hörspiel wäre sicher auch eine coole Adaption👍🏼
 
Dankeschön. Eine Frage für die Profis: Mir ist aufgefallen, dass ich manchmal unbewusst das letzte Wort eines Satzes in die Länge ziehe und sich das viel besser anhört. Aber nicht immer. Gibt es dafür so etwas wie eine Regel oder überhaupt einen Grund?
 

Telliminator

Sample-Collector
Sprechprobe
Link
@Rainer Sonnberg

Lass mal schauen, ob ich das heraus finde....

Ja, es gibt in der Sprecherziehung und Rhetorik gezielte Prinzipien für das bewusste Dehnen des letzten Wortes (auch Dauerakzent oder terminale Längung genannt).

In der alltäglichen Umgangssprache passiert dies oft unbewusst (z. B. beim Nachdenken oder Jammern). Im professionellen Sprechen wird es jedoch als stilistisches Werkzeug eingesetzt.

Wann man das letzte Wort dehnen sollte
  • Bei Kernaussagen: Um das absolute Schlüsselwort einer Botschaft unmissverständlich hervorzuheben.
  • Vor großen Pausen: Am Ende eines wichtigen Sinnabschnitts oder vor dem Wechsel zu einem neuen Thema.
  • Beim Aufbau von Spannung: Um das Publikum auf das zu lenken, was als Nächstes folgt (z. B. bei einer Ankündigung).
  • In der Lyrik und beim feierlichen Sprechen: Um dem Text mehr Pathos, Rhythmus oder Schwere zu verleihen.

Warum man das tun sollte (Die Wirkung)
  1. Erzeugt den „Nachhall-Effekt“: Das letzte Wort bleibt sprichwörtlich im Raum stehen. Es gibt den Zuhörern die nötige Zeit, den Satz kognitiv zu verarbeiten.
  2. Signalisiert das Satzende: Es dient als akustischer Punkt. In Kombination mit einer senkenden Stimme (dem sogenannten Tiefschluss) weiß das Publikum instinktiv, dass der Gedanke abgeschlossen ist.
  3. Verhindert das „Verschlucken“: Viele Sprecher werden am Satzende leiser und undeutlicher. Die bewusste Dehnung zwingt den Sprecher dazu, bis zum letzten Buchstaben auf der Atmung zu bleiben.

Wichtige Daumenregel für die Praxis
Dehnen Sie nur den betonten Vokal des Wortes, nicht die Endung.
  • Richtig: „Das ist unser Zi-i-i-el.“
  • Falsch (Umgangssprachliches „Leiern“): „Das ist unser Zieeeel-uh.“
Hier sind verschiedene Übungssätze, aufgeteilt nach dem gewünschten Einsatzzweck. Achte beim Sprechen darauf, nur den fettgedruckten Vokal im letzten Wort in die Länge zu ziehen und die Stimme am Ende deutlich zu senken (wie ein akustischer Punkt).

1. Für Präsentationen & Vorträge (Fokus: Seriosität und Nachhall)


Hier gibt die Dehnung dem Publikum Zeit, die Kernbotschaft zu verarbeiten.
  • „Das ist das Fundament für unseren Erfolg.“
  • „Wir investieren nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft.“
  • „Die endgültige Entscheidung liegt ganz allein bei ihnen.“

2. Für feierliche Reden & Ankündigungen (Fokus: Spannung aufbauen)

Nutze die Längung hier, um den Moment groß und wichtig wirken zu lassen.
  • „Und der Preis für das Lebenswerk geht an...“
  • „Wir stehen heute hier für Freiheit und Gerechtigkeit für alle.“
  • „Was uns jetzt noch retten kann, ist Mut und Zusammenhalt.“

3. Für Storytelling & Vorlesen (Fokus: Atmosphäre schaffen)

Hier hilft das Dehnen, die Stimmung einer Geschichte spürbar zu machen.
  • „Plötzlich wurde es im Raum totenstill.“
  • „Sie blickte auf das Meer und sah endlich dort... das Licht.“
  • „Der alte Mann drehte sich um und verschwand im Nebel.“
Tipps für das Training:
  1. Atmen: Atmen Sie vor dem Satz tief ein, damit Ihnen am letzten Wort nicht die Puste ausgeht.
  2. Die Pause danach: Halten Sie nach dem gedehnten Wort für mindestens 2 Sekunden Blickkontakt und schweigen Sie. Das verstärkt die Wirkung enorm.
 

Marco

Fledermausohr, Autor, Sprecher
Teammitglied
Sprechprobe
Link
Hallo Rainer,

eine wirklich schöne und warme Stimme.
Ich denke, dass das hier noch keiner gesagt hat was jetzt kommt.

Der Laie liest Text, wie er es in der Schule gelernt hat. Aber so sprechen wir ja nicht. Jedes Komma wird in der Schule mitgelesen. Der Unterschied ist, dass der Profi nicht jedes Kommata liest. Oftmals geht das Komma beim Sprechen unter und das fühlt sich natürlich an.
Ich selber übe auch noch was sowohl das Sprechen, als auch das Lesen betrifft.

Wollte auch nur mal so meinen Senf dazu geben.
 
Ha, hab ich doch irgendwie gefühlt: "Der Unterschied ist, dass der Profi nicht jedes Kommata liest." Wie war das mit den Regeln und dem Brechen derselben? Bist ein Genie. herzlichen Dank!
 
Und es hört nicht auf. Die nächste Hürde.
Stolpersteine.png
Diese Sprechauszeichnungen sind nur, wenn überhaupt, für einen Profi sprechbar. Aber eigentlich auch sinnlos, denn das muss ja die Stimme ausdrücken. Im Buch funktioniert es, aber nicht gesprochen. Selbst wenn ich das hinbekomme, tötet es den Dialog und vor allem die Spannung. Wie gehen Profis damit um? Umschreiben?
 

Telliminator

Sample-Collector
Sprechprobe
Link
Hier ist die Frage, soll der erzählende Teil mit der erklärenden Info für den Leser vom Erzähler mit gesprochen werden? Da ist es natürlich enorm wichtig, dass der Dialogtext, bei nur einem Vorleser. entsprechend intoniert wird. Beim Dialog muss man die "Schärfe" in der Aussprache auch spüren. Es darf dann nicht nur runtergeleiert werden, wie: sagte er, rief sie, stammelte er, nöhlte sie.

Machst Du die Szene als Hörspiel ohne einen Erzähler muss der Dialog und das Zwischenspiel der Figuren, die Betonung und die Stimmung treffen, das die Interaktion auch funktioniert. Hier gibt es bestimmt 2-3 Leute die Dir das aus dem Stehgreif in zig Varianten vorsprechen könnten.
 
Ach so, hatte ich vergessen. 3 Stimmen: a)normaler Erzähler, b)Bencke (Erzählerstimme etwas abgesenkt, harte Aussprache), c)Grete (näher am Mikro, weicher gesprochen). Aber alles nur um Nuancen, weil es ja eben kein Hörspiel ist.
Und genau das ist meine Frage: Soll das mitgesprochen werden? ist doch doof ...
 

Telliminator

Sample-Collector
Sprechprobe
Link
Ich sage mal so, hast Du einen Emotionslosen "Vorleser" wie eine simple TTS (TextToSpeech) Voice muss es mit vorgelesen werden, weil die Computerstimme die Emiotion in den Dialog nicht übertragen bekommt, sondern nur stupide die Worte vorliest - und dann die Umsetzung beim Hörer stattfinden muss, wie sich "scharfes" sprechen anhören wird.

Hast Du aber Sprecher, die das können und die Emotion rüber bringen, braucht der Erzählerpart nicht mehr zu erklären, dass er scharf spricht, man hört es ja. - Daher kann man es weglassen, wenn man es schafft von der Betonung und der Schärfe es im Dialog hinzubekommen. - Das ist dann die berühmte Regie-Überarbeitung eines Textes und "gekürzte" Fassung - wie auf manchen Hörbüchern drauf steht. (Da ist dann aber ggf. noch mehr gekürzt als im ganzen Buch).
 

Delay

Mitglied
Sprechprobe
Link
Bisschen verspätet aber the more, the better, daher habe ich mich auch mal an deinem Beispieltext versucht. Viel Spaß beim Hören. Jeder spricht es eben bisschen anders. :D
 
Zuletzt bearbeitet:

Delay

Mitglied
Sprechprobe
Link
Diese Sprechauszeichnungen sind nur, wenn überhaupt, für einen Profi sprechbar. Aber eigentlich auch sinnlos, denn das muss ja die Stimme ausdrücken. Im Buch funktioniert es, aber nicht gesprochen. Selbst wenn ich das hinbekomme, tötet es den Dialog und vor allem die Spannung. Wie gehen Profis damit um? Umschreiben?
Ich nix Profi, aber mein Senf dazu: Man liest die Sachen als leichte Regieanweisung und gibt der Stimme je nach Genre und Ernsthaftigkeit des Titels mehr oder weniger Spiel. Sprich: Kinderbuch darf ins extremere gehen ein seriöser Politthriller braucht weniger Tamtam was das Stimmenspiel angeht. Ist natürlich auch Geschmackssache und hier gibt es wie so oft kein richtig oder falsch. Eigenes Ermessen und Feingefühl.
Und genau das ist meine Frage: Soll das mitgesprochen werden? ist doch doof ...
Wie bereits angedroht, hier meine Version, entscheide selbst wie störend oder doof du das jetzt in dem Hörbeispiel findest :)
Zugegeben der erste Satz wo ihr Tonfall entspannt ist, klingt bissel nach Schlaftablette... upsi. :D
Auch hier gilt: Gibt kein richtig oder falsch, du hast als Autor den entscheidenden Vorteil das niemand den Text besser kennt als du. :)



Ich glaube das "Kämen wir" sagt Sie, oder? So habe ich es jetzt gesprochen, erschien mir aufgrund des folgenden Textes als logischer. :D

Ach so, hatte ich vergessen. 3 Stimmen: a)normaler Erzähler, b)Bencke (Erzählerstimme etwas abgesenkt, harte Aussprache), c)Grete (näher am Mikro, weicher gesprochen).
Gerade bei Grete: Du kannst natürlich dich ständig vor und zurück beugen um dann mit dem Nahbesprechungseffekt zu arbeiten, das kann aber schnell anstrengend werden und du läufst Gefahr unnötig Geräusche zu machen. Ich bin da einfach bisschen mit der Stimme hochgegangen oder du kannst die Körperhaltung je nach Charakter ein wenig anpassen.
 
Guten Abend und besten Dank für die Mühe.
Ich versuche hier mal einen Cut zu machen. Es ist sehr lange her, dass ich in so kurzer Zeit (6 Tage) so viel Input bekommen und so viel gelernt habe. Wenn ein vollkommen neues Gebiet beginnt, scheint es am Anfang ... hm ... übersichtlich. Aber je mehr man sich hineinarbeitet, um so mehr Fragen stellen sich, um so mehr Unzulänglichkeiten bemerkt man (für die man vorher noch gar keinen Blick hatte). Ich habe in diesen sechs Tagen nur an der Oberfläche gekratzt und mal einen Blick ins "Getriebe" werfen können. Ich danke Euch sehr dafür.
Dummerweise bin ich realistischer Perfektionist. Ich habe nicht nur deswegen 13 Jahre bis zu Veröffentlichung meiner Bücher gebraucht, weil ich sie schreiben musste. Sie waren schon vor neun Jahren fertig. Aber genau diese Zeit habe ich benötigt, um zu verstehen, dass ein einziger falscher Satz ein 600-Seiten-Buch vernichten kann.
Ich gehöre nicht zu den Leuten mit olympischem Sportsgeist -Dabeisein ist alles. Hey, ich habe 600 Seiten zusammengebracht, oder zwei Kapitel geradeaus gesprochen - wo ist mein Nobelpreis? Es gibt zu viele von der Sorte ...

Wenn ich antrete, will ich auch etwas Professionelles abliefern. Und als Sprecher wird das nichts werden.
Professionlität entsteht, wenn man sich in eine Aufgabe hineinkniet, viele Jahre immer an der Verbesserung der eigenen Fähigkeiten arbeitet, geld in seine eigene Ausbildung investiert und eigentlich nie mit sich zufrieden ist. Eine große Fresse -sorry -, ein paar Worthülsen und die richtige Haltung haben nichts mit Professioanlität zu tun, sondern mit einem Ego, dass wie ein ungedeckter Scheck ist, und mit Konfuzius und dem was passiert, wenn eine Taube Schach spielt.

Ja, ich habe eine wirklich gute Stimme. Aber nur, was den Klang betrifft. Ich höre mittlerweile (dank euch) die verschluckten Endungen, die falsche Satzmelodie und weiß, dass es noch so vieles gibt, was ich noch nicht einmal höre. Wahrscheinlich wäre das mit Geld, Zeit und Leidenschaft zu korrigieren. Zeit? Weiß ich nicht. Aber Leidenschaft fehlt. Leider. Das ist emotional bedingt, und lässt sich nicht steuern. Jede Minute, die ich spreche und mich darauf vorbereite, kann ich nicht am dritten Teil von "Der im Regen tanzt" arbeiten, Euch nicht Eure Weihnachtsgeschichte schreiben. Und ja, Schreiben ist meine Leidenschaft.
Das ist nun kein Abschied, ganz im Gegenteil. Ihr habt mich trotzdem auf dem Hals und nicht nur deswegen, weil ich "Der im regen tanzt" und "Taipan" trotzdem einsprechen will. Sondern auch, weil ich hier ein Forum gefunden habe, wo Leute sind, die nicht mit Tauben Schach spielen.
Ich fühle mich hier wohl.
Das musste mal raus.
Danke
 

Anhänge

  • Test_Taipan_Kapitel_4.mp3
    3,3 MB

derFlüsterer

Sprecher
Sprechprobe
Link
Wie schön, dass Du das Forum hier gefunden hast und Dich offensichtlich wohl fühlst.
Dieses Forum ist, meiner Meinung nach, einer der wenigen Orte/Foren, wo es noch menschlich, wohlwollend, kreativ und hilfsbereit zugeht - was für eine schöne Sache.
Und ob Du nun einfach "nur" mitliest, mit-chattest, Geschichten schreibst, Hörspiele produzierst oder Dich als Sprecher versuchen magst - für jeden ist Platz.
 
Kapitel 6 ist ein Meeting mit 5 Männern und einem abgetrennten Kopf (Video). Ich habs dreimal versucht, die unterschiedlichen Stimmen hinzubekommen und es hat nicht funktioniert. Dann habe ich mir einen doppelten Scotch reingedreht, hab die Wut darüber an mich rangelassen und einfach durchgesprochen, ohne auf unterschiedlich Stimmen Rücksicht zu nehmen. Am ende waren sie da, obwohl ich darauf gar nicht mehr geachtet habe.
Was ich angestrichen habe unten, ist nochmal einer der Gründe, warum ich als Schauspieler/Sprecher mir das nicht antun kann. Außerdem würde bei jedem fremden Text bei mir der innere Lektor anspringen und sagen: "Das würdest du anders schreiben."
Wut.png
 

Marcel B.

Held in Ausbildung
Sprechprobe
Link
Und es hört nicht auf. Die nächste Hürde.Anhang anzeigen 47792 Diese Sprechauszeichnungen sind nur, wenn überhaupt, für einen Profi sprechbar. Aber eigentlich auch sinnlos, denn das muss ja die Stimme ausdrücken. Im Buch funktioniert es, aber nicht gesprochen. Selbst wenn ich das hinbekomme, tötet es den Dialog und vor allem die Spannung. Wie gehen Profis damit um? Umschreiben?
Hi Rainer,

zuerst mal: Ich finde das, was ich bisher lesen konnte klasse. Großes Lob an Dich als Autor!

Ich glaube es wurde schon viel gesagt und @derFlüsterer ist wahrscheinlich kaum zu toppen mit seiner Version. @Kluki und @Delay sind ebenfalls klasse (ich hoffe ich habe keinen übersehen). Ich hatte aber die Aufnahmen gemacht und dann erst von deinem Cut gelesen @rainerlentz, ich hoffe du verzeihst mir, dass ich jetzt noch mehr input hinzu gebe 😅

Ich kann hier eventuell nochmal als gerade etwas vorankommender Anfänger etwas beisteuern, der sich noch sehr frisch an seine Start-Zeit vor einem Jahr erinnert und ebenfalls das typische Problem mit dem zu schnell Sprechen und zu kurzen Pausen hatte. Auch jetzt sehe ich mich noch als jemand der sehr viel zu lernen hat, also möchte ich nur ein paar Ratschläge weiterleiten, die ich aus meinen Coaching Sessions mit Sascha Tschorn und einem Kurs mit Stefan Rössler mitnehmen konnte, die mir viel geholfen haben.

Aber vorab hier meine Version - ich bin ursprünglich hier gelandet, weil ich etwas Übungsmaterial brauchte - seit Heute habe ich ein Neumann TML 103 und ein Gefell M930 im Haus und kann mich nicht entscheiden welches Mic ich behalten will XD
Darum hier beide Versionen (vielleicht interessiert ja den ein oder anderen ebenfalls der Mic Unterschied), für dich @Rainer Sonnberg reicht es wahrschenlich in eine mal kurz reinzuhören, bei Interesse.

Es ist allerdings nun nach 2 Uhr nachts, darunter leidet die Performance und 2 Räume weiter läuft der Trockner, also musste ich ein low cut drauf legen (nur zur Info für die Audiophilen). Ansonsten ist es unbearbeitet. Das Gefell hat 2 db mehr Gain benötigt.


Neumann TML 103 -> Focusrite Scarlet 2i2


Gefell M930 -> Focusrite Scarlet 2i2




So und nun zu den Tipps und auch ein paar Übungen, die mir geholfen haben mich halbwegs zu kurieren was Geschwindigkeit und Pausen angeht. Vielleicht ist was für dich dabei. - Es soll aber nicht von oben herab sein, ich arbeite selbst noch daran.
  1. Man darf und sollte als Sprecher den Text beim Lesen genießen(!), der Hörer kann es dann auch besser.
  2. Zu schnell und ohne/mit zu kurzen Pausen lässt sich Betonung, Satzmelodie, Rythmus und Emotion schwer darstellen und vom Hörer verarbeiten
  3. Alle Silben sind gleichberechtigt und wollen artikuliert werden (und zwar korrekt, Thema Schwa laut und ig und Ähnliches)
  4. Pausen sind gut und gehören dazu (aber nur die richtigen - ich hab anfangs Kommas mitgelesen auch wenn es keinen Sinn ergab, oder falsche Atmer gesetzt, zudem falsche Kunstpausen gemacht... es war ein Graus, da hast du eine deutlich bessere Startposition @Rainer Sonnberg, wenn sie noch etwas länger werden hier und da)
    1. zwischen Sinnabschnitten
    2. vor/nach Einschüben
    3. nach Punkten
    4. bei zeitlichen Zäsuren
    5. gelegentlich zum Spannungsaufbau
    6. gelegentlich zur Emotionsdarstellung
    7. Bestimmt noch ein paar mehr Gründe für Pausen
  5. Beim Pausen setzen oder weglassen kann man auch Film-szenisch denken und somit seine künstlerische Interpretation einbringen
    1. Beispiel: "Es regnete ohne Unterlass und in der ganzen Stadt rann Wasser tosend die Straßen hinab." (3 AM writing skills)
      1. Pause nach Unterlass (Szene 1: Es regnet irgendwo ohne Unterlass, die Pause erlaubt die Fantasie/Erinnerung des Hörers. Cut. Szene2: Kamera zeigt wie Wasser die überschwemmten Straßen hinabläuft)
      2. Keine Pause (Eine einzelne Filmszene in einer verregneten Stadt mit Wasser in den Straßen)
      3. Beide Varianten legitim und wirksam, reine Sprecher-Interpretation.
  6. Zu schnell und mit zu kurzen Pausen kann der Hörer die Information nicht aufnehmen oder der Sprecher
  7. Auch wenn es sich erstmal falsch anfühlt sind die Pausen angenehm, vielleicht A/B-Test feedback einholen von Hörern/Coach um vertrauen in die Sache aufzubauen
Ein paar einfache Übungen die mir geholfen haben:
  • Alle Punkte sprechen. "Wir gingen in den Wald (Punkt) Die Sonne schien hell (Punkt) "Ist das etwa ein Reh?" (Punkt) Er zeigte auf den Waldrand (Punkt)
  • Sinnabschnitte finden und einen Strich dazwischen in den Text machen (dabei den Text vor sich hin nuscheln um ein Gefühl für die Erzählung zu bekommen)
  • Probeweise mal Nachrichten nach-sprechen üben (um einen Richtwert für maximal neutrale Verständlichkeit zu haben) 07.04.2026 – Kurz und leicht: Video-Nachrichten zum Deutschlernen - Natürlich liest man ein Buch nicht so, aber es ist eine interessante Übung zu versuchen diese Nachrichtensprecher genau nachzuahmen.

Zuguterletzt habe ich mal das Spektrogramm genommen um die Pausen zu visualisieren. Es ist bei beiden Bildern der gleiche Textabschnitt

Dauer 1 min 28 (deine Version aus Statt einer Vorstellung: Ich brauch mal jemand, der mir sagt: Alles wird gut.)
his.png

Dauer 2 min 18 sec (meine Version oben)
my.png

Vor einem Jahr hätte meine etwa so wie deine Version ausgesehen. Ich habe nun zur Illustration extra die Pausen etwas ausgekostet, aber 40 sec mehr Ruhe zur Verarbeitung des Gesagten, kann man machen in dem Fall, ohne dass es irgendwie stockend klingt (für mein subjektives Empfinden).

Vielleicht gefällt dir auch dieses Buch, da geht er intensiv auf die Gestaltung von Pausen und Betonungen ein. Das höre ich immer mal wieder zur Inspiration, Hans Eckart ist auch ein toller Sprecher https://www.audible.de/pd/Die-Kunst-des-Hoerbuchsprechens-Hoerbuch/B004UW3AGA



@Rainer Sonnberg sorry für den riesen post obwohl du das Thema cutten wolltest. Irgendwie hatte ich gerade einen Schreibflash zu dem Thema nach der Aufnahme. Ich hoffe es hilft dir irgendwie und du kannst mir verzeihen. Vielleicht macht es ja etwas Mut zu Pausen. Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg mit deinem Vorhaben =)

Es ist nun 4 Uhr und ich gehe besser mal ins Bettchen und sollte mir auch eine Pause gönnen. 🥲
 
Zuletzt bearbeitet:

Marcel B.

Held in Ausbildung
Sprechprobe
Link
@Rainer Sonnberg nein keine Sorge, das war Freizeitgestaltung zum Mikrofone Testen und dann war es gut auch nochmal das was ich so gelernt habe zusammenzuschreiben. Also ich hatte 2 Stunden Spaß 😎
 
Ah ja. Übrigens ist mir noch etwas beim Bearbeiten der Partitur aufgefallen. Die Absatzgestaltung ist in einem Roman ein entscheidendes Mittel für das gefühlte Tempo der Handlung. Allgemein kann man sagen: kurze Absätze = hohes Tempo, lange Absätze = gähn.
Das scheint mir beim "übersetzen" in eine sprechbare Partitur so nicht mehr zu stimmen. Denn wenn Absätze kurz sind, bedeutet das mehr längere Pausen. Darüber muss ich mal nachdenken.
 

Marcel B.

Held in Ausbildung
Sprechprobe
Link
@Rainer Sonnberg die Idee mit der Partitur ist spannend, hör unbedingt mal in das Hans Eckard Hörbuch rein. Er sieht das genauso.

Sein ein Musiker hat Takt, Tempi, Pausen und Rhythmus im Text. Wir müssen es durch Textverständnis und Interpretation selbst herausarbeiten
 
Oben