Guten Abend und besten Dank für die Mühe.
Ich versuche hier mal einen Cut zu machen. Es ist sehr lange her, dass ich in so kurzer Zeit (6 Tage) so viel Input bekommen und so viel gelernt habe. Wenn ein vollkommen neues Gebiet beginnt, scheint es am Anfang ... hm ... übersichtlich. Aber je mehr man sich hineinarbeitet, um so mehr Fragen stellen sich, um so mehr Unzulänglichkeiten bemerkt man (für die man vorher noch gar keinen Blick hatte). Ich habe in diesen sechs Tagen nur an der Oberfläche gekratzt und mal einen Blick ins "Getriebe" werfen können. Ich danke Euch sehr dafür.
Dummerweise bin ich realistischer Perfektionist. Ich habe nicht nur deswegen 13 Jahre bis zu Veröffentlichung meiner Bücher gebraucht, weil ich sie schreiben musste. Sie waren schon vor neun Jahren fertig. Aber genau diese Zeit habe ich benötigt, um zu verstehen, dass ein einziger falscher Satz ein 600-Seiten-Buch vernichten kann.
Ich gehöre nicht zu den Leuten mit olympischem Sportsgeist -Dabeisein ist alles. Hey, ich habe 600 Seiten zusammengebracht, oder zwei Kapitel geradeaus gesprochen - wo ist mein Nobelpreis? Es gibt zu viele von der Sorte ...
Wenn ich antrete, will ich auch etwas Professionelles abliefern. Und als Sprecher wird das nichts werden.
Professionlität entsteht, wenn man sich in eine Aufgabe hineinkniet, viele Jahre immer an der Verbesserung der eigenen Fähigkeiten arbeitet, geld in seine eigene Ausbildung investiert und eigentlich nie mit sich zufrieden ist. Eine große Fresse -sorry -, ein paar Worthülsen und die richtige Haltung haben nichts mit Professioanlität zu tun, sondern mit einem Ego, dass wie ein ungedeckter Scheck ist, und mit Konfuzius und dem was passiert, wenn eine Taube Schach spielt.
Ja, ich habe eine wirklich gute Stimme. Aber nur, was den Klang betrifft. Ich höre mittlerweile (dank euch) die verschluckten Endungen, die falsche Satzmelodie und weiß, dass es noch so vieles gibt, was ich noch nicht einmal höre. Wahrscheinlich wäre das mit Geld, Zeit und Leidenschaft zu korrigieren. Zeit? Weiß ich nicht. Aber Leidenschaft fehlt. Leider. Das ist emotional bedingt, und lässt sich nicht steuern. Jede Minute, die ich spreche und mich darauf vorbereite, kann ich nicht am dritten Teil von "Der im Regen tanzt" arbeiten, Euch nicht Eure Weihnachtsgeschichte schreiben. Und ja, Schreiben ist meine Leidenschaft.
Das ist nun kein Abschied, ganz im Gegenteil. Ihr habt mich trotzdem auf dem Hals und nicht nur deswegen, weil ich "Der im regen tanzt" und "Taipan" trotzdem einsprechen will. Sondern auch, weil ich hier ein Forum gefunden habe, wo Leute sind, die nicht mit Tauben Schach spielen.
Ich fühle mich hier wohl.
Das musste mal raus.
Danke