Schalldämmung = Raumhallminderung?

Dieses Thema im Forum "Technik / Studio" wurde erstellt von Unkama, 27. Juli 2018.

  1. Unkama

    Unkama Super-Hoertalker

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    Hallihallo,

    ja, ich schon wieder. ;)

    Mir geistern einige Fragen im Kopf herum, auf die ich im Netz teils sehr unterschiedliche Antworten gefunden habe. Vielleicht kann mir dazu jemand etwas genauer erklären, damit ich das auch verstehe. Denn irgendwie sitze ich auf der Leitung oder sehe den Strand vor lauter Sandkörner nicht.

    Ein Musiker hat mir Styropor-Dämmplatten und Trittschalldämmung aus Styropor zur Hallminderung der Aufnahmen empfohlen. Hier nun lese ich viel von Molton, Decken, Handtüchern und Akustikschaumstoff. Habe den Eindruck, je mehr ich mich damit auseinandersetze, umso weniger Durchblick habe ich. Geht nur mir das so?

    1. Kann man Styropor auch verwenden, oder ist das Käse was mir da empfohlen wurde?

    2. Wäre eine Mischung aus Molton oder Schaumstoff und Styropor machbar bzw. bringt das etwas?

    Das Hauptproblem ist, dass meine Aufnahmen recht hallen, was mir natürlich nicht passt. Da ich weder gut zeichnen kann, noch eine Kamera habe, beschreibe ich das Zimmer so gut es geht aus der Vogelperspektive. Hoffe, ihr könnt euch damit in etwa ein Bild der Situation machen. Die gesamte Wohnung (Bad ausgenommen) hat Parkettboden, das stufenlos verlegt wurde. Stellt euch nun ein Rechteck vor. Beginne mit der Beschreibung in der linken oberen Ecke. Die Raumlänge beträgt ca. 6m und die Breite ca. 4m. Die Wände sind ca. 2,20 m hoch und haben teilweise ein Highlight, Plexiglas. Dieses ist eingefasst von der linken oberen Seite, über die rechte obere Ecke bis zur Heizung auf der Bettseite.
    Die obere Wand ist eine 1,7 cm dicke Holzwand, die an die reguläre Wand geklebt wurde. In dieser Ecke nun steht mein Eckschreibtisch. An diesem ist auch mein Mikrofon, ähnlich wie ein Schraubstock, befestigt. Ca. 30 cm rechts daneben, also auf der oberen kurzen Seite, ist eine Schwebetüre (Holz) zur Küche (Fliesen und Parkettboden). Die Schwebetür endet am Einbauschrank, dessen Seitenwand mein Zimmer abschließt. In der rechten Ecke folgen nun Türstock und Türe, womit ich nun auf der rechten Längsseite angekommen bin. Neben der Zimmertüre ist die Heizung. Daneben steht ein Regal, danach mein Bett. Etwas weiter unten trifft die rechte Ecke auf eine doppelte Fensterfront. An dieser sind zwei Vorhänge, die in Falten gelegt und an einer Schiene befestigt sind, wobei die Vorhänge etwas auf dem Fußboden aufstehen. Die zwei Fenster nun, werden von einer ca. 1,20m langen Wand mit der linken unteren Ecke beendet. Dort beginnt die längste Seite des Raumes. In der unteren linken Ecke steht leicht schräg eine Kommode, daneben ein ca. 3,50m langer und fast deckenhoher Schrank. Der Schrank schließt direkt an meinem Schreibtisch an.

    Meine Vermutung ist, dass nicht nur die Verbindung zur Küche, sondern auch mit dem Plexiglas und der Tür es mir sehr schwer macht, den Raum für Aufnahmen zu nutzen. Mein Wunsch ist es, an internen Projekten aktiv teilnehmen zu können.

    Was habe ich bisher versucht?
    * Habe das Plexiglas mit Decken und Panzertape (ein hoch darauf) abzuhängen. Scheiterte, denn es hallt noch immer sehr.
    * Beide Türen geschlossen, alles abgehängt. Doch es hallt immer noch arg.
    * Habe eine Decke über das Mikrofon und mich geworfen. Das klingt recht dumpf und die Decke kratzt am Scherenständer, was auch die Aufnahmequalität beeinträchtigt.

    Nun frage ich mich, was ich noch versuchen kann, um den lästigen Raumhall zu unterbinden.
    Ein letztes Thema, leidige Finanzen. Da sieht es bei mir gerade nicht sehr rosig aus. Darum kann ich mir keine teuren Maßnahmen leisten.
    Was also kann ich trotz der widerspenstigen Umgebung tun, um eine interne Freigabe zu erreichen?

    Freue auf eure Ideen und Anregungen. Meine machen leider gerade blau. :(

    Liebe Grüße
    Unkama aka Babs
     
  2. Klaus_Nb

    Klaus_Nb Have you tried turning it off and on again?

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    Ahem, ich bin wahrlich kein Fachmann. Aber Styropor wird als Verpackungsmaterial und zur Wärmedämmung benutzt.

    Trittschalldämmung ist auch ein Einsatzgebiet, aber Du wirst beim Aufnehmen sicher nicht herumwandern.
     
  3. Comewhatmay

    Comewhatmay Super-Hoertalker

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    Also wenn du was schnelles, mobiles haben willst mit ultra gutem Sound, empfehle ich dir diese:
    https://www.thomann.de/de/clearsonic_s5_2_sorber_set.htm

     
  4. Nonowe

    Nonowe Super-Hoertalker

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    Hi! Ich habe auch ein Wohnzimmer, das hallt ;-) Ich habe mir deshalb eine Kabine aus Fell-Stoff gemacht, vielleicht ist das ja was für dich? Ich finde , der Vorteil ist, dass man keine riesigen Änderungen am Raum selber machen muss. Da ich das Fell sowieso übrig hatte, habe ich das genommen - schätze, da kann man auch improvisieren, um die Kosten günstig zu halten.
    Ich empfehle also einfach mal mein eigenes Tutorial ;-)
    Sprecherkabine zum schnellen Auf- und Abhängen

    Viel Erfolg auf jeden Fall!
     
  5. Telliminator

    Telliminator Sample-Collector

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    Hi Babs,

    der Schall ist leider oder zum Glück ein kleines fieses Ding was sich wellenförmig durch die Luft bewegt und gerne an flachen und glatten Kanten reflektiert, deshalb gibt es mancher Orts so ein schönes Echo, wenn Du z.B. in einem großen Flur stehst und rufst hallt das so schön nach. Das liegt daran dass der Schall überall an den Wänden reflektiert wird und sich überlagert und diesen typischen Klang ergibt. Gekachelte Wände wie man das z.B. auf der Toilette hat, geben auch den typischen Raumklang, weil sich der Schall an den spiegelglatten Fliesen reflektiert.

    Zu Deiner Frage 1.

    Ja, man kann mit Hilfe von Styropor den Schall dämmen, je poriger das Styropor ist, desto besser wird der Schall geschluckt, je glatter diese Styroporplatten jedoch sind, wird der Schall wieder mehr reflektiert. Daher eignet sich Stoff wie Molton oder Akustikschaumstoff oder auch Pyramidenschaumstoff genannt, besser für die Schallabsorbierung. Bei diesen Materialien wird die Schallwelle zerstreut und damit die Reflexion vermindert, es entsteht weniger Raumhall und eher ein Stumpfer Klang. Je besser man das hin bekommt umso reflexionsärmer wird die eigene Stimmaufnahme und das ist das Ziel, eine möglichst Hallfreie und trockene Aufnahme zu erhalten, welche man später beim Mixing in jede beliebige Umgebung packen kann, um so die Illusion des jeweiligen Raumes hervorrufen zu können.

    Zu Deiner Frage 2.
    Ich würde sagen ja, eine Kombination kann helfen.

    In Deinem Fall bin ich mir jedoch nicht so sicher wie man das Lösen kann. Deine Wohnraumbeschreibung ist zwar hilfreich, aber verwirrt mich mehr, da ich nicht genau weiß wo nun Dein Aufnahmebereich eingerichtet werden soll. Eine Skizze mit Sicht von oben könnte ggf. helfen, um zu schauen welche Maßnahmen bei Dir funktionieren könnten. Ich sage deshalb könnten, weil man es ausprobieren wird müssen. Man kann es natürlich auch ausrechnen, aber leider hab ich den Kram nicht studiert und bei Mathematik mit Buchstaben hört es bei mir mit meiner Rechenkunst leider auf. :D

    Hier noch ein, zwei Links, die hoffentlich zur allgemeinen Verwirrung beitragen. :p

    http://www.hdm-stuttgart.de/~curdt/_Raumakustik AM3.pdf
    http://fh-muenster.de/fb5/downloads/departments/henze/Raumakustik.pdf
    http://public.beuth-hochschule.de/~mixdorff/mmt1/files/schall.pdf
    http://www.youngbloodstudios.de/image/Facharbeit.pdf
    http://images.thomann.de/pics/prod/183353_special.pdf
     
  6. Unkama

    Unkama Super-Hoertalker

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    Aufnehmen würde ich gerne in der rechten oberen Ecke. Sprich dort sich Einbauschrank und Türrahmen zur Ecke formen.
    Dort könnte ich einen Mikrofonständer hinstellen und hätte zudem die Wahl im Stehen oder im Sitzen einzusprechen.
    Das Plexiglas könnte ich mit Styropor abdecken, Stoff wird da bisschen friemelig.

    Danke euch für die Tipps und Hinweise. Und auch für die weitere Verwirrung. ;)