pio

Autor, Audio Engineer (BA), Sprecher und Musiker
Sprechprobe
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Als Musikerin tut mir das im Herzen weh. Für mich ist Musik machen und Musik prompten nicht das Selbe. So wie ich das verstanden habe, ist das was du "gemacht hast" mit der KI gemacht, die wahrscheinlich mit Daten von echten Künstlern trainiert wurde und sozusagen klaut. Warum sollte ich dich dafür crediten, wenn ich es benutze, wenn dein Beitrag zu dem Werk keiner war? Ja, die Technik ist interessant, das gebe ich zu und ich habe mir Suono auch schon angeschaut. Aber wenn wir Hörspiele mit KI musikalisch vertonen, dann blutet mein Herz. Wo hören wir dann auf? Dann können wir ja auch KI Stimmen nehmen. Und das Skript natürlich auch von der KI. Titelbild und Beschreibung? KI.
Ich möchte dir nicht die Freude nehmen, nur es kritisch hinterfragen. Ich habe Suono auch schon mal benutzt um etwas für mich zu visualisieren, was es so nicht gibt und was ich nicht produzieren kann. Das würde ich aber never ever irgendwo benutzen. Es hat meine Kreativität angeregt zum Schreiben und dafür finde ich KI auch oftmals als Tool gut.
Den CEO von Suono mag ich aufgrund seiner Einstellung nicht. Er will das Gefühl verkaufen, etwas geschaffen zu haben, mit einem minimum an Energie. Aber das funktioniert nicht.
Kunst ist für Menschen von Menschen, alles andere ist Slop
Wir müssen damit klar kommen, so traurig das ist. Ich gehe auf die 60 zu und mache seit 40 Jahren Musik, handgemachte Musik. Ich höre Musik für mein Leben gern. Aber ich kaufe mir fast nur noch alte Alben, meist auf CD. Warum? Weil das Erstellen von seelenlosen "Produkten" kein Ding der letzten Jahre ist. KI-Musik ist nur der neuste Höhepunkt einer Entwicklung die es Seit Jahren , seit Jahrzehnten gibt. Schon mal aufgefallen, dass es kaum noch (neue) Bands gibt? Musik ist, mit Ausnahme von Klassik, Jazz .., ein reines "Produkt" geworden. Songs werden, selbst wenn die noch von Menschen gesunden werden, nach Wahrscheinlichkeiten und Marktkompatibilität "komponiert". Die meisten Musikproduktionen laufen im Computer ab. Da spielt kein Drummer mehr, das zupft kein Bassist mehr seine /ihre Seiten. Das kommt alles aus Libraries. Was glaubst du, wie hier die Musik für unsere Hörspiel gemacht wird? Ich wusste nicht, dass unsere Komponisten hier ein Orchester Zuhause haben, um die Musik für unsere Hörspiele einzuspielen.

Es war alles nur eine frage der Zeit. Alles eine Frage der zur Verfügung stehenden Rechenpower. Warte mal ab, bis ganze Filme (Blockbuster) am Computer entstehen. Das wird kommen. Es wird scheißegal sein, welche Sprache du sprichst. Milliarden Menschen werde ein und denselben Nachrichtensprecher/Sprecherin sehen und die Nachricht in ihrer Muttersprache hören ... ohne dass es ihnen auffällt. Wir leben in interessanten Zeiten.

Und jetzt kommt das ABER.

Was interessiert es uns? Was bringt es sich aufzuregen? Wollen wir Unterschriften sammeln? Wer soll sich diese Unterschriften ansehen?

Mach dein Ding, wir machen hier unsere Ding. Das Leben ist Veränderung ... man ist aber nicht gezwungen jeden neuen hippen Scheiß mitzumachen.

Ich werde belächelt, wenn ich erzähle, dass ich mir noch ganze Alben auf CD kaufen. Und? Drauf geschissen. Ich mache das, was mir Spaß macht, was mich befriedigt, was mich glücklich macht, was für mich Sinn stiftend ist. Das sollte ein jeder/jede tun. Denn sich über das Unvermeidliche aufzuregen macht nicht glücklich. Schlimmer noch, es mach unglücklich.

:cool:
 

MonacoSteve

... nicht ganz Dichter
Teammitglied
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Was glaubst du, wie hier die Musik für unsere Hörspiel gemacht wird? Ich wusste nicht, dass unsere Komponisten hier ein Orchester Zuhause haben, um die Musik für unsere Hörspiele einzuspielen.
Ich muss zugeben: Obwohl ich ein absoluter Kritiker von KI in der Musik (uns Kunst allgemein) bin, und obwohl ich meine klassischen Melodien am Keyboard vorspiele und dann Note mit Hilfe meiner Notationsssoftware Note für Note in einer Partitur zum fertigen Werk zusammenstelle sowie instrumentiere, habe auch ich mein Orchester für die Vertonung zuhause. Immerhin kann ich sagen, dass die Töne in meinen Libraries alle von Menschen genau dafür gespielt worden sind und ich dafür viel Geld dafür ausgegeben habe - wovon einiges an die Künstler zurückfließt, wie ich hoffe - aber trotzdem: Wenn auch das schon in Ansätzen "KI" ist, die ich so einsetze, dann sitze ich natürlich auch bereits im Glashaus, aus dem ich fleißig Steine in die Gegend schmeiße...
 

Kukulkan

Volker Schmid
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Ich muss zugeben: Obwohl ich ein absoluter Kritiker von KI in der Musik (uns Kunst allgemein) bin, und obwohl ich meine klassischen Melodien am Keyboard vorspiele und dann Note mit Hilfe meiner Notationsssoftware Note für Note in einer Partitur zum fertigen Werk zusammenstelle sowie instrumentiere, habe auch ich mein Orchester für die Vertonung zuhause. Immerhin kann ich sagen, dass die Töne in meinen Libraries alle von Menschen genau dafür gespielt worden sind und ich dafür viel Geld dafür ausgegeben habe - wovon einiges an die Künstler zurückfließt, wie ich hoffe - aber trotzdem: Wenn auch das schon in Ansätzen "KI" ist, die ich so einsetze, dann sitze ich natürlich auch bereits im Glashaus, aus dem ich fleißig Steine in die Gegend schmeiße...
So mache ich das auch. Habe auch das Orchester zu Hause. Ich sehe hier aber keine KI. Wie Du schreibst, ist jeder Ton und jeder Akkord unsere geistige Leistung. Und das wird auch so bleiben. Ob der einzelne Ton jetzt von einer schwingenden Seite, einem schwingenden Rohr aus Luft oder eben aus einer Software erzeugt wird, ist nicht so sehr das Thema. Wobei ein virtuoser Musiker da natürlich definitiv nochmal eine andere Klasse ist. Daher habe ich immer wieder echte Musiker, die Dinge wie Solos für mich einspielen (Querflöte, Gitarre, Violine und natürlich Gesang etc). Und alles was Tasten hat, spiele ich ja auch ein. Ohne meine >40 Jahre als Musiker hätte ich da sicher sonst Probleme...
 
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