pio

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Die Mars-Reihe oder wie war das mit dem roten Planeten?



Da bald das Casting für die nächsten beiden Teile dieser Reihe beginnt, möchte ich einmal etwas Ordnung in das Ganze bringen
und das Projekt etwas genauer vorstellen.

Worum geht es eigentlich?

Wie einige von euch sicher noch wissen, habe ich Dark Space 2046 ja bis auf Weiteres auf Eis gelegt. Gründe hierfür waren die
Unzuverlässigkeit einiger Mitwirkender, die mich mehrfach zu Umbesetzungen und zum Umschrieben großer Teile der Handlung
gezwungen hatten. Daraufhin hatte ich beschlossen hier im HörTalk keine Serien mehr zu produzieren.
Denn bei einer Serie ist die Gefahr, dass Leute abspringen und das Projekt dadurch zu torpedieren halt besonders groß.
Hier sind Einzelhörspiele einfach sicherer.

Ich hatte die Idee einige Romane, welche ich in meiner Jungen Erwachsenenzeit gelesen hatte aufzuarbeiten
und als Hörspiel umzusetzen. In den 80er Jahre habe ich jede Menge davon gelesen, ja, fast schon verschlungen.

Den Anfang sollte Frederik Pohls & Cyril M. Kornbluths – Eine Handvoll Venus und ehrbare
Kaufleute (Original 1953, 1971 bei uns in Deutschland) machen. Die Story ist eine bitterböse dystopische Satire
auf die kapitalistische Gesellschaft in der wir leben. 1953 (!) Hat Pohl die Welt in der wir heute tatsächlich leben
skizziert und in einem fantastischen Buch zum Leben erweckt.

1984 folge dann Ehrbare Kaufleute und ein kleiner Krieg auf der Venus. Dieser Roman spielt zirka hundert Jahre
später und setzt die grundlegende Geschichte fort.

Mein Plan war nicht, diese Bücher zu kopieren und eine eins zu eins Version als Hörspiel zu produzieren.
Vielmehr habe ich die Grundidee, das Motiv dieser Geschichte genommen und eine ganz eigene, modernisiert
Version dieser Geschichte geschrieben.

Herausgekommen sind dann zwei Hörspielscripte mit einer „Laufzeit“ von jeweils 3 ½ Stunden.

Der Erste Teil „Wie verkauft man einen Planeten“ (Mars 1) ist bereits fertig produziert und warten auf die Fertigstellung
der Hörspielmusik.

Als ich nun das nächste Script ins Lektorat gegeben habe (was ein echt mühsamer aber lehrreicher Prozess war, DANKE @Tinchen !)
wurde mir klar, dass in den hundert Jahren, die zwischen den beiden Teilen lagen ja einige passierten musste.
Viele Dinge aus Teil 1 waren nicht aufgelöst worden, es gab zu viele offene Enden. Also habe ich zwei weitere Teile geschrieben,
die im direkten Anschluss an „Wie verkauft man einen Planeten“ spielen.

„Die Kinder der Erde“ (Mars 2) und „Angriff auf den roten Planeten“ (Mars 3). Laufzeit jeweils ca. 90 Minuten.

„Die Kinder der Erde“ (Mars 2) erzählt die Vorkommnisse hier auf der Erde, mehr oder weniger direkt nach dem Ende von
„Wie verkaufe ich einen Planeten“. (Mars 1)

„Angriff auf den roten Planeten“ (Mars 3) erscheint als dritter Teil, spielt aber teilweise schon wären des zweiten Teils und beschreibt dann
die Herausforderungen der Siedler auf dem Weg zum Mars.

Vierter und eigentlich letzter Teil sollte dann schlussendlich „Der Kampf um den roten Planeten“ (Mars 4) sein. Dieser Teil spielt dann
100 Jahre nach dem ersten Teil.

Aber, wenn man mal ehrlich ist, ist eine Geschichte doch nie zu Ende, oder? Ich meine, der Junge kriegt das Mädchen, den anderen Jungen,
oder das Mädchen das Mädchen … na ja, ich wisst schon was ich meine...und dann? Wie geht es weiter? Was passiert dann?

Nein, eine Geschichte ist niemals zu Ende. Außer die Erde und die Menschheit hören auf zu existieren.. und dann… dann könnte die Geschichte
anders wo weiter gehen.

So viel sei verraten, am Ende von Teil 4 gibt es die Menschen noch und die Erde dreht sich weiter um sich selbst und um die Sonne.
Ich mag gute Enden. Ich mag es, wenn schlussendlich das Gute siegt und der Held/ die Heldin seine/ihre Heldenreise erfolgreich abschließt
und den „großen Preis“ erhält. Ich mag es, wenn wir Menschen am Ende einer Geschichte mit Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft schauen.
Aber auch hier kam sofort eine Idee, wie das Ganze weiter gehen könnte. Also zurück ans Schreibprogramm.

Teil 5 (der Telepath, spielt knapp 60 Jahre nach Teil 4) ist bereits fertig geschrieben und wartet sehnsüchtig aufs Lektorat.
Teil 6 (Der letze Frieden, 100 (?) Jahre nach Teil 5 ) ist noch im frühen Stadium. Hier schreibe ich immer mal wieder zwischendurch und bin erst bei gut 20 Seiten.

Ja, ich mag es große Welten zu erschaffen und große Geschichten zu erzählen. Ich mag es einen Helden/ eine Heldin auf seine/ihre Heldenreise zu schicken.
Ich liebe es, wenn sich Charaktere entwickeln, sich verändern und Beziehungen zueinander entwickeln. So etwas verarbeitet man aber eigentlich in einer Serie.
So eine umfangreiche Geschichte in großen Schritten, mit zeitlichen Sprüngen dazwischen zu erzählen ist der Kniff der es mir erlaubt,
das Projekt hier im Hörtalk zu verwirklichen. Mitwirkende müssen sich (mit Ausnahme der ersten drei Teile) nur an eine einzige Produktion binden.
Danach, beim nächsten Teil, werden die Würfel neu gemischt. Und ist danach Schluss? Keine Ahnung, mal sehen. Und dann ist da ja noch Dark Space 2046.
Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich werde euch hier in diesem Thread über dieses Projekt auf dem Laufenden halten.

LG, pio 😎
 
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Tinchen

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Teil 3 kriegtse (hoffentlich) Morgen aus dem Lektorat zurück. Muss noch eine Nacht drüber schlafen.
 
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Wird das ein internes Casting? Dann muss ich mich noch fix bemühen einen Stern zu bekommen 😁
 
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Also, das hier ist ja der Info Thread für die ganze Reihe. Aber, es wird in Kürze das Casting für Mars 2 (Die Kinder der Erde) und etwas später (sobald das Skript für Mars 3 (Angriff auf den roten Planeten) freigegeben ist) starten. Aber ein Intern-Sternchen brauchst du nicht mehr um dich auf interne Projekte zu bewerben. Hauptsache die Qualität ist ok.
 

Tim Stoffel

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Also, das hier ist ja der Info Thread für die ganze Reihe. Aber, es wird in Kürze das Casting für Mars 2 (Die Kinder der Erde) und etwas später (sobald das Skript für Mars 3 (Angriff auf den roten Planeten) freigegeben ist) starten. Aber ein Intern-Sternchen brauchst du nicht mehr um dich auf interne Projekte zu bewerben. Hauptsache die Qualität ist ok.
Achso ... umso besser 😁
 
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So ging es mir damals auch, Pio. Bei mir war damals eine der Hauptrollen in meinen Mole-Hörspielen weggebrochen. Daraufhin habe ich dann lange Zeit nur noch Reihen wie die Zukunfts-Chroniken gemacht mit immer neuen Charakteren. Zuletzt habe ich es ja nochmal mit dem Blut-Vierteiler versucht, aber da habe ich dann alle Rollen auf einmal einsprechen lassen. Allerdings war es dann nach einiger Zeit schwierig, an Retakes zu kommen^^
 

pio

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So ging es mir damals auch, Pio. Bei mir war damals eine der Hauptrollen in meinen Mole-Hörspielen weggebrochen. Daraufhin habe ich dann lange Zeit nur noch Reihen wie die Zukunfts-Chroniken gemacht mit immer neuen Charakteren. Zuletzt habe ich es ja nochmal mit dem Blut-Vierteiler versucht, aber da habe ich dann alle Rollen auf einmal einsprechen lassen. Allerdings war es dann nach einiger Zeit schwierig, an Retakes zu kommen^^
Ja, ist immer extrem doof. Einen der Charaktere konnte ich einfach nicht neu besetzen, da passte einfach niemand anderes. Da musste ich dann die Story in diesem (Haupt)Strang umschreiben. Aber das funktioniert hier eigentlich ganz gut. Durch die zeitlichen Sprünge kommt man in der Story gut voran. ;-)
 

MonacoSteve

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Wow, ich muss schon sagen: Den Mut, die Ausdauer und die Fähigkeit, ein so umfangreiches Werk zu entwickeln und zu erzählen, das alles muss man erst mal haben! Chapeau!

Aber es ist natürlich auch richtig (wie schon @Frank Hammerschmidt ebenfalls schreibt): Ein verlässliches, konstantes Team auf die Beine zu stellen, das einen womöglich über Jahre hinweg bei der Produktion begleitet, findet sich auf einer Plattform wie HoerTalk, wo wir ständig Fluktuationen sehen (und auch leider immer wieder hoch-engagierte Leute plötzlich "wegbrechen"), nicht leicht. Ich wünsche dir eine gute Hand dabei!
 

pio

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Naja, das ist es, was ich (wir) hier machen wollen....Hörspiele! Nach Dark Space war ich nah dran hier in den Sack zu hauen. Da ich das, was ich (wir) hier machen aber liebe, habe ich diese Konzept einer Serie, die produktionstechnisch aber keine Serie ist, entworfen. Die Geschichte einer jeden Folge ist mehr oder weniger in sich abgeschlossen. Mit jedem neuen Teil wird die Folgen übergreifende Handlung fortgesetzt. Also theoretisch könnte man das Ganze nach jeder Folge beenden. Die Handlung der Folge ist abgeschlossen, die globale Geschichte wird Folge für Folge fortgesetzt. WinWin ;-)
 
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Der Avatar hört alles!
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In vielen, der hier im HörTalk entstandenen Hörspielen, spielt ja KI eine nicht unwesentliche Rolle. Meist sind diese KI in den SciFi Hörspielen die guten Geister und niemals müden Service-Agenten (M/W) die klaglos ihren Dienst verrichten. In Dark Space 2046 spielt die KI mit fortschreitender Handlung sogar eine immer wichtigere Rolle. Als ich anfing die Mars Reihe zu schreiben, war die KI-Diskussion hier im HörTalk bereit voll entbrant.

Mir war bis dato gar nicht bewusst, dass ich beim Schreiben der Mars Reihe zwar nicht auf den Einsatz einer KI (bei mir heißen die Teile immer Avatar)verzichtet hatte, aber doch habe ich den Umfang, in dem ich eine KI in der Story platziere deutlich reduziert. Wenn man bedenkt, dass die Geschichte von „Wie verkaufe ich einen Planten?“ in 40 Jahr spielt, eine irgendwie unverständliche Entscheidung, oder?



Wie mag wohl unsere Welt (in Sachen KI) in 40 Jahre aussehen? Wird es dann überhaupt noch eine KI-Diskussion geben? Oder sind wir dann an den Punkt angekommen, an dem wir heute in Sachen „Auto“, also PKW, sind? Kein (vernünftiger) Mensch stellt mehr das Konzept der motorisierten Fortbewegung in Frage. Wie wir das Ganze aber ausgestalten, ist seit der Einführung des PKW immer wieder ein Thema, und wir es wohl auch immer bleiben.



Und jetzt? Jetzt stellt die Telekom ihren Avatar … entschuldigung, Ihre Magenta-KI vor. Eine KI, die nicht mehr primär auf einem Gerät(des Anwenders) läuft, sondern im Mobilfunknetz. Das bedeutet, jeder Kunde der Telekom kann diesen Agenten nutzen. Es schaltet sich (auch Wunsch) ins Gespräch, dass der Kunden mit wem auch immer führt, ein und steht hilfreich zur Seite. Es wird immer deutlicher, dass der Einsatz einer omnipräsenten KI in Form eines Avatars eigentlich schon heute kaum noch eine Frage der technischen Machbarkeit, sonder eher eine Frage der gesellschaftlichen Akzeptanz ist.



Ich persönlich glaube ja, dass die ganze Spielereien mit KI generierten Inhalten, wie Musik, Filmchen, Fotos usw. zumindest im privaten Bereich eine reine Modeerscheinung ist. Im professionellen Bereich ist das eine ganz andere Sache. Der Fokus wird in Sachen KI (neben Forschung, Medizin usw.) im privaten Bereich eher auf der „Agenten-Tätigkeit“ liegen. Also genau da, wo wir ihn hier in unseren Hörspiele immer schon gelegt haben. Zumindest habe ich noch in keinem Hörspiel gehört „Computer, erstelle mir ein Bild von einem romantischen Sonnenuntergang über den Klippen von Beta Centauri“. Wir setzen die KI als allwissenden, hilfsbereiten Kumpel ein, der/die rund um die Uhr all die ganzen Kleinigkeiten für uns erledigt (fahre mal den Lichtantrieb hoch), die man sonst im Hörspiel nicht hören/sehen würde. Dann DAS ist mir bei der ganzen Grübelei über das Thema aufgefallen. Über die Kommunikation mit einem AVATAR, KI oder wie auch immer, lassen sich viele Dinge „sichtbar/hörbar“ machen, für die man sonst entweder einen Sprecher/Sprecherin oder einen schwachsinnigen Dialog einsetzen müsste. Interessant oder? :cool:
 
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