Tinchen

Lektorin, Autorin, Sprecherin
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>Eine Frage an alle, die produzieren.

Wäre es sinnvoll nach Leuten zu suchen, die sich anbieten würden als Produktionsassistenten?

Immer wieder kommt es vor, dass Produktionen hier ins Stocken geraten aus den unterschiedlichsten menschlichen Gründen von " habe ich total vergessen", bis zu Mensch unauffindbar.

Für Produzenten, die meist mehrere Positionen besetzen, eine zusätzliche, ärgerliche Belastung, wenn es darum geht hinterher zu fragen, zu bitten und evtl Umbesetzungen vorzunehmen. Das liegt nicht jedem, ist vielen oft unangenehm und wird dann auch aus solchen Gründen nicht oder nur mit wenig Nachdruck getätigt. Daher meine Idee, hier auf Wunsch einen Assistenten mit ins Spiel zu bringen. Jemand, der sich kümmert, den Leuten hinterherfragt, die Kommunikation sucht, versucht zu vermitteln und wenn nix mehr geht, sich auf die Suche nach einem Ersatz macht, was bei umbesetzten Sprechern bedeuten würde, ein neues Casting aufzumachen oder sich zig Sprechproben durchzuhören, jemand passenden raussuchen, anschreiben, etc.
Klinken putzen eben.

Ich finde es immer wieder schade, wenn Produktionen aufgehalten werden und der Frust steigt, obwohl es eigentlich Herzensprojekte sind und ein Hobby Spaß machen sollte. Bestünde an dem freien Feld der Produktionsassistenz Bedarf oder Interesse und gäbe es Leute, die sich dafür anheuern lassen würden?

War jetzt nur mal eine Idee, die ich schon länger mit mir rumschleppe.
 
Sicher nicht verkehrt. Wenn ich da an meine Odyssee mit dem Blut-Vierteiler denke. Was bin ich da einigen Leuten hinterhergerannt, einige Sprecher waren schon längst nicht mehr im Forum aktiv. Das hätte ich gerne abgegeben.
 

alphawolf300

Mitglied
Ja klar, das wär ein Traum, wenn sich jemand dafür bereiterklärt. Aber so jemand muss eben auch zuverlässig sein. Aus meiner 10jährigen Hörspielerfahrung muss ich leider sagen, dass es da wenig Leute gibt, die sich dafür überhaupt anbieten (weil es einfach eine super lästige Aufgabe ist, jedem hinterherzurennen - und darum geht es ja ausschließlich) und nach einiger Zeit wird diese vermeintliche Hilfe zu einer gefährlichen Zwischeninstanz, die dann doch nicht überall nachgehakt hat oder selbst ausfällt, dann musst du die Kommunikation mit den Sprechern selbst wieder suchen, dich ggf. entschuldigen, weil irgendwas falsch kommuniziert wurde und so weiter ...

Man merkt vielleicht, dass ich damit schon viele negative Erfahrungen gesammelt habe, mache mittlerweile möglichst viel selbst und laufe viel besser damit. Jemanden an der Seite zu haben, der genauso brennt und motiviert ist wie ich, wäre grandios, aber habe ich eben leider noch nicht finden können.

An alle, die zuverlässig sind: ihr seid nicht gemeint!
 

pio

Autor, Audio Engineer (BA), Sprecher und Musiker
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"Wäre es sinnvoll nach Leuten zu suchen, die sich anbieten würden als Produktionsassistenten?"

Ein eindeutiges ... JA! ;-)
 

Mr_Kubi

Der auf den Bus wartet
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Mmmh, ich habe ein bisschen über die Frage der Produktionsassistenten herumgegrübelt …

Die Frage ist, ob es Leute gibt, die wirklich Bock darauf haben, andere Leute ständig an offene Takes, Musik, Cutszenen oder Ähnliches zu erinnern. Klingt nicht unbedingt nach einem Traumjob. ;)

Bei meinen Grübeleien bin ich über einige Fragen zum P-Assi gestolpert:

a) Haben Produktionsassistenten genug Mandat, um von den Säumigen überhaupt ernst genommen zu werden?
Beispiel: „Hallo, ich bin der, die, das Produktionsassistent von Super-Cool Hörtalkproduzent:in XY, die/der/das Coole Hörspiel BEST RADIOPLAY OF THE WORLD produziert …“ — ich bin mir nicht sicher, ob Super-Cool Hörtalkproduzent:in XY bei den Säumigen bei Rückfragen nicht mehr Impact hat. Immerhin haben Produzenten den Hut auf und denen haben Säumige ja etwas versprochen und nicht dem P-Assi.

b) Können Produktionsassistenten die Säumigen menschlich wieder motivieren?
Problem hier: Wenn man da den falschen Ton trifft, sind säumige Leute einfach weg. Denn die Botschaft bestimmt nun mal der/die/das Empfänger — auch wenn man sich sicher war, man hat doch nur ganz lieb nachgefragt. Plötzlich hat man den Flamewar, gekränkte Egos oder eine stille Inbox :O ...

c) Wenn die Säumigen sich schon vom Forum verabschiedet haben: Wie wollen Produktionsassistenten die dann ausfindig machen?
Haben sie mehr Möglichkeiten als der Hörtalkproduzent? Vermutlich nicht -oder? :unsure:

Bei den Fragen a–c bin ich vom Mehrwert nicht wirklich überzeugt. Aber vielleicht bei folgender Frage:

d) Wann sollen Produktionsassistenten tätig werden?

d.1) Wenn Takes, Retakes, Cover oder Musik nicht rechtzeitig vorliegen (Eintreiberrolle)?
oder
d.2) Wenn Super-Cool Hörtalkproduzent:in XY oder der/die/das Cutter bei einer Schaffenskrise Entlastung brauchen (Notfallteam)?

Bei d.1 bin ich wegen meiner Ausführungen bei a–c wie gesagt noch nicht vom Mehrwert überzeugt, aber für d.2 würde ich mir schon so ein Notfallteam oder einen P-Assi wünschen — allein, damit eine Produktion nicht nur ins Eisfach verschoben wird. 🥶

Naja, soweit zu meinen Grübeleien.
Wie seht ihr das?

LG Mr_Kubi
 
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alphawolf300

Mitglied
Ich überlege mal weiter: die mach-mal-hinne - Mentalität ist gar nicht so mein Fall und das würde unweigerlich mit so einer Produktionsassistenz impliziert werden, auch wenn es nicht so gemeint ist.

Was denkst du denn bei "Hey, der Produzent xy fragt nach deinen Takes, wann kannst du die liefern?" - das klingt doch irgendwie komisch und unpersönlich, würde mich jedenfalls abschrecken.

Da meine Vorgehensweise so ist, dass ich großzügig vorplane, die großen Rollen frühzeitig vergebe, damit alle in ihrem Tempo einsprechen können und die kleineren kommen erst später, damit es bis zum Release nicht ewig dauert, aber nicht so spät, dass ich nicht noch umbesetzen kann, wenn was schiefläuft. Das ist immer ein bisschen Jonglage und das klappt auch nicht immer, aber die Absicht ist zumindest erkennbar.
Wenn es länger dauert, bis alles fertig ist, schicke ich den beteiligten auch gerne einen Ausschnitt als Zwischenstand.
Wenn das eine dritte Person macht, habe ich das Gefühl, es wird vielleicht was versprochen (z.B. "wir schicken dir morgen einen kleinen Ausschnitt" - weil das schon immer so war - und dann hab ich aber ne Woche keine Zeit die Takes einzubauen und kann erst später was liefern ... dann wirke ich plötzlich unzuverlässig. Das macht mich unruhig, hetzt mich - und das möchte ich bei Projekten, die ich in meiner Freizeit zum Spaß und zum Abschalten mache, gar nicht.

Was ich mir wünschen würde, wäre ein Mitstreiter. Jemand, der sich die Takes anhört, Hinweise gibt, was noch fehlt, was nicht zusammenpasst, Fehler aufschreibt oder auch Takes schneidet, mit mir zusammenarbeitet. Gerne auch jemand ohne Erfahrung, aber interessiert und begeistert. Also kein Schäferhund, sondern jemand auf Augenhöhe.
 

Lauschecke

Lauschecke
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Was ich mir wünschen würde, wäre ein Mitstreiter. Jemand, der sich die Takes anhört, Hinweise gibt, was noch fehlt, was nicht zusammenpasst, Fehler aufschreibt oder auch Takes schneidet, mit mir zusammenarbeitet. Gerne auch jemand ohne Erfahrung, aber interessiert und begeistert. Also kein Schäferhund, sondern jemand auf Augenhöhe.
Fände ich auch nicht schlecht. Takes eintreiben sehe ich da eher als persönliche Autorität, sonst schiebe ich ja jemanden anderen vor.

Wenn mein "Assisten" dann tatsächlich die Aufgabe hätte, sich meine Schnitte kapitelweise anzuhören (eine Art Arbeitsprozess-Begleiter), wäre das für mich als Produzent eine fantastische Begleitung. Wie so oft ist man während und auch oft nach der Produktion betriebsblind.

Sofern die Rolle des Produktions-Assistenten auf diese Art & Weise künftig im Casting ausgeschrieben wird, wäre das aus meiner Sicht eine sehr wichtige Aufgabe! (y)
 

soundjob

HÖRSPIEL MUSIK AUDIO
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Eine Assistenz ist sicherlich kein verkehrter Gedanke.

Innerhalb einer funktionierenden Produktionsgruppe reguliert sich das hin und wieder sogar auch mal von selbst und man sich gegenseitig erinnert, rückfragt, animiert etc.
Dahingehend ist es natürlich auch eine Überlegung bei Projektstart oder eben inmitten eines stockenden Produktionsprozess, die Assistenz direkt innerhalb der Gruppe zu erfragen, ob da jemand mal zumindest kurzfristig etwas organisatorisch entlastend übernehmen könnte.
So hat dies nicht gleich den Beigeschmack eines in Outsource sonderbauftragten "Indenarschtreter ", da man sich untereinander in der Gruppe (mehr oder weniger) ja kennt und der Umgang etwas anders ist.

Die andere Frage die sich nach Gründen auch stellt, ist, wie es überhaupt schlussendlich wirklich soweit kommt, dass man mit seinem Projekt so gar nicht mehr vorankommt ?
Und sorry.... es liegt nicht unbedingt immer und ausschließlich daran, dass Sprecher/innen die Dinge schleifen lassen und Terminkalender durcheinander gebracht werden.

Wenn man als Mitwirkender merkt, dass es vorne an der Spitze nicht mehr so recht vorangeht und der Motor merklich stottert, dann ist die Motivation natürlich auch irgendwann nicht mehr sonderlich hoch, sich über Gebühr zu engagieren und auch so kaum noch etwas nachrollt... der Schlendrian schleicht sich dann über viele Stellen ein.

Im wesentlichen geht es auch gar nicht darum, eine Produktion nur möglichst fix über die Bühne zu bringen, aber doch möglichst konsequent... und diese Konsequenz fängt immer ganz vorne in der Spitze der Produktion an.
Das bedeutet mitunter auch, unbequeme Entscheidungen zu treffen.
Entscheidungen, die entweder viel mehr Geduld erfordern, als einem eigentlich lieb ist- oder auf andere Weise weh tun.
Diese Entscheidungen kannst aber als Producer nicht einfach abgeben.

Ich habe es auch an anderen Stellen schon oft betont, aber manchmal unterschätzt man einfach den ganzen Aufwand, den eine Produktion mit sich bringt. NIcht nur beim Cut, sondern in der gesamten Projektorganisation.
Und man überfordert mitunter Motivation und Engagement- die eigene wie auch die der Mitwirkenden, wenn Projekte zeitlich zu einer Lebensaufgabe abzudriften scheinen.
 
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