Wie mögen Cutter Sprechertakes?

Klaus_Nb

Hmm.
Sprechprobe
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Hallo zusammen,
bei einem laufenden Projekt hatte ich das Glück, die Takes fast aller Beteiligten zu hören.

Dabei ist mir aufgefallen, dass das jeder anders macht:

Fängt an bei der Technik:
Wav-Files mit
44,1 kHz / 16 bit
44,1 kHz / 24 bit stereo (! sicher ein Versehen)
44,1 kHz / 32 bit
48 kHz / 32 bit

... und geht weiter bei den Dateien: die einen machen ein File pro Szene, die anderen alles in einer Datei.

In der Datei gibt es welche, die vor jedem Take die Nummer nennen, andere ab und zu mal die Takenummer, andere sagen gar nix davon.

Wie wäre es eigentlich den Herren Cuttern am liebsten? Gibt es allgemeingültige Regeln? Oder hat da jeder eigene Vorlieben?
 

Ellerbrok

Hoer-Stalker
Teammitglied
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Hi,
in der Regel werden 44kHz 16 Bit Mono Wav Dateien gefordert.

Die Aufteilung der Takes in die Dateien ist von Cutter zu Cutter unterschiedlich. Manche wollen alles in einer Datei, manche eine Datei pro Szene oder pro Take. Das ist von Projekt zu Projekt unterschiedlich. Bei manchen Projekten gibt es keine Vorgabe.

Bei einem Projekt wurde sogar pro Variante eines Takes eine separate Datei verlangt... aber das ist in meinen Augen Overkill und sorgt nur dafür, dass wenig Varianten eingesprochen werden.

Je weniger Dateien, um so einfacher für den Sprecher, aber umso mehr Arbeit für den Cutter.

Im Zweifalsfalle sollte man den Cutter einfach vorher fragen. Niemand reißt einem den Kopf für sowas ab ;)

Liebe Grüße,
Marcel
 

Yüksel

Jan J. Münter
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in der Regel werden 44kHz 16 Bit Mono Wav Dateien gefordert.
Jepp, ist auch mein Favorit, alternativ als FLAC. Ich sage das aber jedesmal ausdrücklich nochmal vorher.
Ich persönlich bevorzuge es, das Material ungeschnitten in einer Datei zu bekommen, mit allen Hustern / Fehlern / Lachern drin. Denn mehr als einmal hatte ich den Fall, daß das, was der Sprecher eigentlich als Ausschuß ansah, insgesamt am besten paßte. Und mitunter kann man mit den diversen Nebengeräuschen, die dann mit drauf sind, auch noch etwas anfangen.
Wenn Nummern vor den Takes sind, möchte ich auch, daß die dazugesagt werden. Das machts mir insgesamt leichter.
 

Ellerbrok

Hoer-Stalker
Teammitglied
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Wenn ich den Leuten sage, ich hätte gerne FLAC schauen die mich immer mit Fragezeichen in den Augen an... Aber Fakt ist, ich konvertiere bei meinen Projekten sowieso alles nach FLAC... sonst würde meine Festplatte platzen ;)
 

Yüksel

Jan J. Münter
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ich konvertiere bei meinen Projekten sowieso alles nach FLAC
Ich tue das nicht. Hab einerseits keinen Nerv dazu und möchte andererseits unbedingt mögliche Konvertierungsverluste vermeiden. Ich packe einfach nach Abschluß die ganzen Rohdaten des Projektes, dann belegen die auch nicht mehr so viel Platz.
bzip2 rooolz!
 

Erdie

Der düstere Herrscher
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Ich tue das nicht. Hab einerseits keinen Nerv dazu und möchte andererseits unbedingt mögliche Konvertierungsverluste vermeiden. Ich packe einfach nach Abschluß die ganzen Rohdaten des Projektes, dann belegen die auch nicht mehr so viel Platz.
bzip2 rooolz!
Flac ist aber 100% verlustfrei. Da geht nix verloren. Probier es aus: Konvertiere ein wav nach Flac und dann wieder zurück und vergleiche das mit dem Original. Es wird bit-genau übereinstimmen.
 

Marco

Administrator
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Beim Cutten des Dialogschnittes fand ich es sehr hilfreich, wenn der Sprecher eine Datei pro Szene abgibt. Innerhalb dieser Datei kann er Sprechen wie er möchte, also auch gerne hintereinander weg, mit allen Varianten. Ich suche mir das dann schon heraus oder kombiniere Teile aus den Varianten. Das gilt auch für Retakes.
Eine Datei mit allen Szenen und allen Takes finde ich sehr unübersichtlich und erschwert das Separieren der einzelnen Takes doch sehr.
 

HaPe

Well-known member
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Die Dateiübergabe unterscheidet sich von der jeweiligen Arbeitsweise, wie hier schon zu lesen. Alles in einer Datei finde ich auch sehr unübersichtlich (bei vielen Takes), pro Take eine Datei ist für Sprecher aufwändiger. Pro Szene scheint mir für beide Seite ein guter Kompromiss.

So verlockend es auch scheinen mag, wenn der Sprecher alle Variante drin lässt, bei mehr als drei Varianten höre ich mir meist einen Wolf und es erschwert mir die Auswahl. Darum habe ich Sprecher meist um die Auswahl von max. 3 Versionen gebeten.
Ich finde, an dieser Stelle kann die Sprecher-Seite dem Schnitt etwas Arbeit abnehmen.
Ist übrigens für Sprecher auch eine lehrreiche Sache, seine eigenen Takes zu bewerten und auszuwählen.

Die beste Erfahrung hatte ich jedoch damit gemacht, wenn sich eine gemeinsame Skype/Teamspeak-Session zur Aufnahme finden lässt. Das reduziert den Aufwand für Takes auf beiden Seiten.
Ich kann das nur empfehlen.
 

wer.n wilke

wer.n the voice
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44,1 kHz / 24 bit stereo (! sicher ein Versehen)
... nö! das ist mein Aufnahmestandart jetzt, weil der mehr Dynamik zulässt, 1. und 2. die Bearbeitung in höherer Auflösung ermöglicht. Speicherplatz ist für mich kein Thema mehr, ebenso wenig wie Prozessorleistung. Runterkonvertieren kann man immer - und wer mag, dem kann ich auch 16bit-Auflösung schicken.
Ich denke auch, dass die Takes am besten Szenenweise geliefert werden sollen können: denn eigentlich muss der Cutter nur die Sprecherspur entspr. in seine DAW laden und tun, was des Cutters ist: nämlich cutten und die Dialoge entspr. zusammenschieben. Oder hab ich recht?
Meist mach ich 3 Angebote für eine Rolle - verschieden nach Stimmlage und Temp'rament. Nur wenn ich finde, dass die Figur so klingen muss und nicht anders - soll doch der Cutter sehn ... und meist funktioniert das ja auch primstens. ... oder hab ich recht? :cool:
 

Yüksel

Jan J. Münter
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weil der mehr Dynamik zulässt, 1. und 2. die Bearbeitung in höherer Auflösung ermöglicht.
Jepp! Dem stimme ich zu! Noch nehme ich mit 16 Bit auf, in den nächsten Tagen kommt ein neues Interface mit 24 Bit. Gerade kürzlich hatte ich wieder den Fall, daß ich Aufnahmen mit großen Lautstärkewechseln hatte, also einmal ziemlich viel Gas geben mußte, andererseits wirklich leise Passagen hatte. Bei den leisen Passagen hatte ich dann gewisse Verzerrungen drin, weil ich dafür eben nicht weit genug aussteuern konnte.
 

Jeln Pueskas

Michael Gerdes
Teammitglied
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Hiho. Ich habe da bislang immer 44.1 Khz mit 16 Bit Mono als Minimum gefordert. Ich selbst nehme alles mit 32Bit auf und liefere meine Takes auch so. Ich liefere nur eine Datei, dafür aber keine Outtakes. Das heißt, dass aller Müll, der nach meinem Empfinden nicht passt oder Störungen drauf hat, nicht zum Cutter geht. So spart man auch schon etwas Zeit bei der Bearbeitung der Takes. Das Aufsplitten der Takes in die jeweiligen Szenen mache ich nicht, was aber auch an meiner Arbeitsweise liegt. Ich splitte eh alles so auf, dass es passt. Wenn mir jemand das trennt oder FLAC liefert, werde ich das natürlich nicht abweisen :D MP3 nehme ich nicht als Sprechertakes. FLAC exportiere ich nicht, da ich vermeiden möchte, dass am Ziel irgendwelche Probleme beim decodieren Probleme auftreten können. Dann zippe ich die Dinger lieber. Damit kann auch jeder umgehen.
 

Grissom

Well-known member
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werner und jan: wahrscheinlich bezog sich klaus eher auf die "stereo-angabe". 24 bit macht definitiv sinn.
 
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Reaktionen: jam

jam

Absolut
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Ich nehme schon von Anfang an in, <ähem>, 24Bit/96kHz auf (ja, ja, ich weiß...) und konvertiere das dann zum Ausliefern runter, um das Hoch-/Runterladen nicht zur Qual werden zu lassen. (ich behalte aber das Original)
Mir, als Cutter, ist jedes nondestruktive Format recht, solange es nicht weniger als 16 Bit/44.1kHz enthält. Interessanterweise kommt es auf den Sprecher/die Sprecherin an, wieviele Takes ich mir wünschen würde. Einige brauchen nur drei Versuche, und dann ist da immer was dabei (@wer.n wilke z.B.), andere brauchen mehr Anläufe, aber dann schnippele ich auch gerne, bis der Arzt kommt, um die bestmögliche Variante zu bekommen. Mir wäre auch eine Datei pro Szene lieb, weil's beim Entrauschen und Sortieren schnell fummelig wird - mit den Einzeldateien.
Beim Ausnutzen der größeren Dynamik von 24 Bit ist mir allerdings schon aufgefallen, daß man das Spielchen nicht zu weit treiben sollte, weil beim Verstärken bzw. Maximieren im Computer generell mehr Grundrauschen/Störgeräusch hörbar ist, wenn das Quellsignal sehr leise war. (Ich hatte da mal Tests mit 'ner Dynamik von über 40dB gemacht, aber das waren Grenzfälle, in denen ich in einem Take sowohl normal gesprochen als auch geschrien hatte.)
 

nefliete

MeinOhrenkino
Eine "gesäuberte" Variante wäre mir als Cutter auch sehr recht. Ohne Versprecher oder Huster. Dann wäre auch eine Zuordnung für Szenen usw hilfreich. Dazu gehört auch einen ordentliche Dateibeschriftung. Die Mindestanforderung wären wohl auch 44,1 kHz / 16 Bit. Ich selbst nehme mit 48 kHz / 16 bit (24 bit) auf.

Ich denke aber, das individuelle Absprachen im Vorfeld enorm wichtig sind und somit auch Probleme beseitigt werden können bevor sie überhaupt entstehen.
 

wer.n wilke

wer.n the voice
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...
Eine "gesäuberte" Variante wäre mir als Cutter auch sehr recht. Ohne Versprecher oder Huster
... sehr zum Leidwesen mancher Cutter (die immer gern was zum out-taken haben wollen) - schneide ich immer recht sorgfältig vor: denn 1. bin ich Perfektionist und 2. höre ich mir das Ganze immer noch paar mal durch, bevor ich zum Upload schreite. Da fallen mir dann doch oft Kleinigkeiten auf, die ich erst im Zusammenhang der Takes höre. :cool:
 

sebage

Cutter, Sound-Designer, Sprecher & Musiker
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24 Bit und 44,1kHz wäre Standard. Die Bittiefe ist für die Dynamik da, also alles von sehr leise bis sehr laut. Mit jedem Bit bekommst man 6dB Dynamik. Das wären bei 16Bit also 96dB und bei 24 Bit 144dB. Sprachaufnahmen sind immer sehr dynamisch und da wir hier beim Hörspiel sind wird das natürlich noch wichtiger. Jetzt könnte man denken, dass 32Bit Floating point noch besser wäre. Theoretisch ja, allerdings nur bei interner DAW-Verarbeitung. D.h. wenn Aufnahmen mit einem Audio-Interface getätigt werden, dann kann das maximal 24 Bit. Daher sollte man das schon ausnutzen. Wenn keine große Dynamik drin ist (z.B. bei Erzählerparts) dann ist 16 Bit auch ok. Um den Unterschied zu hören, reduziere einfach mal in deiner DAW die Summer mit einem Bitcrusher auf 8-Bit und setze dann einen Fadeout. Gerade bei einem Fadeout werden ja sehr viele Dynamikstufen benötigt. Hier hört man sehr deutlich, dass bei 8 Bit was "fehlt" :)

Die Sampelrate kann 44,1kHz oder 48kHz sein. Das geht auf das sogenannte Shannon'sche Abtasttheorem zurück, welches besagt, dass die benötigte Anzahl der Messungen (Samplerate) mindestens doppelt so hoch sein muss, wie die höchste Frequenz, die wir hören können. Und da dies (zumindest theoretisch) 20kHz = 20000Hz sind liegt die doppelte Zahl bei 40000Hz. Um Anti-Aliasing-Filter einzusetzen, braucht man dann noch ein bisschen Puffer, so dass man auf den bekannten Wert von 44,1kHz kommt.
Man denkt ja bei 44,1kHz automatisch an Musik/Sprache und bei 48kHz an Film. Das liegt aber nur an den physikalischen Datenträgern auf denen die Produktionen vertrieben werden. Eine CD "kann nicht mehr" als 44,1kHz und eine DVD kann ausschließlich 48Khz. Wir können uns aber davon lösen und Musik/Sprache in 48 kHz aufnehmen und Filme in 44,1kHz. Solange es nachher ein Produkt zum Download wird ist das egal.
Oversampling, also 88,2kHz und höher braucht man in der Regel nicht. Man wird den Unterschied nicht hören können, die Daten werden einfach nur größer!
 

benkuly

<nobody></nobody>
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Der Vorteil von Oversampling wäre aber ein größerer Signal-Rausch-Abstand und dementsprechend weniger Rauschen bei der Aufnahme...
 

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