Tutorial - Entrauschen mit Audacity

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Corlanus

Cutter - zur Zeit in Auszeit
ENTRAUSCHEN MIT AUDACITY
Schwierigkeitsgrad: Anfänger
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Dies ist die zweite, überarbeitete Version des Audiobearbeitungs-Tutorials zum Thema Entrauschen. Der Inhalt wurde deutlich erweitert und die Formatierung an die Möglichkeiten und Anforderungen der neuen Forensoftware angepasst. Das verwendete Programm ist Audacity in der Version 2.1.1. Den Download-Link findet ihr am Ende des Tutorials.
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Hier sind alle bereits vorhandenen Tutorials verlinkt:
[post=21210][1] Entrauschen mit Audacity[/post]
[post=21527][2] Pust- und Ploppgeräusche entfernen[/post]
[post=24927][3] Takes benennen und zerschneiden[/post]​

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Entrauschen
Abhängig von der Qualität oder den Einstellungen des verwendeten Equipments, entsteht bei der Aufnahme Grundrauschen. Unter günstigen Umständen ist es so niedrig, dass es nicht als störend empfunden wird. Abhängig von Aufnahmequalität und Verwendungszweck ist man aber manchmal gezwungen etwas dagegen zu unternehmen. Audacity bietet zu diesem Zweck eine flexibel einsetzbare Rauschverminderung mit 3 konfigurierbaren Parametern. (Bis zur Audacity-Version 2.0.x waren es noch 4 Parameter) Schauen wir uns die Rauschverminderung mal näher an:

Um die Funktion überhaupt aufrufen zu können muss natürlich erst einmal ein Sample geladen werden. Dieses Tutorial bezieht sich auf das mitgelieferte Testsample und die Audacity-Version 2.1.1. Um zu zeigen, dass der Qualitätsverlust bei richtigem Einsatz nahezu unhörbar sein kann (für "normale" Ohren), habe ich den Beispielsatz geflüstert und mit bewusst schlechten Aufnahmeeinstellungen (=hohes Grundrauschen) aufgenommen. Benutzt habe ich dazu übrigens ein ZoomH2, welches über ein USB-Kabel direkt mit dem PC verbunden ist.

Die Rauschentfernung in Audacity arbeitet nach dem sogenannten "Fingerprint-Verfahren". Zum Einsatz benötigt sie daher als erstes eine Probe des Störgeräusches. 1 Sekunde pures Rauschen ist dafür im Normalfall völlig ausreichend. Bei einem sehr gleichförmigen Störgeräusch, kann man sogar schon mit einigen Zehntelsekunden ein brauchbares Ergebnis erhalten. Da ist dann allerdings ein bischen Tüfteln angesagt.

Ladet jetzt bitte das Testsample und markiert darin ca. 1s Rauschen.

  Testsample

https://www.hoer-talk.de/upload/up/01_Rauschen_markieren-1450708123.png

An dieser Stelle ist es sinnvoll, sich das markierte Rauschen zunächst probeweise anzuhören.
Es ist wichtig wirklich nur das zu entfernende Störgeräusch zu markieren. Sollte darin noch etwas anderes zu hören sein (z.B. Mausklicks / Bewegungen / Atmen / ...), wird dadurch das Ergebnis verfälscht. Bitte nur reines Rauschen markieren! Damit steht und fällt die Qualität des Ergebnisses.

Die Funktion selbst findet man im Menü {Effekt} unter dem Punkt {Rauschverminderung...}. Es öffnet sich das Fenster "Rauschverminderung":

https://www.hoer-talk.de/upload/up/02_Rauschverminderung-1450708777.png

Wenn noch keine Rauschprobe eingelesen wurde, ist der Schalter {Vorhören}, links unten im kleinen Fenster, noch ausgegraut. Klickt jetzt bitte auf den Schalter {Rauschprofil ermitteln}, um die benötigte Rauschprobe einzulesen. Darauf hin schliesst sich das kleine Fenster, damit jetzt der zu entrauschende Teil markiert werden kann. Markiert jetzt bitte das komlette Sample (auf dem PC ist das die Tasten-Kombination {Strg-A}). Jetzt bitte erneut die {Rauschverminderung} aufrufen. Der Schalter {Vorhören} ist jetzt aktiv. Nun können wir uns den drei Steuer-Parametern widmen.

Rauschverminderung (dB):
Hier wird eingestellt, wie stark das eingelesene Störgeräusch in der Lautstärke reduziert werden soll. Je grösser der Wert, desto mehr wird das Störgeräusch reduziert. Wer geübte Ohren hat, kann diesen Wert nach Gehör einstellen. Eine gute Vorgehensweise ist, zunächst einmal mit den im Screenshot eingestellten Werten zu beginnen (12 / 6,00 / 0). Drückt jetzt bitte den Schalter {Vorhören}. Wie ihr feststellt, ist das Rauschen immer noch zu hören. Erhöht jetzt den Wert {Rauschverminderung} um 4 und hört Euch das Ergebnis noch einmal an. Das Rauschen ist immer noch zu hören. Wiederholt diese Vorgehensweise jetzt so lange, bis ihr das Rauschen nicht mehr hören könnt.
Im Menü unter {Bearbeiten} > {Einstellungen} > {Wiedergabe} > {Effekt vorhören} kann man übrigens einstellen, wieviel Sekunden für das vorhören berechnet werden.
Für eine brauchbare Entrauschung muss das Rauschen nicht zwingend mit dem maximalen Wert (48 dB) abgesenkt werden. Normalerweise reicht es aus, wenn das Rauschen noch gerade so eben zu hören ist. Üblicherweise sind im Hörspiel zusätzlich zur Sprache noch Soundeffekte, Atmosphäre und Musik zu hören. Da geht ein geringes Rauschen in der Summe der Geräusche schlichtweg unter. Warum aber nicht gleich den Maximalwert nehmen? Mit zunehmender Absenkung werden immer mehr Signalanteile aus aus dem Ursprungssignal entfernt. Dadurch leidet zwangsläufig die Klangqualität. Im Normalfall ist der Qualitätsverlust für untrainierte Ohren nicht hörbar, oder geht später im Hörspiel unter.

Den Rauschverminderungs-Wert muss man aber nicht unbedingt nach Gehör einstellen. Man kann den benötigten Wert auch mit Hilfe einer anderen Sample-Darstellung abschätzen. Schliesst dazu bitte zunächst das Rauschverminderungs-Fenster mit dem Schalter {Abbrechen}.

Links oben in der Sample-Darstellung gibt es rechts neben dem Sample-Namen einen kleinen, nach unten zeigenden, schwarzen Pfeil. Klickt bitte darauf und wählt den Menüpunkt {Wellenform (dB)} aus:

https://www.hoer-talk.de/upload/up/03_andere_Anzeige-1450711962.png

Die Anzeige wechselt jetzt in den Dezibel-Modus. Jetzt könnt ihr an der linken Skala ablesen, auf welchem Lautstärke-Niveau sich das Rauschen ungefähr befindet. Bei unserem Testsample sind das ca.-40dB. Um das Rauschen auf ein unkritisches Niveau zu bekommen, muss es auf ca.-65dB abgesenkt werden. In unserem Fall wäre das eine Absenkung von ungefähr 25dB.

https://www.hoer-talk.de/upload/up/04_Dezibel-Modus-1450712276.png

Ruft jetzt bitte wieder die Rauschverminderung auf und stellt den Wert {Rauschverminderung (dB)} auf 25 ein. Wenn ihr jetzt den Schalter {Vorhören} drückt, ist das Rauschen fast unhörbar leise geworden.

  Entrauscht

Jetzt machen wir mal die Gegenprobe und hören uns an, was der Algorithmus aus dem ursprünglichen Signal entfernt hat. Ändert dazu bitte den Button {Rauschen} von {Vermindern} auf {Restmenge}. Jetzt hört Euch das Ergebnis mit {Vorhören} an.

  Restmenge

https://www.hoer-talk.de/upload/up/05_Restmenge-1450713397.png

Zuerst ist Rauschen zu hören, dann "Geblubber" und dann wieder Rauschen. Das "Geblubber" ist der Anteil des Rauschens, der aus der Sprache herausgerechnet wurde. Wenn ihr an dieser Stelle des Entrausch-Vorgangs anstatt des Geblubbers etwas anderes hört (ähnlich wie im folgenden Beispiel), kann das zwei Ursachen haben:

  "falsches" Geblubber
(1) Der Rauschverminderungs-Wert ist zu hoch eingestellt
(2) Das Rauschen ist so stark, das Audacity es nicht sauber entfernen kann. In diesem Fall solltet ihr die Aufnahme besser wiederholen (einen Retake anfordern).

Empfindlichkeit:
Zur Rauschverminderung wird bei dem Fingerprint-Verfahren eine Probe des Störsignals benutzt. Anhand dieser Probe lernt der Algorithmus, welche Signalanteile er aus dem markierten Bereich entfernen soll. Das Frequenzspektrum des markierten Bereichs wird dazu in einzelne Bereiche (Bänder) aufgeteilt. Durch eine Veränderung der {Empfindlichkeit} kann man diese Bänder schmaler oder breiter machen. Es wird also entweder ein grösserer oder ein kleinerer Datenbereich bearbeitet. Unter normalen Umständen sollte die {Empfindlichkeit} unangetastet auf 6,00 bleiben. Ein grösserer Wert kann notwendig werden, wenn der unter {Rauschverminderung} gewählte Wert zur Entfernung des Störsignals nicht ausreicht. Ein niedrigerer Wert, wenn zu viele Signalanteile entfernt werden und der Klang dünn und dumpf wirkt:

  dünn und dumpf = zu stark entrauscht

Frequenzglättung (Bänder):
Wenn Audacity im markierten Bereich das Rauschen vermindert, wird die Berechnung nicht für die komplette Markierung auf einmal erledigt. Die Daten werden dazu in kleinere Bereiche aufgeteilt. Jeder dieser Bereiche wird getrennt voneinander bearbeitet. Unter ungünstigen Bedingungen können dabei hörbare Bearbeitungs-Unterschiede entstehen (Klingel-Artefakte).
Mit dem Parameter {Frequenz-Glättung (Bänder)} kann man diese Unterschiede wieder glätten. Stellt im Rauschverminderungs-Fenster mal folgende Werte ein (damit habe ich das obige Bespiel "provoziert") und hört Euch das Ergebnis an:
Rauschverminderung = 48 / Empfindlichkeit = 1,00 / Frequenz-Glättung = 0

  Klingel-Artefakte

Jetzt erhöht bitte schrittweise die Anzahl der Glättungs-Bänder und hört Euch das jeweilige Ergebnis an. In der Praxis sollten diese Klingel-Artefakte allerdings eher selten auftreten.

Fertig!
Bei einer guten Aufnahme ist das Entrauschen normalerweise unkompliziert oder sogar unnötig. Wenn man es aber mit starkem oder sogar unregelmässigem Rauschen zu tun bekommt (und ein Retake keine Option ist!), kann es komplizierter werden. Dann müsst ihr durch systematisches Ausprobieren herausfinden, wie ihr das beste Ergebnis erreicht.
Als Faustregel dafür gilt:
So viel Entrauschen wie nötig, aber so wenig wie möglich!
Entrauschen ist immer mit einem Qualitätsverlust verbunden. Aber vieles was alleinstehend noch hörbar ist, geht später im Hörspiel in der Signalsumme unter. Es ist daher unnötig, es mit den Einstellungen in jedem Fall bis zur Perfektion zu treiben.

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Wann Entrauschen sinnvoll ist
Dieses Tutorial gibt jedem von Euch die Möglichkeit, eigene oder fremde Aufnahmen mit einer annehmbaren Qualität zu entrauschen. Ich möchte an dieser Stelle aber darum bitten, das nur mit Aufnahmen für eigene Projekte zu tun.
Wenn ihr Aufnahmen für andere macht, liefert diese bitte unbearbeitet ab!
Nicht entrauschen! Nicht komprimieren! Kein Gate benutzen!
Und bitte mit einigen Sekunden Stille in der Aufnahme
Warum sind diese Vorgaben wichtig?
Jede Aufnahme enthält einen gewissen Prozentsatz an Störgeräuschen. Unsere Freigabe-Prozedur soll unter anderem sicher stellen, dass dieser Anteil möglichst klein ist. Wenn dann noch etwas Stille als Rauschprobe in der Aufnahme ist, lässt sich ein geringer Rausch-Anteil problemlos und ohne hörbaren Qualitätsverlust entfernen.

In unserem Forum wimmelt es geradezu von netten und hilfsbereiten Leuten. Im guten Glauben die Cutter damit zu entlasten, bearbeitet und entrauscht so mancher die eigenen Takes vor der Abgabe. Manchmal wird sogar ein Kompressor oder ein Gate benutzt! Bedingt durch die dezentrale Aufnahme unserer Projekte, wird das für den Cutter aber leider zum Problem.

Jeder von uns hat eine andere Aufnahmesituation. Unterschiedliche Dämmung, unterschiedliches Equipment und unterschiedliche Stimmen-Dynamik. Das wirkt sich letzten Endes alles auf die Qualität der Aufnahme aus. Die eine Aufnahme hat etwas mehr Rauschen, die andere etwas weniger. Die eine klingt scharf, die andere dröhnend und eine dritte vielleicht dumpf. Der Cutter steht jetzt vor der Aufgabe, all diese verschiedenen Aufnahmen möglichst gut aneinander anzugleichen. Schliesslich soll im Hörspiel alles wie aus einem Guss klingen. Die Möglichkeiten dazu sind zahlreich, haben aber alle einen gemeinsamen Haken:

Es ist nicht möglich, die Qualität einer Aufnahme im nachhinein zu verbessern. Fast alle Bearbeitungs-Methoden basieren darauf, Signalanteile zu entfernen, abzuschwächen oder zu verstärken. Das sich Aufnahmen danach besser anhören, ist eine (gewollte) Täuschung unserer Wahrnehmung. Wenn also verschiedene Takes aneinander angepasst werden, muss zwangsläufig irgendwo die Qualität reduziert werden. (Ich hoffe die fachkundigen steinigen mich jetzt nicht für diese Aussage, aber im Grunde genommen ist es so.) Aber was hat das alles jetzt mit dem Entrauschen zu tun?

Entrauschen ist nichts anderes als eine massive Entfernung von Signalanteilen. Wenn die Aufnahme jetzt noch weiter bearbeitet werden muss (z.B. mit EQ oder Kompressor), geht das natürlich nur mit den vorhandenen Signalanteilen. Hat die gut gemeinte Entrauschung aber zuviel davon entfernt, leidet das Ergebnis darunter. Oft macht es auch einen grossen Unterschied, in welcher Reihenfolge Bearbeitungsschritte durchgeführt werden. Der Aufnehmende kann im vorhinein nicht wissen, was für Schritte notwendig werden. Darum ist es am hilfreichsten, nach der Aufnahme alles weitere dem Cutter zu überlassen.

Wir lieben diesen Job. Auch wenn es viel Arbeit ist!!!

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NACHWORT
Einige Zusammenhänge habe ich aufgrund der für Einsteiger besseren Verständlichkeit sehr abstrakt dargestellt. Die fachkundigen unter Euch mögen mir das bitte verzeihen. Hinweise, Anregungen oder Ergänzungen zum Tutorial sind herzlich willkommen!
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Download-Links für Software zum Entrauschen
[Audacity] (Audio Editor, kostenlos)
[MeldaProduction - MSpectralDynamics] (VST-Plugin, kommerziell)
[Oxford - Sonnox Restore] (VST-Plugins, kommerziell)
[Waves - Noise Reduction] (VST-Plugins, kommerziell)
[Izotope - RX5] (Stand-Alone-Software, kommerziell)

Wenn Ihr noch weitere Entrausch-Software kennt, bitte PN an mich.
Ich werde die Liste dann entsprechend ergänzen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Nightblack

Meinhard Schulte
Sprechprobe
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AW: Tutorial - Entrauschen mit Audacity

Ich weiss nicht ob dieses Tutorialbeispiel für Sprachaufnahmen geeignet ist. Ich meine, wenn man hier eine Freigabe bekommen hat, muss das anders funktionieren.
Aber vielleicht ist es ja für z.B. Geräuschaufnahmen ganz interessant.
 

Dagmar

I'm not weird, I'm gifted
Sprechprobe
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AW: Tutorial - Entrauschen mit Audacity

Na, das ist für jeden der cuttet relevant! Auch die Freigaben hier haben ein gewisses Grundrauschen. Hat ja nicht jeder ein supidupimehreretausendEuroMikro.
 

Marco

Administrator
Teammitglied
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AW: Tutorial - Entrauschen mit Audacity

Genau Dagmar. Ich habe "nur" ein H2n. Auch ich entrausche etwas meine Aufnahmen. Selbst 6db, so ist meistens meine Einstellung, bringt bei mir schon einiges ohne in die eigentliche Sprachaufnahme einzugreifen.
Für die Freigabe damals habe ich natürlich nichts an der Aufnahme verändert, aber ein leichtes Entrauschen hat bisher keinen bei meinen Aufnahmen gestört.
 

Nightblack

Meinhard Schulte
Sprechprobe
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AW: Tutorial - Entrauschen mit Audacity

Dagmar gebe ich recht. Cutter sollten entscheiden wann eine Bearbeitung notwendig ist. Ein freigegebener Sprecher sollte die Qualität liefern können, welche er bei Freigabe eingereicht hat. Natürlich verstehe ich Marcos Entrauschen als Versuch der Verbesserung und evtl. Entlastung des Cutters, weiss aber nicht ob das hier so gut ist. Es gibt hier Cutter, welche bessere Mittel und Erfahrung zum Entrauschen haben. ( Damit meine ich leider nicht unbedingt mich)
 

Dagmar

I'm not weird, I'm gifted
Sprechprobe
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AW: Tutorial - Entrauschen mit Audacity

Als Sprecher würde ich auch nicht entrauschen, da stimme ich dir zu. Das sollte dem Cutter überlassen bleiben und aus einer Hand geschehen.
Aber dass Corlanus hier ein Tutorial dazu reinstellt finde ich super! Zumal das Entrauschen auch für Sprecher interessant sein kann außerhalb des Hörtalks! z.B. kleine Jobs die direkt an den Endkunden gehen, der von Ton keinen blassen Schimmer hat und sich freut wenn er bereits entrauschte Aufnahmen bekommt.
 
AW: Tutorial - Entrauschen mit Audacity

Know-how-transfer ist immer gut und steigert die Qualität. Super Ding! :thumbsup:

Vielleicht kann man auch erklären warum der gemeine Sprecher nicht entrauschen sollte. Sonst machen die das doch heimlich um versteckt zu glänzen ;-)
ZB was passiert mit entrauschen Takes wenn ich die durch den Kompressor jage usw...
 

Marco

Administrator
Teammitglied
Sprechprobe
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AW: Tutorial - Entrauschen mit Audacity

Know-how-transfer ist immer gut und steigert die Qualität. Super Ding! :thumbsup:

Vielleicht kann man auch erklären warum der gemeine Sprecher nicht entrauschen sollte. Sonst machen die das doch heimlich um versteckt zu glänzen ;-)
ZB was passiert mit entrauschen Takes wenn ich die durch den Kompressor jage usw...
Ja, das finde ich eine ganz wichtige Info. Mir ist das so nie bewusst gewesen. Ich dachte immer, dass ich dem Cutter dadurch weniger Arbeit mache, in dem ich meine Aufnahmen entrausche. Aber ok, wieder etwas gelernt.
 
AW: Tutorial - Entrauschen mit Audacity

Marco das sollte jetzt nicht explizit auf Dich gemünzt sein. Das Ganze ist ein weites Feld und beinhaltet viele Faktoren: Rauschverhältnis, Pegel der Aufnahme usw. Das kann bei Dir durchaus passen.
 

Marco

Administrator
Teammitglied
Sprechprobe
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AW: Tutorial - Entrauschen mit Audacity

Ich habe mich da gar nicht angegriffen gefühlt, im Gegenteil, ich halte es wirklich als eine wichtige Info. Ich glaube nämlich, dass so einige ihre Takes entrauschen um dem Cutter eine möglichst "gute" Qualität abzuliefern.
Daher sind solche Threats sehr lehrreich und ich glaube nicht nur für mich ;-)
 

Xilef

zerfahrener Verdutzter
AW: Tutorial - Entrauschen mit Audacity

@Corlanus: ich arbeite - faul und geizig wie ich nunmal bin - fast ausschliesslich mit Audacity. Es ist ein hervorragendes "für-umme"-Tool, wie ich finde und war, meine laienhafte Mangeleinschätzung eingedenk, noch vor 3 vier Jahren mit einem wesentlich dürftigeren Entrausch-Plugin versehen. In Profikreisen haben hochqualitative Denoise Apps einen Wert von vielen hunderten € aufwärts. Und vor diesem Hintergrund kann sich Audacity auf jeden Fall hören lassen...jedenfalls in meinen Ohren.
Dass Du das Ganze jetzt noch durch ein kleines Handhabungs-Tutorial veredelst finde ich klasse.
Danke für diesen Einsatz!
und
gleich noch eine Bitte hinterher:

Wenn Du Gelegenheit hast, könntest Du dann vielleicht auch noch auf die Nutzung anderer wirkungsvoller Effekte eingehen.
Z.B. finde ich mich in den vielen Plugins nicht zurecht, wenn ich mal möchte, dass die Stimme z.B.
- wie auf einer alten zerkratzten Schelllackplatte (3 "l"s, wie absurd ist das denn...?) oder
- wie am anderen Ende des Telefons,
- wie in grossen Hallen mit und ohne Publikum, in Tunnels oder wie in einer Kathedrale oder
- wie eine Ansage am Bahnsteig
etc.
erklingen soll.
In meiner Ratlosigkeit habe ich dann immer GarageBand verwendet....was mir nicht so recht ist, weil ich samples dieser Aufnahmen nicht als wave oder aiff abspeichern kann, sondern nach meinem Erkenntnisstand immer maximal als mp4...

Solltest Du also Musse verspüren, dazu Erhellendes mitteilen zu wollen, dann zögere nicht.

Danke,
X
 

Jeln Pueskas

Michael Gerdes
Teammitglied
AW: Tutorial - Entrauschen mit Audacity

Hi,

ich habe ja Corlanus auf dem IHW genießen dürfen. Seine Fachkenntnis im Einsatz mit den Tools ist wirklich toll und für jeden hilfreich auch wenn man sich vielleicht nicht so in die Tiefe begeben will. Und das tolle an den Sachen ist, dass Audacity ja hier ein Beispiel ist, wie man an die Sache herangehen kann. Sicherlich ist das Entrauscher-Tool ein besonderes, aber auch in der Idee umsetzbar in viele andere Tools. Zugegeben, nimmt mir Samplitude PROX eine Menge an Arbeit ab. Aber eben auch weil ich viel mit qualitativ sehr guten Aufnahmen arbeiten kann. Ich denke dass in den weiteren Tutorials von ihm wieder Themen kommen werden, die für den Cutter interessant sein werden. Beim IHW waren da echt tolle Tipps dabei.

Viele Grüße.
 

Lupin Wolf

Klaus S. - The Evil Master of Deasaster
Sprechprobe
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AW: Tutorial - Entrauschen mit Audacity

Erstmal ein dickes fettes Danke an Corlanus für die mühe <mit dem entrauschen Tutorial bei Audacity. ISt sehr huiolfreich für alle die das so noch nicht kennen und vor allem (noch) nicht mit einer DAW arbeiten (oder arbeiten wollen, sich aus kostengründen davor scheuen etc).

@Corlanus: ich arbeite - faul und geizig wie ich nunmal bin - fast ausschliesslich mit Audacity. Es ist ein hervorragendes "für-umme"-Tool, wie ich finde und war, meine laienhafte Mangeleinschätzung eingedenk, noch vor 3 vier Jahren mit einem wesentlich dürftigeren Entrausch-Plugin versehen. In Profikreisen haben hochqualitative Denoise Apps einen Wert von vielen hunderten € aufwärts. Und vor diesem Hintergrund kann sich Audacity auf jeden Fall hören lassen...jedenfalls in meinen Ohren.
Dass Du das Ganze jetzt noch durch ein kleines Handhabungs-Tutorial veredelst finde ich klasse.
Danke für diesen Einsatz!
Dem kann ich mich nur anschließen. Ich kenne Audacity noch sehr sehr viel länger, zu den Zeiten wo es nur ein einfacher Einkanal Waveeditor unter Windows 3.1 Zeiten war (Goldwave Clon, wenn man es so sehen will). Mitlerweile hat es sich zu einem Mehrkanal Mixer mit DAW Qualitäten entwickelt, man kann externe Filter einbinden und und und.

Unterschiede zu einer DAW liegen im wesentlichen nur noch bei:
- die Filter werden direkt auf die Audiodaten berechnet, laufen also nicht life (kostet dadurch leider unheimlich viel Zeit beim Arbeiten)
- entsprechendes herausnehmen von irgendwelchen Filtern und Aktionen funktioniert dadurch ebenfalls nicht, indem man sie einfach herausnimmt und gut. Alles was dahinter passiert ist automatisch auch weg und muß wieder von vorn eingerichtet werden.
- fehlende Automation
- die Bedienung von den ein oder anderne Sachen sind bei einer DAW handlicher

Gut, ein Mehrspuriger Audioeditor ist es weiterhin und soll es auch bleiben, aber man kann damit selbst kleine Hörspiele zusammen schrauben, auch wenn es ein wenig fummeliger und Zeitaufwendiger gegenüber einer DAW ist. Das die beigelegten Filter sich auch ständig verbessern zeigt auch, die OpenSource Gemeinde bei Audacity schläft nicht.

Das sprengt zwar den Rahnmen dieses Tutorials, aber in Kurzform (eher Stichwortartig) folgende Hinweise:
Wenn Du Gelegenheit hast, könntest Du dann vielleicht auch noch auf die Nutzung anderer wirkungsvoller Effekte eingehen.
Z.B. finde ich mich in den vielen Plugins nicht zurecht, wenn ich mal möchte, dass die Stimme z.B.

- wie auf einer alten zerkratzten Schelllackplatte (3 "l"s, wie absurd ist das denn...?) oder
Der ist etwas umfangreich. Erfordert den Einsatz von Equilizer und Rauschplugins.

- wie am anderen Ende des Telefons,
- wie eine Ansage am Bahnsteig
Dafür sollte der Equilizer genügen,. Ich meine das sogar ein fertiges Soundscheme dafür in den aktuellen Audacity Versionen darin eingebunden wurde. Der Bahnsteig ist ähnlich, das Knackgeräusch für alte Anlagen, wenn das Mikro eingeschaltet wird ist dann entweder per Soundsample ode rmittels Rauschgeneratoren und dem Geschwindigkeitsplugins machbar.

- wie in grossen Hallen mit und ohne Publikum, in Tunnels oder wie in einer Kathedrale oder
Hall-/Echo Plugin, ggf. auch mit etwas Einsatz von Compressor und Equilizer, um die Raumklänge besser anzupassen (das wird etwas fummeliger, aber geht)

Diverse Tutorials dafür finden sich auch im Netz, aber damit hast Du (Ihr) Ansätze, wonach ihr suchen müßt. :)

etc. erklingen soll.

In meiner Ratlosigkeit habe ich dann immer GarageBand verwendet....was mir nicht so recht ist, weil ich samples dieser Aufnahmen nicht als wave oder aiff abspeichern kann, sondern nach meinem Erkenntnisstand immer maximal als mp4...
Ah, an GarageBand erkenne ich den Mac User :) Auf den Dingern kenne ich mcih nicht wirklich aus, aber als bevorzugt Linux User kann ich Dir noch den Tip zu Ardour geben. Eine OpenSource DAW für umme, die auf Mac und Linux gleichermaßen entwickelt wird. Sponsor und Unterstützer ist übrigens Harrison Consoles, dessen bezahlbare DAW (Mixbus) gleichermaßen zuerst für Mac und Linux (beide Betreibssysteme arbeiten mit einer ähnlichen Soundumgebung zur HArdware) und parallel für Windows (das braucht wieder etwas eigenes) entwickelt wird. Möglich das dich eine der beiden Software-DAWs eher ansprechen als GarageBand. Schaus Dir ruhig an.

Ich weiss nicht ob dieses Tutorialbeispiel für Sprachaufnahmen geeignet ist. Ich meine, wenn man hier eine Freigabe bekommen hat, muss das anders funktionieren.
Aber vielleicht ist es ja für z.B. Geräuschaufnahmen ganz interessant.
Ohne darauf herum hacken zu wollen, aber ich meine das das Tutorial nicht dazu da ist um Freigaben zu maipulieren. Und was wir dafür dürfen oder nicht steht auch in der entsprechenden FAQ zu den Sprechproben :)

Genau Dagmar. Ich habe "nur" ein H2n. Auch ich entrausche etwas meine Aufnahmen. Selbst 6db, so ist meistens meine Einstellung, bringt bei mir schon einiges ohne in die eigentliche Sprachaufnahme einzugreifen.
Für die Freigabe damals habe ich natürlich nichts an der Aufnahme verändert, aber ein leichtes Entrauschen hat bisher keinen bei meinen Aufnahmen gestört.
Naja, solange das in einen vertretbaren sanften Rahmen bleibt mag das, genau wie Tief- und Hochpassfilter, passen (für Takes die an die Cutter von einem Projekt gehen und diese damit einverstande sind). Für "mobile" aufnamen verwende ich ein Tascam, das ich um auf Zoom-Qualität zu kommen mit einem 80 bis 120Hz Tiefpassfilter aufnehmen lassen muß (sofern das gewünscht ist). Insofern sind da schon dank der unterschiedlichen Technik solche Dinge hier und da Notwendig, aber nicht die Regel.

Know-how-transfer ist immer gut und steigert die Qualität. Super Ding! :thumbsup:
Genau das :thumbsup:
 

Nightblack

Meinhard Schulte
Sprechprobe
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AW: Tutorial - Entrauschen mit Audacity

Ohne darauf herum hacken zu wollen, aber ich meine das das Tutorial nicht dazu da ist um Freigaben zu maipulieren. Und was wir dafür dürfen oder nicht steht auch in der entsprechenden FAQ zu den Sprechproben :)
Da gibts ja auch nichts zu hacken :)
Das Tut ist klasse! Wer etwas mit audacity zu entrauschen hat, bekommt hier super Unterstützung! Ich finde es immer klasse , wenn hier User sich soviel Mühe machen um auch andere an ihrem Wissen teil haben zu lassen.:thumbsup:
 

Corlanus

Cutter - zur Zeit in Auszeit
AW: Tutorial - Entrauschen mit Audacity

Uff, so schnell so viele Kommentare ...
(...) Ich habe "nur" ein H2n. Auch ich entrausche etwas meine Aufnahmen. Selbst 6db, so ist meistens meine Einstellung, bringt bei mir schon einiges ohne in die eigentliche Sprachaufnahme einzugreifen.(...)
Mal ganz allgemein: Das Entrauschen sollte idealerweise immer nur einmal (aber ausreichend gründlich) geschehen. Beim Entrauschen (egal mit welchem Verfahren) gibt es immer einen Qualitätsverlust. Schliesslich werden dadurch Anteile aus dem Quellsignal entfernt. Diese Anteile benötigt der Entrausch-Algorithmus aber, um festzustellen was entfernt werden soll. Wenn jetzt der Sprecher vorentrauscht, wird das zweite Entrauschen durch den Cutter schlechter, als es sein könnte. Die Rausch-Inforamtionen für den Entrausch-Algorithmus sind durch das vorentrauschen etwas undeutlicher geworden. Er kann also nicht mehr so genau arbeiten, wie er es beim ersten Entrauschen könnte (ich hoffe das war einigermassen verständlich).

(...)Vielleicht kann man auch erklären warum der gemeine Sprecher nicht entrauschen sollte.(...)
Das ist eine gute Idee. Das werde ich im Tutorial noch ergänzen (in verständlicheren Worten als bei Marco).

(...)ZB was passiert mit entrauschen Takes wenn ich die durch den Kompressor jage (...)
Ist das nicht ein bischen zu hoch für ein Entrausch-Tutorial? Die Funktion/Anwendung eines Kompressors werde ich allerdings auch noch in ein Tutorial packen (siehe Vorwort zum Entrausch-Tutorial).

(...)Wenn Du Gelegenheit hast, könntest Du dann vielleicht auch noch auf die Nutzung anderer wirkungsvoller Effekte eingehen.
Z.B. finde ich mich in den vielen Plugins nicht zurecht, wenn ich mal möchte, dass die Stimme z.B.
- wie auf einer alten zerkratzten Schelllackplatte (3 "l"s, wie absurd ist das denn...?) oder
- wie am anderen Ende des Telefons,
- wie in grossen Hallen mit und ohne Publikum, in Tunnels oder wie in einer Kathedrale oder
- wie eine Ansage am Bahnsteig
etc. erklingen soll. (...)
Eine ganze Reihe weiterer Tutorials sind noch geplant (und teilweise schon fertig). Generell kann man auch all dass von Dir genannte mit Audacity erreichen. Nur teilweise ist das damit wirklich sehr umständlich. Mit den passenden VST-Plugins ist das allerdings problemlos mit ein paar Handgriffen gemacht. Die dafür notwendigen Plugins sind auch kostenlos zu haben. Nur leider ist die VST-Unterstützung von Audacity unter aller (*hier weibliche Form des Schweins einsetzen*). Es gibt allerdings einen freien Audio-Editor, der eine excellente VST-Unterstütztung bietet. Für Windows, Mac und Linux.
http://ocenaudio.com.br/download
OcenAudio kann so einiges, was Audacity nicht kann. Andersherum kann es aber auch einiges nicht (z.B. Entrauschen). Aber es ist definitiv einen Blick wert.
Nichtsdestotrotz kann ich gerne mal kurze Tutorials dazu schreiben. Für den Platteneffekt habe ich spontan noch keine Idee. Die anderen sind allerdings leicht umzusetzen. (Lupin Wolf hat das ja schon angedeutet) Ist nur blöd, das Audacity keinen Verzerr-Effekt hat. Aber da lass ich mir schon was einfallen ...

(...) Und das tolle an den Sachen ist, dass Audacity ja hier ein Beispiel ist, wie man an die Sache herangehen kann. Sicherlich ist das Entrauscher-Tool ein besonderes, aber auch in der Idee umsetzbar in viele andere Tools.(...)
Die Fingerprint-Entrausch-Methode besitzen nicht viele Programme. Damit ist aber so einiges möglich, was mit normalen Entrausch-Methoden nicht geht. Das werdet ihr im Tutorial "Störfrequenzen entfernen" hören. Jeln hat aber ganz recht. Auch wenn ich mich meist nur auf Audacity beziehen werde, sind die Techniken doch auch in anderen Programmen und auch auf andere Beispiele umsetzbar. Oft sogar sehr viel einfacher. Bei Audacity ist alles halt ein wenig primitiver als bei anderen Programmen. Aber gerade deshalb ist es ganz wunderbar zum lernen geeignet. Und kommt nicht auf die Idee, dass es deswegen weniger leistungsfähig wäre. Versucht das hier mal mit einem kommerziellen Entrausch-Plugin:

  (Original)
  (mit Audacity entstört)

(Neil Armstrong's berühmter Satz, als er den Mond betritt. Dank Dagmar's Hinweis auf Soundcloud gefunden.)
Im "Störfrequenzen entfernen"-Tutorial erkläre ich, wie ich das mit Audacity gemacht habe.
 

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