SeGreeeen

Kaaaaarakaluuuuuuuhhhh!!!!
Teammitglied
Hi!

Mir ist was aufgefallen, was ich kurios finde, habe es aber 12 Jahre nicht gemerkt.

Im Forum werden Textzeilen im Drehbuch als "Take" bezeichnet. Ich glaube aber, das ein Take etwas anderes ist? Ist ein Take nicht die aufgenommene Zeile? Das war wir hier als Take bezeichnen sollte eigentlich als Line oder Zeile bezeichnet werden glaube ich. Eine Zeile wird ja erst ein Take, wenn man sie einspricht.

Wenn man dann jemanden 3 aufgenommene Versionen schickt, sind es 3 Takes. Aber als Zeile in einem Skript ist Take eigentlich, glaube ich, eine ungünstige Bezeichnung.

Es wäre was anderes wenn sich hier eine völlig neue Bezeichnung herauskristallisiert hätte, aber Take ist glaube ich ungünstig wegen der echten Begrifflichen nähe zu etwas anderem ähnlichen. Zeile/Line und Take sind ja fast das selbe. Aber eben nicht ganz. Line ist Text, Take ist konkrete aufnahme davon. 1 Line kann X Takes haben...

Ich bin aber in dieser Hinsicht nur ein Laie. Daher die Frage an die professionellen Schauspieler und Schreiber - heißt es auf deutsch Take oder Line? Auf Englisch ist Take als Bezeichnung für eine Zeile falsch. Aber vielleicht ist es in deutsch ein verkehrter, aber eingebürgerter Anglizismus? Sowas wie public viewing?

Lg Felix
 

Strom

What's real can't die
Ich bin zwar kein Profi, aber ich habe TAKE noch nie mit ZEILE gleichgesetzt?!?
Ist das hier sonst so?!?!
Also ich empfinde als "ein Take" einen ununterbrochenen Dialog Absatz pro Charakter - bevor der nächste Sprecher kommt. Das sind auf jeden Fall mehrere Zeilen - meistens auch immer mehrere Sätze.
Und ich hatte immer das Gefühl, dass alle mit denen ich bis jetzt hier zu tun hatte, da von ein und demselben gesprochen haben, wenn es um TAKES ging.

Line/Zeile sagt mir ehrlich gesagt überhaupt nichts?!? :unsure:
 

WolfsOhr

Mario Wolf
Sprechprobe
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Moin, interessante Gedanken 😅.

Eine Zeile ist eine Zeile, zwei Zeilen sind zwei Zeilen usw.

Ein Take würde ich sagen ist eine am Stück gemachte Aufnahme. Bleiben wir dazu mal bei Sprache, darum geht's hier ja. Im Synchron kann ein Take z.B. aus nur ein paar Lauten wie Atmer, Mmmhm oder sowas bestehen bis hin zu mehreren Sätzen. Das ist dann ein Take.
Wenn ein Hörbuchmeister wie z.B. Johannes Steck oder David Nathan 45 Minuten am Stück fehlerfrei aufnehmen, dann ist auch das meiner Meinung nach ein Take, wobei der Wortgebrauch hier vermutlich eher nicht so üblich ist.
Aber mit 100%er Sicherheit kann ich "Take" nicht definieren.
 

Strom

What's real can't die
Hier nochmal mein Screenshot aus dem DramaQueen Thread.
Ich finde hier sieht man ganz gut, was ich als 'Take' empfinde - die nummerierten Absätze.
Um die Nummern vor dem Charakter Namen zu haben - muss man allerdings 'Charakter' nummerieren. Der Text darunter heißt dann als Format 'Dialogue'.
Ob das jetzt profimäßig, richtig oder Standard ist - keine Ahnung :p
Für mich aber absolut logisch und nachvollziehbar - wenn man jetzt sagt: Bitte Take 70 nochmal - lass uns da nochmal 5 Takes von aufnehmen :ROFLMAO:
1771744934376.png
 

Strom

What's real can't die
Ich könnte jetzt natürlich zB Take 70 auch trennen und vor das (gewohnt kumpelhaft) ne neue Takenummer setzen - also nochmal Sprecher ELMAR darüber einfügen, was ne neue Takenummer (oder in eins einzusprechender Dialogabsatz) generieren würde.

Ich denke, es kommt darauf an, ob der Dialogabsatz möglichst 'in eins' performt und aufgenommen werden sollte - und dann passt die Bezeichnung TAKE ja schon irgendwie - in einem Take halt.
 
Zuletzt bearbeitet:

Sir_Schnitzl

Mitglied
Also wir machen unsere Skripte zum Beispiel in Excel - daher wäre es in unserem Fall die Bezeichnung Line/Zeile passend - aber letztlich unterscheidet sich das Skript von uns im Aufbau nicht wirklich von dem in deinem Beitrag.

Jetzt könnte man natürlich nochmal mehr friemeln und ganz genau sein.....

Entweder es gibt pro Zeile/Dialogabsatz/Dialogfeld und Variante einen Take (was bei 3 verschiedenen Einsprechvarianten pro Zeile dann ja 3 Takes pro Zeile ausmacht (oder?)
Oder man Spricht viele Varianten in einem Rutsch ein, schnibbelt sich das raus was einem gefällt und lässt es aber in einer Tonspur und übergibt diese dann dem Bearbeiter. Dann hätte ich ja nur "einen Take"

Oder missversteh ich grad irgendwas und meine Gedanken sind verschwurbelt? 😅

1771747110748.png
 

SeGreeeen

Kaaaaarakaluuuuuuuhhhh!!!!
Teammitglied
Moin, interessante Gedanken 😅.

Eine Zeile ist eine Zeile, zwei Zeilen sind zwei Zeilen usw.

Ein Take würde ich sagen ist eine am Stück gemachte Aufnahme. Bleiben wir dazu mal bei Sprache, darum geht's hier ja. Im Synchron kann ein Take z.B. aus nur ein paar Lauten wie Atmer, Mmmhm oder sowas bestehen bis hin zu mehreren Sätzen. Das ist dann ein Take.
Wenn ein Hörbuchmeister wie z.B. Johannes Steck oder David Nathan 45 Minuten am Stück fehlerfrei aufnehmen, dann ist auch das meiner Meinung nach ein Take, wobei der Wortgebrauch hier vermutlich eher nicht so üblich ist.
Aber mit 100%er Sicherheit kann ich "Take" nicht definieren.
Ja genau - das ist was ich meine. Ist der Take erst die Aufnahme, oder kann "ein Take" auch Text in einem Drehbuch sein, oder ist das dann "noch" der Absatz/Zeilen haha :). Ich habe nämlich auch schonmal geschrieben "Da ist ein Fehler bei Take 23", wobei "Take 23" eben so eine "Absatznummer 23" oder wie auch immer man sie nennen soll - aber Take 23 wäre ja dann schon die konkrete Aufnahme?
 

soundjob

HÖRSPIEL MUSIK AUDIO
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🤣
Zumindest gilt folgendes in der Ton- und Filmtechnik.
Take bedeutet ja nichts anderes als Einsatz/Aufnahme.
Ja, es gibt natürliche verschiedene Formen von Takes, wie z.b. den One-Take (die Performance eines ganzen Stücks), One-Shot (ein einzelnes, separates Element) und den handelsüblichen Take, welcher als Teilstück einer Performance aufgenommen, im Comping unter Auslese der besten Takes zu einem zusammenhängenden Ergebnis (Performance) zusammengeschnitten wird.

Nach meiner Kenntnis (und ich bin nicht vom Theater), wird es allerdings im Bühnenschauspiel/Theater, LINE genannt, die sich auf einen Satz oder Passage, bzw. Textzeile bezieht. 🤷‍♂️
 

WolfsOhr

Mario Wolf
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Müsste dann aber der Cutter nicht doch (von Take kommend) "Tacker" heißen, der alles zusammenheftet... denn der schnippelts ja nicht noch mal auseinander ! 🤣
Jetzt wird's spannend 😅
Ich habe Ende der 90er bei Studio Funk als "Taker" bei Synchronaufnahmen gearbeitet 😃. D.h. ich habe anhand des Synchronbuchs das Tape immer genau zu der Stelle gespult (also den Timecode ins System gehackt) wo der nächste "Take" aufgenommen werden sollte. Der dann aus wie gesagt nur einem Laut oder bis zu mehreren Sätzen bestehen konnte.
Da war natürlich ein "Tacker" unnötig, weil's ja eh synchron eingesprochen wurde. Bei der Hörspielproduktion bist du halt Cutter und Tacker 🤣.
 

soundjob

HÖRSPIEL MUSIK AUDIO
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Jetzt wird's spannend 😅
Ich habe Ende der 90er bei Studio Funk als "Taker" bei Synchronaufnahmen gearbeitet 😃. D.h. ich habe anhand des Synchronbuchs das Tape immer genau zu der Stelle gespult (also den Timecode ins System gehackt) wo der nächste "Take" aufgenommen werden sollte. Der dann aus wie gesagt nur einem Laut oder bis zu mehreren Sätzen bestehen konnte.
Da war natürlich ein "Tacker" unnötig, weil's ja eh synchron eingesprochen wurde. Bei der Hörspielproduktion bist du halt Cutter und Tacker 🤣.
Neuer Fachbegriff: SMPTE-Puzzler 😁
 

Terotox

Mitglied
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Ich finde die Frage bzw. Feststellung eigentlich ziemlich gut. Ich nutze es eigentlich auch völlig falsch, denn für mich sind die "Redezeilen" einer Person, bis eine andere folgt, auch immer "Takes". Dabei sollten es sinngemäß die "Versuche" sein?!

Ich war jetzt neugierig und hab mal bissl das Netz durchforstet (bin ja nicht vom Fach :p ).
Was ich gefunden habe ist der Begriff "Replik". Wäre das vielleicht die korrekte Bezeichnung der einzelnen Redezeilen?

Replik ist der Fachausdruck für jeweils einen Redeanteil in einem dramatischen Dialog. Die Repliken verschiedener Figuren ergeben also zusammen einen Dialog.
 

WolfsOhr

Mario Wolf
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Neuer Fachbegriff: SMPTE-Puzzler 😁
Ich sag dir. Und wenn man sich im Eifer des Gefechts verpuzzled hat, dann warten alle nur.... auf DIIIIICH. Mindestens 6 Augenpaare (Regie, Tonmeister, Sprecher), meistens mehr, weil damals noch mehrere Sprecher gleichzeitig vor'm Mikro waren, waren dann auf DICH gerichtet.
 

MonacoSteve

... nicht ganz Dichter
Teammitglied
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Huch, das ist ja auch mal eine interessante Diskussion. Ich hatte den Begriff "Take" noch nie gehört, bis ich anfing, hier meine Hörspiele zu schreiben und zu vertonen, denn ich komme ja nicht aus der professionellen Ecke. Ich fand ihn aber sofort hilfreich, selbsterklärend und für mich und meine Mitwirkenden eindeutig. Ich habe ihn immer exakt so verwendet und verstanden, wie @Strom oben schreibt.

Und ich denke, so lange wir uns in einem Projekt untereinander einig sind, wovon die Rede ist, ist es eigentlich die Hauptsache. :)
 

JAVA Gin

Alexander Traxel
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Ein interessantes Thema, über das ich mir bislang noch nie Gedanken gemacht habe.

Soweit ich es in meiner alltäglichen Berufspraxis als Studiomusiker erlebt habe, bezeichnete ein „Take” beispielsweise die komplette Aufnahme eines Stücks, das man am Stück live eingespielt hat. Es konnte aber auch nur das Klavier- oder Scat-Solo sein, das man als Overdub nachträglich auf das restliche Instrumental einspielt oder einsingt. Bei mehreren Versionen wurde ein solcher Take dann entsprechend nummeriert, z.B. als „Scat Dolphin Dance, Take 3”.

Im Synchronstudio hingegen bezeichnete „Take” plötzlich etwas anderes, nämlich die einzelnen Textabschnitte im Dialogbuch, die es einzusprechen gilt. Dabei wird ein längerer Part im Original in mehrere Takes unterteilt, die in der Regel nicht länger als 8–10 Sekunden bzw. 15–20 Wörter sind, was etwa 2–3 Zeilen im Textbuch entspricht. Diese Einteilung – die sogenannte „Takung” – wird vorab vom Taker im Dialogbuch vorgenommen. Der Begriff „Take” bezieht sich hier also auf die zu sprechenden Passagen im Original.

Dennoch gab es auch eine gewisse Gemeinsamkeit zwischen Synchron- und Musikstudio: z.B. wird eine beim ersten Versuch gelungene Aufnahme wurde vom Toningenieur in beiden Fällen als „First Take” bezeichnet.

Es zeigt sich also, dass das Wort „Take” zumindest im Bereich Synchron und Musik sowohl unterschiedliche als auch übereinstimmende Bedeutungen haben kann.
In der Hörspiel- und Hörbuch-Produktion habe ich den Begriff ebenfalls immer in derselben Weise verwendet gehört wie im Synchron- oder Musikstudio.

Aus meiner Zeit beim Theater hingegen kenne ich das Wort „Take” überhaupt nicht. Dort sprach man schlicht vom „Text” – und auch bei der Soufflage wurde genau dieses Wort verwendet: Hatte jemand auf der Bühne seinen Text vergessen, rief er einfach kurz „Text” in Richtung Seitenbühne, um diesen von dort dann als Stichwort oder Zeilenanfang kurz eingesprochen zu bekommen.
Aber auch das eigentlich aus dem Bereich stammende Wort Replik wird im Theater seit Jahrzenten eigentlich schon nicht mehr verwendet.

„Lines” bzw. „Zeilen” hingegen kenne ich aus meiner Zeit beim Fernsehen, wo man im Script gelegentlich eine internationalere Fachsprache verwendete. Manche Schauspielerinnen und Schauspieler mit kleineren Rollen sagten etwa, dass sie in einer Szene nur einen „Drei-Zeiler” hätten – bei sehr kleinen Rollen war es dann auch gern mal ein „One-Liner”.

Das dürfte zum Teil auch eine Generationsfrage sein, denn die Verwendung von Anglizismen hat in den letzten 25–30 Jahren sowohl im privaten Alltag als auch im professionellen Umfeld deutlich zugenommen.

Grundsätzlich kann man wohl definieren, dass das Wort „Take” eigentlich immer dann verwendet wird, wenn Text aus einem Script – sei es bei Musik, Hörspiel oder Film – tatsächlich aufgenommen und nicht live gesprochen wird, wie es im Theater der Fall ist. Eine Ausnahme bildet dabei das Live-Hörspiel, bei dem ebenfalls von Takes gesprochen wird – so zumindest habe ich es selbst kürzlich bei einem Live-Hörspiel der LauscherLounge erlebt, an dem ich vor ein paar Monaten mitgewirkt habe.
 
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