Parasit - Die Symbiose

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Brandywine

Falko Diekmann
AW: Parasit - Die Symbiose

Ich hatte beim ersten (bisher Einzigen) Hören Schwierigkeiten mit dem Stück. Fraglos gut be- und umgesetzt.

Inhaltlich für mich aber erschreckend blutleer.

Dem geneigten Filmfreund ist das "Körperfresser"-Szenario sicher bekannt. Diese Art von Geschichte lebt meiner Meinung nach von langsam aufgebautem Horror der sich erst Nach und Nach etabliert und Unsicherheit über die Figuren streut. Wie ist wer einzuschätzen? Bei so einer Geschichte, meiner Meinung nach, so lange wie möglich offen zu halten. Stattdessen wird dem geneigten Hörer hier die Brechstange mehrfach über den Schädel gezogen. Nach 15-20 Minuten (ich müsste nochmal reinhören um sicher zu gehen) stellt sich eine der Figuren hin und erklärt lang und breit was Banane ist. Das sie aus dem Weltraum ist, das sie Böse ist, das sie die Weltherrschaft anstrebt ... das ist Erzählerisch ausgesprochen Schwach.

Das von Außerhalb der Welt auf die Erde gefallene Loch und mancher Dialog transportieren das Hörspiel zwischenzeitlich in die Gefilde der unfreiwilligen Komik.
Im Grunde eine Produktion die ich sehr gerne mögen würde; die es mir aber sehr Schwer macht das zu tun. Bei einer klassischen Paranoia-Geschichte will ich eine ganze Weile im Dunklen tappen, jeder Figur misstrauen und erst viel zu spät erkennen wo der Hase läuft.

Trotzdem: Schön umgesetzt und besetzt; ich hoffe das kommt versöhnlich rüber ;)
 

Dorsch Nilson

aka Beipackzettel
Sprechprobe
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AW: Parasit - Die Symbiose

Huui, Gänsehaut, und der Schluss gefällt mir ;) Die Sprechleistung war super, vor allem die Dagmar. Ich fand die Geschichte nur leider ziemlich vorhersehbar, sehr linear, und manchmal fand ich die Dialoge etwas unnatürlich - vor allem dieses "Wie soll ich's ihnen erklären", obwohl sie's noch gar nicht versucht hat fand ich voll unlogisch und irgendwie überzogen. Gut die Story ist natürlich auch einfach ein Klassiker, allein deswegen hatte ich trotzdem viel Spaß. Die Katzensounds waren mir etwas zu vordergrüdig plakativ, die hätte ich gern viel subtiler gehabt. Ganz toll fand ich die Auswahl und den Einsatz der Musik

Durch die genannten "Schwächen" bekam das Hörspiel auch wieder etwas schön surreales, jedenfalls hab ich mich trotzdem voll gegruselt, 1 Uhr Nachts mit Kopfhörern im Dunklen Zimmer, mir standen schon ordentlich die Haare zu Berge. Also auch meinen herzlichen Dank für dieses schöne Werk :D :thumbsup:

und lustige Outtakes.
 

Dorsch Nilson

aka Beipackzettel
Sprechprobe
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AW: Parasit - Die Symbiose

Eine Sache ist mir auch noch aufgefallen, wo ich vor dem hören schon dachte, ob sich das wohl auflöst, und wie...

Ich habe damals im Bio-LK vor 20 Jahren gelernt, dass man eben genau zwischen Parasitismus und Symbiose unterscheidet, dass Symbiose bedeutet, dass beide Organismen profitieren, bei Parasitismus nur einer. Für mich enthielt der Titel also ein verheißungsvolles Paradoxon, so wie "Feind - die Freundschaft" - ist vielleicht etwas kleinkariert aber ich wollt's nicht unerwähnt lassen - hab jetzt auch den Thread nicht gelesen, ob das vielleicht schon angemerkt wurde.

Aber nichts desto weniger habe ich das Hörspiel genossen und würd mir auch Deine weiteren WErke gern zu gemüte führen - also lass Dir hiervon nicht den Wind aus den Segeln nehmen :D
 

pio

Audio Engineer (BA)
AW: Parasit - Die Symbiose

wäre jetzt aber ein geiler Anstoß und die Geschichte im zweiten Teil in eine bestimmte Richtung laufen zu lassen....da würde mir ja gleich wieder was zu einfallen ;-)) :diablo::devil:
 

HaPe

Super-Hoertalker
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AW: Parasit - Die Symbiose

Das Thema Parasit/Symbiose ist interessant, gerade auch wie das so empfunden wird.

Die Symbiose ist die Verschmelzung von zwei Individuen, in diesem Fall des Menschen und der parasitären Intelligenz. Bei Symbiosen gibt es so etwas wie Eusymbiose, auch obligatorische Symbiose, sie steht dafür, dass beide Teile alleine nicht mehr lebensfähig sind. In Fall des Hörspiels sobald sie getrennt werden. Verlässt der Parasit den Körper, stirbt dieser. Stirbt der Körper ist das ebenfalls das Ende für die parasitäre Intelligenz.

Die Frage nach dem Vorteil beider Partner bedarf etwas Kreativität. Zum einen wird natürlich durch die Symbiose die "Seele" des Menschen vom Parasit überlagert und praktisch ausgelöscht. Definitiv kein Vorteil für die menschliche Selle, auch wenn der Parasit sich zuvor noch daraus bedient. Der Vorteil des Parasits wäre somit deutlich. Aus Sicht des Organismus ergibt sich nur der Vorteil des Überlebens, vielleicht sogar über herkömmliche Alterung hinaus... wer weiß...

wäre jetzt aber ein geiler Anstoß und die Geschichte im zweiten Teil in eine bestimmte Richtung laufen zu lassen....da würde mir ja gleich wieder was zu einfallen ;-))
@Pio: Lass dich nicht aufhalten ;)
 

Dagmar

I'm not weird, I'm gifted
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AW: Parasit - Die Symbiose

Hm, seltsame Sache hier, find ich...

Als Parasit würde er den Wirt schädigen, evtl. bis hin zum Tod, dabei aber immer stärker werden. Er würde dem Wirt aber nix "zurückgeben"
Als Symbiont würde er vom Wirt nehmen, und auch dem Wirt etwas "Gutes tun".

Also isses eigentlich hier eher ein Parasit. Aber wie nennt man diese Verschmelzung dann? Weil der Körper wird ja übernommen, fast wie bei den Borg *g*
 

Dorsch Nilson

aka Beipackzettel
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AW: Parasit - Die Symbiose

Hm, seltsame Sache hier, find ich...

Als Parasit würde er den Wirt schädigen, evtl. bis hin zum Tod, dabei aber immer stärker werden. Er würde dem Wirt aber nix "zurückgeben"
Als Symbiont würde er vom Wirt nehmen, und auch dem Wirt etwas "Gutes tun".

Also isses eigentlich hier eher ein Parasit. Aber wie nennt man diese Verschmelzung dann? Weil der Körper wird ja übernommen, fast wie bei den Borg *g*
Nach Biologischer Terminologie eindeutig ein Parasit. Es gibt ja ganz abgefahrene Parasiten, z.B. dieser Wurm, der Ameisen so in ihrem Verhalten manipuliert, dass diese an die Spitzen von Grashalmen klettern, wo sie dann von bestimmten Vögeln gegessen werden, die dann den nächsten Zwischenwirt bilden. Sowieso meines Erachtens ein Charakteristikum von Parasiten, die haben ja immer so einen Cyclus über verschiedene Wirte, während Symbionten sozusagen Monogam sind wie der Einsiedlerkrebs mit seiner Seerose oder was das war, oder die Putzfische die immer die Wahle sauber machen, oder unsere Lieben Darmbakterien. Also wenn diese Definitionen die ich gelernt habe inzwischen nicht geändert wurden, dann sind Parasiten keine Symbionten und Symbionten keine Parasiten ;)
 

pio

Audio Engineer (BA)
AW: Parasit - Die Symbiose

Nach Biologischer Terminologie eindeutig ein Parasit. Es gibt ja ganz abgefahrene Parasiten, z.B. dieser Wurm, der Ameisen so in ihrem Verhalten manipuliert, dass diese an die Spitzen von Grashalmen klettern, wo sie dann von bestimmten Vögeln gegessen werden, die dann den nächsten Zwischenwirt bilden.
sag mal war das nicht ein Pilz? Der dann auf der Ameise wächst und sich mit dem Wind verteilt?
Oder gibt es da verschiedene Varianten???
 

Bazeley

Hoertalker
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AW: Parasit - Die Symbiose

Ein sehr schönes Hörspiel, hat mich sehr gut unterhalten. :)

Die Musik hat gleich zu Beginn für die richtige Einstimmung gesorgt. Auch während des Hörspiels hat sie die Szenen stimmungsvoll unterstützt. Klasse gemacht. :music:

Die Sprecher haben mir durchweg alle sehr gut gefallen. :thumbsup:
Beispielhaft möchte ich mal zwei erwähnen. Ich fand, Tim Gössler hat die einzelnen Stimmungen des Ehemannes sehr gekonnt umgesetzt. Sehr schön fand ich auch seine emotionale Kälte als die Ehefrau ihm vom Tod der Tochter berichtete. Auch Kolibri hat ihre Rolle, die Tochter, sehr gut gespielt. Als sie vom Tod ihres Hundes hörte, fand ich ihre Reaktion absolut glaubwürdig umgesetzt.
Über Dagmar wurde ja schon viel geschrieben, dem stimme ich hier auch nochmal absolut zu.

Die Geschichte selbst gefiel mir sehr gut, auch wenn sie mich wie einige andere hier gleich an Körperfresser und Co erinnert hat. Das macht aber gar nichts. Im Gegenteil, ich finde es gut wenn solche Geschichten als Hörspiel vertont werden. Die Story war zwar bald vorhersehbar, und sie hätte auch noch einige Szenen mehr vertragen, aber trotzdem fand ich sie vom Anfang bis zum Ende spannend und kurzweilig.
Die einzige Szene die mir nicht so gefiel war als der Hund angefahren wurde. Das wurde schon eingeleitet mit dem Satz: "Sie haben DEN Hund angefahren." Besser wäre gewesen: "UNSEREN Hund". Diese Distanz zog sich irgendwie durch die ganze Szene. Es kam mir nicht so vor als ob es hier um den Familienhund ginge, sondern als hätte die Autofahrerin nur den kleinen Teil eines Blumenbeetes platt gemacht. Nach dem Motto: "Ach, macht ja nichts, das wächst nach."
Hier wäre ein bisschen mehr Aufregung/Trauer besser gewesen.

Als Brunner am Ende zu Philips sagte, er hätte einen Fleck an der Wange, war mein erster Gedanke, den Fleck hätte doch auch Sylvia während des langen Gesprächs sehen und sich ihren Teil dabei denken müssen. Besser wäre vielleicht gewesen, er hätte die Infizierung z.B. am Unterarm bekommen der jetzt verdeckt ist und durch eine Berührung Brunners beim Abschied hätten wir davon erfahren. Gut, das ist jetzt Kleinkram, aber sowas reißt mich manchmal kurz aus der Geschichte raus.

Das Cover ist schön auffällig mit dem kräftigem Gelb und der Zweifarbigkeit. Gut finde ich auch, dass nicht nur ein einfaches Gelb aus dem PC-Tuschkasten genommen wurde, sondern die Farbe auch Struktur hat. Aber eines wurde wohl vergessen. Das Cover hat keine Rückseite. Hier hätte man doch die linke Seite vom "Booklet Seite 1" als eigene Datei nehmen und um die Seitenlaschen verlängern müssen. Oder habe ich da was nicht verstanden?
 

HaPe

Super-Hoertalker
Sprechprobe
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AW: Parasit - Die Symbiose

Das Cover ist schön auffällig mit dem kräftigem Gelb und der Zweifarbigkeit. Gut finde ich auch, dass nicht nur ein einfaches Gelb aus dem PC-Tuschkasten genommen wurde, sondern die Farbe auch Struktur hat. Aber eines wurde wohl vergessen. Das Cover hat keine Rückseite. Hier hätte man doch die linke Seite vom "Booklet Seite 1" als eigene Datei nehmen und um die Seitenlaschen verlängern müssen. Oder habe ich da was nicht verstanden?
Danke für deine Eindrücke, in der Tat ist keine Rückseite dabei. So muss eine CD-Version dann einfach in ein Slimcase. :sorry:
 

Dagmar

I'm not weird, I'm gifted
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AW: Parasit - Die Symbiose

Danke für die ausführliche Rezi, ich finds gut wenn Leute sich auch die Mühe machen was zu schreiben, wenns ihnen nicht gefallen hat!!
 

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