Mr_Kubi

Der auf den Bus wartet
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Okay, haben wir jetzt hier eine Kunstdiskussion?

Achtung es folgt eine Fragesammlung und meine absolut gar nicht gefestigte Meinung dazu...

Was ist Kunst?
Aus meiner Sicht ist sie ein menschliches Produkt und Ergebnis eines kreativen Prozesses. Dadurch entsteht ein Teil unserer Kultur im Gegensatz zur Natur. Die Natur ist ja erst einmal ohne unser Zutun einfach da...
Btw. auch „Künstliche Intelligenz“ trägt den Begriff „Kunst“ in sich, eben weil sie vom Menschen geschaffen wurde.

Wird KI Menschen kreativer machen?
Das bleibt zu hoffen, obwohl das vermutlich nur einzelne Menschen betreffen wird. Die Mehrheit schwimmt mit dem Strom und wird neue Künste schrecklich finden, bis sie plötzlich Mainstream sind (vgl. Bauhausstuhl und Co.)

Neue Kunstrichtungen gingen in der Vergangenheit häufig von kleineren Künstlergruppen aus, die von ihren Werken überzeugt waren. Auch wenn es sonst niemand war. Das passt gut zu relativ alten psychologischen Untersuchungen zum Minoritäteneinfluss vgl. Moscovici (Blau/Grün Karten) und Einfluss der Mehrheit vgl. zu Ash (Linienlängen schätzen).

Ich glaube, wenn etwas zum Standard wird, gibt es immer einige Menschen (Künstler), die bewusst versuchen etwas anders zu machen.
Zu der Frage, ob der KI Slop Menschen kreativer macht, um sich davon abzusetzen: Aktuell wird dazu ja häufig die kanadische Band Angine de Poitrine genannt. Das ist eine aktuell gehypte Band die mikrotonale Musik macht und angeblich tut sich KI damit noch schwer. Der Witz an deren Musik ist, sie spielen immer leicht am gewohnt gelernten Ton vorbei. Klingt leicht besoffen aber auch spaßig, wird aber nicht jedem gefallen. KI ist aktuell sehr genau, damit ist chaotische Ungenauigkeit ein möglicher kreativer Ansatz...Ob KI chaotische Ungenauigkeit auch bald kann, naja wir werden sehen. ;)


Bandseite auf youtube:

Warum schaffen Menschen Kunst?
Ich glaube, Künstler schaffen Kunst vor allem, um bei anderen Menschen irgendwie Emotionen auszulösen (Freude, Ekel, Angst, Überraschung, Stolz, Neid...) und um wahrgenommen zu werden. Neben den Einwirken auf andere Menschen, gibt es auch den umgedrehten Weg. Also die Eindrücke der Welt um sich herum (also die Machenschaften der Mitmenschen) zu verarbeiten. Künstler beschreiben den Schaffensprozess dann ja oft so "Ich konnte nicht anders - es musste raus".
Trotzdem denke ich, das das Ziel oder der Auslöser immer ein anderer Mensch, bzw. dessen Machenschaften sind. Auch wenn das dem Künstler im Schaffensprozess oft selbst nicht klar ist.

KI ist mittlerweile sehr gut darin, menschengemachte Kunst wie Musik, Bilder etc. nachzuahmen. So das auch KI gemachte Werke durchaus in Menschen Gefühle auslösen können, und sie diese Werke konsumieren (vgl. Spotify Top Ten Liste).
Der Auslöser für die KI zum Schaffen von Werken ist (noch) der Prompt eines Menschen.

Was bedeutet das für uns Menschen und unser zukünftiges Verhältnis zur Kunst?
Muss menschliche Kunst jetzt immer von Menschen live und unmittelbar erlebt werden, damit wir ihr noch vertrauen können – oder sind auch Konserven wie Musikaufnahmen, Fotos und Werke im Internet in Zukunft noch menschliche Kunst (Stichwort Vertrauen)?
Das würde auch bedeuten, jeder Künstler braucht beim Schaffensprozess ein Publikum, was bekundet es ist menschengemacht. Klar bei Bands ist das einfach, aber Maler, Schriftsteller etc. wollen nicht unbedingt ein Publikum...

Und letztendlich noch eine abschließende Frage: Ist der Mensch der wirklich der einzige Konsument von Kunst?
Durch Agentensysteme nähern wir uns dem Status KI beurteilt KI gemachte Dinge. Vielleicht haben wir irgendwann KI Kunstwerke, die gar nicht für uns gemacht sind und die wir auch nicht mehr verstehen?

Zugespitzt könnte man auch fragen: Gott schuf den Menschen, der Mensch schuf die KI – wie steht Gott eigentlich zu unseren Handlungen?

Was für ein Fragenwirrwarr...sorry für dieses etwas längere Pamphlet. Wofür auch immer ;) .

Greetings Kubi
 
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soundjob

HÖRSPIEL MUSIK AUDIO
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In der Isolation von Sehnsüchten braucht es das Bedrüfnis der Verarbeitung als notwendiges Überlebenswerkzeug.
Manche nennen es "Kunst", andere nennen es aus bestimmten Gründen* "Tätigkeit/Handwerk" (wie auch ich) und doch ist beides eine Ausdrucksform einer eigenen fantasievollen Sprache mit dem gleichen Bedürfnis: Sehnsüchte zu verarbeiten.

Es ist ein psychologisches Ventil.
Der Antrieb obliegt natürlich individuell unterschiedlichen Motiven und Sprachen, aber im Kern liegt es der selben Sehnsucht und Wünschen zugrunde: Identität, Bedeutung, Verwirklichung.

KI als Konkurrenz und Weg in die Identitätskrise ?
KI kann uns durchaus beeindruckend die Kulissen und Maskeraden als Abziehbilder unserer Wünsche vorführen und uns dabei unterstützen, diese zu skizzieren, aber sie verschafft uns schlussendlich keinerlei Identität und Bindung.
Sie verschafft uns keine Bindung zum Werk, eben weil sie kein psychologisches Ventil der Verarbeitung von Sehnsüchten ist, sondern nur eine Illusion des Werks und eine Illusion der Verarbeitung.
Natürlich kann KI durchaus ein probat zweckdienliches Mittel der Verwirklichung sein, aber es ist ein sehr sehr schmaler Grad zwischen SELBSTVerwirklichung, Identität und Bedeutung.... kurz, Selbstbildnis.

Begreifen wir Selbstverwirklichung als Akt von Freiheit und Unabhängigkeit, so macht uns ein ausgiebiger Gebrauch von KI zwangsläufig zu abhängigen, identitätslosen Gefängnisinsassen.

*Ich begreife ein "echtes" Kunstwerk in eben seiner Einmaligkeit als ein (gewollt) nicht noch einmal reproduzierbares Unikat.
Wird es durch z.B. denselben Künstler stetig als Zyklus reproduziert, ist es irgendwann "lediglich" Handwerk und das "Kunstwerk der ersten Stunde" per se als solches an kunstwerkliche Bedeutung ggfls. verlieren würde, oder ?
Man stelle sich z.B. vor, Michelangelo hätte die sixtinische Kapelle ganz exakt mehrmals erschaffen. Und mit ihm, gleich etliche andere Künstler ebenfalls Dutzende sixtinische Kapellen gleich mit.
Sicherlich wären ohne Zweifel alle gleichermaßen atemberaubend und jedes für sich genommen- allgemein betrachtet, vlt. ein "Kunstwerk"... aber wäre es das denn noch wirklich "außergewöhnlich" und noch "atemberaubend" ?
Würden sie in der Masse von z.B. Tränen im Regen noch jene erkennbare Botschaft mit sich tragen, für die man sich interessierend separiert besondere Bedeutung zumessen würde ?
Wo verweilt die Grenze der Illusionen, der Zweckdienlichkeiten und die der Verwirklichung, um letztlich als Identität wahrgenommen werden zu können?

In der KI sicherlich nicht, denn sie ist das Paradebeispiel eines Gegenbeispiels !
Aber auch nicht in der Ausdrucksform des "Künstlers", wenn er genau das gleiche und das Gleiche immer wieder macht, wie Millionen andere auch... dann ist auch er nur eine "Träne im Regen".
... und stets das immer wieder Gleiche zu machen- und sich somit stetig wiederholend selbst zu kopieren, plagiieren etc.- wo hört da Kunst auf und wann ist es einfach "nur" (mehr oder weniger gutes) Handwerk ?
Was, wenn das "Ventil" zum reinen Selbstzweck verkommt, aber kein Ausdruck eines sehnsuchtsvollen Wunsches mehr ist ?
 
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Telliminator

Sample-Collector
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Als angehender Musiker, lernt man doch immer das Gleiche. Erst die Tonleiter, quält sich rauf und runter, bis man es kann, nur um dann wie 90%, der später nicht mehr Musizierenden, das Gleiche nicht gut zu können, weil diese ständigen Wiederholungen zur Übung, einem aus dem Hals raus hingen ... vielleicht ist die K.I. bald so weit, dass sie sagt, "Nö, ich will nicht mehr immer nur das Gleiche machen!", und hört auf und uns bleibt, nur die echte Musik übrig. 😅
 
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