Hartnäckiger Raumhall

Dieses Thema im Forum "Technik / Studio" wurde erstellt von Julius Keusch, 23. November 2017.

  1. Julius Keusch

    Julius Keusch Hoertalker

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    Hey :)

    Ich habe ein Problem mit Raumhall und verzweifle so langsam ein wenig. Ich hab mich bisher übers Forum und viele andere Quellen informiert, was Raumakustik an sich angeht. Jedoch bin ich kein Profi und komme momentan einfach nicht weiter. Ich möchte keine weiteren (teuren) Schritte unternehmen und hintehrer mit mangelndem Ergebnis da sitzen. Bisher macht es irgendwie den Eindruck, als würde ich diesen dämlichen Raumhall gar nicht weg bekommen, weil z.B. die Decke Schuld ist. Die kann ich nur leider nicht mal eben komplett mit Noppenschaumstoff auskleiden. :/

    Deshalb bitte ich euch um Hilfe :) Ich hab mal eine kleine Aufnahme gemacht, in der ich einen Text vom Hoer-Talk Forum einspreche. Außerdem gibts ein kleines Video, in dem ich meine momentane Raum-Situation beschreibe und zeige.

    Liebe Grüße

    Julius

    Sprechprobe mit jetziger Raumsituation:  
    Video zur Raumsituation:

    PS: Die Sprechprobe ist übrigens gerade eben fix nur für diesen Zweck hier entstanden. Der Text ist also alles andere als ausgearbeitet. Es geht wirklich nur um die Audio-Qualität bezüglich Raumhall. :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. November 2017
  2. Eric

    Eric Super-Hoertalker

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    Hmhm Scheiben sind ganz schlecht, die Reflektieren ganz toll und das willst du nicht. Kann man aber nichts machen Licht muss ja auch noch rein, wa?
    Besorg dir Vorhänge (möglichst Dicke), die du während der Aufnahmen vor die Fenster ziehst.
    Noppenschaumstoff killt leider nur die Höhen und vielleicht noch die oberen Mitten... kommt drauf an wie Dick das Zeug ist.
    Ich würde dir empfehlen nur eine Ecke des Raumes zu behandeln und nicht versuchen den ganzen Raum zu behandeln... dir geht es ja nur darum deine Stimme trocken aufzunehmen und nicht um in dem Raum eine Band aufzunehmen, daher such dir eine Ecke, stell da dein Noppenschaumstoff hin.
    Teppich ist gut, eine Stimmprobe wäre definitiv wichtig.

    Der Link der durch den Uploader generiert wird musst du dann in die "MP3 /MP3"-Tags einfügen... (mit eckigen Klammern!) da gibt es oben in der Formatierungsliste für Threadbeiträge ein Lautsprechersymbol, der generiert dir die MP3 Tags, oder du kopierst sie rein und fügst dann den Link zwischendrin ein, der vom Uploader generiert wird.
    Blöde Frage: Besprichst du das Mikrofon von der richtigen Seite? (Nierencharakter des Mikrofons)
     
  3. benkuly

    benkuly <nobody></nobody>

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    Also bei der Raumgröße wäre es fast sinnvoller dir eine Sprecherbox oder ähnliches zu basteln, sonst beißt du dir bei der Größe dort die Zähne aus.
     
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  4. Julius Keusch

    Julius Keusch Hoertalker

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    Das mit den Scheiben dachte ich mir fast - es gibt ja solche Schienen, die ich oben an die Decke kleben könnte. Da dann dicke Gardinen dran und tadaaa! Zumindest links mir ans Fenster. Generell will ich auch hauptsächlich diese Ecke hier an meinem Schreibtisch soweit hinkriegen, dass ich vernünftig aufnehmen kann. Der Rest des Raumes ist egal.

    Der Noppenschaumstoff ist 3cm dick :)

    Der Uploader funktionert wieder - trotz 19MB war die Datei zu groß. Hab die Aufnahme geschnitten, in MP3 umgewandelt und noch einmal hochgeladen. Abspielbar ist sie für mich jetzt gerade aber immer noch nicht.

    Das Mikrofon bespreche ich von der richtigen Seite, definitiv. Das hat vorn einen golden Punkt. :) Da spreche ich rein (nicht in den goldenen Punkt natürlich :D)

    Danke schon mal für deine Antwort. Der Tipp mit den Scheiben ist wichtig.
     
  5. Julius Keusch

    Julius Keusch Hoertalker

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    Ganz abgesehen von den Kosten fehlt mir für eine Sprecherbox schlichtweg der Platz. Die müsste nämlich möglichst nah an meinem Rechner und Schreibtisch stehen. Wie du im Video sehen kannst, ist das nicht gerade machbar. Da würde dann einfach ne riesen Kiste im Weg stehen. Weder käme ich auf meinen Balkon, noch an meinen Schreibtisch. :/
     
  6. Eric

    Eric Super-Hoertalker

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    Du kannst auch "Stellwände" bauen, einfach ein Holzrahmen bauen und da Noppenschaumstoff draufkleben und dann kannst du die verschieben und hinstellen wie es beliebt. Bei deiner Raumgröße wäre eine "künstliche" Verkleinerung des Raums durch Stellwände definitiv sinnvoll.
    Bessere Stellwände für DIY wären solche.
    Ich werde ausgehend von dieser Anleitung selbst welche endlich mal im Frühling / Sommer bauen... ich gehe mal von Materialkosten von 50€ pro Stellwand aus (200cm x 62,5cm x 12cm)
    Ganz günstig ist das nicht unbedingt... sind aber transportabel, variabel und relativ universell einsetzbar und wenn auch nur als Raumtrenner ...
     
  7. Nightblack

    Nightblack Meinhard Schulte

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    Ich war mal zur Miete in einem 1 Zimmerapartment (ca. 38 qm). An meinem Aufnahmeplatz habe ich unter der Zimmerdecke 4 weiße Haken befestigt ( ca. Quadrat von 1,5Meter Kantenlänge ) Ich habe 4 relativ dicke Wolldecken genommen und sie mit Sicherheitsnadeln an diesen Haken aufgehängt - 1 Decke habe ich mit 4 Sicherheitsnadeln an allen 4 Haken befestigt ( sie hing bewusst ein wenig durch - sollte die Reflexion von der Zimmerdecke reduzieren. vor mir stand ein Regal (welches auch als Raumteiler fungierte) mit meiner Anlage, Büchern, CDs - da konnte man evtl. teilweise auch noch Handtücher oder ähnliches anbringen. Es ließ sich alles schnell wieder abhängen bzw. bei Bedarf wieder hinhängen. Ich hatte damals eine Freigabe für dieses Forum
     
  8. Julius Keusch

    Julius Keusch Hoertalker

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    An diese Lösung hab ich auch gedacht. Ich selbst hätte definitiv nicht die handwerklichen Fähigkeiten, aber da könnte ich mir tatsächlich Hilfe besorgen. Was ich mich nur frage, ist:

    Würde ich also für das linke Fenster einen dicken Vorhang montieren, den ich z.B. via Schiene vor das Fenster oder zurückziehen kann und dann, sagen wir, 2 solcher Wände bastle, bzw. basteln lasse ... reicht das aus?

    Vermuten tue ich: Würde das Fenster abgedackt und der Raum hinter und rechts neben mir durch jeweils eine solche Stellwand geblockt werden, sollte der Raumhall sehr gering ausfallen und nicht mehr hörbar sein. Bei 50 Euro pro Wand (und dickem Stoff für die Gardine) würde ich allerdings sicher sein wollen, dass das die beste Lösung für mich ist. Nicht, dass hinterher ein einfacher Paravent mit Decke drüber das selbe Ergebnis für weniger Geld bringen würde.

    Das sage ich nicht, weil ich deiner Idee nicht vertraue, sondern, weil ich sehr vorsichtig sein muss und möchte. 2x 50 Euro für solche Wände würden den finanziellen Rahmen schon beinahe sprengen.
     
  9. Eric

    Eric Super-Hoertalker

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    Öhm, ne Garantie das es am Ende so klingt wie du es dir vorstellst gibt es keine.
    Im Thread ist die rede von Breitbandabsorber... da würden dir zwei davon mit dem genannten Maß von (200cm x 62,5cm x 12cm) schon eine Verbesserungen einbringen aber erwarte davon keine Wunder... Hier ist das Zauberwort: "Viel hilft viel"...

    Probier definitiv mal @Nightblack Variante aus. Deutlich günstiger und bringt wahrscheinlich für den Aufwand effektiv mehr als 2 Stellwände es könnten.

    Btw, schöne Stimme, gut gelesen bzw. erzählt :)
     
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  10. Julius Keusch

    Julius Keusch Hoertalker

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    Das klingt nach einer sehr guten und vor allem effektiven sowie preiswerten Idee. Tatsächlich hatte ich bereits über etwas ähnliches nachgedacht. Allerdings wollte ich vorerst versuchen die Finger von der Decke zu lassen. Immerhin würde ich den Boden unter mir mit Teppichen ausfüllen können. Ob das ausreicht würde ich dann hören. :)


    Das dachte ich mir ... schade. Denn solche mobilen Stellwände würden mir am besten gefallen. Solche Dinger hab ich auch mal im Einsatz erlebt. Ein kleiner Raum, rechteckig, Stellwände rund um das Mikrofon und tada! Toller Klang, kein Hall. Generell können Leute sowas mit bloßem Einrichten ihrer Wohnung erreichen. Davon träume ich momentan. :D

    Vielen Dank für das Kompliment. :) Das freut mich sehr zu lesen!
     
  11. Ellerbrok

    Ellerbrok Hoer-Stalker Mitarbeiter

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    Bisher hat hier noch jeder seinen Raumhall auf ein brauchbares Maß reduziert bekommen. Auch ohne große Umbauten oder Anschaffungen. Du schaffst das mit Sicherheit auch ;)
     
  12. Julius Keusch

    Julius Keusch Hoertalker

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    Das beruhigt mich und das glaube ich ja eigentlich auch. Momentan ist der Hall eben so penetrant. Und ich hab durch fehlende handwerkliche Fähigkeiten keine Möglichkeit spontan zu sagen: Das probiere ich jetzt sofort aus. Sowas macht mich persönlich immer ein bisschen fertig :D

    Allgemein fällt mir noch etwas ein. Wenn ich eine recht dicke Wolldecke nehme und sie falte, seitlich über meine Schulter lege und über das Mikrofon halte, sodass sie über und rechts neben dem Mikrofon hängt, ist der Raumhall weg. Nur kann ich so nicht die ganze Zeit rumstehen.

    Da denke ich mir allerdings ... so viel kann da nicht mehr fehlen.
     
  13. pio

    pio Audio Engineer (BA)

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    Also....soooooooo verhalt sind die Aufnahmen ja nun nicht. Was für ein Mikro verwendest du?
     
  14. Julius Keusch

    Julius Keusch Hoertalker

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    Es ist wirklich nicht mehr so viel Hall übrig. Aber immer noch mehr als genug um zu stören, gerade bei lauteren Aufnahmen.

    Ich verwende ein Rode NT1 :)
     
  15. pio

    pio Audio Engineer (BA)

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    Hm...ok. Das Mikro ist gut. Für das Geld bekommst du kaum was besseres. Das "Problem" ist allerdings immer das Gleiche. Studiomikrofone (Kondensator) sind für Studioumgebungen gebaut. Will heißen, akustisch optimierte Umgebungen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass man in akustisch ungünstigen Umgebungen andere Mikros einsetzt. Leider hält sich hartnäckig die (falsche) Vorstellung, man müsse unbedingt ein Kondensator Mikrofon nutzen um ordentliche Sprachaufnahmen machen können. Genauso ist es falsch ist es mit sehr begrenztem (bis nicht vorhandenen) Wissen über Raum Akustik anzufangen "abenteuerliche" Decken- und Kleiderschrank-Konstruktionen zu bauen. Na klar kann man das machen...macht ja auch Spaß. Nur leider ist das sehr oft nicht zielführend und führt zu Frust. Der Richtig Weg ist, man wählt für die Aufgabe und den Raum das richtige Werkzeug. Niemand versucht mit einem Schlagbohrer einen Nagel in die Wand zu hauen. Warum? Weil es das falsche Werkzeug ist.
    Nun gibt es ein Aufnahme Werkzeug für akustisch ungünstige Umgebungen (z.B. Bühne, Außenaufnahmen usw.). Das sind Dynamische Mikrofone. Nun gibt es da aber ein kleines Männchen im Kopf vieler Amateure. Das sagt die ganze Zeit:" Bloß kein dynamisches Mikro benutzen, das klingt scheiße! Für Sprachaufnahmen muß man IMMER ein Kondensatormikrofon nehmen! Und es muß Großmembran sein! Weil Kleinmembranmikrofone fangen nicht genug Bass ein!"

    Nichts davon ist wahr oder richtig. Ich habe einmal etwas in meinem Büro aufgenommen. Mit einem Sennheiser e845. Das ist ein "durchschnittliches" Bühnen-Gesangsmikrofon. Angeschlossen an einen kleinen PreAmp der über USB an meinem MacBook angeschlossen ist. Rechts von mir ist ein Fenster, hinter mir eine kahle schräge Wand. Links (1,5 m Entfernung) eine Tür (Holz). Unter mir Teppich. Vor mir in 60 cm Entfernung die kahle Wand.

     
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. November 2017
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