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Themenstarter/in
Weswegen deine Bewerbung im Casting nicht berücksichtigt wird
Die Gründe
Das kennen viele von uns:
Man bewirbt sich mit viel Einsatz auf eine Rolle, steckt Mühe hinein — und am Ende klappt es trotzdem nicht. Woran kann das liegen?
Der häufigste Grund ist natürlich, dass Stimmfarbe und Spiel nicht überzeugen und man deshalb nicht berücksichtigt wird.
Das ist nichts Persönliches, sondern eine Geschmacksfrage.
Es gibt aber einige andere Gründe, warum eine Bewerbung trotz guter Stimme keine Berücksichtigung findet...
Akustik
Ein häufiger Grund, gerade bei anspruchsvollen Produktionen, ist eine schlechte Akustik mit deutlich hörbarem Raumhall oder Flatterechos in den Aufnahmen.
Je stärker der Hall auf deinen Aufnahmen zu hören ist, desto geringer sind deine Chancen auf eine Berücksichtigung im Casting — ehrlich gesagt sinken sie dann oft gegen null.
Selbst mit einer tollen Stimme und gutem schauspielerischen Können bringt dir das wenig, wenn die Aufnahmen technisch unsauber und kaum verwertbar sind.
Profis können Raumhall und ähnliche Probleme manchmal noch in der Nachbearbeitung ausgleichen. Das ist aber zusätzlicher Aufwand, den man möglichst vermeiden möchte — und nicht jeder ist Profi.
Deshalb wird im Hoertalk bei Sprechproben nicht in erster Linie das "Künstlerische", sondern vor allem das "Technische" bewertet: trockene saubere Aufnahmen, die qualitativ überzeugen.
Tipp: Abgesehen von der Frage nach einem „guten“ Mikrofon ist es oft wichtiger, eine trockene und saubere Aufnahmequalität zu haben, damit du im Casting nicht direkt aussortiert wirst.
Ein brauchbar gutes Mikrofon
Für deine Aufnahmen solltest du ein brauchbares Mikrofon verwenden.
„Brauchbar gut“ heißt dabei nicht unbedingt teuer oder besonders edel — aber ein solides Einsteigermikrofon in Studioqualität sollte es schon sein.
Gute Modelle gibt es schon im Bereich von etwa 100 bis 200 Euro.
Klar, manchmal klingen auch sehr günstige No-Name-Mikrofone überraschend gut. Das sind aber eher Glückstreffer als eine verlässliche Kaufentscheidung.
Aufnahmen, die nach Headset, Handy oder blechernem Gaming-Mikrofon klingen, fallen in Castings i.d.R. durch.
Akustik und Mikrofonsound sind die beiden technischen Punkte, die darüber entscheiden können, ob deine Bewerbung nach dem ersten Reinhören weiter beachtet wird oder nicht.
Tipp: Wenn du nach einem günstigen Einsteigermikrofon suchst, orientiere dich lieber an bewährten Marken aus dem Musikalienfachhandel, statt im Elektronikmarkt oder Discounter irgendein „tolles“ Mikro zu kaufen. Dort fließt das Geld oft eher in bunte Extras wie "Beleuchtung" als in eine vernünftig verarbeitete Mikrofonkapsel.
Im echten Fachhandel bekommst du zudem häufig das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ausdrucksloses Spiel und Sprechen
„Sei heiß oder sei kalt — aber sei bloß nicht lauwarm!“ (Zitat: Hans Zimmer)
Manche Sprechproben wirken leider seelenlos und klingen eher wie eine "Hörbuchlesung" und weniger als ein HörSPIEL.
Wichtig ist: Ihr sprecht nicht einfach nur etwas ein, sondern für ein Hörspiel — und genau darin steckt das Wort Spiel.
Spiel bedeutet Emotion. Und genau daran hapert es in manchen Proben, vor allem bei stärkeren Ausdrucksformen wie Wut, Zorn oder auch Kraft und Lautstärke.
Oft wird angenommen, dass vor allem ein möglichst natürliches Spiel gefragt ist. Ganz so stimmt das nicht: Entscheidend ist vor allem ein plausibles Spiel.
Selbst wenn eine Darbietung in einer Demo zunächst etwas überzeichnet wirkt, zeigt sie immerhin, dass Spiel vorhanden ist. Das kann später durch Regieanweisungen gezielt zurückgenommen werden.
Was aber von Anfang an fehlt, lässt sich nachträglich kaum ergänzen.
Und genau das ist problematisch, wenn im Skript eine bestimmte Emotion gefragt ist, diese aber nicht überzeugend transportiert wird. Dann vergeben Caster trotz einer schönen Stimme die Rolle oft lieber nicht.
Ein weiterer klarer No-Go-Faktor ist Nuscheln.
Niemand fordert eine konsequent professionell ausgebildete Sprechstimme.
Aber manche Proben klingen in der Aussprache so unmotiviert und verwaschen, als würde man nur locker mit einem Freund telefonieren — statt sich ernsthaft für eine Hörspielrolle zu bewerben.
Tipp: Bewerbt euch für Rollen, die ihr überzeugend spielen könnt — nicht für Figuren oder Emotionen, bei denen ihr euch stark verbiegen müsstet. Das wirkt schnell unnatürlich oder unfreiwillig komisch.
Übt außerdem an einer klaren Aussprache und achtet darauf, in euren Sprechproben nicht zu nuscheln.
Der Ensemblekontrast
Wenn du alle Voraussetzungen mitbringst und Technik, Stimme sowie Spiel überzeugen, wird es für den Caster natürlich schwierig, eine Entscheidung zu treffen. Dann hat er die Qual der Wahl.
In der Regel macht er es sich dabei nicht leicht.
Er denkt verschiedene Rollenkombinationen durch und muss sich am Ende für die Crew entscheiden, die insgesamt am überzeugendsten klingt, nicht nur jeder für sich genommen (!), sondern auch im Zusammenspiel. Wichtig ist dabei ein möglichst großer Kontrast der Stimmfarben, damit die Figuren im Hörspiel später gut auseinandergehalten werden können !
Oft entscheiden kleinste Nuancen. Vielleicht wirkte eine andere Probe oder Emotion etwas ausdrucksstärker und war für die Gesamtwirkung des Hörspiels letztlich wichtiger.
Das ist nie und nichts Persönliches — am Ende muss sich der Caster einfach für eine Stimme entscheiden.
Tipp: Nicht verzagen, sportlich tragen !
Es kann immer sein, dass jemand kurzfristig abspringt und der Caster dich dann als Backup im Hinterkopf behält. Natürlich kannst du auch nachfragen, warum es diesmal nicht geklappt hat, und dir Feedback einholen.
Im Hoertalk starten viele Projekte, deshalb lohnt es sich, dranzubleiben und nicht aufzugeben.
Gerade sehr produktive Hörspielmacher arbeiten oft mit wechselnden Besetzungen und vermeiden stark stimmliche Omnipräsenz der immer gleichen Stimmen.
Wenn es diesmal nicht klappt, dann sind deine Chance beim nächsten Mal vlt. schon größer !
Zuverlässigkeit
Familie, Gesundheit, Job und andere Verpflichtungen stehen natürlich weit vor dem Hobby und bestimmen den Alltag oft am stärksten.
Jeder Hörspielmacher kennt es jedoch, dass er manchmal sehr lange auf Takes warten muss.
Das passiert nicht nur bei den großen Rollen, sondern erstaunlich oft auch bei (wichtigen) Kleinstrollen mit wenigen Takes, die eigentlich in einer kurzen Aufnahmesession erledigt wären.
Auch der Hörspielmacher selbst hat einen vollen Terminkalender und steckt oft über viele Tage und manchmal sogar über Monate in einem Projekt.
Er muss seine Zeit und Energie also ebenfalls gut einteilen und darüber hinaus sehr langfristig planen.
Besonders ärgerlich wird es, wenn eine Deadline fast erreicht oder bereits überschritten ist und trotzdem noch keine Takes eingetroffen sind- während von derselben Person in der Zwischenzeit mehrere Beiträge aus dem Urlaub oder zu anderen Aktivitäten zu lesen sind.
Es ist daher nachvollziehbar, wenn ein Caster für künftige Projekte nur noch ungern auf diese Person zurückgreift.
Tipp: Niemand möchte euch Urlaube oder Freizeitaktivitäten vermiesen. Umgekehrt ist es aber genauso wenig fair, wenn ihr dem Caster durch Unzuverlässigkeit den Ablauf erschwert.
Meldet euch deshalb zwischendurch mit einem kurzen Status und erklärt, warum es gerade nicht klappt. So kann (und darf) der Caster bei Bedarf rechtzeitig umbesetzen.
Gleichzeitig verhindert ihr, dass ihr euch Chancen für spätere Projekte verbaut.
Euer Soundjob
Die Gründe
Das kennen viele von uns:
Man bewirbt sich mit viel Einsatz auf eine Rolle, steckt Mühe hinein — und am Ende klappt es trotzdem nicht. Woran kann das liegen?
Der häufigste Grund ist natürlich, dass Stimmfarbe und Spiel nicht überzeugen und man deshalb nicht berücksichtigt wird.
Das ist nichts Persönliches, sondern eine Geschmacksfrage.
Es gibt aber einige andere Gründe, warum eine Bewerbung trotz guter Stimme keine Berücksichtigung findet...
Akustik
Ein häufiger Grund, gerade bei anspruchsvollen Produktionen, ist eine schlechte Akustik mit deutlich hörbarem Raumhall oder Flatterechos in den Aufnahmen.
Je stärker der Hall auf deinen Aufnahmen zu hören ist, desto geringer sind deine Chancen auf eine Berücksichtigung im Casting — ehrlich gesagt sinken sie dann oft gegen null.
Selbst mit einer tollen Stimme und gutem schauspielerischen Können bringt dir das wenig, wenn die Aufnahmen technisch unsauber und kaum verwertbar sind.
Profis können Raumhall und ähnliche Probleme manchmal noch in der Nachbearbeitung ausgleichen. Das ist aber zusätzlicher Aufwand, den man möglichst vermeiden möchte — und nicht jeder ist Profi.
Deshalb wird im Hoertalk bei Sprechproben nicht in erster Linie das "Künstlerische", sondern vor allem das "Technische" bewertet: trockene saubere Aufnahmen, die qualitativ überzeugen.
Ein brauchbar gutes Mikrofon
Für deine Aufnahmen solltest du ein brauchbares Mikrofon verwenden.
„Brauchbar gut“ heißt dabei nicht unbedingt teuer oder besonders edel — aber ein solides Einsteigermikrofon in Studioqualität sollte es schon sein.
Gute Modelle gibt es schon im Bereich von etwa 100 bis 200 Euro.
Klar, manchmal klingen auch sehr günstige No-Name-Mikrofone überraschend gut. Das sind aber eher Glückstreffer als eine verlässliche Kaufentscheidung.
Aufnahmen, die nach Headset, Handy oder blechernem Gaming-Mikrofon klingen, fallen in Castings i.d.R. durch.
Akustik und Mikrofonsound sind die beiden technischen Punkte, die darüber entscheiden können, ob deine Bewerbung nach dem ersten Reinhören weiter beachtet wird oder nicht.
Im echten Fachhandel bekommst du zudem häufig das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ausdrucksloses Spiel und Sprechen
„Sei heiß oder sei kalt — aber sei bloß nicht lauwarm!“ (Zitat: Hans Zimmer)
Manche Sprechproben wirken leider seelenlos und klingen eher wie eine "Hörbuchlesung" und weniger als ein HörSPIEL.
Wichtig ist: Ihr sprecht nicht einfach nur etwas ein, sondern für ein Hörspiel — und genau darin steckt das Wort Spiel.
Spiel bedeutet Emotion. Und genau daran hapert es in manchen Proben, vor allem bei stärkeren Ausdrucksformen wie Wut, Zorn oder auch Kraft und Lautstärke.
Oft wird angenommen, dass vor allem ein möglichst natürliches Spiel gefragt ist. Ganz so stimmt das nicht: Entscheidend ist vor allem ein plausibles Spiel.
Selbst wenn eine Darbietung in einer Demo zunächst etwas überzeichnet wirkt, zeigt sie immerhin, dass Spiel vorhanden ist. Das kann später durch Regieanweisungen gezielt zurückgenommen werden.
Was aber von Anfang an fehlt, lässt sich nachträglich kaum ergänzen.
Und genau das ist problematisch, wenn im Skript eine bestimmte Emotion gefragt ist, diese aber nicht überzeugend transportiert wird. Dann vergeben Caster trotz einer schönen Stimme die Rolle oft lieber nicht.
Ein weiterer klarer No-Go-Faktor ist Nuscheln.
Niemand fordert eine konsequent professionell ausgebildete Sprechstimme.
Aber manche Proben klingen in der Aussprache so unmotiviert und verwaschen, als würde man nur locker mit einem Freund telefonieren — statt sich ernsthaft für eine Hörspielrolle zu bewerben.
Übt außerdem an einer klaren Aussprache und achtet darauf, in euren Sprechproben nicht zu nuscheln.
Der Ensemblekontrast
Wenn du alle Voraussetzungen mitbringst und Technik, Stimme sowie Spiel überzeugen, wird es für den Caster natürlich schwierig, eine Entscheidung zu treffen. Dann hat er die Qual der Wahl.
In der Regel macht er es sich dabei nicht leicht.
Er denkt verschiedene Rollenkombinationen durch und muss sich am Ende für die Crew entscheiden, die insgesamt am überzeugendsten klingt, nicht nur jeder für sich genommen (!), sondern auch im Zusammenspiel. Wichtig ist dabei ein möglichst großer Kontrast der Stimmfarben, damit die Figuren im Hörspiel später gut auseinandergehalten werden können !
Oft entscheiden kleinste Nuancen. Vielleicht wirkte eine andere Probe oder Emotion etwas ausdrucksstärker und war für die Gesamtwirkung des Hörspiels letztlich wichtiger.
Das ist nie und nichts Persönliches — am Ende muss sich der Caster einfach für eine Stimme entscheiden.
Es kann immer sein, dass jemand kurzfristig abspringt und der Caster dich dann als Backup im Hinterkopf behält. Natürlich kannst du auch nachfragen, warum es diesmal nicht geklappt hat, und dir Feedback einholen.
Im Hoertalk starten viele Projekte, deshalb lohnt es sich, dranzubleiben und nicht aufzugeben.
Gerade sehr produktive Hörspielmacher arbeiten oft mit wechselnden Besetzungen und vermeiden stark stimmliche Omnipräsenz der immer gleichen Stimmen.
Wenn es diesmal nicht klappt, dann sind deine Chance beim nächsten Mal vlt. schon größer !
Zuverlässigkeit
Familie, Gesundheit, Job und andere Verpflichtungen stehen natürlich weit vor dem Hobby und bestimmen den Alltag oft am stärksten.
Jeder Hörspielmacher kennt es jedoch, dass er manchmal sehr lange auf Takes warten muss.
Das passiert nicht nur bei den großen Rollen, sondern erstaunlich oft auch bei (wichtigen) Kleinstrollen mit wenigen Takes, die eigentlich in einer kurzen Aufnahmesession erledigt wären.
Auch der Hörspielmacher selbst hat einen vollen Terminkalender und steckt oft über viele Tage und manchmal sogar über Monate in einem Projekt.
Er muss seine Zeit und Energie also ebenfalls gut einteilen und darüber hinaus sehr langfristig planen.
Besonders ärgerlich wird es, wenn eine Deadline fast erreicht oder bereits überschritten ist und trotzdem noch keine Takes eingetroffen sind- während von derselben Person in der Zwischenzeit mehrere Beiträge aus dem Urlaub oder zu anderen Aktivitäten zu lesen sind.
Es ist daher nachvollziehbar, wenn ein Caster für künftige Projekte nur noch ungern auf diese Person zurückgreift.
Meldet euch deshalb zwischendurch mit einem kurzen Status und erklärt, warum es gerade nicht klappt. So kann (und darf) der Caster bei Bedarf rechtzeitig umbesetzen.
Gleichzeitig verhindert ihr, dass ihr euch Chancen für spätere Projekte verbaut.
Euer Soundjob

