Der Maler und sein Bild

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Vetter Balin

Martin Beyerling
Cover_Final_klein2.jpg
Der russische Maler Petrow wettet mit seinem Freund, dem Bildhauer, dass er auch im Kommunismus ohne große Probleme große Kunst schaffen kann und damit den Kunstpreis des Proletkults gewinnen wird. Alles, was er dazu benötigt, sind zwei Ellen Leinwand. Es beginnt eine nicht enden wollende Irrfahrt der Behörden und Beamten...

Maler Petrow: Ernszt Dubitzky
Bildhauer: Werner Wilkening
Leinwandverteilung: Dagmar Bittner
Arbeitskommissar: Robert Frank
Proletkult: Stefanie Puke
Dürrekommissar: Roland Möntemann
Scheidungsbeamter: Hans-Peter Stoll
Holzverteilung: Tim Gössler
Passant: Helmut Buschbeck
Passantin: Marianne Häberli
Juror: Jan Schroeder
Jurorin: Tabitha Hammer
Intro & Ansager: Ronald Martin Beyer

Vorlage: Arkadi Awertschenko
Buch, Schnitt & Regie: Ronald Martin Beyer
Musik: Wolf Nils Bartels
Cover: Elke Festerling
Lektorat: Robert Kerick
Sounds: Freesound.org
Lizenz des Hörspiels: Creative-Commons-Licence 3.0 (CC BY-NC-ND 3.0)

Trailer:
 

 

Lupin Wolf

Klaus S. - The Evil Master of Deasaster
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AW: Der Maler und sein Bild

So, ein paar Worte mag ich nun doch schreiben. Nein, kein ellenlanger Text. Dazu bin ich grad zu faul. Das Stück war witzig und die Geschichte von Arkadi Awertschenko habt Ihr wirklich gut umgesetzt. Das wir noch einmal Diabsi zu hören kriegen zeigt, das es shcon länger in Arbeit war. Aber was lange währt wird meistens gut. Und das war es auch. Es hat mcih gut unterhalten und das Ämter und Papiergehabe von Beamten wird so treffend getroffen in der Geschichte.

Ach, bevor ich in romanen ausschweife: witzig und toll gemacht, gut gesprochen und super umgesetzt von allen Beteiligten. Ein kurzer und guter Appetithappen zwischendurch, von denen ich gern mehr hören würde.
 

OldNick

Super-Hoertalker
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AW: Der Maler und sein Bild

Ich will kurz hier auch meinen Eindruck schildern (werde das die Tage evtl. noch etwas ausführlicher machen): Ich war sehr angetan von dem Hörspiel. Insbesondere die Umsetzung hat mich überzeugt. Für jene, die die kleine Geschichte von Awertschenko nicht kennen sollten: Es handelt sich hierbei um eine kleine Story, die höchstens anderthalb DINA4-Seiten umfaßt. Was mich gefreut hat, ist, dass Martin dem alten Freund des Malers eine Haltung gegeben hat, die er in der ursprünglichen Geschichte nicht besessen hat. Diese Rolle wird auch sehr lebendig von Werner mit Leben erfüllt.
Überhaupt haben hier alle Elemente sehr gut zusammengepaßt, am Schnitt ist mir - mit Ausnahme eines kleinen faux-pas nach den Credits - nichts Negatives aufgefallen.
Leider sind die Lehren, die man aus dem Hörspiel ziehen könnte,- aus heutiger Sicht - nicht besonders groß. Die Geschichte hat definitiv an Staub angesetzt, wenngleich sie für damalige Verhältnisse recht scharfsinnig war. Heute könnte man sich vielleicht noch mit dem Behördenjogging identifizieren, was aber wiederum die durchaus ernsteren Zusammenhänge (Bürokratisierung und heftiger staatlicher Eingriff in die Kunst) ein stückweit bagatellisiert. Vielleicht taugen die reflektierenden Erkenntnisse noch zur Befeuerung der kapitalistischen Selbstzufriedenheit, was ich allerdings in Anbetracht der deutlich hervortretenden Schwächen desselben auch als etwas zu selbstverliebt betrachten würde.

Wie dem auch sei - ein sehr unterhaltsames Hörstück, das in jedem Falle historischen Wert hat. Die Umsetzung hat mir ebenfalls sehr gut gefallen. Vielen lieben Dank an alle Beteiligten!
 

wer.n wilke

wer.n the voice
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AW: Der Maler und sein Bild

... ja, erstmal Glückwunsch, lieber Martin - das Hoerspiel lebt, sehr lebendig! Dass man ihm gern und mit einem Schmunzeln folgt, liegt wohl auch daran, dass diese Dinge einem irgendwie bekannt vorkommen, andererseits erlaubt die historische Distanz einen schärferen Blick.

ein sehr unterhaltsames Hörstück, das in jedem Falle historischen Wert hat.
ja und nein: der Hintergrund dieser Geschichte spielt sich in einer Zeit und einem Ort ab, in der es durchaus (lebens-) gefährlich sein konnte, eines falschen Pinselstrichs, eines falsches Wortes oder auch nur der Verschwendung von Volkeigentum verdächtig zu sein: andererseits gibt es auch hier&heute genügend "Volk", was gern entscheiden würde, was als Kunst zu gelten hat und was nicht ... gut, aber der Maler (sehr schön, Ernst!) steigert sich so herrlich in seine Rolle, auch die Musik ist von so wunderbarer Leichtigkeit (Bravo: Nils!) - das dies Kleinod der Hoertalk.Gemeinde locker über den Fährnissen der Zeiten schwebt, denn "Kunst", erklärt uns der Maler, "ist immer und zu allen Zeiten möglich", auch wenn sie oft missverstanden oder gar missbraucht wird ... Himm'L - und als Warnung vor nostalgischen Romantisierungen "guter, alter Zeiten"!

lg :cool:
 

Phollux

Robert Kerick
Teammitglied
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AW: Der Maler und sein Bild

Bin bis jetzt leider nicht dazu gekommen, es anzuhören. Ich mach es aber noch, versprochen :)
 

Mrs. Pepperoni

Member of Insalata Mista
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AW: Der Maler und sein Bild

Die Sprecher passen stimmlich gut u. machen ihre Sache hervorragend. Auch die Musik fand ich klasse. Was das Skript angeht, gefällt mir die ursprüngliche Geschichte Awertschenkos besser.

Bei Awertschenko ist es z. B. einfach nur ein Maler. Er wettet nicht u. will keinen Preis gewinnen. Er will einfach nur sein Bild malen, seine Idee umsetzen. Alles, was ihm fehlt, ist ein bisschen Leinwand. Früher konnte man die einfach in einem Laden kaufen. Sein Freund, der Bildhauer, sagt: " Heute ist es auch einfach. Geh in die Zentralstelle zur Verteilung von Leinwand und besorge sie dir dort." Und der Maler geht los, voller ehrlicher Hoffnung u. erklärt wieder u. wieder sein Anliegen. Er will nichts beweisen, keine Wette gewinnen. Er will nur Leinwand für sein Bild.

Dieses Motiv berührt mich viel stärker als eine Wette zwischen zwei Intellektuellen. Hinzu kommt, dass der Bildhauer im Hörspiel bereits verbittert u. desillusioniert ist u. dem Maler gleich in der ersten Szene voraussagt, was passieren wird. Das schwächt die Wirkung der Geschichte m. E. stark ab.

Die Beamten sind mir zu sehr aus heutiger Sicht gezeichnet u. kommen bei Awertschenko sogar etwas besser weg. Vielleicht, weil er als Zeitzeuge besser verstanden hat, wie schwierig die Situation für die meisten Menschen in Russland zu Zeiten des Zaren u. nach der Revolution war, alles noch zugespitzt durch den Ersten Weltkrieg.

Möglicherweise steht in Awertschenkos Geschichte mehr zwischen den Zeilen, als wir heute verstehen können. Deshalb ist es schwer, der Sache wirklich gerecht zu werden. Trotzdem (oder gerade deshalb) gefällt mir, dass hier so ein Stoff aufgegriffen wurde. Ich habe mit viel Interesse zugehört u. werde das Stück sicher noch mal hören, weil es insgesamt gut gemacht ist. Gratulation an alle Beteiligten! :music:
 

Dagmar

I'm not weird, I'm gifted
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AW: Der Maler und sein Bild

So, endlich mal Zeit hier auch was dazu zu schreiben - ich hatte es mir Sonntag Nacht noch angehört.


Besonders positiv aufgefallen ist mir die klare Linie, die das Ding hat. Es ist sehr pointiert und comedyhaft angelegt, aber konsequent durch alle Rollen und auch im Schnitt. Dadurch hat sich für mich an sehr rundes, stimmiges Gesamtbild ergeben. Auch die Musik hat das für mich im ersten Teil des Hörspiels wunderbar verstärkt und unterstützt. Als die ruhigeren Parts einsetzten hat es mich dann aber durch die Musik etwas rausgehauen, Drive genommen. Das geniale Tempo war dann etwas weg - wurde aber Gott sei Dank kurz vor Ende wieder aufgenommen. Etwas weniger langatmig und schneller in Fahrt kommend hätte ich v.a. das Stück gewünscht, das so super langsam beginnt und dann schneller wird. Das kam mir zu lange nicht in die Pötte, war zu lange träge und hat daher wirkliche Traurigkeit anstatt nur den HAuch von Depression und anschließende spöttische Leichtigkeit hervorgerufen.

Ernst hat mir in seiner Rolle sehr gut gefallen, sprachlich hätte ich mir noch ein wenig mehr Durchhaltevermögen gewünscht. Du sackst im Sprechfluss etwas ab und verschluckst dadurch ohne es zu wollen Wörter, bzw. lässt sie "unter den Tisch fallen" obwohl sie doch auch wichtig sind. Etwas mehr gleichmäßiger Atem, nicht die Muskelspannung beim Sprechen loslassen (ui, ich merke wie "großkotzig" das grad klingt was ich schreibe hihi, das ist der Sprecherkurs den ich grade mache, da geben wir dauernd solche Kritik). Auch warst du mir manchmal etwas zu unsauber weil zu schnell. V.a. ganz am Anfang ist mir das aufgefallen, ab den Büroszenen wurde es besser :)
Die Verzweiflung die sich bei Petrow aufbaut ging mir ein wenig zu schnell. Da scheitert er grad mal bei der 1. Behörde und schon ist er so aufgekratzt? Ist man da nicht erstmal nur ein BISSCHEN verärgert, bischen genervt, aber noch voller Hoffnung? für mich sit da dieser "Antrag auf Erteilung eines Antragformulars" schon bei der 2. Stelle im Spiel vorweggenommen worden, fand ich ein bisschen verschenkt. Aber dafür wunderbar die Verzweiflung in den späteren Stellen, bis hin zum leichten Irrsinn.

Werner fand ich super in der Rolle, das hatte eine gewisse LEichtigkeit, einen netten Spott, da war für mich eine Rolle da in meinem Kopf - sehr viel mehr als es meiner Meinung nach bei Parasit der Fall war. Lebendiger, sehr schön.

In meiner Szene hätte ich mir im Dialogschnitt etwas mehr Mut zu Pausen gewünscht. MEine Figur kommt schön gelangweilt rüber finde ich, aber dadurch dass ich so schnell wieder antworte entstand für mich im Kopf eine gewisse Unstimmigkeit: wenn die PErosn so gelangweilt ist, dann ist sie auch träge im Antworten, da fällt erst mal ein abschätziger Blick, bevor man sich herablässt doch was zu sagen. Und dann bohrt der Idiot weiter. Wieder ein Augenrollen. Noch ne Antwort.

Die ganzen Bürofuzzis fand ich super, weil sie so schön unterschiedlich waren alle. So viele unterschiedliche Charaktere, sehr lustig.

Was mich etwas an der Geschichte gestört hat: Dass es sich um eine so verbissene Wette handelt. Bei Mrs. Pepperoni hab ich nun gelesen, dass das in der Vorlage nicht so ist.
Und da gebe ich recht: ein unfreiwilliges Hineinrutschen in den Behördenwahnsinn hätte ich spannender gefunden als das bewusste Dagegengehen von Anfang an. Durch die Wette ist ja schon klar was passiert, noch bevor es beginnt. Das ist schade. Die Idee der Wette an sich ist ja gar nicht so schlecht, aber dann doch vielleicht lieber um das Kunstwerk selbst. Im Sinne von "Wetten dass du es nicht schaffst, den Preis zu gewinnen" und nicht "wetten dass du es nicht schaffst, das Bild auch nur zu malen".
Dann käme auch die Pointe für mich besser rüber: er hat den Preis gewonnen, der Bildhauer muss seinen Teil einlösen und die Büste erschaffen, und wundert sich noch, warum der Maler ihm "viel Glück" wünscht... und der Hörer grinst sich schon eins, weil er weiß: haha, dem Bildhauer blüht jetzt das selbe.

Trotz der kleinen Schwächen die ich aufgezählt habe, ist dieses Hörpiel für mich sehr gelungen. Es ist nicht perfekt, aber es hat den Charme und die Leichtigkeit, die ich hier seit Längerem im Hörspielprojekt vermisst habe! Man hört die Freude aus jedem Satz heraus, aus dem Schnitt, der Musik, aus allem. Da ist es egal, ob es perfekt ist oder nicht, es berührt, es macht einfach Spaß das DIng zu hören. Ich habe mich super unterhalten gefühlt und das erste Mal seit langem wieder ein Hörspiel hier gehört, das ich mir noch einmal anhören will! Diese Freude und Begeisterung auch in die Hörspiele zu übertragen, die technisch und sprecherisch noch perfekter sind, das würde ich mir im Hörspielprojekt für die Zukunft wünschen. Weil manchmal hab ich das Gefühl dass das bei uns zu Gunsten der technischen Perfektion leider hinten runterfällt.
 

wer.n wilke

wer.n the voice
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AW: Der Maler und sein Bild

Werner fand ich super in der Rolle, das hatte eine gewisse LEichtigkeit, einen netten Spott, da war für mich eine Rolle da in meinem Kopf - sehr viel mehr als es meiner Meinung nach bei Parasit der Fall war. Lebendiger, sehr schön.
:D - danke fuer die Blumen, liebe Dagy - nu ist der "Bildhauer" auch nich so_n (tschulligung) dröger Sesselpuper - klar, solche Charakterquerköppe zu sprechen, liegt auch mir auch eher - aber Kommissare - das ist schon wieder was anderes, da liegt die Kunst in der Zurückhaltung und einer gewissen Nüchternheit ... und das ist (für mich) schon eine Herausforderung ... ;)

lg:cool:
 

Vetter Balin

Martin Beyerling
AW: Der Maler und sein Bild

Vielen Dank euch allen für die ehrlichen Rückmeldungen. Ich halte mich gerne zurück, direkt darauf einzugehen, weil jeder Einwand, jede Meinung seine Berechtigung hat. Was ich dann selbst damit mache, ist eben mir das heraus zu stibitzen, was ich gerne zukünftig besser machen will und das beiseite zu lassen, was mir nicht so wild erscheint. Aber widerlegen will ich gar nix. Geht auch nicht. Ich lese mir alles gerne durch und bin dankbar für jeden Kommentar.

Eine kleine Erläuterung zu den Unterschieden des Skripts zur Kurzgeschichte. Wie OldNick das schon festgestellt hat, hat die Kurzgeschichte an sich einen sehr geringen Umfang und lässt so manche Szene weg oder gestaltet sie nicht komplett aus, was im Medium der Kurzgeschichte absolut funktioniert, im Hörspiel aber nicht ausreicht. Deshalb habe ich die meisten Szenen sowohl im Dialogtext als auch in der Dramaturgie neu geschrieben. Damit ist die Nähe zum Werk und der historische Gehalt schon mal deutlich gemindert, weil sehr viel von mir und meiner Zeit reingekommen ist, was zuvor nicht enthalten war. Für mich spielte deshalb auch nicht die politisch-historische Verwicklung, sondern ein Kernsatz die große Rolle: "ein Künstler kann zu allen Zeiten große Kunst schaffen, ganz gleich, wie widrig die Umstände sind." Das ist die Wette, die tatsächlich komplett neu im Werk ist und deshalb auch kritikwürdig sein kann. Ich hatte bei diesem Satz auch und vor allem das Hörspiel generell im Sinn. Denn: was machen wir hier? Das Hörspiel hat es wirtschaftlich schwer; viele kommerzielle Projekte kommen nie zu Stande, andere müssen irgendwann abgebrochen werden. Und doch finden sich hier begeisterte und durchaus talentierte Leute zusammen und schaffen auf einer Plattform die Kunst, die sie gerne selbst hören wollen. Klar, uns stehen keine Beamten im Weg, aber das Gleichnis bleibt: Wir lassen uns von den Umständen nicht entmutigen und wagen doch noch den ein oder anderen Versuch, künstlerisch tätig zu werden - die einen sogar kommerziell & professionell, die anderen als Hobby. Auch das Umfeld reagiert nicht immer begeistert, wenn es heißt: ich spreche und mache Hörspiele. Die nächste Frage dreht sich schon darum, ob man was damit verdienen kann und die übernächste Frage richtet sie zu einem anderen Thema hin. Dennoch macht man weiter. Und warum: weil der Petrow recht hat! :) (und am Ende vielleicht doch die Jury des Proletkult um die Ecke kommt...)

Um das deutlicher herauszuarbeiten, habe ich die Rolle des Bildhauers etwas verbitterter und Petrow überhöht idealistisch angelegt und zu guter letzt eben diese Wette hinzugefügt, die Petrows, und vielleicht unsere?, These bestätigen soll.

Das war jetzt mehr als ich eigentlich dazu schreiben wollte, aber es soll nur dazu dienen, damit ihr wisst, was so ungefähr meine Absicht war. Nun freue ich mich auf jede weitere Meinung und lasst euch bloß nicht durch widrige Umstände abhalten, das ein oder andere kritische Wort zu liefern. :)
 

wer.n wilke

wer.n the voice
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AW: Der Maler und sein Bild

"ein Künstler kann zu allen Zeiten große Kunst schaffen, ganz gleich, wie widrig die Umstände sind."
- genau das meinte ich, lieber Vetter: Oder, es muss ja nicht immer die "Große Kunst" sein, denn "Klein-Kunst" macht auch ... Freude! :rolleyes:

Auch ist ein Hoerspiel etwas anderes, als eine Kurzgeschichte, die man ja hätte ohne weiteres 1:1 einlesen können, und dann? ... Es ist ja gerade Deine kreative Leistung als Hoerspieler, Dein Mut und Dein Einfallsreichtum, eine Geschichte, die in grauenhaften Vorzeiten spielt, in die Gegenwart so zu transportieren, dass sie uns auch heute noch berühren kann - also, menschliche Schwächen und menschliche Stärken vorführt und zum Zuhoeren verführt. Die Idee, eine Wette, einen möglichen Preiskampf in die Geschichte einzuführen, ist sicher ein dramaturgischer Kunstgriff, der aber - wie ich finde - dem Spiel die nötige Spannung verleiht - und: es müssen ja nicht immer Aliens sein, oder intergalaktische Schlachten ... um eine Message zu transportieren.

lg :cool:

PS: wie ich gerade sehe (Projekt Gutenberg machts möglich) Arkadij Awertschenko hat ja eine (fast) dramatische Vorlage geliefert, einen überwiegend Dialogischen Text - der gerade zu, auch wegen seiner Knappheit, danach ruft, ergänzt, ausgebaut und dramatisiert zu werden: sonst wäre er wirklich in seiner historischen Zeit hängen gebleiben ...
 

Mrs. Pepperoni

Member of Insalata Mista
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AW: Der Maler und sein Bild

Vielen Dank, Ronald, für Deine Aufgeschlossenheit u. Deine interessanten Anmerkungen. Du siehst, das Hörspiel erfüllt seinen Zweck, man setzt sich damit auseinander. Mich hat es dazu gebracht, ein paar alte Bücher aus dem Regal zu ziehen, die ich lange nicht in der Hand hatte. Danke dafür (u. nochmals für die Musik, Herr Wolf Nils Bartels)! :D
 

MetalWarrior

Michael Schreiber
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AW: Der Maler und sein Bild

"Asterix meets Kafka" - das ging mir sofort durchn Kopf :D

Technisch sehr gelungen, äußerst angenehm abgemischt - sieht man von der Musik ab, die an sich schon aufbrausend wirkt; die wird aber nur kurz eingespielt, ist also nicht übertrieben.

Die Sprecher sind klug gewählt; aus meiner Sicht passen die Stimmen wunderbar zu den Charakteren. Besonders der Protargonist passt wie die Faust aufs Auge!

Die Handlung erinnert an eine bestimmte Asterix-Erfahrung. Außerhalb dieses Rahmens werden Handlung und Charaktere konsequent kafkaesk (kafkaesque??? ;O) weitergeführt. Das macht auch den aus meiner Sicht einzigen Kritikpunkt aus: Die Handlung ist sehr berechenbar. Doch die liebevoll ausgearbeiteten Pointen bieten genügend Aha-Effekte und Schmunzelgelegenheiten für eine kurzweilige Unterhaltung. Gen Ende legt das Hörspiel zu, indem es eine kritisch, zynische Pointe ausmalt. Sehr schön! Der Abschluss hingegen wirkt konsequent und fast schon wie ein Understatement
indem angedeutet wird, dass nun dem Büstenmacher der gleiche Terz bevorstehen mag...

Mein weniger hochgestochenes Fazit: Technisch einwandfrei, stimmlich brillant, dramaturgisch nix Neues, dafür aber liebevoll ausgemalte Pointen.
Allein wegen der schönen Umsetzung kurzweilig und hörenswert!

Glückwunsch an alle Beteiligten :D

Schöne Grüße,
Michael
 

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