Blutiger Anfänger braucht Akustik-Nachhilfe für Videoproduktion

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Sawyer

Hoertalker
Hallo,

hier meine Testnachbearbeitung mit RX6 von Izotope - ohne viel an den Parametern zu Fummeln. Ist zwar eigentlich nur ´ne Notlösung

Dropbox - Sprechprobe2 De-Reverb-1541712406.mp3
Sehr cool! Vor allem beim Klatschen find ich den Unterschied krass.

Kann jemand ein Videoschnitt-Programm empfehlen, wo man gleichzeitig den Sound einigermaßen vernünftig mit bearbeiten kann?

Schneiden muss ich die Videos sowieso, also wäre es cool, auch direkt den Sound mit verbessern zu können. Zumindest grundlegend im Sinne von „bischen weniger Rauschen“ usw.

Bisher hab ich nur Windows Movie Maker als einfaches Schnittprogramm anzubieten und das ist natürlich ne Katastrophe. Sound kann da auch nicht bearbeitet werden.

Randnotiz:
In den letzten Tagen hab ich, vor allem durch das Forum hier, meinen Hörmuskel so stark trainiert wie noch nie. Bisher hab ich seltenst auf sowas geachtet, solange der Sound nicht auffällig grottenschlecht war. War einfach bisher kein wirkliches Element in meinem Leben. Auf einmal fällt mir aber überall Hall und guter und schlechter Sound auf usw. Schon interessant. Wahrscheinlich seid ihr schuld, wenn ich demnächst beim neuen Auto dann das teure Surround System doch mit dazu bestelle, was mir sonst wurscht gewesen wäre :)
 

Lupin Wolf

Klaus S. - The Evil Master of Deasaster
Sprechprobe
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Kann jemand ein Videoschnitt-Programm empfehlen, wo man gleichzeitig den Sound einigermaßen vernünftig mit bearbeiten kann?
Ich bin da kein Experte, was Videoschnitt und Plugins angeht. Ich meine Sony Vegas, Video Pro X und Adobe Premiere Pro müssten das allesamt hin bekommen. Da werden dir die Filmexperten mehr zu erzählen können.

In den letzten Tagen hab ich, vor allem durch das Forum hier, meinen Hörmuskel so stark trainiert wie noch nie. Bisher hab ich seltenst auf sowas geachtet, solange der Sound nicht auffällig grottenschlecht war.
Das tun die meisten nicht, zumindest nicht bewußt - da mach dir mal keinen Vorwurf. DAs ist völlig normal. Selbst Audiophile Musikliebhaber haben da nicht immer ein "bewußt trainiertes" Ohr für, solange man sowas nciht schneidet und nun "bewußt" auf so etwas achten muss. Heißt nicht, das du das alles in dem Umfang je nutzen möchtest, es soll dir auch den Spaß an deiner "Klangumgebung" nicht versauen. @Verney hat das vorhin auch schon erwähnt: man kann sich die Akkustik nicht immer aussuchen. Aber es geht ja auch nicht immer darum, schlechten Klang zu finden. Manchmal macht es auch Spaß Harmonien, Noten, Instrumente oder Einzelklang zu erkennen - ein anderer Ansatz davon. Ich werf dir mal den hier als Studierstoff rüber:
Kleine Akkustische Hörschule (For Beginners) | HoerTalk.de - Hörspiel-Community

Wahrscheinlich seid ihr schuld, wenn ich demnächst beim neuen Auto dann das teure Surround System doch mit dazu bestelle, was mir sonst wurscht gewesen wäre :)
LOL - an was wir alles schuld sein können. Aber wenn du richtig Auto fährst ist dir Sourround im Auto wirklich wurst. Das selber fahren lenkt dich viel zu sehr ab, um das dabei genießen zu können - oder du stehst auf "das bauen von Unfällen", wenn du dich da auf Klang konzentrierst ;)
 

Verney

Super-Hoertalker
Ich würde die Audionachbearbeitung lieber in einem Audioprogramm machen, z.B. Samplitude oder Cubase o.ä.

Da kann man auch das Bild synchron dazu laufen lassen. Aber entscheidend ist, dass man VST-Plugins laden kann.

Im Grunde muss das Audioprogramm ja nichts besonderes können, also nicht die teuerste Version kaufen, sondern nur die Basisversion, Hauptsache sie kann Videos synchron abspielen. Die Restaurationsprogramme kauft man sich dann extern dazu. Izotope ist da im erschwinglichen Preissegment für meine Begriffe führend.

Und gute Boxen / Audiomonitore können nichts schaden - damit Du auch hörst, was Du tust - möglichst reflexionsfrei aufstellen, auf Boxenständer oder von oben herunterhängen.
 
G

Gelöschtes Mitglied 6038

Guest
Ich glaube wir schießen langsam ein wenig über das Ziel hinaus :D
Wenn sein Raum zugebaut ist mit Basotect werden die Schritte gar nicht mehr so in dem Umfang nötig sein.
Wobei das Audiosignal zu normalisieren / komprimieren für gleichbleibende Lautstärke für ein (noch) professionelles Auftreten sicherlich nicht schaden kann.
 

Verney

Super-Hoertalker
ja, ich bastel eben gerne mit Tönen herum.

Stimmt, für die Youtuber genügt eigentlich das Schnittprogramm. Schade, dass die meist keine VST-Plugins verwalten können - eigentlich idiotisch.
 

Jeffreyae

Hoertalker
Hallo,

hier meine Testnachbearbeitung mit RX6 von Izotope - ohne viel an den Parametern zu Fummeln.
AUA, 'ne Eric, das seh (höre) ich anders.

Ja, ich kenne solche Plugins. Ist nicht in allem das Gelbe vom Ei und ersetzt echt nicht die Dämmung im Aufnahmeraum.
Die Nachbearbeitung hier klingt echt schrecklich
Um mal kurz iZotope in "Schutz" zu nehmen, das RX ist ein wahnsinnig Leistungsstarkes Tool (wenn man damit umgehen kann) arbeite täglich mit dem RX6/7 und bin immer wieder überrascht, wie gut die Ergebnisse sind. Leider ist die "Bearbeitung hier" keine gute Werbung. Aber ich wollte es nicht umkommentiert lassen, da es dem RX nicht gerecht wird.;)

Und für Sawyer ist es auch völlig uninteressant. 1. kostet das RX Plugin um die 1000€ 2. In schlechter Akustik aufnehmen, dann sich ein teures Plugin kaufen, lernen damit umzugehen und die nicht unerhebliche RenderZeit abwarten , ist wohl der schlechteste Workflow ;)
 

Lupin Wolf

Klaus S. - The Evil Master of Deasaster
Sprechprobe
Link
Um mal kurz iZotope in "Schutz" zu nehmen, das RX ist ein wahnsinnig Leistungsstarkes Tool
Das brauchst du vor mir nicht. Da laufen wir absolut konform, die iZ's Plugins taugen schon was. Nur eben die De-Renoise Plugins generell (egal von wem die sind) ...uahhh *grusel*

Genau das letzte in deinem Post ist es, worauf das letztendlich dann auch hinaus läuft.
 
G

Gelöschtes Mitglied 6038

Guest
Also gerade für die Postproduktion bei Film und Rundfunk kann ich mir schon gut vorstellen das man mit dem Dereverb recht weit kommt. Manchmal muss man eben mit den Aufnahmebedingungen leben und kann nicht einfach erneut aufnehmen. Dann kann das durchaus ein hilfreiches Tool sein. Dass das natürlich ein Notnagel ist und nichts was man pauschal verwenden sollte ist klar.
Das wir hier mit Hörspiel / Synchron usw. einen ganz anderen Anspruch an Ton haben ist natürlich selbstredend.
 

Verney

Super-Hoertalker
@Jeffreyae : Klar ich habe ja gesagt, dass ich nur ein Preset nutze, um das Prinzip zu demonstrieren. Da geht bestimmt noch mehr. Ich habe aber noch nicht viel damit gemacht, weil ich diese Funktion eigentlich nie brauche. Wenn Du so firm damit bist, dann stell doch mal eine bessere Version hier rein (z.B. als korrekte Werbung für Izotope)

Wenn ich das Problem richtig verstanden habe, ging´s ja auch eher um Notlösungen. Darüber, dass eigentlich gute Aufnehmen die erste Wahl sein sollten, sind wir uns einig.
 

Sawyer

Hoertalker
So, die 20 Basotect-Platten sollten jetzt die Tage kommen.

Meine Frage ist jetzt, wie ich die am sinnvollsten im Raum verteile. Einfach da wo Platz ist mit jeweils ein bisschen Abstand zueinander möglichst gleichmäßig im gesamten Raum an den Wänden verteilen oder vor mir an der Wand, auf die ich zuspreche (ca. 1,5 Meter von mir entfernt ) eine Art Übergewichtung und da dann praktisch fast die ganze Wand zuknallen? Für dieses Zuknallen der Stirnwand bräuchte ich natürlich 4 oder 5 Platten mehr, die dann für die Verteilung im Rest des Raums an anderer Stelle fehlen würden.

Habe den Thread mit den ganzen Bildern, wie ihr es macht, durchgeguckt und manche scheinen die Absorber einfach da wo Platz ist an den Wänden verteilt zu haben und andere bauen sie wie eine Art Telefonzelle "um das Mikro herum".

Ums Mikro herum bauen ist bei mir schwierig, da es ja ein Video wird und die Platten 1. logischerweise nicht im Bild sein dürfen :) und zweitens natürlich auch keinen Scheinwerfer-Schatten auf mich werfen dürfen.

Ich hätte aber schon die Wahl, ob ich sie in 1,5 Meter Entfernung wie oben beschrieben einfach an die Wand hänge, auf die ich gucke, oder ob ich zb. 5 davon einen halben Meter näher dran (also direkt hinter der Kamera in ca. 1 Meter Abstand zu mir) zu einer "Basotect-Wand" zusammenfüge, die oberhalb der Schreibtischplatte beginnen würde. Wäre somit einen halben Meter näher dran am Mikro, aber dahinter an der Wand wären dann wieder diese 5 Platten weniger...

Ich hoffe ihr wisst, wie ichs meine. Was ist eurer Erfahrung nach am effektivsten?

Zur Info falls relevant: Der Schreibtisch vor mir wird wie erwähnt mit Hochflorteppich belegt. Vielleicht reicht das ja auch schon wieder aus, sodass die Basotect-Platten ruhig weiter weg an der Wand bleiben können... Würde sie natürlich lieber einfach gleichmäßig an den Wänden verteilen als wieder irgendeine wilde Konstruktion bauen zu müssen.
 

Verney

Super-Hoertalker
Also, vom physikalisch akustischen Grundprinzip her solltest Du die Schaumstoffplatten nicht direkt auf die Wand kleben, sondern in einem definierten Abstand davon herunterhängen bzw. noch besser auf einer Lattung oder Gitter befestigen.

Metallgitter finde ich noch besser, weil es den Brandschutz etwas verbessern kann, nämlich im Ernstfall die Wärme ableitet. Der Preis des Schaumstoffs (und vermutlich hast Du nicht den teuersten gekauft ?) macht sich nämlich zum Großteil an der Brandschutzklasse fest.

Schall ist eine Welle, wobei die Luftmoleküle longitudinal, d.h. in Ausbreitungsrichtung schwingen. An der Wand ist immer ein Bewegungsminimum. Ein Viertel Wellenlänge von der Wand entfernt hat die Welle i.d. R. ein Maximum (ganz grob betrachtet)

Wenn sich ein diffuses Feld aufbaut (Raumhall), dass wird der Schall ganz oft an den Wänden reflektiert, d.h. durchläuft diesen Bereich mehrfach. In dem Schaumstoff werden dann die entsprechenden Frequenzen verwärmt (also akustische Energie in Wärmeenergie umgewandelt), weil die schwingenen Luftmpleküle im Porösen Schaumstoff reiben.

Direkt auf der wand werden also nur die ganz hohen Frequenzen gefiltert. Wenn ich Dein Klangbeispiel richtig im Ohr habe, dürfte das wenig nützen.

Du kannst ja auch erst einmal mit Stativen / Stellwänden experimentieren. Mesit wird en Raum auch nicht zu Tode bedämpft, sondern es geht um eine Mischung von Diffusoren und Schallschluckern, d.h. es sollen keine stehenden Wellen entstehen sondern der Schall soll ganz schnell diffus gemacht, also schrägwinklig gebrochen werden. Gleichzeitig soll natürlich auch der Nachhall bedämpft werden, der bei Dir viel zu hoch ist. Sogenannte "Fatterechos" habe ich beim in die Hände klatschen zum Glück nicht gehört.

Also experimentiere doch erst einmal mal mit dem Abstand des Schaumstoffs zur Wand in Abständen zwischen 30 und 80 cm.
 

Verney

Super-Hoertalker
Ach ja, ich vergaß:

Du kannst die Akustik gegenüber dem Istzustand auch ganz einfach verbessern, indem Du Möbel in den Raum stellst.

Mein Wohnzimmer klingt ja schon besser als Dein "Studio". Das liegt daran, dass da Möbel drin sind: Ein alter massiver Hozschrank, ein Bücherregal, ein Computersessel (Stoffbezug) ein Katzenkratzbaum, ein Fernsehsessel, ein Beistelltisch aus Eiche, ein Fernsehregal, etc. … Und schwere Vorhänge vor den Fenstern. Das macht den Schall alles diffus und schluckt.

Das kennt ja jeder: Wenn man z.B. aus einer Wohnung auszieht und alle Möbel herausgeräumt hat, dann klingt der Raum so hallig, wie auf Deiner Aufnahme...

Also stell doch zusätzlich ein paar alte Bücherregale, ideal schräg in die Ecke (vor allem sind rechte Winkel zu vermeiden, Konvexe Winkel (> 180°) besser als konkave (< 180°); Winkel < 90° sind unbedingt zu vermeiden.

Damit bringst Du gleichzeitig alte Bücher und Zeitschriften unter und tust Deine Akustik etwas Gutes.

Und wenn Du ein altes Sofa, am besten mit Stoffbezug und fetten Polstern in den Raum stellst, dann haben etwaige Studiogäste etwas zum rumlümmeln, und gleichzeig hast Du einen astreinen Schallschlucker und Diffusor im Raum stehen.

A prospos: Publikum schluckt auch: Der Soundcheck in Konzertsälen ohne Publikum ist daher beispielsweise auch immer unter Vorbehalt, weil die Akustik in dem Konzert mit Publikum wieder völlig anders sein kann.
 

Jeffreyae

Hoertalker
@Jeffreyae : Klar ich habe ja gesagt, dass ich nur ein Preset nutze, um das Prinzip zu demonstrieren. Da geht bestimmt noch mehr. Ich habe aber noch nicht viel damit gemacht, weil ich diese Funktion eigentlich nie brauche. Wenn Du so firm damit bist, dann stell doch mal eine bessere Version hier rein (z.B. als korrekte Werbung für Izotope)
Hey, sollte kein Angriff sein, habe deinen Satz " ohne viel an den Parametern zu Fummeln " extra fett markiert gehabt.
Wollte nur für die Leute die mitlesen, aber das RX nicht kennen, klarstellen, dass es ein gutes Tool ist ;)

Sorry, wenn das falsch rüber kam. ;)
 
G

Gelöschtes Mitglied 6038

Guest
A prospos: Publikum schluckt auch: Der Soundcheck in Konzertsälen ohne Publikum ist daher beispielsweise auch immer unter Vorbehalt, weil die Akustik in dem Konzert mit Publikum wieder völlig anders sein kann.
Stimmt so nicht ganz.
Ein Akustiker beachtet die Variable Mensch durchaus.
Bei der Hamburger Élbphilharmonie wurde die Berechnung der Raumakustik durch ein Nachbau im kleineren Massstab simuliert, dabei dienten Püppchen mit Filzmantel als Publikum.
*EDIT: Ich merke gerade, du redest vom Soundcheck. Ja recht hast du. Ohne Publikum ist es natürlich was anderes :)

Ich hoffe ihr wisst, wie ichs meine. Was ist eurer Erfahrung nach am effektivsten?
Ich würde Vorschlagen du wartest mal ab bis die Platten da sind. Das sind immerhin 10m² Basotect. Das dämmt gewaltig. Primär zwar nur die höheren Frequenzen, wenn das mal an der Wand hängt dürfte sich dein Hallproblem erübrigt haben. Taktisch klug so positioniert das die Platten in den Bereich sind wo deine Stimme als erstes ankommt um die die Erstreflektionen zu dämmen.
Stell es dir einfach wie ein Trichter vor. Dein Mund ist die kleine Öffnung, je weiter Weg umso mehr wird der Schall gestreut.
 

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