Blutiger Anfänger braucht Akustik-Nachhilfe für Videoproduktion

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Sawyer

Hoertalker
Und ja, du kannst den Rechner während der Aufnahmen in den Tiefschlaf (Standby) versetzen, wenn der Lüfter zu arg stört.
Geht leider nicht, weil er ja für die Greenscreen-Aufnahmen in 1080p60 rödeln muss. Hab schon eine Art Schall-Isolationsbox hier gebastelt, in die der Laptop während den Aufnahmen reinkommt. Die arme Sau.

Wie wär´s denn hiermit für 279 Euro?

Ist die USB-Variante (was ich unbedingt brauche! Nicht noch mehr Hickhack mit Interface und schießmichtot!) und hat im Video oben einen echt guten Klang finde ich.
 

Eric

Super-Hoertalker
Sprechprobe
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Ähm - *hust* *räusper* - also, die gibt es tatsächlich. Schau zum Bleistift via Amazon Suche.

Allerderdings bezweifle ich, das die Klangqualitäten für mehr als Kommunikation, Raumpräsentation, Gamer und Heim-YT'ber oder anderes ohne nennenswerte Klangansprüche - dafür auch völlig ausreichend.
Du sagst es doch selbst.
Also es wird wahrscheinlich kein USB Lavaliermikrofon geben was irgendwie klanglich an das Zoom H1 überhaupt rankommt. Amazon ist für mich absolut keine brauchbare Quelle wo ich nach Audio Equipment schaue.
 

Eric

Super-Hoertalker
Sprechprobe
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Was man im Video nicht sieht ist halt aus welcher Entfernung in und in welcher Umgebung spricht er das ein?
Das was man hört klingt soweit ganz gut, das dürfte bei dir aus 10cm Entfernung sicherlich so auch reproduzierbar sein. Ist halt die Frage. Wenn du nur sitzt und dich nicht frei bewegen musst sicherlich eine sehr gut Wahl. Wenn du bewegungsfreiheit brauchst biste vielleicht mit einer Kombination aus einem Steinberg UR12 + https://www.thomann.de/de/shure_wl93_lavalier.htm besser beraten.
Kommt dich jedenfalls günstiger (ich habe mal ein X-beliebiges Lavaliermikrofon rausgesucht). Kenne mich mit dieser Art der Mikrofone nicht wirklich aus bzw. kam selbst noch nicht in den Genuß sowas zu testen.
 

Sawyer

Hoertalker
Ich sitze vorm Mikro und muss mich (außer bischen Arme-Fuchteln hier und da) nicht von der Stelle bewegen. Aufgestanden wird auch nicht.

Beim Lavalier ist wieder das Problem, dass es kein USB ist und wenn dann als USB-Lavalier wohl zu schlecht von der Qualität her.
 

nefliete

MeinOhrenkino
Für die Youtube-Videos würde ein gutes Headset schon ausreichen und du müsstest nicht unbedingt viel Geld in Akustikelemente stecken. Lavaliere habe nicht grundsätzlich schlechte Qualität. Da sind recht nah am Mund sind, würde Raumhall auch nicht so auffallen. Aber eben kein USB. Bei dem Headset ist der Raumhall natürlich auch nicht mehr so prominent. Nutze aktuell eins von Sennheiser.
 

Sawyer

Hoertalker
So, was lange währt, wird hoffentlich mindestens mittelmäßig? Brauche mal ne fachkundige Meinung von euch, was ich ggf. noch verbessern kann.

Hab jetzt mein erstes Youtube-Video mit genau folgendem, neuen Sound veröffentlicht und bin im Grunde ganz zufrieden, aber vielleicht geht ja, vor allem am Handy, noch was:


  • In Normalspeed mit einem ganz guten Kopfhörer am Laptop gefällt mir der Sound. So höre ich es beim Schneiden auch ab
  • In 1,5fachem Speed (kann man ja bei Youtube zur Zeitersparnis einstellen) bleibt der Sound über Kopfhörer für mich gut
  • Am Handy (IPhone 5) ist der Sound in Normalspeed für mich auch akzeptabel, wenn auch bisschen schwer dumpf manchmal
  • Am Handy in 1,5fachem Speed wird´s komisch metallisch in Richtung Roboterstimme, was mich nervt.
Ich persönlich gucke die meisten Videos aus Zeitgründen zwischen 1,25 und 2,0 je nachdem wie schnell die Leute von Haus aus reden. Da ich relativ schnell rede, macht mehr als 1,5 bei mir wenig Sinn, sodass es aber auf 1,5 wenn möglich gerne etwas besser klingen darf.

Als Orientierung und Ziel für meinen neuen Sound hatte ich die ersten 15 Sekunden aus folgendem Video genommen:


Der hat zwar ne höhere und klarere Stimme als ich, aber der satte Sound hat mir generell gut gefallen.

Eben mal getestet: Da passiert allerdings am Handy auf 1,5fachem Speed genau das Gleiche wie bei mir (es wird "metallisch"), was mich ja aufgrund des wahrscheinlich geringfügig höheren Produktionsbudgets erstmal ordentlich beruhigt hat :)

Evtl. lässt der ähnliche Filter drüber laufen und es liegt daran hab ich den Verdacht.

Ich nehme mit OBS Studio mit den folgenden 4 Filtern auf (und verzichte dann komplett auf Audio-Nachbearbeitung):
  • Rauschunterdrückung
  • Noise Gate
  • Kompressor
  • Equalizer
Böhmermann hat glaub ich mehr Rauschen im Hintergrund und weniger Rauschunterdrückung drauf, er hat aber auch wahrscheinlich keinen pustenden Laptop mit im Zimmer, den er rausfiltern muss. Laptop ins Nachbarzimmer verfrachten geht bei mir leider nicht.

Mein Videozimmer hab ich mit 20 dünnen Basotect-Platten und Teppich (siehe weiter oben im Thread) ganz gut ausstaffiert. Mikrofon ist das Shure PG42 USB und ich sitze beim Sprechen 10-20 cm nah dran.

Habt ihr noch Feedback und Ideen, was gut und was schlecht ist und was ich noch verbessern kann?
 
Zuletzt bearbeitet:

Verney

Super-Hoertalker
Sorry, aber da ist im tiefen Bassbereich einiges im Argen, mit der Akustik, oder mit was auch immer!

Da ist wohl eine ganz böse Bassresonanz vorhanden, die war bei Deinem ersten YouTube-Video noch nicht da.

Meines Wissens nach muss Dämmaterial weit genug von der Wand entfernt sein (ein viertel Wellenlänge) um auch die entsprechenden Bässe zu dämpfen.

Wichtig ist: Nicht über Kopfhörer sondern über möglichst amtliche Studiomonitore probezuhören. Vermutlich hörst Du das Problem gar nicht. ich höre hier über halbwegs amtliche Genelecs 1030, habe nebenan nochmal dieselben mit dem dazugehörigen Subwoofer, aber den brauche ich gar nicht anzuschalten, die Bassresonanz höre ich auch so - das würde ich so lieber nicht veröffentlichen !
 

Sawyer

Hoertalker
Da ist wohl eine ganz böse Bassresonanz vorhanden
Heißt? Es wummert zu basslastig? Oder es hallt zu stark? Vielleicht kannst du das nochmal genauer beschreiben.

Paar cm von der Wand entfernt sind die Platten schon. 5 cm vielleicht.

Das sind wie gesagt alles dünne Basotect-Platten. Vielleicht brauch ich noch ein paar dickere Bassabsorber? Laut der Website, wo ich die Platten gekauft haben, war halt der tiefste Bereich nicht mit abgedeckt.

Wichtig ist: Nicht über Kopfhörer sondern über möglichst amtliche Studiomonitore probezuhören
Das fällt bei mir weg, da ich nicht NOCH mehr Geld ausgeben will. Es muss ja möglich sein, mit 2500 Euro für neuen Laptop, neues Mikro, Absorber usw. einen halbwegs vernünftigen Sound hinzubekommen, nachdem man den ganzen Raum auf den Kopf gestellt hat.

Vermutlich hörst Du das Problem gar nicht.
Ich höre halt über Kopfhörer, dass es teilweise ganz schön basslastig wummert. Im Kopfhörer klingt das für mich aber bisher durchaus gut. Ist auch die Frage: Wer hört das, was du beschreibst? Hört es ein normaler User am Handy, am Laptop oder am Kopfhörer? Wenn das nur die Audiophilsten mit teurem Studio-Equipment hören sollten, dann lohnt sich da ein nochmaliges Umbauen oder Absorber dazukaufen natürlich nicht. Wenn das aber natürlich generell den Sound und damit auch die Youtube und später Video-Produkt-Qualität versaut und ich höre es einfach nicht, dann muss ich was ändern.

Glaubst du, dass ein paar dickere Bassabsorber und/oder Veränderungen im Equalizer zufriedenstellend helfen können?

Hab hier mal die Rauschunterdrückungs-, Equalizer- und Kompressor-Einstellungen angehängt:

Schwarz Hintergrund 1920x1080.png
 
Zuletzt bearbeitet:

Spirit328

Veni, audi, secari
Hallo Sawyer!

Was für ein Unterschied! Gratulation.

Aber bevor ich mit Plug-Ins auf alles "schieße" was sich bewegt, versuche ich erst einmal mit "Bordmitteln" einen guten Sound zu machen.
Rauschunterdrückung, hm ja, aber bedenke, jede Rausunterdrückung nimmt nicht nur Rauschen aus dem Signal, sondern auch etwas Nutzsignal. Das kann schnell mal merkwürdig klingen.

Den Straßenlärm wirst Du nur durch einen entsprechenden Absorber vor der Tür wegbekommen. Aber hier auf Notausgang und Luftzufuhr achten ;-) Eine dicke, verschiebbare Stellwand mit viel Absorbermaterial hilft hier viel! Mit einem Noisegate kommst Du "nur" in Sprechpausen weiter, aber nicht, wenn Du sprichst. Dann hast Du die Autos im Nutzsignal.

Den Kompressor würde ich für Stimme mit einer Ratio von 2:1 bis 5:1 einstellen. Da Du keine ausgebildete Stimme hast, eher 2:1 denn 5:1. (Pi mal Daumen)
Dann würde ich Dir dringend empfehlen wollen im Equalizer alle Bassfrequenzen unterhalb von 80 Hz so weit wie möglich rauszunehmen, also einen HochPassFilter. Die Höhen oberhalb von 8 kHz würde ich eher leicht absenken (0-2 dB), denn anheben. Schon gar nicht, wenn Du eh Probleme mit Rauschen hast.
Eine leichte Anhebung um 2,5 kHz steigert die Sprachverständlichkeit und Brillianz und den leicht nasalen Anklang kann man mit einem schmalbandingen Filter um 1 kHz (+/- 200 Hz) bekämpfen. Hier ist weniger mehr, also behutsam.

Wenn dann immer noch zu viel Bass zu hören sein sollte, dann wird es auf Absorber in den Raumecken hinauslaufen. Ein dreieckiger mind. 1,5 m hoher Absorber aus Mineral- oder Glaswolle im Stoffgewand wird Dich nach vorne bringen, ebenso wie restliche Mineral- oder Glaswolle in einem alten Bettlaken hinter dem GreenScreen.

Dann sollte es signifikant besser klingen.

Viel Erfolg
 

Sawyer

Hoertalker
Danke dir Spirit!

Meinst du den Equalizer ungefähr so? Würde ich dann nachher mal testen, wie es klingt.
EQ.jpg



Und 2:1 statt 5:1 hab ich in Sachen Kompressor nicht verstanden. Hab die Werte, siehe oben, ja auf 7 und -18. Was wär da 5:1 und was wäre 2:1?

Sorry für die blöde Fragerei. Wer nichts weiß, muss eben viel fragen...
 

Spirit328

Veni, audi, secari
Hallo Sawyer!

Schon besser, aber ich sehe da immer noch eine starke Überhöhung bei ca. 100 Hz. Die gelbe Linie scheint mir die Kurve des "Analysers" zu sein. Das heißt, es dürften ca. 10 dB zuviel Bass um 100 Hz sein. Das ist zu einem großen Teil das Dröhnen was man auf Deiner zweiten Aufnahme hört und das ein wenig stört.
Versuch erst einmal in diesem Bereich alles "flach" zu halten.
Die Beule um 1 kHz geht in die falsche Richtung! Dadurch wird der nasale Anklang eher verstärkt. Also um denselben Betrag nach "unten", dann sollte es besser werden. Ich bin jetzt auch nicht mit dem absoluten Gehör ausgestattet (leider) aber so in diesem Bereich sollte es liegen.
Zum schnellen Suchen kann man einen ganz schmalbandigen Filter machen (Q = 10 oder mehr) dann maximale Verstärkung und während der Wiedergabe den Punkt suchen, der so richtig im Ohr nervt. Dann die Frequenz so lassen, die Güte ("Q") auf 2-4 stellen und für den Anfang mal 3 dB rausnehmen. Solange, bis es Dir gefällt.
Den letzten Punkt in Deinem Equalizer (also ganz rechts) den würde ich noch ein Stück nach unten ziehen und den zweitletzten Punkt auf ca. 15 kHz schieben und linear lassen. Das bedämpft das Rauschen schon mal etwas. Wenn es nicht reicht, erst mal noch etwas weiter runterziehen und DANN den DeNoiser einsetzen.

Mach immer mal wieder die Probe und schalte den EQ mal für einen Moment aus und dann wieder ein. Dann erkennst Du schneller, wo noch etwas korrigiert werden muß.

Zum Kompresser: In der ersten Zeile bei Dir steht "Verhältnis (X:1)". Das bedeutet, daß der Regler bei Dir auf 2 - 5 eingestellt werden sollte. Die Schwelle würde ich zunächst mal bei den -18.00 lassen, eventuell kann man diesen Wert etwas anheben. Doch für den Anfang scheint mir das für Deine Stimme passend. Angriff (ms) auf 6 ist für eine Stimme ein ordentlicher Wert. Auch "Freigabe" ist mit 60 okay, vielleicht einen Tick mehr, mußt Du ausprobieren. Meine Standard-Voreinstellung ist um die 100 ms. Aber das korrigiere ich, wenn ich die sprechende Person höre.
Ausgangspegel würde ich in etwa soweit anheben, wie das "Verhältnis (X:1)" anzeigt. (Pi mal Daumen)

Der Kompressor regelt die Lautstärke blitzschnell runter, wenn die Schwelle überschritten wird. Wenn das Signal z.B.: +3 dB wäre, würde bei einem Verhältnis von 4:1 der Wert auf ein Viertel abgesenkt, also ~0,75 dB. Mit dem Ausgangspegel gleicht man diesen GEWOLLTEN Verlust der Lautstärke vorsichtig wieder aus.
Bei Stimme wäre ich immer vorsichtiger und "weniger ist hier mehr". Es sei denn Du willst Rapper-mäßig rüber kommen. Dann sind extremere Einstellungen gefragt.

Wenn Du nach all diesen Feintuning-Maßnahmen immer noch Bedarf hörst, könntest Du mal mit dem ein oder anderem Plug-In experimentieren. Aber mehr als 2 Plug-Ins habe ich noch NIE für eine (Sprech-)Stimme verwendet, es sei denn es ging um dramaturgische Verfremdung.
Sollte Deine Stimme sich in einem Hintergrund Sound nicht stark genug durchsetzen, kannst Du das Verhältnis (X:1) ein bißchen erhöhen oder mit einem "Röhren-Sound-Plug-In" versuchen etwas mehr "Druck" auf die Stimme zu bekommen. Ich mag den Twin-Tube von SPL sehr gerne, aber das ist Geschmackssache. Eine eindrucksvolle Demo gibt es hier:
Twin Tube für (14 Tage) ümmesünst und für ens usszeprobiere: (SPL TwinTube)

Wenn Du 7 Leute dazu fragen würdest, bekämst Du bestimmt mehr als 10 Meinungen, also ... am Besten testen. :)
 

Sawyer

Hoertalker
Sehr geil und ich merke, ich muss noch bisschen was lernen. Am geilsten fand ich "Nee andersrum, nach unten statt nach oben" haha.

Werde ich (heute Abend wahrscheinlich) mal alles testen und dann gibts neue Sound-Files hier. Es muss irgendwie gehen, den Sound zumindest halbwegs geil hinzubekommen :)

Hab bisschen Bedenken, dass ohne Bassverstärkung einfach die Stimme bisschen lahm und drucklos ist, aber da müsste ich mich wohl eher bei meinen Eltern beschweren. Oder oben noch besagtes Druck-Plugin von dir drüberhauen. Fänd ich schon nice, wenn´s wenigstens ein bisschen markant knallt.
 

Eric

Super-Hoertalker
Sprechprobe
Link
Schick doch gerne mal eine unbearbeitete Aufnahme hier rein und lass doch mal die Audiomenschen hier mitwerkeln. :D
 

Spirit328

Veni, audi, secari
@Eric: Keine schlechte Idee. Dann hat Sawyer mal eine Referenz und kann von da aus weiter arbeiten. :)

Aber am meisten lernt man halt vom "Selbermachen", Ausprobieren und Hören.
Doch wenn Du magst @Sawyer kannst Du gerne mal etwas hochladen oder per Dropbox zur Verfügung stellen. Dann können wir mal ein bißchen dran schrauben.
 

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