Maiskolben

Mitglied
Moin! Also ich wollte mich gerne ja mit einem Hörspiel bei der Hörnixe bewerben und das wäre jetzt fertig. Doch ich hab son bißchen unterschätzt, dass ich bei mir komplett umgeräumt habe und auch die Bude ne ganz andere ist. Als ich dann meine Nahfelder aufgebaut habe, habe ich das Gefühl gehabt, dass das nicht mehr so klingt, wie ich es gewohnt war. Der Raum ist auch anders dimensioniert, dementsprechend andere Moden und auch andere Oberflächen.

Daher meine Frage - an die Profis von euch :) - würdet ihr euch mal dieses Hörspiel reinziehen und mir ein technisches Feedback geben?

Ich interessiere mich vor allem für folgende Punkte aus eurer Perspektive:

- Untere Mittenhomogenität?
- Dynamics unauffällig?
- Allgemeine Lautheit?
- Samples alle verständlich?
- Sprache homogen und verständlich?
- Plausibilität von Cuts hins. FX...

Ich hab das erste Mal auch den Compressor von TDR Kotelnikov benutzt, sehr geiles Ding. Nicht, dass ich es übertrieben habe!

Das wäre fantastisch von euch!

Vielen lieben Dank im Voraus!

 

<3
 
Zuletzt bearbeitet:

Telliminator

Sample-Collector
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Puh - ich finde dem Raumhalleffekt über die Dauer von mehr als 3 Minuten hörtechnisch ziemlich anstrengend - da er die Verständlichkeit ein wenig frisst. - ich musste leider springen im Hörspiel (hab also nicht die ganzen 30 Minuten gehört) und mir scheint der Klang-Effekt überall auf alle Stimmen gelegt worden zu sein. Als hätte man sich nicht wirklich räumlich bewegt. Hier fehlt mir dann klanglich die Dynamik von Bewegung und Positionierung im Raum selbst - es kann aber auch sein, dass ich das mit den alten Ohren einfach nicht mehr richtig gehört habe, ob man sich bewegt und an unterschiedlichen Stellen gestanden ist im Raum. Der Hörer nimmt die Mausestellung ein, wie mit drin dabei sein. Von daher muss man ggf. hinsichtlich der Position des Hörers die Stimmen im Raum noch etwas anpassen.
 

Maiskolben

Mitglied
Danke! Ein sehr leichter Raumhall ist bis zur Krankenhausszene auf allen Stimmen vorhanden. Im Krankenhaus sind diese dann trocken. Die erste Kammer ist klein, die zweite ebenso. Geschlossen aus hart reflektierenden Wänden. Das habe ich versucht zu simulieren.

Möglicherweise ist das etwas übertrieben. Ich werde sehen, dass ich das noch anpasse! Danke für das wertvolle Feedback! <3
 

Loopium

Neues Mitglied
Hi, ich zähle mich zwar nicht zu den Profis, bin aber gerne bereit, meinen ersten Eindruck kundzutun... Ich habe das 'Gefühl', das beim Dialog etwas 'stört'. Für meine Ohren hört es sich so an, als ob unbeabsichtigt ein Phasing/Flanger- Effekt erzeugt wurde. Evtl. durch Raumreflexionen oder Mikrofonlaufzeiten?!
Interessant wäre, ob der Effekt schon vor der ganzen Effekt- Kette (Kompressor...),
also nur im Dialog vorhanden ist...

Unabhängig davon, würde ich auch noch ein Low- Cut- Filter bei ca 80-100Hz (abhängig der Flankensteilheit) verwenden.
 

Maiskolben

Mitglied
Hey Loopium! Ich werde mal schauen, ob ich auf dem Return den Raumhall unten rum noch etwas milder bekomme! Die Atmosamples sind bis auf einen alle trocken. Lediglich die tiefen Polterer aus den anderen Räumen sind mit einem langen Reverb versehen. Vielen lieben Dank! <3
 

soundjob

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Dann auch noch einmal aus meiner Senfdose- und vergebe mir, dass ich das nicht komplett durchgehört habe, sondern nur die ersten Minuten.
Das reicht mir aber schon, um spezifische Fehler akustischer Szenenlogik aufzudecken, denn wenn die schon am Anfang gemacht werden, werden sie sich auch fortführen. ;)

Hall/Effektanteil:
Fangen wir beim Raumhall an, als die beiden Kumpels durch die Tür gehen und im weiteren Escape-Room landen.
Unter sehr authentischen Bedingungen klingt der sehr massiv anteilige Raumhall sogar höchst realistisch, denn schlechte Raumakustik schluckt die Sprachverständlichkeit. Es wirkt daher zwar sehr realistisch... ABER:
Für ein angenehmes Hörerlebnis und der Gewichtung von Sprachverständlichkeit, ist der Raumhall/Wet-Anteil deutlich zu präsent und um die Plausibilität des Raumes zu behalten, kannst du den Hall im Wet-Anteil bei "Akim" auch ruhig reduzieren.

Natürlich möchtest du suggerieren, dass Akim mit ein wenig mehr Raumanteil etwas weiter im Raum steht- aber das ist etwas zu viel Raum an seiner Position- und lässt sich auch noch anders suggerieren.

Damit zur akustischen Szenenlogik:
Leute betreten mit vier Schritten einen Raum und bleiben danach plötzlich wie angewurzelt auf ihren Positionen bewegungslos und regungslos stehen. Klassischer "Salzsäule-Effekt". Man begutachtet zwar die Örtlichkeit, die Gefahr und das Unbehagen, aber alles still&starr an ihrer Position. 🤷‍♂️

Wenn Akim ohnehin etwas weiter in den Raum nach rechts vordringt als Fred das tut, sollten auch mit ein paar Schritten in diese Richtung gehend zu hören sein, um Bewegung in den Raum zu dieser Stelle zu simulieren... die Schritte können noch tönen, während einer der beiden redet. Die Verortung durch Bewegung bringt auch atmosphärisch mehr Authentizität, als einfach die Akteure nur schlicht ins Panorama zu setzen und dann entsprechend Raumanteil raufzuklatschen.
Und dann überlege, was DU in einer solchen Situation realistisch tun würdest ?
Würdest du nur still staunend an diesem Ort stehen oder dich nach einem Ausweg suchend, vlt. auch etwas durch den Raum bewegen... hier mal zwei Schritte nach Links, da mal drei Schritte nach rechts. Etwas untersuchend in die Hand nehmen, einen Schalter oder Knopf betätigen, Staub von etwas wischen ?

Dann haben wir die Aktion, wo Fred Akim einen Zettel aus der Hand reisst... entweder hat er einen 3 Meter langen Arm um das tun zu können, wenn Akim also weiter im raum steht, als Fred.
Ebenso das Ding mit der Räuberleiter... man hört zwar dann mal Bewegung durch Schritte, aber die Positionen der Stimmen ändern sich nicht. Weder geht Fred auf Akim zu oder umgekehrt. 3 Meter Arme für die Räuberleiter ?

Das sind so alles Kleinigkeiten der Szenenlogik, die eine Szene realistischer wirken lassen oder eben nicht. Vermeide den Salzsäulen-Effekt. ;)
Dann kann man sich auch um die anderen Dinge des Mixings fragend kümmern, ob FX zu viel ist, der Raum homogen klingt, der LoCut vlt. höher angesetzt werden muss, die Geräusche mehr Gewicht bekommen und evtl. etwaige Frequenzen die Sprachverständlichkeit trüben usw.
 

Maiskolben

Mitglied
Naja, Du musst schon weiterhören. Denn über 20 sekunden ist genau dieser anfängliche Raumhall mit einer Automation belegt. Genau um den ersten Eindruck des Raumes zu vermitteln, aber die Sprachverständlichkeit nicht noch später zu beeinflussen. Das heißt, als sie die Raum betreten, ist der Raumhall deutlich höher, der dann aber wieder auf ein Mimimum reduziert wird. Die Automation ist so nach einer halben Minute abgeschlossen. :)

Danke für diese hilfreichen Tipps! <3
 

soundjob

HÖRSPIEL MUSIK AUDIO
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Ich verstehe natürlich, was du transportieren möchtest und ja, der Übergang in den Raum klingt ja auch akustisch plausibel. Von daher, alles gut.
Aber jetzt mal aus der Perspektive des Hörers, interessiert ein gutes Blending durch die Automation dann eher weniger, wenn das Ergebnis als der dann betretene Raum den Hörgenuss über weite Minuten trübt und es- wie Telli schon schrob, sehr anstrengend macht, weiterzulauschen.
(Bei mir war es nach 7 Minuten zu viel für meine Ohren, weil der Raumhall in seiner Präsenz zu aufdringlich ist. Sorry).

Du kannst z.B. Distanzen im Raum allerdings auch smarter realisieren, ohne noch mehr räumliche Fülle draufzuklatschen.
In dem du es z.B. genau umgekehrt machst. Wenn du Hall in seiner Ausbreitung auf der Stereobühne reduzierst und direkt positionierst, indem er nicht auch noch komplett die komplette andere Ecke der Akteursposition einnimmt, vertiefst du den Raum sogar psychoakustisch.
Beispiel:
Akim steht ja ein bisserl rechts, reduzierst du den Hall nun auf der linken Raumseite von volle 100 runter auf 60- und rechts von 100 auf 80 (Der Hall also etwas schmaler wird), wird der Raum tiefer, weil physische Reflektionsflächen links/rechts zeitlich nicht gleich in der gleichen Intensität mitscheppern wie bei jenen Personen, die weiter vorne zum Hörer stehen.
Dadurch das du Fred mehr vorne zum Zuhörer stehen hast- und sein Hallanteil über die Stereobühne geht, entsteht automatisch der Eindruck, dass Akim somit weiter weg klingt- ohne Akim mehr Hall geben zu müssen.
Reduzierst du bei Akim auch noch den Nahbesprechungsbereich durch einen höher angesetzten LoCut und ggfls. ein klein wenig Höhen rausnimmst, positionierst du ihn sogar noch weiter weg.
So passiert es in der Natur. Der Hall nimmt hinsichtlich Energie/Ausweitungsbereiche in der Entfernung zum Quadrat ab und verhält sich wie ein enger und stetig schmaler werdendes Dreieck, bis er ab einer gewissen Position nur noch völlig monophon ist.
Aber das kommt natürlich auch auf die Größe/Tiefe des Raumes an, den du simulieren möchtest.

Vielleicht im Verhältnis einer Hochglanzprodu etwas unausgewogen- in meinen sieben gehörten Minuten, finde ich zwar Arkims Lautstärkeverhältnis, der hin und wieder fluktuierend lauter wird- was allerdings nicht schlecht ist, sondern für eine gewisse Dynamik spricht- und eben nicht flach komprimiert wirkt, wie in mancher Hochglanzprodu.
Allerdings schallt dann leider auch der Hall fluktuierend lautstärker nach und mit, was zwar durchaus realistisch ist, aber in der Summe, unangenehm zu hören.
Da fängt dann das Fummeln und Nachregeln im Mix an, diese Dinge mit im Ohr zu haben, wenn z.B. ein Kompressor auf der Summe liegt, die FX-Sachen dann natürlich auch allesamt mitnimmt- und händisch nachgeregelt werden dürfen.

Aber das sind alles nur Vorschläge- subjektive Eindrücke und natürlich KEIN MUSS so, sondern nur ein anderer von vielen nach Rom führende Wege. ;)
 

Maiskolben

Mitglied
So, ihr lieben, ich habe mich da nochmal rangesetzt.

- Lautstärke von Schwester Angelica, die in den Raum kommt angeglichen. (Danke Alexander!)

- GEQ für Fred im KH angepasst (Maske) (Danke auch Alexander!)

- Raumhall ist stark reduziert, auf ein Minimum. Den anfänglichen Reverb-Boost für den ersten Eindruck lasse ich aber so auf jeden Fall drin. (Danke Telli, Loopium und SoundJob!)

- Panning stark reduziert, sodass Verortung mehr mittig stattfindet. So braucht Fred keinen 3 Meter Arm mehr, sondern nur noch seine Standard-Affenarme! :) (Danke SoundJob!)

- Return-FX Low-Cut und allgemeiner Low-Cut in den Inserts. (Danke Loopium und SoundJob und Alexander!)

- Stimmlautstärken Arkem/Fred generell angepasst. (Danke Fylvia!)

- Plausbilitäts Samples: aaaaalso, amP kann man es mit den plausbilen Samples auch echt übertreiben. Insbesondere Schritte sind in einer impulsigen Umgebung eher schlecht wahrzunehmen, auch mit Kopfhörern. Daher gebe ich nur das Minimum an Schritten in den anderen Szene KH und Kontrollraum dazu. Da wird man ja verrückt! Außerdem gute Schritte Samples zu finden, ist nicht trivial! :D Ein wenig Salzsäule-Effekt im Sommer tut den meisten eh ganz gut, WEGEN DER ELEKTROLYTE! :p

- Pl. Samples: habe Klamottenrascheln zu einigen Bewegungen hinzugefügt (Kann man aber nur im Closeup über Kopfhörer richtig wahrnehmen. (Danke SoundJob!)

Das zu meinen konkreten anderen Fragen keine Hinweise kamen, werte ich als gut. :) Somit stimmt der Rest schonmal. Damit ist das Testhören auch abgeschlossen! Vielen lieben euch allen! <3

Wünsche euch einen schönen Resttag und Feierabend!

Love. D.
 

Maiskolben

Mitglied
Eine Sache würde mich aber noch zum Thema interessieren. Was habt ihr für eine Abhörsituation?

Ich bin mit ein paar Focal Alpha Nahfeldern, einem Sennheiser Studiokopfhörer und den guten alten HD-25 hier ausgesattet. Allerdings in eher beschissenen akustischen Raummaßen ala Standard-Plattenbausiedlung.

Und ihr so?
 
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