Lauschecke

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Sprechprobe
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Hallo liebe Community,

ich glaube, so eine Thematik hatte ich schon mal angestoßen, nur finde ich den Thread dazu nicht mehr :unsure:
Dieses Mal gehts allerdings nicht um deren Beseitigung, sondern die Lokalisierung der Klicker-Gauner.

Hier mal ein Problem in wunderschönstem Audio-Format, was vllt. auf den ersten Blick/Hör nicht gleich zu identifizieren ist, aber doch gelegentlich mal auftaucht
(gleich nach dem Wort "beinahe"):




Für mich ist das "Mund-Schmatz-Klick" sehr deutlich hörbar und ich schätze die wenigsten unter uns mögen diese Störgeräusche. Natürlich kenne ich da gewisse Tricks mit Mundraum befeuchten, grüner Apfel, Stimme richtig aufwärmen - und was es nicht so alles gibt. In der Regel kann ich solche Klicker relativ problemlos entfernen, indem ich entweder den ERA6 Mouth-De-Clicker nutze, oder aber im Sample-Editor von Cubase sehr nahe heranzoome und die Wellen an der entsprechenden Stellen mit dem Stiftwerkzeug glätte.

Meine Frage dreht sich hier nicht direkt um das Entfernen solcher Geräusche, sondern vielmehr das Auslesen. Denn gerade bei diesem herrlichen Beispiel ist der Klicker so sehr mit der Sprache vermischt, dass ich ihn nicht identifizieren konnte.

Wie lest ihr solche versteckten Klicker heraus?

Nur Klicks die ich "sehen" kann, kann ich auch entfernen - und der hier bringt das Verstecken echt meisterhaft zustande. 😁

Danke schon Mal für eure Ratschläge! 😎
 

MonacoSteve

... nicht ganz Dichter
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Also das mache ich in Reaper so: Ich finde die Stelle , wo der Klick liegt (s. oberes Audiogramm) schneide ganz eng drum herum ein Stück heraus (drunter) und schiebe wieder zusammen. Das hörst du nicht, und der Klick ist weg:




PS: Sprachaufnahmen sollten besser in Mono gemacht werden ;) )
1773292612961.png
 

Tinchen

Lektorin, Autorin, Sprecherin
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Diese vermaledeiten Klicks. Die kann ich aufgrund meines sehr hohen Gaumens hervorragend vor allem bei "K" und auch "G". Da nützt es nix, dann muss ein Take eben nochmal gesprochen werden. Deinen Mini-Klick hatte ich nicht gehört, habe aber auch keine Kopfhörer und bin da nicht ganz so empfindlich, was die Menschlichkeit in der Sprache anbelangt. Wenn jemand ständig schmatzt, weil der Mund zu trocken ist, dann stört es mich auch, genauso wie vermehrtes Atmen. Aber klinisch rein brauche ich Aufnahmen dann auch wieder nicht.
Ich nehme mit Audacity auf, da gibt es den Klick-Entferner. Einfach den Bereich markieren, in dem der Klick liegt, Klick-Entferner anwenden - Klick weg. Ob so ein Mini-Klick wie deiner dann aber vom Klick-Entferner gefunden werden würde, mag man bezweifeln.
 

soundjob

HÖRSPIEL MUSIK AUDIO
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Ja, den sehr sachten Schnalzer hört man heraus.
Allerdings brauchte ich einen zweiten Anlauf.
Beim ersten unfokussierten Hinhören fiel er mir nicht auf (war auch gerade erst wach geworden) und somit erst beim zweiten, analytisch fokussierten Hören (Arbeitsmodus), durchdrang.

Aus deiner Anfrage lese ich eher jene Frage heraus, wie sehr einen das vlt. stören mag, bzw. wie auffällig das wirklich im "normalen Hörgebrauch" sei ?

Mich stören allgemein vielmehr etliche Plopper&Popper bei Lesungen durch falsche Mikrofontechnik (z.B. zu nahe an der Kapsel, falsches Mik etc.) und etwaige Überbetonung von Plosivlauten bei der Kompression von Audiomaterial.
Hier in z.B. deinem Demo wäre es das "beinahe", da hier das "B" schon etwas zu plosiv ertönt.

In einem kleinen Ausschnitt wie in deinem Demo oder einem kurzen Teaser etc. jetzt eher kein Thema... bei einer zunehmenden Spieldauer ab schon nur 2 Minuten, werden plosive allerdings insoweit zunehmend störender und deutlich auffälliger, dass einem etwaig sachte Schnalzer mit Spucke unter dem Zungenbändchen gar nicht mehr gewichtig auffallen 😄.
Andersrum, wenn da mal ein kleiner sachter Schnalzer so sporadisch alle paar Minuten auftritt, wird man ihn im Gemenge eines Monologs und durch ein mit Spieldauer "eingelulltes Gehör", als solchen kaum gewichtig wahrnehmen.

Dennoch ist es natürlich verständlicher Wunsch, sowie Sinn der Sache, Schnalzer absolut nicht in der Aufnahme drin zu haben, bzw. zu entfernen.
Und da kann man noch so trainiert sein, vermeiden lassen diese sich nie ;).

Stefan hatte ja den Klicker zu demonstrativen Zwecken auf die Schnelle entfernt, kann man in den meisten Fällen auch machen... man hört dann allerdings manchesmal, wie jetzt in diesem Cut, allerdings ein unschönes Roll-off/Drop an der Stelle, der in etwa wie eine beschädigte Aufnahme/Aussetzer klingt.
Normalerweise läuft ja ein DeEsser in der Chain mit, der nicht nur unschöne Zischlaute abdämpft, sondern auch solche Schnalzer dämpfen kann.
(Ein DeClicker funktioniert hier zwar bzgl. Transienten und Interpolation etwas anders, macht im Ergebnis aber das Gleiche... Suchen und Filtern von höhenbetonten Frequenzen).

Deine Aufnahme ist ja relativ "hissig", also relativ höhenbetont.
Das sorgt zwar für ein sehr klares Sprachbild, aber somit werden auch Schnalzer und Schmatzer aufgefangen, da diese in genau diesem Frequenzbereich von 7-9 kHz ihr potentes Zuhause haben. (Und viele Miks hier eine Höhenanhebung haben).
Nicht weniger problematisch als sachte Schnalzer, sind somit auch "hissige Breather" die phonetisch zu eine "S"-Laut morphen ... wie du es gleich am Anfang drin hast:
"Meine Arbeit wurde immer zielgerichteter"... hört sich daher an wie: "Meine Arbeitswurde...", was wie ein zusammenhängendes Wort klingt.

Lösung: Natürlich auf die Aussprache zu achten, Abstand zum Mik etc (im Nahbesprechungsbereich bist du anfälliger für Schmatzer&Co).... allerdings im Mix, in der Nachbearbeitung, ein weniger höhenlastiges Klangergebnis zu erarbeiten (De-Esser/EQing), da fallen dann schon über 90% aller geschnalzten Schmatzer in der Aufnahme unterm Tisch.
Für hartnäckiges, schwieriges, muss dann der Decklicker ran oder im gröbsten Fall, der Cut.
Wenn es gar nicht anders geht, dann müsse es noch einmal neu eingesprochen werden oder mit einem Kompromiss gelebt werden (entweder man lässt den Schnalzer drin oder man lebt mit einem relativ unauffälligen Drop etc.)
 
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