Herr K und die Bescheidenheit eines Hoffnungslosen

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Dorsch Nilson

aka Beipackzettel
Sprechprobe
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AW: Herr K und die Bescheidenheit eines Hoffnungslosen

Danke Martin, für dieses liebevolle und ausführliche Feedback. Ich gebe Dir auch quasi Recht bezüglich der Psycho-Schrei-Passagen. Mit etwas zeitlichem Abstand und verschiedenen Rückmeldugnen würde ich sagen, dass die drei varianten sich stärker voneinander hätten unterscheiden müssen, und das die beiden Wiederholungen auch ein gutes Stück kürzer hätten sein können. Ich hab das Ding ja für Hörtalk-Verhältnisse in relativ kurzer Zeit fertig gestellt und ich weiß im nachhinein gar nicht, warum ich mich damals so unter Leistungs- und Zeitdruck gesetzt habe. Vermutlich weil ich noch neu und es mein erstes "richtiges" Hörspiel war. Ich hätte mir noch etwas Zeit nehmen sollen um es mit etwas Abstand nochmal zu überarbeiten. Dann hätte ich genau das nämlich geändert. Mir ist damals gar nicht so aufgefallen wie "strange" das Stück ist, auch weil ich keinen vergleich hatte. Zu Deinem Lob möchte ich aber von meiner Seite auch hinzufügen, dass ich auch Christiane Marx als Ärztin ganz herausragend finde.
 

Nero

Anne
AW: Herr K und die Bescheidenheit eines Hoffnungslosen

Also ich habs mir nun auch zwei mal angehört und ich muss sagen: Ich kann nichts damit anfangen.

Vielleicht habe ich die Geschichte einfach nicht geblickt, vielleicht war mir die Atmo einfach zu gruselig. Ich habe drei Anläufe gebraucht, um über das erste Geschrei hinaus weiter zu hören *brrrrrr*
Ich muss auch zugeben: ich mag solche Art von Stories, wo Realität mit Traum verwischt nicht besonders. Ist mir zu gruselig. ^^ (Ich mochte auch Inception nicht).

Sprachlich wurde es TOP umgesetzt (der Penner hihi) und die Atmo war ... himmel ... nie wieder hör ich da rein! Kriegt man ja ne Panikattacke oder so ^^

Also: weiter so, aber nicht für mich (ich bekomm nur Albträume von sowas ^^)

Grüße
 

Thuda Dragon

Admin in Pension
Teammitglied
AW: Herr K und die Bescheidenheit eines Hoffnungslosen

Oh, ich sehe gerade das ich zu dem Hörspiel auch noch nichts geschrieben habe, dabei habe ich es mehrmals gehört. Für mich eine kleine Perle, auch wenn sie ohne Zweifel nicht jeden gefallen wird. Die Umsetzung ist anspruchsvoll und künstlerisch, die Geschichte entfaltet sich nicht mit leichter Zugänglichkeit sondern eher wie ein Gemälde, bei dessen Betrachtung man immer wieder neue Details und Facetten entdeckt. Es stellt Fragen, will und kann aber nicht die Antworten dazu geben. Für mich hat die ganze Geschichte und die Umsetzung etwas sehr kafkaeskes. Und das gefällt mir sehr. :laechel:

Die technische Umsetzung hat mir auch gut gefallen und entsprach in ihrer Umsetzung dem künstlerischen Anspruch der Geschichte. Darüber hinaus ein sehr gutes Gefühl für die Rollen und ihre Sprecher in der Besetzung, die mir auch alle gut gefallen haben. Ganz besonders Robert spielt wunderbar. Und was ich auch noch erwähnen möchte: das Cover. Passt perfekt zur Geschichte, ich finde man hätte ruhig ein kleines Booklet machen und dort noch die Sprecher usw. auflisten können. Oder es vielleicht irgendwann ergänzen.
 

michelsausb

Laphroaig forever!!!
AW: Herr K und die Bescheidenheit eines Hoffnungslosen

Hallo!

Nun auch mein "Senf":
als Krankenpfleger hat mich die Thematik sofort in den Bann gezogen.
Es ist schon starker Tobak, keine leicht verdauliche Kost, und durchgehend sehr pessimistisch. Aber was sollte man auch beschönigen?
Es hat etwas surreales an sich, es ist sehr verstörend, und gerade das hat mir am besten gefallen.
Sven spricht in seiner Kritik von "kafkaesk", dem würde ich zustimmen.
Das Stück hätte auch von Christoph Schlingensief stammen können, eindringlich und nicht auf Anhieb leicht zu verstehen.
"Herr K." ist meiner Meinung nach was Besonderes, auch wenn es sicherlich viele Geschmäcker nicht treffen wird.

Michael
 

Dennis Künstner

Administrator
Teammitglied
AW: Herr K und die Bescheidenheit eines Hoffnungslosen

Ein tolle Hörspiel. Es ist vom Schnitt wirklich sehr schön geworden und oft auch minimalistisch, was ich ja besonders mag. Hier kann man auch etwas mit dem experimentellen "Radiohörspiel" vergleichen. Das Spiel mit den verschiedenen Ebenen hat mir gut gefallen, so wie der gesamte Schnitt. Ein großes Lob - Auch der Musikeinsatz war toll gewählt und ebenfalls wieder minimalistisch, so dass die Szenen viel besser wirken. Das es nach den Credits noch ein Stück mit der Musik weitergeht, sorgt zwangsweise dafür, das man in der Stimmung noch einmal über das Hörspiel nachdenkt (also auch schön gewählt). Das Lob gilt dann natürlich auch für den Autor dieses Skriptes, ohne dessen Vorlage es dieses Stück ja nicht gegeben hätte :)

2 kleine Kritikpunkte auf Sprecherseite:
- Der Telefonseelsorger hätte vom Spiel für den Charakter eines geistlichen Seelsorgers noch etwas mehr drauf legen können, entweder etwas einfühlsamer oder alternativ etwas geistlicher.
- Helmut hatte da wohl leider sein Raumhall-Problem noch nicht im Griff, aber dadurch das er keinen Dialogpartner hat, ist es zumindestens etwas versteckt. Aber sonst schön gemacht :)


Etwas schade das es für das Hörspiel aktuell so wenig Feedback gibt, vielleicht nimmt sich der ein oder andere ja etwas Zeit zum hören (ca. 25 Minuten) und schreibt dann auch noch seine Eindrücke für die Macher und die Community.
 

wer.n wilke

wer.n the voice
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AW: Herr K und die Bescheidenheit eines Hoffnungslosen

ja! - dieses Hoerspiel gehoert zu denjenigen meiner absoluten Favoriten, was möglicher Weise auch damit zu tun hat, dass ich aus einer Zeit stamme, wo das <Hoerspiel> als eigenständige Literarische Gattung noch verstanden wurde und relativ - populär war. Vieles erinnert mich in diesem Hoerkleinod daran: wie soll ich sagen, ein poetisches Moment, die Wechsel der Dialoge und Perspektiven, eine Art ernsthafter "Zynismus" des täglichen Lebens und Sterbens ... hier entsteht die Dramatik nicht rein äußerlich, durch gewaltige Soundeffekte, sondern still - ganz innen!
auf jeden Fall: nicht bloß "anspruchsvoll", sondern auch ansprechend! Mehr davon! und: Super Sprecher!

lg wer.n
 

Fao

Hoertalker
AW: Herr K und die Bescheidenheit eines Hoffnungslosen

Gerade eben habe ich es angehört und muss sagen, ich bin total begeistert und kann mich dem Kommentar von wer n. wilke nur anschließen.
Poetisch-Literarisch, Stilvoll und "still". Tolle Sprecher und guter Einsatz von Musik + sonstigen Klängen.
Sowas mag ich :)
 

MetalWarrior

Michael Schreiber
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AW: Herr K und die Bescheidenheit eines Hoffnungslosen

So, gestern hab ichs endlich mal hören können :D

Zur Atmosphäre: Echt gut gemacht, weder tragisch noch unpassend - ich als Hörer kann mir die jeweilige Stimmung selbst genug ausmalen, ohne dass mir eine aufgezwungen würde. Dazu trägt natürlich auch die Dialogführung bei, aber eben auch der Schnitt und die Musik. Auch das ständige TickTack im Hintergrund find ich ne gute Idee - zwischendrin fiel mir plötzlich auf, dass es ja (noch?) zu hören ist - n guter, vielleicht ungewollter Aha-Effekt *g*

Zur Dramaturgie:
An sich ne schöne Kurve; am Anfang die derbe Nachricht, dann das Hin und Her mit der Ärztin, anschließend die netten, entspannten Szenen auf der Bank mit den klasse Frührentnern... und schließlich das Unweigerliche. Die Dramaturgie leidet für mich jedoch stark am Anfang, denn ich hab nicht kapiert, ob die Szenen in denen Bluthochdruck diagnostiziert wurde, Rückblenden darstellen oder ob er ein Hypochonder ist, der in Wirklichkeit bloß an Bluthochdruck leidet und sich den Tumor bloß einbildet.

Zum persönlichen Geschmack:
Die Art, mit der der Protargonist mit seiner Diagnose umgeht ist mir nicht ergründlich. Ich hätts selbst passender gefunden, wenn er entweder richtig zynisch oder aber einem Kafka-Protargonisten gleich fatalistisch mit seiner Situation umginge. Das ist aber wie angekündigt Geschmacksache. Auch die Reaktion der Ärztin auf die Ablehnung der Therapie hin war mir zu fromm. Ich glaube zwar auch fest an das Gute im Arzt ^^ Aber gerade weil die Ärztin bis dato souverän und ironisch rüberkam, war mir diese Wendung zur verärgerten Helferin suspekt. Auch wenn sich dies rein logisch gesehen nicht ausschließt - ich hätte die Szene lieber weggelassen oder noch besser, die Ärztin durch den Protargonisten ersetzt! Dann nämlich bliebe zum einen die Wandlung der Ärztin erspart, und die abgelehnte Therapie wäre zum anderen ein erneuter, herber Schlag für den Herrn K.!

Zu den Sprechern: Top! Insbesondere der Herr K. war astrein gesprochen. Die Gefühlslage wurde bestens transportiert, auch wenn sie mir nit immer zuagte, siehe oben :D Aber auch der Charakter der Ärztin wurde gut vermittelt! Tja, und die Frührentner waren einfach goldig :D, ham überzeugt und die nötige Ruhe und Menschlichkeit an der richtigen Stelle eingebracht.

Fazit: Eine sehr schöne Produktion in einem schwierigen Genre. Für meinen Geschmack anfangs zwar weniger, siehe Dramaturgie und Geschmacksache, insgesamt aber allemal überzeugend!
Sehr gut gemacht :D
 
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Dorsch Nilson

aka Beipackzettel
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AW: Herr K und die Bescheidenheit eines Hoffnungslosen

Danke für Dein Feedback Michael. Leider ist der Autor Ingo Krenz hier im Forum nicht mehr aktiv, so dass ich versuchen möchte in seinem Namen zu sprechen. Die Unklarheiten die Du zur Dramaturgie die Du kritisiert hast waren für Ingo genau das zentrale Thema der Geschichte, Darum beginnt das Hörspiel mit dem Satz "Die Frage steht, was ist Traum, was ist Realität." Die Frage wird bewusst nicht beantwortet, ich selbst kenne die Antwort auch nicht und mein Auftrag war explizit das Hörspiel diesbezüglich so unklar wie möglich zu halten. Mir gefällt's, aber Geschmack ist ja bekanntlich Geschmacksache.
Die Unstimmigkeit im Charachter der Ärztin ist mir gar nicht aufgefallen, aber jetzt wo Du es sagst stimme ich Dir vollkommen zu. Würde mich interessieren wie Ingo das sieht.

Der Frührentner ist übrigens der jüngst verstorbene Helmut Buschbeck

https://www.hoer-talk.de/upload/up/abschied-von-helmut-1329057676.jpg
 

MetalWarrior

Michael Schreiber
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AW: Herr K und die Bescheidenheit eines Hoffnungslosen

Darum beginnt das Hörspiel mit dem Satz "Die Frage steht, was ist Traum, was ist Realität."
Ah, das war mir gar nicht aufgefallen - danke für die Aufklärung!
Na dann lags wohl an mir, da hätte ich dem Drama einfach mal aufmerksamer lauschen sollen.

Die Idee find ich im Nachhinein auch gut. Fand ich auch beim Hören klasse, als ich noch unsicher war, wie ich die Sache zu deuten hätte. Doch später zielte die Handlung deutlich in eine Richtung - daher eigentlich erst die Verwirrung. Und an den einleitenden Satz konnt ich mich da nicht mehr erinnern ;O) Vielleicht wär das ne Anregung für kommende Hörspiele: Wenn zweigleisig gefahen werden soll, dann besser durchweg.

Ansonsten wie gesagt ein sehr schönes Werk!
 

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