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soundjob

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Ich finde es fast schon witzig, aber tatsächlich sehr traurig, dass KI doch tatsächlich als "Demokratieprozess" verstanden wird, hier im Beispiel auf Kunstformen gemünzt.
KI ist die Reinform von Paternalismus und mit Sicherheit kein "demokratischer Prozess", nur weil auch alle am Paternalismus teilhaben und diesem unterliegen dürfen.
Ich persönlich habe die Einstellung zur KI, dass der technologische (Fort?)Schritt nicht aufzuhalten ist und man sich arrangieren wird müssen- auf mehr oder leider oft weniger sinnvolle Weise... was nicht bedeutet, dass ich jedwede Entwicklung auch für gut befinde, aber mich auch nicht gegen alles sperre. Erkenne Möglichkeiten und Nutzen.

Als Verfechter von "Schuster, bleib bei deinem Leisten" oder "dann werde eben Schuster", finde ich es wenig berauschend, dass ein Jeder mit KI dazu in der Lage ist, kreativ Dünnschiss zu verbreiten... und dies als demokratisches Prinzip verstanden wird, dass natürlich auch tun zu dürfen (so solle sich auch jeder entfalten dürfen), sondern mit der KI auch locker tun zu können.*

Eigenständigkeit ist DAS essentielle Prinzip eines jeden demokratischen Prozess, des Denkens und Handelns (man erinnere sich doch Bitte an Kant und das zentrale Prinzip der Aufklärung/Mündigkeit).
Wird uns Eigenständigkeit mehr und mehr abgenommen- und infolge auch das Bestreben des Erlernens von Eigenständigkeit, ist dies kein demokratischer Prozess... nur weil jeder das Recht hat, sich nicht mehr weiter bemühen zu sollen... und sich lieber ganz und gar von einer (künstlerischen) KI bevormunden lässt, weil dies halt sehr bequem ist.

*Wenn man zumindest ein bisserl zum Schuster wird- und sich zumindest mit etwas Willen und Leistungsbereitschaft mit den Basics erforderlicher Prozesse und erlernbaren Fertigkeiten seines Vorhabens auseinandersetzt (z.B. Hobby), wird mit der KI auch anders, schöpferischer, umgegangen... als einfach nur dröge und ohne Mehrwert, Dünnschiss am Fließband zu generieren.

Für mich persönlich stellt sich mittlerweile nicht mehr die Frage, KI zu verwenden... sondern WIE sie verwendet wird.
Wird sie als tatsächliches Werkzeug eingesetzt, z.B. zur Generierung von Content im Einzelnen und dies als Gefüge im Arrangement eines eigenschöpferischen Werkes zusammengeführt, dann hat das für mein Dafürhalten Substanz als auch Akzeptanz, eben weil die KI/Technologie als Werkzeug dient.... und nicht umgekehrt, der nur dröge klickende Mensch zum Werkzeug der KI/Technologie wird ;)
 
Zuletzt bearbeitet:

SeGreeeen

Kaaaaarakaluuuuuuuhhhh!!!!
Teammitglied
Sehe ich ähnlich. Es ist ein unterschied in der benutzung. Wenn ich mir 10 minuten copy paste sparen kann ist das super, wüsste ich ja auch problemlos selbst wie das geht. In dem Fall ist eine Automatisierung ja nicht mehr als hätte ich mir früher ein eigenes Tool dafür geschrieben.

Vibecode ich mir aber ohne jegliche Vorkenntnisse einen Webshop zusammen übersehe ich mit an 100%ige Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit wichtige architektonische Designentscheidungen für die man im Normalfall Ausbildungen macht, um genau solche Fehler nicht zu machen.

Es ist kein Geheimnis, dass KI Code immer schlechter wird, da er immer wieder mit neuem KI Code gefüttert wird.

Abgesehen davon ist es irre wie schnell man nichts mehr lernt, wenn man wirklich KI zum Coden nutzt (also Code einfach generieren lässt). Ich höre von Freunden im universitären Umfeld, dass die Informatik Studenten schon nicht mehr programmieren können, dank der KI.
 

DragensMusic

Mitglied
Ich finde es ist eine Sache etwas als Rohling zu machen und sich dann hinzusetzen um das Ganze richtig zu gestalten oder damit einfach und schnell Geld verdienen wollen. Selbst wenn man sich dabei nicht als Künstler als solches betitelt, leiden alle anschließend darunter dass man den AI-Slop veröffentlicht. Zum einen jene, die es nicht sehen wollen, weil die Qualität eben nicht auf dem Level ist, das man erwartet, zum Anderen weil man selbst zu kritisch wird und echte Künstler angegangen werden, sie würden nur KI-Scheiß machen, obwohl es echte Fotokunst oder ähnliches ist, wo Jahre an Erfahrung drin steckt. Häufen sich ja auch, diese Meldungen.
da gebe ich dir völlig recht. Künstler leiden darunter, wenn es um die Industrie selbst geht. Hier ging es ja um die Frage "Bist du Künstler oder nicht" und das bezieht sich auf alle Felder wie auch das Privat Leben. Die allermeisten Künstler sind Hobby Privat Künstler. Ich bin der Meinung, dass nur eine Handvoll der Leute den Künstlern tatsächlich den Rang ablaufen will und sich selbst als Künstler bezeichnen, die aller meisten erstellen KI Bilder, weil sich eine Gelgenheit bietet.

Beispielsweise will jemand ein Weihnachtsgeschenk schenken. Die Mutter liebt Pixar Movies, aber bevor KI da war, wäre man nie auf die Idee gekommen ihr ein Familien Bild im Pixar Stil zu schenken, weil die Künstler dafür Geld genommen hätten, dass man selbst nicht bezahlen kann/bezahlen will. KI kommt um die Ecke und plötzlich ist da eine neue Gelegenheit und überhaupt die Erwägung so etwas zu machen. Diese Gelegenheit nehmen aktuell eine Menge davon war, um zu experimentieren, sich mit ihren Ideen auszutoben, wenn auch absurd oder tatsächlich ein Projekt ins Leben zu rufen, das man sich seit Jahren gewünscht hat und die Mittel dafür nicht hat.
Bei dieser Gelegenheit hätte kein Künstler Geld gesehen, auf Grund der finanziellen Lage, hier wäre kein monetärer Schaden entstanden.
(es gibt natürlich diejenigen, die bereit wären das Geld auszugeben und es dann auch mit KI machen, ja das ist halt shitty aber 99% der Bilder, die erstellt werden aktuell wären niemals von einem Künstler erstellt worden.

Darüber hinaus kann man generierte Bilder gern als Slop sehen und bezeichnen, um sie abzuwerten. Der Moment in dem die Bilder gut genug werden, dass jemand tatsächlich einen anständigen originellen Comic damit produzieren kann (in form eines creative directors nicht künstlers), kann man so viel das Wort slop in den Mund nehmen wie man will, aber der Konsument wird es feiern, wenn es gut kuratiert ist.
Die Bubble, die sich auf die Seelenlosigkeit von KI-"Kunst" fokussiert, wird immer enttäuscht sein, wenn raus kommt, dass es mit KI gemacht ist, aber vermutlich wird sie in Zukunft immer häufiger gefooled
werden. Diejenigen, die einfach nur entertaint werden wollen, ist das egal. Je koherenter das Endprodukt aussieht, desto besser, denn für die meisten Menschen gilt, ob sie am Ende Spaß mit etwas hatten.
Du kannst überall über das Internet jemanden finden versuchen, der sich deinem Vorhaben anschließt und etwas mit dir gestaltet. Schau dich hier im Forum um. Niemand will einen Cent dafür haben. Es macht einfach Spaß. Auf Reddit gibts Leute die dir Fotos restaurieren von geliebten Verwandten, von denen du nur ein halb zerstörtes Foto hast. Viele davon kostenlos. Die ganze Open-Source-Community und solche Projekte wie Wikipedia machen das alles unentgeltlich, einfach weil sie es für sinnvoll erachten. Selbst kleine Gruppen an Leuten setzen sich zusammen und bauen ein Spiel, bei dem jeder auf was anderes spezialisiert ist (Sound, Grafik, Programmierung) und sie stecken da 3 Jahre Arbeit rein in der Hoffnung, dass sie am Ende einen Spiel haben, was sich verkaufen lässt. Du kannst diese Leute finden. Es ist dank dem Internet schon längst demokratisiert.
Das Beispiel von mir war eher hypothetisch gesprochen. Ich will gar kein Artbook von einer KI erstellen lassen xDDD. Wenn ich Bilder zu irgendeiner Geschichte veröffentlichen wollen würde, dann nur von Menschen gemacht. Ich kenne genug Leute, die toll illustrieren können und würde das Geld in die Hand nehmen, wenns drauf ankommt.
Wenn man selbst die Arbeit und Kraft nicht reinstecken will, ist das aber doch auch ok. Es muss nicht jeder alle seine Gedanken in die Welt veröffentlichen.
Ist das nicht aber, wesegen die Freiheit des Internets so gefeiert wird? Dass jeder sich äußern kann. Und das Gate-Keeping von Verlagen, Connections ect war schon immer ein großes Problem für Leute, die Ideen hatten. Am Ende werden Menschen ja immer unterscheiden können, ob etwas gut ist oder nicht. Sieht man ja an Youtube. Und wer entscheidet was gut ist oder nicht? Es gibt eine Menge Künstler die gut sind, ob in Musik, in Illustration oder anderweitiges und weil sie nicht die richtigen Connections haben und ein schlechtes Timing, werden sie gar nicht so bekannt. Bei viel Müll tun sich ja meist auch zentrale Platfformen auf, die dann Spotlight geben für die Leute, die sie für wertvoll halten.
Während dessen sind wir auf einem Level der Stromproduktion der KI-Rechenzentren in den USA allein, dass die halbe EU damit versorgt werden könnte ( Golem.de: IT-News für Profis ). Tut mir leid, aber da hörts bei mir echt auf. Wir verbrennen weiter mehr Ressourcen dafür dass wir kulturellen Müll rausfeuern, was im besten Fall keiner sehen will, im schlimmsten Fall bösartige Propaganda ist. Da gibt es für mich irgendwie keine Argumentation, die das auch nur annähernd rechtfertigen würde. (Ok hier verlass ich gerade den Punkt mit der Kunst, aber ist auch irgendwie alles schwammig zur Zeit, sorry.)
Absolut. Das ist kritisch zu betrachten. Hatte vor einiger Zeit das Video mal gesehen.

Da brauchts keine Entschuldigung ;-) Ohne die 'andere Seite' der Diskussion haben wir doch gar keine Diskussion :D
:D <3
Der Nutzen dieser Algorithmen liegt meiner Meinung nach nicht im künstlerischen Bereich, sondern in Assistenzsystem wie das @pio als Beispiel in dem anderen Thread gebracht hat. Alles medizinische, was dadurch besser läuft: go for it. Da hast du am Ende wahrscheinlich einen sinnvollen Mehrwert dabei. Erkennung von Dingen in der Forschung und Zeitsparen oder bessere Simulationen, alles gut. Solange man es verstehen kann und es keine Blackbox ist.
Ich hab Leute in der Bekanntschaft, die schreiben eine Karte zum Geburtstag mit ChatGPT. Wenn es jemanden nicht wichtig genug ist, sich den Text auszudenken, warum zur Hölle schreibt man dann überhaupt diese Karte. Lasst es einfach weg.
Es ist wie immer Nutzer abhängig, um noch mal auf einen oberen Punkt einzugehen, den du gemacht hast. Leute die generative KI benutzen, um sich das Denken abnehmen zu lassen, ist das eigentliche Schlimme das passieren kann. KI jedoch Arbeit abnehmen zu lassen, ist eine andere Sache. Da gab es mal diesen Bericht über eine junge Studentin, die einen Ghostwriter verklagt hatte, weil das Ergebnis, das er erbracht hatte für die 2000 Euro, die sie bezahlt hatte zu minderwertig war. Da dachte ich im ersten Moment, dass es weird ist sich so öffentlich zu outen, dass man seine Masterarbeit nicht geschrieben hat. ABER sie hat im Grunde die ganze Denkarbeit ohne den Ghostwriter gemacht, also die Studien, die Interviews, den Aufbau der Arbeit, das ausarbeiten des Themas. Der Ghostwriter sollte das nur in Textform fassen, um die Ergebnisse zu präsentieren. Und hier habe ich innerlich einen Unterschied festgestellt in meiner moralischen Wahrnehmung. Erst dachte ich, dass sie grundsätzlich rausgeschmissen werden sollte, weil ich dachte der Ghostwriter hat die ganze Arbeit gemacht, aber den Text selbst verfassen zu lassen, während alle zugrunde liegenden Informationen, von einem selbst gemacht wurden, finde ich widerum viel weniger problematisch und an den Fall hatte ich mir erinnert, als ich mich fragte, welche Art Nutzung von KI ist denn überhaupt halbwegs legitim und welche nicht.

Klar, wenn ich als "Schritfsteller" KI texte generieren lasse ist das hirnrissig, denn da geht es ja um meine Schreibfertigkeiten, genauso wie das erstellen von Bildern als Künstler. Aber bei so etwas wie wissenschaftlichen Arbeiten, hätte ich weniger ein Problem damit, wenn alle Infos die verarbeitet werden, von mir sind und nicht von ChatGPT zusammengekleistert.
 

MaVericK

Autor
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Ich kann erst mal jeden Punkt, der hier genannt wurde, nachvollziehen und möchte mich bei den Vorgänger:innen bedanken. Ich schaue immer wieder gern in dieses Thema rein, weil das eine gesellschaftliche Debatte ist. Und wenn ich mir anschaue, was ich selbst vor ein paar Monaten noch geschrieben habe, merke ich: Positionen sind fließend. Das ist für mich völlig normal.
Ich sehe das Ganze aus zwei Perspektiven.
Ich kenne die Kulturindustrie als Autor. Ich habe Freund:innen im Film-, Sound- und Schauspielbereich, kenne genug Freelancer und weiß ziemlich genau, wie die Realitäten dort aussehen. Genau deshalb sehe ich hier auch die Chance, Begriffe wieder klarer zu benennen. Die eigentliche Gefahr bei KI ist für mich nicht die Technik, sondern dass – wie so oft – Begriffe weichgekocht werden.
Kunst ist Kunst.
Und das, was KI macht, ist technische Visualisierung. Punkt.
Das ist für mich keine Kunst. Deshalb existiert für mich auch kein „KI in der Kunst“. Dieser Begriff greift für mich schlicht nicht. Und wenn Leute so einen scheiß labbern, wie "ich bin jetzt AI-ARTIST' - ja dann ehrlich, dann sind die Spiegeleier aber auch wirklich schwatt oben abgebrannt. Dad is doch wie, ey ich kann gut Suppe kochen und man kippt Heißes Wasser auf Instant-Nudeln 😂

Für mich heißt das aber nicht, dass KI nicht genutzt wird. Sie wird genutzt – als Werkzeug. Eher aus einer Showrunner- oder Projektmanager-Perspektive heraus. KI ist Teil von Arbeitsketten, um Dinge sichtbar zu machen. Mehr nicht.
Gerade entsteht hier über das Forum eine Pilotfolge für ein Projekt. Ein Kindheitstraum von mir. Ohne KI gäbe es dieses Projekt nicht. Die Gatekeeper in der Kulturbranche sind hoch, das wissen viele hier. Und ja, da geht es auch um Macht. KI sorgt gerade dafür, dass Menschen Ideen visualisieren können, die vorher keine Chance hatten – ohne Gönner, ohne Beziehungen. Und eben auch Glück, was nicht heißt, dass es nicht auch Talent braucht.
Die Kulturbranche ist in Teilen elitär. Nicht überall, aber eben auch nicht so offen, wie oft behauptet wird.
KI hilft hier aus meiner Sicht, wenn man sie nicht verteufelt, sondern gewissenhaft einsetzt und Begriffe sauber hält. Für mich ist es legitim, KI als Werkzeug zu nutzen. Aber es bleibt ein Werkzeug. Wer sich hinstellt und sagt „Schaut mal, wie toll ich diese Animationen gemacht habe“, macht sich selbst lächerlich.
Mir geht es um die Gesamtinszenierung – und im besten Fall darum, später echte Menschen mit an Bord zu holen, wenn Ziel und Budget da sind.
Und noch ein Punkt zu „Erfolg“ und Verkaufszahlen:
Schaut euch an, was alles auf der Spiegel-Bestsellerliste stand und als großer Erfolg gilt. Dann schaue ich in mein Bücherregal und sehe E. T. A. Hoffmann, Victor Hugo oder Papillon. Dann weiß ich als Leser sehr genau, wo für mich literarische Kunst liegt – und was einfach Verkaufszahlen sind. McDonald’s verkauft auch Millionen Burger am Tag. Das macht sie nicht zu 4 Sterne Köche.
Um das auch selbst einzuordnen und nicht unkritisch mit mir selbst zu wirken: Aktuell bin ich eher der letzte schmierige Imbissbuden-Burgerbrater, der viele Techniken nutzt, um überhaupt etwas auf den Teller zu bekommen – in der Hoffnung, irgendwann aus der Drecksbude rauszukommen. Ohne dabei Imbissbuden anzugreifen. Aber man sollte schon wissen, was man gerade macht.

Danke für eure Beiträge, ich profitiere hier echt von euren Sichtweisen!


Ach eins noch: Was aber auch dazu abfuckt, ist halt wie man als Freelancer zu kasse gebeten wird, ich habe das bei meinen Bekannten halt wieder mitbekommen wie da Finanzamt die Arme aufgemacht hat und wenn dann eine Technik kommt, von einem Unternehmen, dass hier joch nicht Mal Steuern zahlt, dann verstehe ich jeden Selbständig dem der Arsch platzt.
 

MaVericK

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Also ich denke vielen ist schon mittlerweile klar, dass ein Bild mit einer KI zu generieren einen selbst nicht zum künstler macht oder? Und wer den Schuss nicht gehört hat, der ist vermutlich selbst Laie und wäre gerne ein Künstler.

Jedoch finde ich das runterspielen der KI Nutzung im kreativen Prozess etwas mager, denn klar, man ist selbst kein Künstler, aber man kann durchaus Creative Director sein und bewusst kuratieren, was in das Produkt hinein genommen wird, damit es der kreativen Vision entspricht. Beispielsweise ein Comic. Klar ist man nicht der künstler des Comics, aber man ist irgendwo Projektleiter und muss Entscheidungen treffen, wie das Endprodukt rüber kommen soll. Und damit wird eine Sammlung vorgenommen, die einer Vorstellung folgt, die jemand versucht für andere Sichtbar zu machen. Und somit muss es eine ästehtische Koherenz erreichen.
Seit der Moderne ist der Begriff Kunst so weit weg, vom Ölgemälde, dass jemand, der sich Bilder aus der Bravo ausstanzen lässt und die gestanzten Bilder dann aneinander legt schon wieder ein Künstler ist.

Ich glaube manchmal wird etwas verkannt, dass die Leute, die generative KI benutzen, nicht unbedingt Künstler sein wollen, sondern ihre Ideen hörbar oder sichtbar machen wollen. Würden alle Künstler, die ich kenne kostenlos arbeiten, dann würde ich ihnen sofort alle meine Idee geben, wie ich gerne eine Geschichte illustriert haben möchte und würde das mit denen besprechen und dann am Ende ein von echten Menschen produziertes Artworkbuch für eine Story haben. Aber Künstler wollen Geld haben, weil sie auch leben wollen und daher würde für diese Geschichte nie irgend etwas visuelles jemals irgendwo erscheinen. Denn derjenige, der die Idee hat, hat auch nicht genug Geld das zu bezahlen. Es ist daher schon eine Demokratisierung der Umsetzung von Konzepten und Ideen, die sonst nur durch Connections und genug Geld das Licht der Welt erblickt hätten.

Ich möchte mich einmal dafür entschuldigen, dass ich bei dem Thema KI manchmal wie der Advocatus Diaboli rüberkomme. Mir fällt immer wieder auf, dass der eigentliche Nutzen von KI häufig so sehr auf das Thema "bist du künstler oder nicht" gemünzt wird, anstatt auf das, was eigentlich im wesentlichen damit gemacht wird. Keiner der sich für Kunst interessiert, interessiert sich für KI Kunst. Aber Leute die entertaint werden wollen, interessieren sich für hübsche bilder und lustige songs oder vielleicht auch den kuratierten KI-Bild Comic, der eine bewusst erzählte Geschichte darstellt. Und dafür wird es auch abnehmer geben. Alleine wenn man Ballerina Cappuccina sieht. Letztens habe ich Schlüsselanhänger mit diesen schrecklichen Figuren gesehen, aber die Kinder machen sich einen Gaudi draus. Alles KI generiert, nichts davon ist wirklich bewusst gemacht worden, aber scheinbar genug happy accident, dass es kommerziell verkauft und sich wie ein lauffeuer verbreiten kann.
Ich erkenne mich bei dir viel wieder 👍🏼
 

MaVericK

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da gebe ich dir völlig recht. Künstler leiden darunter, wenn es um die Industrie selbst geht. Hier ging es ja um die Frage "Bist du Künstler oder nicht" und das bezieht sich auf alle Felder wie auch das Privat Leben. Die allermeisten Künstler sind Hobby Privat Künstler. Ich bin der Meinung, dass nur eine Handvoll der Leute den Künstlern tatsächlich den Rang ablaufen will und sich selbst als Künstler bezeichnen, die aller meisten erstellen KI Bilder, weil sich eine Gelgenheit bietet.

Beispielsweise will jemand ein Weihnachtsgeschenk schenken. Die Mutter liebt Pixar Movies, aber bevor KI da war, wäre man nie auf die Idee gekommen ihr ein Familien Bild im Pixar Stil zu schenken, weil die Künstler dafür Geld genommen hätten, dass man selbst nicht bezahlen kann/bezahlen will. KI kommt um die Ecke und plötzlich ist da eine neue Gelegenheit und überhaupt die Erwägung so etwas zu machen. Diese Gelegenheit nehmen aktuell eine Menge davon war, um zu experimentieren, sich mit ihren Ideen auszutoben, wenn auch absurd oder tatsächlich ein Projekt ins Leben zu rufen, das man sich seit Jahren gewünscht hat und die Mittel dafür nicht hat.
Bei dieser Gelegenheit hätte kein Künstler Geld gesehen, auf Grund der finanziellen Lage, hier wäre kein monetärer Schaden entstanden.
(es gibt natürlich diejenigen, die bereit wären das Geld auszugeben und es dann auch mit KI machen, ja das ist halt shitty aber 99% der Bilder, die erstellt werden aktuell wären niemals von einem Künstler erstellt worden.

Darüber hinaus kann man generierte Bilder gern als Slop sehen und bezeichnen, um sie abzuwerten. Der Moment in dem die Bilder gut genug werden, dass jemand tatsächlich einen anständigen originellen Comic damit produzieren kann (in form eines creative directors nicht künstlers), kann man so viel das Wort slop in den Mund nehmen wie man will, aber der Konsument wird es feiern, wenn es gut kuratiert ist.
Die Bubble, die sich auf die Seelenlosigkeit von KI-"Kunst" fokussiert, wird immer enttäuscht sein, wenn raus kommt, dass es mit KI gemacht ist, aber vermutlich wird sie in Zukunft immer häufiger gefooled
werden. Diejenigen, die einfach nur entertaint werden wollen, ist das egal. Je koherenter das Endprodukt aussieht, desto besser, denn für die meisten Menschen gilt, ob sie am Ende Spaß mit etwas hatten.

Das Beispiel von mir war eher hypothetisch gesprochen. Ich will gar kein Artbook von einer KI erstellen lassen xDDD. Wenn ich Bilder zu irgendeiner Geschichte veröffentlichen wollen würde, dann nur von Menschen gemacht. Ich kenne genug Leute, die toll illustrieren können und würde das Geld in die Hand nehmen, wenns drauf ankommt.

Ist das nicht aber, wesegen die Freiheit des Internets so gefeiert wird? Dass jeder sich äußern kann. Und das Gate-Keeping von Verlagen, Connections ect war schon immer ein großes Problem für Leute, die Ideen hatten. Am Ende werden Menschen ja immer unterscheiden können, ob etwas gut ist oder nicht. Sieht man ja an Youtube. Und wer entscheidet was gut ist oder nicht? Es gibt eine Menge Künstler die gut sind, ob in Musik, in Illustration oder anderweitiges und weil sie nicht die richtigen Connections haben und ein schlechtes Timing, werden sie gar nicht so bekannt. Bei viel Müll tun sich ja meist auch zentrale Platfformen auf, die dann Spotlight geben für die Leute, die sie für wertvoll halten.

Absolut. Das ist kritisch zu betrachten. Hatte vor einiger Zeit das Video mal gesehen.


:D <3

Es ist wie immer Nutzer abhängig, um noch mal auf einen oberen Punkt einzugehen, den du gemacht hast. Leute die generative KI benutzen, um sich das Denken abnehmen zu lassen, ist das eigentliche Schlimme das passieren kann. KI jedoch Arbeit abnehmen zu lassen, ist eine andere Sache. Da gab es mal diesen Bericht über eine junge Studentin, die einen Ghostwriter verklagt hatte, weil das Ergebnis, das er erbracht hatte für die 2000 Euro, die sie bezahlt hatte zu minderwertig war. Da dachte ich im ersten Moment, dass es weird ist sich so öffentlich zu outen, dass man seine Masterarbeit nicht geschrieben hat. ABER sie hat im Grunde die ganze Denkarbeit ohne den Ghostwriter gemacht, also die Studien, die Interviews, den Aufbau der Arbeit, das ausarbeiten des Themas. Der Ghostwriter sollte das nur in Textform fassen, um die Ergebnisse zu präsentieren. Und hier habe ich innerlich einen Unterschied festgestellt in meiner moralischen Wahrnehmung. Erst dachte ich, dass sie grundsätzlich rausgeschmissen werden sollte, weil ich dachte der Ghostwriter hat die ganze Arbeit gemacht, aber den Text selbst verfassen zu lassen, während alle zugrunde liegenden Informationen, von einem selbst gemacht wurden, finde ich widerum viel weniger problematisch und an den Fall hatte ich mir erinnert, als ich mich fragte, welche Art Nutzung von KI ist denn überhaupt halbwegs legitim und welche nicht.

Klar, wenn ich als "Schritfsteller" KI texte generieren lasse ist das hirnrissig, denn da geht es ja um meine Schreibfertigkeiten, genauso wie das erstellen von Bildern als Künstler. Aber bei so etwas wie wissenschaftlichen Arbeiten, hätte ich weniger ein Problem damit, wenn alle Infos die verarbeitet werden, von mir sind und nicht von ChatGPT zusammengekleistert.
Und genau diese Gedanken toben bei mir auch, ihr beide seid einfach gerade die Diskussion in meinem Kopf 😂😂😂👍🏼
 
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