Ich habe mit 6 Jahren Klarinette gelernt und bin dann bald von der Jugendkapelle in die Stadtkapelle gewechselt. Dort habe ich mich in 10 Jahren von der dritten zur zweiten bis zur ersten Klarinette hochgespielt. Bluegrass-Band inclusive. Dann hab ich es geschmissen. Blasmusik war einfach nichts meins. Ein Mono-Instrument hat mich einfach nicht mehr interessiert.
Es muss Knöpfe haben und blinken.
Mit 14 habe ich mit Orgelunterricht begonnen, wo ich immer mit dem Fahrrad 3 Kilometer hin fahren musste (auch im Winter). Das erste eigene Keyboard war ein Klotz von Korg. Seit ich 19 Jahre bin, spielte ich dann in verschiedenen Bands die Keyboards. Cover, 90er bis heute, Funk, Crossover (Rock+Rap) und Bluesrock. Häufig eigene Songs, die ich meist federführend geschrieben hab (die Musik, den Text machte meist der Sänger). Gespielt habe ich bis heute nur Korg und Roland (TR-Serie und Roland Juno etc). Seit knapp einem Jahr bin ich jetzt erstmals nach 30 Jahren ohne Band, weil ich mehr im Studio machen wollte. Heute spiele ich nur noch Keyboards.
Parallel zu dieser Laufbahn kam der Spass am PC zu musizieren sehr früh: Der erste Rechner auf dem ich ernstzunehmend versucht habe Musik zu machen ist der
Commodore Amiga 500 gewesen. Dabei startete ich mit den damals üblichen
Trackern. An den Namen des ersten kann ich mich nicht mehr erinnern, aber später kam dann der
Oktalyzer zum Einsatz. Der war deshalb super, weil er mit einem technischen Trick insgesamt 8 Stimmen produzieren konnte, statt der von der Technik vorgegebenen 4. Zwar zu Lasten der Klangqualität, aber hey, 8 Stimmen...
Später dann, nachdem ich auch etwas Orgel-Unterricht hatte, habe ich mir ein MIDI-Interface gekauft und damit meinen
Yamaha TG33 Rack-Synthesizer angesprochen (wie ein Keyboard, aber ohne die Tastatur sondern nur der Klangerzeuger). Als MIDI-Tastatur wurde mein altes Korg-Keyboard verwendet (damals noch ohne Anschlagdynamik, das war Luxus den ich mir nicht leisten konnte). Also musste auch ein passender MIDI-Sequencer her (so nannte man DAWs damals). Nach ein paar Tests bin ich bei
Bars & Pipes Professional gelandet. Danach kamen viele DAWS wie Massive, EnergyXT, Bandlab, Cubase etc.
Der TG33 wurde bald noch durch einen
Yamaha RY30 Drumcomputer und einen
ESI32 Sampler ergänzt (nur Echt mit eingebautem Diskettenlaufwerk und per SCSI angeschlossenem CD-Laufwerk). Noch später dann ein
EMU Proteus 1000, der auch auf der Bühne gespielt wurde.
So habe ich eine ganze Weile gearbeitet und ich habe dann mit diesem Setup in 1996 mein erstes Album
seven pieces aufgenommen (7 Titel, 26:15 Laufzeit). Damals kamen selbst gebrannte CD gerade in Mode aber ich konnte mir das noch nicht leisten. Also habe ich die Aufnahmen auf einer
DAT-Kassette an ein Tonstudio gesendet und mir das 10 Mal auf CD brennen lassen. Ich erinnere mich noch, wie ich zusammen mit meiner damaligen Freundin (und heutigen Frau) Monja in meinem roten Fiat Uno in Donaueschingen zur Post gefahren bin um das Paket abzuholen. Ich war so stolz!
Kurz darauf habe ich die Aufnahmen dann mit
Samplitude auf dem Amiga gemacht (inzwischen war es ein Amiga 2000). Ich konnte damit Stücke schneiden und auch mischen etc. Das war ein echter Fortschritt und weckte den Wunsch nach Audio-Recording. Das lies sich mit Bars & Pipes aber nicht machen und ich brauchte was neues. Inzwischen war der Amiga auch nicht mehr das Mittel der Wahl. Stattdessen sollte es ein Windows-PC mit Windows 98 sein. Seither bin ich auf Windows mit diversen DAWs.
Heute spiele ich einen Roland JUNO-DS und ein Korg TR76 Keyboard. Das meiste mache ich aber in meiner DAW (Studio One, Presonus/Fender). Die Keyboards sind meistens nur noch MIDI-Zuspieler. Ich nutze viele VST wie EastWest, UVI- und Kontakt-Libraries. Dazu einige VST Synthesizer (Blue2, Zebra, Hive, Surge etc) und auch Soundfonts. Ich nehme mit einer Mackie Soundkarte, einem Presonus Röhren-Pre-Amp und Rode- und Sennheiser-Mikrofonen auf. Meine Monitore sind aktuell Mackie MR624.