Blutiger Anfänger braucht Akustik-Nachhilfe für Videoproduktion

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Verney

Super-Hoertalker
Zitat: "Ich höre halt über Kopfhörer, dass es teilweise ganz schön basslastig wummert. "

genau das meine ich. Das klingt wie ein kurzes Echo auf nur einer tiefen Frequenz, so etwa 100 Hz, würde ich schätzen.

Das beste Dämmatrial bringt wenig, wenn es zu nah an der Wand angebracht ist.

100 Hz entsprechen einer Wellenlänge von etwa 3,4 m. Ein viertel von dieser Wellenlänge ist immer noch 80 cm. Bei etwa dieser Entfernung des Dämmmaterials von der Wand würde man diese Bässe in den Griff kriegen, weil die entsprechende Schallwelle da ein Maximum hat. Das macht natürlich kaum jemand, weil dann meist kaum noch etwas von der Sprecherkabine o.ä. übrig wäre. Darum sind die meisten semiprofessionellen Sprecherkabinen auch leider sehr basslastig.

Das Bönermann- Beispiel finde ich persönlich in den Bässen grenzwertig, aber es ist noch o.k. , und es hat auch nicht diesen "Echo Effekt" wie bei Dir, das scheint eher ein Nahbesprechungseffekt zu sein, der möglicherweise auch bewusst eingesetzt würde, um die Stimme voller klingen zu lassen.

Wie ich schon vor längerer Zeit einmal gesagt habe, (da hatte mich leider jemand unhöflich unterbrochen, daher hatte ich mich aus der Diskussion zurückgezogen, ich widerhole meine Aussage aber gerne noch einmal): Räum doch, wenn Du wenig Geld ausgeben willst, einfach ein altes gemütliches Sofa und ein paar gut gefüllte Bücherregale in den Aufnahmeraum. Dann haben die Leute nicht nur was zu sitzen und zu lesen, sondern die Akustik bessert sich gewaltig. Das Problem ist, dass es derzeit immer noch hallt, aber eben nur noch in den Bässen. Je mehr Schall Du mit Sofas und anderen Absorbern schluckst, desto mehr ist auch das Bassecho weg.

Daher ist alles gut, was Schall schluckt und weiterhin auch alles gut was Schall streut, damit keine Resonanzen / stehende Wellen entstehen können. Konvexe Strukturen sind besser als konkave, also im Zweifelsfall die Bücherregale kreuz und quer stellen, nicht parallel zu den Wänden und schon gar nicht an die Wand, und wenn zwei zusammen, dann so gewinkelt, dass ihre gemeinsame Spitze in Richtung Sprecher zeigt - das streut schon mal nach außen und dämpft auch.

Mit elektronischen Filtern zu arbeiten, halte ich nur für die letzte Lösung, wenn nix anderes mehr geht, weil das eigentliche Problem damit nicht gelöst wird. Du hast derzeit ein Bassecho. Wenn Du das mit einem Filter bekämpfst, filterst Du leider auch die Bässe aus Deiner Stimme heraus. In der Summe mit dem verbleibenden Bassecho sind dann immer noch genug Bässe da, aber eben z.T. als Echo, also schwammiger.

Ich schaue einmal zu, wo ich gute Rundfunk-Sprachaufnahmen finde, als Referenz.
 
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Verney

Super-Hoertalker
Das hier finde ich zum Beispiel, ist eine gute Sprachaufnahme, als Referenz. Natürlich ist das etwas komplett anderes, weil der bei der Aufnahme vor einem guten Mikro im Tonstudio, vermutlich mit rundfunkrichtlinienspezifizierter Akustik saß. Trotzdem kann es nichts schaden, sich einmal an einem guten Beispiel zu orientieren.


Also verglichen mit dem Böhmermann-Video ein Unterschied wie Tag und Nacht - als Vorbild - so sollte idealerweise eine Sprachaufnahme angestrebt werden ;-)
 
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Funky Beat

Sprecher, Musiker, Komponist und Sänger
Sprechprobe
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Hi,

dieser Pyramidenkrams ist meistens etwas für die Optik und taugt meiner Meinung nach höchstens zur Feinjustierung. Denn wenn du mal hinschaust siehst du, dass der Schaum in den Zwischenräumen zwischen den Pyramiden extrem dünn wird und ohne Material kann auch nix absorbiert werden
[...]. Damit muss man auch nicht die ganze Wand /Decke flächig füllen. Ein paar wenige wirken da schon fast Wunder
Marcel
Moin
Hier muss ich widersprechen: Akkustilplatten, ob nun Schaumstoff oder Eierkartons, dienen ausschließlich der Schallbrechung. Dadurch wird der hochtönende Teil des Klanges gebrochen und damit der Halleffekt reduziert. Nur gerade, glatte Flächen reflektieren (STICHWORT Spiegel).
Hast du einen basslastigen Nachhall, brauchst du Bassabsorber. Baupläne findest du im Internet, aber je nach Intensität könnten schon ein Sitzsäcke in den Ecken reichen.
Schallschutz für oder von den Nachbarn ist schon ein größeres Projekt. Da empfehle ich die Raum im Raum-Variante.
STUDIOBOX Raum in Raum System – Beste Schalldämmung für Haus, Studio und Labor.
Das fällt bei dir aber wohl eher aus.
Ich habe mit meiner Sprecherkabine sehr gute Erfahrungen mit Akkustiknoppen gemacht, der Klangunterschied ist signifikant. Richtig ist aber, daß die Teile nicht flächendeckend verbaut werden müssen, es sei denn, man strebt einen Elbphilharmonie-sound an (pfurztrocken).
Nebenbei: die Teile gibt es jetzt auch in bunt.
LG, Frank
 

Spirit328

Veni, audi, secari
Über die akustische Auswirkungen von Eierkartons kann man sich HIER kompetent informieren.

Ja, Eierkartons sind in gewissen Frequenzbereichen als Diffusoren zu betrachten. Ihre Absorbereigenschaften kann man vernachlässigen, auch bei Sprache.

Was mich viel mehr GEGEN Eierkartons eintreten läßt, ist ihre sehr leichte Entflammbarkeit. Macht mal den Test eine glimmende Zigarette in einen aufgeklappten Eierkarton legen. Aber macht es bitte U N B E D I N G T im Freien und haltet Feuerlöscher oder einen gefüllten Eimer Wasser bereit. (Zur Sicherheit) Danach werdet Ihr das Thema Eierkarton mit anderen Erfahrungen sehen.

Akustik zu bearbeiten ist mit nichten damit getan Schaumstoff an die Wände zu tackern, egal in welcher Form.
Für den Hobbyisten mögen ein paar Platten Schaumstoff, eine paar Bass-Absorber und vielelicht ein auch optisch netter Diffusor hinreichend sein und damit wollen wir es gut sein lassen.
Wie @Verney schon so richtig bemerkte, richtig funktionierende (Bass-) Absorber müssen nicht nur groß sein, sondern auch an der richtigen Position stehen. Das bekommt der Hobbyist aber gaaaaaanz selten hin, weil er eben keine 200 qm große Regie und/oder Aufnahmeraum hat. Also macht sie/er was halt so geht und hofft das Beste.

Im vorliegenden Fall würde es schon viel helfen, wenn das Mikro-Signal im EQ nur an den notwendigen Stellen bearbeitet werden würde und man nicht noch die Bässe anhebt, wenn es ohnehin schon eine stehende Welle zu geben scheint.
Dann noch etwas Absorber vor die Balkontür und Ruhe ist.

Mal abgesehen von den dumpfen, zum Teil wummernden Bässen finde ich die Aufnahmen von @Sawyer gar nicht so schlecht. Ein bißchen Kosmetik hier und da und es läuft.

Wer mal richtig gute (Studio-) Akustik erleben will, sollte man ins Galaxy Studio fahren und um Einlaß bitten. (Am bestern in umgekehrter Reihenfolge). Galaxy Studios Heimatseite und Guided Tour und dann fühlt man sich wieder ganz geerdet.

Viel wichtiger als ein möglichst linearer Sound bei der Aufnahme ist, dass möglichst alle (!) Störsignale eliminiert werden, wobei der Aufwand in einem gesunden Verhältnis zum Nutzen stehen sollte. Die Van Baelen Brüder zeigen das andere Ende des Leistungsspektrums. Ideale sind wie Sterne, man wird sie nie erreichen, aber man sich hervorragend an ihnen orientieren.

Also Eierkartons raus, ein bißchen Absorbermaterial rein. einen oder zwei Diffusoren und schon wird's besser. Dann noch ein bißchen Abstand zum Mikro, deutlich sprechen und schon klingt's auch einigermaßen ordentlich. Zumindest für unsere Zwecke hier.
 
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Eric

Super-Hoertalker
Sprechprobe
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Also man sollte mit dem was man hat schon sehr gut arbeiten können.
Lad doch mal eine unbearbeitete Aufnahme hoch und wir schauen mal was man alles so machen kann.
Wieso nicht erstmal damit arbeiten was man hat?
Deine Hörprobe ist, wie bereits festgestellt wurde, sehr stark komprimiert. Vielleicht ergibt sich ja wenn man das Ganze richtig angeht ein schon so ordentliches Klangbild.
Zu verlieren hast du nichts.
 

Spirit328

Veni, audi, secari
Das hier finde ich zum Beispiel, ist eine gute Sprachaufnahme, als Referenz. Natürlich ist das etwas komplett anderes, weil der bei der Aufnahme vor einem guten Mikro im Tonstudio, vermutlich mit rundfunkrichtlinienspezifizierter Akustik saß. Trotzdem kann es nichts schaden, sich einmal an einem guten Beispiel zu orientieren.
Für mich hört sich das an, wie ein Neumann U87 in einem Tonstudio oder einer Sprecherkabine beim WDR. Das Rauschen ist sicherlich dem Alter und dem Speichermedium geschuldet. Und ja, Hanns-Dieter Hüsch war ein exellenter Sprecher.
Der Sound der Aufnahme ist bis auf eine kleine Reduktion des Näselns von HDH und (natürlich) ein HPF, linear. Ganz großes Damentennis.

Aktueller Neupreis eines U87 ai: ~2.500 €, Doch dann braucht man noch ein paar richtig gute Kabel, einen hervorragenden Mic-Preamp und ein entsprechendes Speichermedium bzw. zunächst einen AD-Wandler, der nicht alles zunichte macht.

Da wird das Budget schon mal 5-stellig, vor dem Komma.

Aber als Referenz finde ich das Beispiel ziemlich großartig. Zumal man von den sonst typischen HDH-Zischern recht wenig hört.
 

Verney

Super-Hoertalker
Moin
Hier muss ich widersprechen: Akkustilplatten, ob nun Schaumstoff oder Eierkartons, dienen ausschließlich der Schallbrechung. Dadurch wird der hochtönende Teil des Klanges gebrochen und damit der Halleffekt reduziert. Nur gerade, glatte Flächen reflektieren (STICHWORT Spiegel).
Hast du einen basslastigen Nachhall, brauchst du Bassabsorber. Baupläne findest du im Internet, aber je nach Intensität könnten schon ein Sitzsäcke in den Ecken reichen.
Schallschutz für oder von den Nachbarn ist schon ein größeres Projekt. Da empfehle ich die Raum im Raum-Variante.
STUDIOBOX Raum in Raum System – Beste Schalldämmung für Haus, Studio und Labor.
Das fällt bei dir aber wohl eher aus.
Ich habe mit meiner Sprecherkabine sehr gute Erfahrungen mit Akkustiknoppen gemacht, der Klangunterschied ist signifikant. Richtig ist aber, daß die Teile nicht flächendeckend verbaut werden müssen, es sei denn, man strebt einen Elbphilharmonie-sound an (pfurztrocken).
Nebenbei: die Teile gibt es jetzt auch in bunt.
LG, Frank
Sorry, das verstehe ich etwas anders, je nachdem, was man unter sog. "Akustikplatten" verstehen will. Poröser Schaumstoff (man muss mit einer gewissen Anstrengung durchpusten können) ist etwas völlig anderes als die - akustisch größtenteils wirkungslosen - Eierpappen.

Der poröse Schaumstoff (pyramidenform oder nicht, das ist fast egal) funktioniert folgendermaßen:

Für einen Nachhall, wie wir ihn in diesem ursprünglichen Beispiel einmal gehört haben, wird der Schall ganz oft an den Wänden reflektiert ( je nach Dauer das Nachhalls, Raumgröße und der Schallgeschwindigkeit 340 m/s kann man sich die Anzahl der Reflexionen ausrechnen.)

Bei jeder Reflexion wird etwas mehr Schallenergie durch den vor den Wänden befindlichen Schaumstoff "verwärmt", weil die Luftmoleküle in den offenen Poren des Schaumstoffs reiben, also Bewegungs- (Schall-)Energie in Reibungsenergie-> Wärme umsetzen. Also wird der Nachhall ganz schön oft (bei jeder Reflexion ein wenig ) durch den Schaumstoff reduziert.

Leider kommt in der Nähe der Wand aber die Tatsache zum Tragen, dass Schall eine Welle ist. An der Wand ist ein Wellenknoten. Klar gibt es auch schräg eintreffende Schallwellen, aber im Wesentlichen kommt schon die Faustformel ganz gut hin, dass sich das erste Amplitudenmaximum (Wellenbauch) 1/4 Wellenlänge von der Wand befindet. Wenn man an dieser Stelle dämpft (den Schaumstoff aufhängt) kriegt man diese Frequenz (und höhere Frequenzen, die da bereits ihr zweites oder drittes Maximum haben, aber da wird das Frequenzspektrum langsam schon zum Kontinuum) bedämpft.

Ich gebe Dir aber Recht, dass die Pyramidenform des Schaumstoffs tatsächlich - wenn überhaupt - lediglich eine streuende Wirkung hat. Dass er darüber hinaus oft wirkungslos bleibt, liegt daran, dass die Leute ihn leider oft direkt auf die Wand kleben, statt auf eine Lattung im entsprechenden Abstand davor. Das ist Geld- und Zeitverschwendung.
 

Verney

Super-Hoertalker
Dann hattest Du eben nur Höhen zu bedämpfen. Bässe sind durch das "auf die Wand kleben" des Schaumstoffs ganz sicher nicht gedämpft worden.
 

Funky Beat

Sprecher, Musiker, Komponist und Sänger
Sprechprobe
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Vollkommen richtig. Auf die Bassdämpfung hatte ich beim Bau der Kabine schon geachtet. Aber das hatte ich auch schon erwähnt, daß das gegen Bass nix taugt. Sofa als Bass-Absorber fand ich eine gute Idee. Oder Sitzsäcke in den Ecken. Oder so. Klappt an der Decke natürlich nur bedingt . Müsste man dann mit einem Statiker besprechen.
 

Verney

Super-Hoertalker
An der Decke ist aber oft am meisten ungenutzer Platz, der für akustische Maßnahmen genutzt werden kann.

Das mit den Möbeln kennt doch jeder, der einmal umgezogen ist - wenn die Räume leer sind klingen die extrem unangenehm hallig. Nichts anderes ist das - ein paar Möbel reinzustellen verbessert die Akustik ungemein - das streut und schluckt den Schall - und ist preiswert und sinnvoll nutzbar.
 

Spirit328

Veni, audi, secari
Es ist eine allgemeine Weisheit, daß man Bässe nur durch Absorbtion in für uns erschwinglichen Räumen bekämpfen kann.

Das preiswertes Mittel ist der DIY Bassabsorber, mit 100en von Anleitungen auf UTube.
Man kann auch einen Helmholtzresonator bauen, doch das ist schon die höhere Schule. Wenn es ein Helmholtz-Resonator für den Bass-Bereich (<= 120 Hz) sein soll, dann nimmt das schnell sehr raumfüllende Dimensionen an. Wirkt zwar super, aber was nutzt ein halber Raum?

Aber wirklich stilecht kommt ein Sofa nur mit der entsprechenden Menge Gaffa an die Decke. Spaxen. Pah - Freestyler! ;-)
 

Spirit328

Veni, audi, secari
Man kann auch Spaltabsorber an die Wände packen. Das sieht man in Fernsehstudios, Regien und Radio-Regien oder Aufnahme Studios oft.
Wirkt wie'd Sau und sieht auch super edel aus. Nur das mit dem Budget ist so eine Sache. Die sind nämlich alles andere als erschwinglich.
 

Verney

Super-Hoertalker
Wenn Du dich an die ersten Testaufnahmen erinnerst, klangen die Hallig wie ein unmöbliertes Zimmer / Badezimmer, also zehn mal schlimmer als mein Wohnzimmer. Das ist mit einfachen Mitteln zu ändern. Unglücklich positionierte Absorber führen dagegen dazu, dass Nachhall absorbiert wird, aber eben nicht in den Bässen. Der Restschall der nun übriggeblieben ist, liegt nun im Bassbereich.

Wenn man den Schall schnell streut (damit keine lokalen Maxima auftreten) und weiterhin den Nachhall über das gesamte Frequenzspektrum reduziert, hat man schon viel gewonnen. Das geht auch mit erschwinglichen Mitteln, beispielsweise durch Vermeidung paralleler Wände (gefüllte Bücherregale in den Raum stellen) und Absorbtion (z.B. ein von der Wand entfernt stehendes Sofa, etc.) Es gibt, z.B. bei Thomann, auch Stellwände mit Schaumstoff, die kann man hin und herschieben und damit herumexperimentieren.- klar geht´s definiert und berechnet mit professionellen Mitteln noch besser - auch das ist eben auch sehr viel teurer...
 

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