Tinchen

Lektorin, Autorin, Sprecherin
Teammitglied
Sprechprobe
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Hallo,

da wir uns ja nun in kleinen Gruppen für Feedback / Schauspiel treffen, habe ich mal einen kleinen Dialog erstellt, der in verschiedenen Varianten gesprochen werden kann.

Viel Spaß damit.

Übungstext



Hier ist ein Beispiel für einen kurzen Dialog, der je nach Übungseinheit emotional verändert werden kann. Einige Varianten habe ich unten vorgeschlagen, sowie einige Hinweise zu Emotionen gegeben, die man hörbar darstellen kann und wie man sie sich besser vorstellen kann.



A: Ich brauche dich.

B: Ja…sorry.

A: Was soll das heißen? Ja…sorry?

B: Ja… ich konnte nicht.

A: Es fällt mir nicht leicht, um etwas zu bitten, das weißt du.

B: Ja. Weiß ich. Und?

A: Wie und? Ich habe dich gebeten zu kommen, aber du warst nicht da.

B: Kann doch mal passieren.

A: Nein, kann es nicht und darf es nicht.

B: Tja, ist aber so.



  • Variante 1
  • Beziehungsdrama. A ist traurig, devot, versucht kein Aufhebens zu machen, kämpft weinerlich um die Beziehung zu B. B hat sich gedanklich längst von A gelöst, ist desinteressiert und kalt mit einem gelangweilten Schulterzucken.

  • Variante 2
  • Beziehungsdrama. A macht B Vorwürfe, ist passiv aggressiv. B blockt alles ab. Beide schaukeln sich gegenseitig hoch, bis sie sich anschreien.

  • Variante 3
  • Arbeitsverhältnis zwischen herrischem Chef (A) und rebellierendem Mitarbeiter (B). Gespräch bleibt sachlich, fachlich, untergründig passiv aggressiv, weil der Mitarbeiter so gegen den Chef rebelliert.




  • Was außerhalb des geschriebenen Textes wichtig ist: Geräusche/Emotionen.
  • Wenn man sie sich wie eingestreute Emojis im Text vorstellt, kann es helfen. Oder man überlegt, wie der Text in einem Roman stehen könnte. Welche Umschreibungen wären genutzt worden.


  • Seufzen
  • Er seufzte abgrundtief, um seine Seele vom Ballast zu befreien.
  • Sein Seufzen klang genervt, wie immer, wenn er keine Zeit mehr hatte.
  • Kaum hörbar war sein Seufzen, als ob er sich nicht traute mehr zu sagen.

  • Tiefes deutliches Atmen
  • An seinem scharfen Einatmen erkannte sie seine miese Stimmung, bevor er die nächste Warnung aussprach.
  • Am Ende eines langen Ausatmens hörte sie ein leises aber unmissverständlich böses „Tja“.

  • Pausen (müssen nicht geräuschlos sein)
  • Sie wrang ihre Hände ineinander, genauso wie ihr Gehirn darum rang die richtigen Worte zu finden, die ihr Mund eh nicht aussprechen würde.
  • Wären die Pausen zwischen den Wortfragmenten, die er hervorbrachte, kürzer gewesen, hätte sie gedacht, er würde stottern.

  • Weinen (zum Weinen gehört auch immer Nase hochziehen, putzen, schlucken, etc)
  • Lautlos rannen ihr die Tränen übers Gesicht. Ihre Stimme klang brüchig, als sie versuchte zu sprechen.
  • Sein Schluchzen klang so unecht wie die Krokodilstränen, die in seinen staubtrockenen Augen versickerten.
  • Es schnürte ihr die Kehle zu. Um Worte ringend schluckte sie immer wieder, doch mehr als ein zitterndes Schluchzen kam nicht über ihre zitternden Lippen.
  • Seine Stimme versagte in düsterer Tristesse. So sehr sich sein Herz verkrampfte, so schnürte es ihm beim Sprechen die Kehle zu. Unnatürlich hoch pressten sich die Worte aus seinem Mund.
 

Anhänge

  • Übungstext Hörtalk.pdf
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Telliminator

Sample-Collector
Sprechprobe
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Gibtr es da nicht einen Zeifehler?

Ich brauche dich - impleziert jetzt
und dann - du warst nicht da, ich habe dich gebeten zu kommen
ich konnte nicht - bezieht sich auf was vergangenes.

Wie denn nun? Spielt der Dialog im Präsens oder der Vergangenheit?
 
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