Wild West Zombies

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Wild West Zombies

Der Süden der Vereinigten Staaten im Jahre 1881. Bei der Überführung des gesuchten Verbrechers George Turner kommen der U.S. Marshall Bill Stone und sein Deputy Jeremiah Sanderson in das kleine verschlafene Städtchen Dusty Wind. Doch sie stellen fest, daß die Toten hier längst nicht tot sind und mittlerweile die Zahl der lebendigen Einwohner bei weitem übersteigt. Gemeinsam mit den wenigen Überlebenden der Stadt müssen sie sich der Zombies erwehren und stellen fest, daß die junge Indianerin Flaming Cloud, die sich in der Gefangenschaft der Einwohner befindet, weiß, warum die Toten keine Ruhe finden.

Erzähler - Sven Matthias
U.S. Marshall Bill Stone - Felix Würgler
Deputy Jeremiah Sanderson - Marco Rosenberg
George Turner - Detlef Tams
Flaming Cloud - Marie-Christin Natusch
Doktor Ned Warden - Herbert Ahnen
Ruben Escobar - Michael Gerdes
Susannah - Christiane Marx
Rosita - Anne Kahnwald
Paco - Roland Möntemann
Bo Phillips - Thomas Kramer
White Owl - Ralf Searge Pappers


Die Zombies:
Zombie Betsy - Sabine Schierhoff, Zombie Mrs. Clark - Dagmar Bittner, Zombie Ashley - Lisa Hornung, Zombie Jane - Stefanie Puke.
Ferner:
Andreas Hegewald, Carsten Drews, Ernszt Dubitzky, Falko Diekmann, Frank Hillebrand, Herbert Ahnen, Iris Leusmann, Karin Schumann,
Marco Rosenberg, Marianne Häberli, Matthias Reppisch, Meinhard Schulte, Paul Conrad, Roland Möntemann, Stefan Sauerzapf,
Sven Matthias und Thomas Kramer.

Besonderer Dank gilt

Günther Merlau, Janet Sunjic und Olaf Seydel von Lausch sowie Michael Auster für die stimmungsvollen Zombievideos.

Idee, Skript und Regie - Frank Hammerschmidt
Lektorat - Falko Diekmann
Cover und Artwork - Herbert Ahnen
Musik - Thorsten Frommen und Meinhard Schulte
Song - Rotten Flesh

 

Anhänge

Zuletzt bearbeitet:

Xilef

zerfahrener Verdutzter
AW: Wild West Zombies

Na, wie wars denn so ? Alle infiziert ? Ab wann gibts den Download ?
Einen schönen 1. Advent
wünscht
X
 

Thomas Rippert

So irgendwie wieder da...
AW: Wild West Zombies

downgeloaded, anständig getagged und auf den Walkman zum nachherigen Verzehr gezogen!

Danke an Frank und das Hörspielprojekt für´s machen von so einem Hörspiel. Irgendwie gibt´s im Moment nur sehr wenig guten, deutschsprachigen Horror/Grusel der seine Hörzeit wert ist. :)
 

joe adder

Karsten Sommer
Sprechprobe
Link
Wild West Zombies ohne Biss

Sohooooo, dann gebe ich mal meine Empfindungen wieder.

Grundsaetzlich gefaellt mir das Setting des Hoerspiels sehr gut!
Die Zombies im Wilden Westen zu platzieren, ist natuerlich unheimlich spannend und bietet wahnsinnig viele Moeglichkeiten. :)
Leider hat mich die Umsetzung von Wild West Zombies nicht gut unterhalten koennen. :(
Frank hat es sich mit diesem Thema als sein erstes Full-Length-Hoerspiel nicht einfach gemacht, denn hier sind Atmos und Sounds noetig, die man nicht ueberall um die Ohren gehauen bekommt. Dabei sind Zombies auch sehr "schwierige" Schauspieler, die sehr schwer einzusetzen sind. Einfaches Stoehnen reicht da meist nicht aus. Der visuelle Effekt fehlt und muss durch akustische Schauspielerei kompensiert werden.
Ein wirklich diffiziles Unterfangen fuer einen Regisseur, bei dem man sehr leicht den Ueberblick verlieren kann.

Die Story ist relativ kurz und buendig.
Marshall kommt mit Deputy und Gefangenen in einer kleinen Wild West Stadt vorbei, Gefangener wird angekaut; sie finden heraus, dass die Toten wiederkommen, hat wat mit ner Squaw zu tun und dann versuchen alle, aus der Stadt abzuhauen. Dabei werden alle Teilnehmer nach und nach dezimiert.

Wild West Zombies weist eine Vielzahl von guten Sprechern auf, die leider kaum ueberzeugen koennen. Das Spiel ist eher emotions-, ja trostlos, und es traegt leider nicht dazu bei, die eher schleppende Story voranzutreiben. Sven Matthias macht als Erzaehler einen guten Job, Felix Würgler klingt leider in jeder Szene gleich und Marco Rosenberg, meines Erachtens, fuer seine Rolle zu jugendlich. Herbert Ahnen, neben Michael Gerdes, hat wenigstens versucht zu schauspielern, wobei mir Michael Gerdes besser gefallen haette, wenn ich wenigstens die Haelfte von seinem zu stark aufgesetzten "mexikanischen" Akzent verstanden haette. :(

Musik ist spaerlich eingesetzt, was aber kein Garant fuer ein gutes oder schlechtes Hoerspiel ist. Bei der Umsetzung wurde es leider verpasst, die spannenden Momente spannend zu gestalten. Wenn ein Charakter von einem Zombie gebissen wurde, war dies, bis auf Detlef Tams am Anfang, nicht wirklich zu begreifen. Da haette man Musik oder Schockmomente, ja sogar die Sprecher mit Ausrufen wie "Er will mich beissen!" oder "Es beisst mich!" oder "Aaaah! Es hat mich in den Hals gebissen!" reingehoert. Man hat als Hoerer nicht die notwendigen "Informationen" erhalten, um das im Kopf umsetzen zu koennen. Und ich red nicht von "Kopfkino"! Der Begriff haengt mir inzwischen auch zum Hals raus! Das hat aber nichts mit dem Hoerspiel zu tun. ;)

Die Story zieht sich irgendwie unheimlich in die Laenge. Die Bedrohung ist ja gegenwaertig, doch die Protagonisten scheinen da kaum in Panik zu verfallen. Da kommen die Toten wieder! Die meisten Menschen, die keine Zombiefilme gesehen haben, "scheissen" sich da im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose! Diese fehlende Spannung mach das Hoerspiel recht langatmig, nicht unbedingt in der ersten Haelfte, in der die Protagonisten noch vorgestellt und die Bedrohung identifiziert werden.

In der Vergangenheit wurden wesentlich schlechtere Hoerspiele produziert. Die Dialoge sind gut, die Story kurz und buendig, aber die Umsetzung hat leider kaum Spannungsmomente, die man von einem Splatterhoerspiel erwarten wuerde.
 
AW: Wild West Zombies ohne Biss

Hi Joe,
ich danke Dir für Deine ehrlichen Worte. Schade, das es Dir nicht so gut gefallen hat. Aber ich schätze ausführliche Meinungen sehr, egal ob negativ oder positiv!
 

Thomas Rippert

So irgendwie wieder da...
AW: Wild West Zombies ohne Biss

Zombies akustisch zum Leben zu erwecken ist nicht wirklich schwer, auch wenn die deutschsprachigen Hörspielmacher sich schwer damit tun. Die Amerikaner zeigen auch hier einmal mehr wie man dies problemlos und unterhaltsam umsetzen kann. Da wären Dinge wie "Alive inside" und "Autumn" von Darker Projects, "Age of the Zombies" und diverse andere. Als Referenz sei hier allerdings das preisgekrönte Epos WE´RE ALIVE (http://www.zombiepodcast.com/The_Zombie_Podcast/WereAliveMain.html) genannt, welches vom Podcast mittlerweile den Sprung ins US-Radio und auf CD geschafft hat - trotzdem immer noch kostenlos als Download verfügbar ist.

Die Geschichte von "Wild West Zombies" an sich ist interessant und bietet viele Möglichkeiten des Archaischen, da man hier nicht mit Panzer und Maschinegewehren den Untoten zu Leibe rücken kann, sondern es noch Mano i Mano erledigen muss. Die Stereotypisierung der agierenden Charaktere ist schon sehr auffällig, trug jedoch bei mir zur Einfachheit der Unterhaltung bei. Man muss nicht stets individuell ausgewalzte Seelenqualen präsentiert bekommen und wenn man die Charaktere schon einmal erlebt hat, so kommt man schneller hinein in die Geschichte und schneller in den Spass, welchen sie erzeugen sollte.

Leider agieren die Figuren meistenteils ein wenig zu cool für die Verhältnisse in welche sie geworfen werden. Ließe man die Story in der heutigen Zeit spielen, so wäre die Bedrohung der "Zombies" schon durch Literatur und sonstiges bekannt und man könnte den Protagonisten ihre innere Abgeklärtheit eher abkaufen, doch im Wilden Westen hat man sicher noch nichts von den Menschenfleischfressern zu hören bekommen. So fehlt ein wenig der Panikaspekt und da der Mensch ein Fluchttier ist, insofern er die Bedrohung nicht begreift, wäre eher ein komplettes Verschwinden aus der Szenerie glaubhaft gewesen.

Die Sprecher: Felix Würgler klingt in jeder Szene extrem gepresst, gestellt und so als habe er nicht geatmet während er seine Takes mit angehaltener Luft heraus gepresst hat. Man hat das Gefühl die Rolle des "Bill Stone" würde nichts wirklich betreffen und der Mann würde alles mit dem selben Gleichmut betrachten. Ein "lebender" Emotionszombie der zuviel Wert darauf legt "Mr. Turner" cool zu betonen, denn real zu wirken.

Bei der Aussage von "Deputy Jeremiah Stone", das er als Kind mit seinen Eltern usw..., fiel mir sofort ein das dies nicht lange her gewesen sein kann, denn er klingt höchstens wie 15 - was allerdings ja auch in der Rolle beabsichtigt sein kann. Herbert Ahnen, als Doc Warden, erzählt seine Geschichte als habe er ein Lagerfeuer mit Pfandfindern vor sich an dem er ein paar Fünfjährige erschrecken muss. Zu übertrieben und zu dramatisch für meinen Geschmack. Ebenfalls negativ fiel mir Roland Möntemann und Anne Kahnwald auf - zu mexikanisch für meinen Geschmack.

Sven Matthias - über jeden Kommentar erhaben, da gut wie immer! Marie Natusch, sehr niedlich und überzeugend als Flaming Cloud - da ist eine Menge Potential, welches viel zu selten zu hören ist!

Die Atmosphäre der Story wird gut übermittelt, da die Soundkulisse ordentlich ausgearbeitet ist und sich den Schauspielern gut unterlegt. Man schafft es hier sehr schnell die Bilder des Wilden Westens auf die innere Augenleinwände zu werfen.

Alles in allem ist dies hier dennoch der beste Versuch den Leichenläufern akustisch habhaft zu werden, welcher in deutschen Landen produziert worden ist. Es wäre eventuell auch nicht schlecht gewesen sich ein wenig bei den US-Kollegen einzuhören und deren Ideen ein wenig zu übernehmen. Dies ist jedoch nur meine Meinung, da ich die Leichtigkeit der US-Produktionen bevorzuge.
 

Xilef

zerfahrener Verdutzter
AW: Wild West Zombies ohne Biss

Lieber Frank, Danke für dieses Hörspiel, das einige Dilemmata bei Produktionen im Forum schön offenlegt. Ich kann die Kritik von Luke und Joe völlig nachvollziehen. Auch ich bin einigermassen erschüttert, dass das Ganze, dem Setting zum trotz, so wenig miteinander zu spielen scheint. Trotz aller Mühe, die Du Dir gemacht hast, mit vielen schönen Datailles "Fleisch auf die Knochen" zu kriegen, fehlt der Handlung und dem Miteinander über ganze Strecken jegliche Dynamik. Es entsteht sozusagen kein Bild vor dem inneren Auge - woran liegt das?
Im Kontrast zu Sven, der meist schön sachlich bleibt, hätten wir anderen uns, z.B. via Teamspeak als Ensemble um "einen Tisch" versammeln sollen, um das nötige emotionale Klima abzustimmen. Bill Stone klingt fast gelangweilt und uninteressiert - mir ein Rätsel; wäre ich Du, Frank, hätte ich mich frühestmöglich nochmal ans Mikro gebeten z.B. - aber ich kann mir vorstellen, dass Du schon mehr als genug damit zu tun hattest, aus all den Farben ein Gemälde zu machen - für die Zukunft möchte ich Dich von Herzen ermuntern, Dir zunächst die Musse zu leisten, erstmal die Farbtöpfe zu klären: Acryl, Aquarell, Öl oder Filzmarker....die technischen Fragen, inwieweit Dialoge ineinander geschoben werden können etc. stehen ja erst zur Debatte, wenn das Ausgangsmaterial steht. Gewiss hätte viel mehr wie aus der Bewegung klingen müssen und zusätzliche Reaktionslaute hätten häufig auch geholfen.
Da ich die Geschichte, wie Joe es getan hat, in wenigen Sätzen umrissen ist, würde ich mir fast einen zweiten Versuch wünschen. Spannendes Projekt in jedem Fall. Vielleicht können wir andernorts mal soetwas starten wie einen kleinen Wettbewerb, wo mehrere Teams mit demselben Skript an den Start gehen, um sich anschliessend im Forum einer Beurteilung auszusetzen. Das könnte dann dazu führen, sich darüber auszutauschen, welche Gewürze im Rezept sehr gut ankommen und welche Zutaten fehlen oder stören.
Weiter so, Frank - lehrreich, auch für mich.
Abschliessend möchte ich an dieser Stelle nochmal alle RegisseurInnen bitten, sich nicht zu früh mit dem Eingesprochenen zufrieden zu geben und im Dialog mit den SprecherInnen nach dem optimalen Take zu suchen. Voraussetzung ist dafür aber, selbst eine klare Haltung für das "Klima" der eigenen Inszenierung zu finden, damit man vor lauter Material nicht wirr wird oder sich nur noch den Mundd fusselig redet. Wir SprecherInnen stehen nämlich, meist auf uns selbst gestellt, jeweils allein verteilt in Raum und Zeit an unseren Mikros und "zielen im Dämmerlicht auf das Bull's Eye."
 

joe adder

Karsten Sommer
Sprechprobe
Link
AW: Wild West Zombies ohne Biss

Hi Joe,
ich danke Dir für Deine ehrlichen Worte. Schade, das es Dir nicht so gut gefallen hat. Aber ich schätze ausführliche Meinungen sehr, egal ob negativ oder positiv!
Tut mir auch wirklich leid!! :( Aber vielleicht besser, als Honig ums Maul geschmiert zu bekommen. Ich hoffe, dass du trotzdem am Ball bleibst und dich nicht verunsichern laesst. Wir koennen alle nur unsere Lehren und Vorteile aus dieser Erfahrung ziehen. :)
 

michelsausb

Laphroaig forever!!!
AW: Wild West Zombies ohne Biss

@Luke Danes
hierzulande kenne ich nur "The Undead Lives"-Trilogie, welche mir trotz aller Überzogenheit sehr gut gefällt. Kann ich wirklich empfehlen, nimmt sich auch nicht so ernst (Synchronstimme von Eddie Murphy ist dabei, das sagt schon alles...)
Trotz oder gerade aufgrund der bisherigen Kritiken hier bin ich sehr gespannt, dieses Stück zu hören. Werde es mir heute abend runterladen und wohl morgen schon meinen Senf dazu geben.

Gruß aus Dresden
Michael
 

Thomas Rippert

So irgendwie wieder da...
AW: Wild West Zombies ohne Biss

@ Frank: Ich bin trotzdem, oder gerade auch deswegen, auf "Zombies in der Silvesternacht" gespannt.

@michelsausb: Ich kenne deutsch sonst auch nur noch "Fetzer" von Lausch. Undead is ok, is aber für mich nicht wirklich reinrassig Zombie.

Bei den ganzen Zombiesachen geht es mir auch eher um den Umstand wie die Zivilisationn sich verhält nachdem sie zusammen gebrochen ist. Das Verhalten der Protagonisten gegen/miteinader ist wichtig, nicht das Zombiegemetzel. Bestes Beispiel ist hierfür "The Walking Dead" von Rob Kirkman & "We´re alive".
 

michelsausb

Laphroaig forever!!!
AW: Wild West Zombies ohne Biss

@Luke
genau in dieser Hinsicht hat George Romero die besten Filme zu dem Thema geschaffen...
"Fetzer" hab ich noch nie gehört...werd mich mal auf die Suche machen, danke für den Tip!
 

Watchman

Christian Loges
AW: Wild West Zombies ohne Biss

Nachdem ich mir „Wild West Zombies“ nach der gestrigen Premiere im Webradio heute noch einmal in Ruhe angehört habe (man ist durch den Chat manchmal doch etwas abgelenkt), möchte ich nun mein Feedback zu dieser Produktion abgeben.

Es gibt eine ganze Reihe von Punkten, die ich kritisieren werde. Damit kein falscher Eindruck entsteht, möchte ich vorausschicken, dass ich nur deshalb so kritisch mit diesem Hörspiel umgehe, um speziell Frank (der ja Autor und Cutter war) dabei zu helfen, seine nächste Produktion noch besser zu machen. Bei aller Kritik habe ich großen Respekt vor seinem Talent als Autor und auch als Cutter. Der Tatsache, dass „Wild West Zombies“ Franks Erstling als Cutter war, bin ich mir durchaus bewusst. Ich habe mir bewusst das andere Feedback zu diesem Hörspiel vorher nicht durchgelesen, um mich nicht beeinflussen zu lassen. Es kann also sehr, dass ich hier Dinge anspreche, die schon genannt wurden.

Obwohl der Schnitt mit Sicherheit ausbaufähig ist (für einen Erstling ist er aber recht ordentlich), sehe ich die größten Schwächen dieses Hörspiels aber nicht dort, sondern im Skript. Dies hat mich etwas verwundert, weil Frank sich auf diesem Gebiet eigentlich sehr gut auskennt. Ich weiß, dass es sich um eine Zombie-Geschichte handelt und man die Messlatte im Bezug auf die Logik nicht ganz so hoch hängen sollte, doch dieses Hörspiel weist eine erstaunliche Menge an Fehlern und Löchern in der Logik der Handlung auf.

Einige möchte ich aufzählen (ich packe sie zur Sicherheit in Spoiler, fallls jemand hier mitliest, der das Hörspiel noch nicht kennt):

So lässt man den ersten Zombie, auf den der Marshall und sein Gefolge trifft, tatenlos an Turner heran, bis dieser vom Zombie gebissen wird. Warum spricht ihn keiner mehr vorher an und fordert ihn zum Stehenbleiben auf? Dass mit dem Typen was nicht stimmt, ist doch offensichtlich. Die Darstellung der Zombies (und dies trifft auch auf den Rest der Handlung zu) ist einfach nicht konsequent. Mal schlurfen sie dahin und im nächsten Moment agieren sie so schnell, dass keine Zeit zum Reagieren bleibt. Macht irgendwie wenig Sinn.


Jeremiah, Flaming Cloud und Escobar fliehen in die Post, weil sie nicht in den Saloon zurückkönnen, da die Zombies den Weg versperren. Später tauchen sie wieder im Saloon auf. Wie haben sie das gemacht? Durch die Hintertür? Übers das oder vielleicht gebeamt? Es gibt keine Erklärung durch die Charaktere oder den Sprecher, wie den Dreien dies gelungen ist.


Die Charaktere mögen zwar keine große Erfahrung mit Zombies haben (wer hat die schon?), sie agieren aber total unbedarft, obwohl manche Zusammenhänge sehr offensichtlich und ihnen bekannt sind. So berichtet man dem Marshall von der Auferstehung der Toten, ignoriert den Verstorbenen im Bett aber komplett. Man weiß doch, dass er als Zombie zurückkehren wird, denn mit den anderen Leuten, die gebissen wurden, war es auch so. Paco erlöst man, nachdem er gebissen wurde, um ihm ein Schicksal als Zombie zu ersparen. Man hat also durchaus kapiert, wie der Hase läuft. Turner wurde auch gebissen, der Marshall ignoriert diese Tatsache aber komplett und will ihm sogar die Fesseln abnehmen ?!? Dümmer geht es wohl nicht.


Später im Pferdestall ist es genau das Gleiche. Überall ist Blut, aber die Beteiligten halten brav still, bis Rosita zuschlagen kann. Haben die aus den ganzen Ereignissen überhaupt nichts gelernt. Rosita fällt natürlich auch komplett auf die Zombie-Oma rein. Klar, draußen rennen die Zombies herum und eine alte Frau sitzt einfach auf der Veranda. Ist natürlich komplett unverdächtig.

Weshalb die Story einen nicht absolut packt, liegt auch daran, dass es außer Jeremiah (und mit Abstrichen dem Mashall) keine sympathischen Figuren in der Story gibt, deren Schicksal einen wirklich interessiert.

Escobar und Turner sind Arschlöcher (Entschuldigung für den Ausdruck, ist aber so), der Doc ein ziemlich jämmerlicher Schlaffi, Flaming Cloud nervt mit ihrem ständigen „ihr werdet alle sterben“ und die beiden Damen sind zwar zunächst noch keine Zombies, kommen aber auch zu Lebzeiten schon reichlich hirntot daher. Dass es sie alle erwischt hat, war mir unterm Strich ziemlich egal. Jeremiah wurde sehr stark auf politisch korrekt gebürstet. Muss er vielleicht als Held auch sein, doch mich hat es etwas gelangweilt, dass er trotz der Ausnahmesituation den moralisch Einwandfreien gegeben hat. Ist aber sicher Ansichtssache. Die Reaktionen auf das Geschehen waren mir teilweise zu zurückhaltend und dadurch etwas unnatürlich. Da werden Menschen Teile des Halses herausgebissen und niemand schreit oder ist entsetzt. Gerade von den anwesenden Ladies hätte ich mir mehr Geschreie vorstellen können.

Die Sprecherinnen und Sprecher haben mir gut gefallen, denn sie verkörpern die Rollen so, wie sie in dem Skript angelegt waren, für das sie nichts können. Marco klingt als Deputy recht jung, ist dadurch aber stimmlich ein schöner Kontrast zu Felix, dem ich den reifen Marshall abgenommen habe. Dass auch er angesichts der Lage immer etwas zu ruhig bleibt, liegt erneut am Skript. Michael als Escobar macht Spaß und Herbert als Doc hat eine etwas undankbare Rolle. Die die weiblichen Rollen waren mit Marie-Christin, Christiane und Anne meiner Meinung nach gut besetzt. Sven als Sprecher war sicherlich auch eine gute Wahl.

Von der Musik her, ließ der eingesetzte Soundtrack bei mir irgendwie kein „Wilder-Westen-Feeling“ aufkommen. Ich bin eigentlich kein Fan von Splatter, doch wenn es um ein Zombie-Hörspiel geht, dann sind Splattereffekte zwingend notwendig. Diese kamen mir viel zu kurz. Wenn einer Figur schon große Stücke aus dem Hals herausgerissen werden, dann will ich dies auch richtig hören! Die Effekte waren mir da etwas zu dezent.

Was den Schnitt angeht, so will ich nur anmerken, dass etwas mehr Dynamik dem Hörspiel sicher gutgetan hätte. Ansonsten überlasse ich es anderen, sich dazu detailliert zu äußern, denn ich habe auf diesem Gebiet zu wenig Kenntnisse, um geeignete Vorschläge zur Verbesserung machen zu können. Ich bleibe aber dabei, dass der Cut für einen Erstling recht ordentlich ist und Frank sich dafür in keinster Weise zu schämen braucht. Ganz im Gegenteil.


Nun habe ich sehr stark auf diese Produktion eingedroschen und man könnte meinen, sie habe mir gar nicht gefallen. Ich fühlte mich aber durchaus unterhalten und die Grundidee, die Zombies in eine Western-Szenerie zu verlagern, finde ich wirklich gut. Wie gesagt, die Schwächen liegen für mich hauptsächlich in der Story, die für mich über ein „Okay“ nicht hinauskommt. Die Folge ist ein Hörspiel, dass auch okay ist. Inhaltlich wäre jedoch mehr dringewesen.
 
AW: Wild West Zombies ohne Biss

Es war mein erstes Lang-Hörspiel von über 45 Minuten. Ich habe hier das Kurzhörspiel Sinatra-Blues geschnitten und jeweils eines bei STP (Die Fregatte der Träume)und bei den Mindcrusher Studios (Lightstreams 6), die aber eigentlich später entstanden sind. WWZ war nach Sinatra-Blues das erste Projekt, lag aber gut ein halbes Jahr auf Eis aus bestimmten Gründen. Bei allen anderen bin ich nur der Autor.
 

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