Mikrofon-Vergleich RODE NT-USB und RODE Podcaster

LeaLiest

Lea
Sprechprobe
Link
Hallo ihr Lieben,
Mein Partner (der in der Aufnahme erwähnte Philipp^^) hat sich ein neues Mikrofon gegönnt und mir daher sein altes (Rode Podcaster) zur Test-Verfügung gestellt. Ich besitze das Rode NT-USB und mag es eigentlich sehr gerne. Allerdings hat es ein recht hohes Grundrauschen und ist nunmal ein Kondensatormikrofon und nimmt theoretisch meine Stimme aus 30 Meter Entfernung auch noch auf 😅
Das Podcaster ist ein dynamisches Mikrofon, aber ich habe das gefühl damit "dumpfer" zu klingen. Aber man könnte damit das "30m-Entfernungsproblem" besser angehen (was auch den Raumhall etwas besser machen würde? Oder denke ich da falsch?).
Sache ist: Ich würde gerne meinen Arbeitsplatz aufnahmefreundlicher gestalten. Aber das möchte ich natürlich auf das Mikrofon anpassen, mit dem ich dann im Endeffekt auch arbeite. Daher habe ich mal einen Test-Satz aufgenommen mit beiden Mikrofonen, direkt hintereinander mit einer halben Sekunde (erschreckend stiller) Stille dazwischen. (Ignoriert hierbei bitte allen Raumhall und Mund-Schmatzer und sonstige Nebengeräusche, das war ein Direkt-nach-dem-Aufstehen-Gedankeblitz🙈 Die Aufnahmen sind lediglich ein bisschen verstärkt und auf gleiche Lautstärke gebracht)
Also bitte her mit den Meinungen! Technische Meinung ist natürlich erbeten, aber subjektiv "Das gefällt mir besser" ist auch willkommen!

Hier beide Mikros hintereinander:
 

Hier nur das NT-USB
 

Und hier nur das Podcaster
 

Ich habe auch das Gefühl (bzw. den Beweis, weil man meinen Freund beim Online-Unterricht geben hören kann^^), dass das Podcaster leiser aufgenommen hat und ich daher beim Verstärken auch die Nebengeräusche lauter gemacht habe, was mir beim NT nicht so extrem vorkommt.
Danke schon mal im Voraus :)
 

Comewhatmay

Well-known member
Sprechprobe
Link
Kondensatormikrofon und nimmt theoretisch meine Stimme aus 30 Meter Entfernung auch noch auf
Das hat ja nicht nur was mit dem Mikrofon und seiner Richtcharakteristik zu tun, sondern auch welchen Gain du einstellst.
Wenn du direkt davor sitzt und es normal besprichst, dann hast du es ja auch nicht auf 100%.
Denke mal das NT-USB sollte bei normaler Einsprechentfernung nicht über 70 Gain/Pegel liegen (Erfahrungswerte, da ich es auch mal hatte; Windowseinstellung).

Qualitätsunterschiede würde ich in deinen Aufnahmen nur granulare sehen, welche zu vernachlässigen sind.
 

Spirit328

Der, der hier etwas weniger da ist.
Teammitglied
@Gwendolen13 !

Es ist immer sehr schwierig bei solchen "Shoot-Outs" etwas zu raten.
Grundsätzlich sind alle Deine Aufnahmen für den Einstieg brauchbar. Das Podcaster klingt bei Deinen Aufnahmen etwas wärmer, also bass-betonter. Das ist eine Geschmacksfrage. Man kann leichter etwas rausfiltern, als etwas "hinein-drehen", aber es ist und bleibt Geschmack.
Beide rauschen etwas, aber das kann man noch optimieren. ;) Das ist jetzt hier nicht von Bedeutung.

Es kommt auch darauf an, wie Du arbeiten möchtest. Das NT-USB liefert Dir direkt digitale Daten in den Rechner und das ist recht einfach und bequem. Durch den integrierten Kopfhörer-Anschluß hast Du ein sehr direktes Monitoring über Deine Aufnahme und das Mikrofon ist recht ordentlich.
Alles gut soweit.

Da das NT-USB ein Kondensator ist, kann es bedingt durch seine Bauart, feine Nuancen beim Sprechen noch besser abbilden. Es ist schlicht und ergreifend weniger Masse die bewegt werden muß, um ein elektrisches Signal zu erzeugen. Eine Kondensator Membran wiegt im Bereich 1-2 Gramm. Bei einem dynamischen Mikrofon sind das deutlich mehr Gramm. ;)
Das macht es für Podcaster und Radiosprecher sehr angenehm damit zu arbeiten, denn es ist gutmütig und "verzeiht" Plopper und Zischer eher als ein Kondensator. Außerdem sind sie robuster.
Doch wo es auf feine Nuancen ankommt, etwa beim Sprechen von Hörspielen, würde ich persönlich immer ein Kondensator Mikrofon vorziehen. Damit kommen auch gehauchte, geflüsterte Passagen sehr viel detailierter rüber.

Doch frau kann auch mit einem dynamischen Mikrofon gute Aufnahmen machen, dafür gibt es hier schöne Beispiele.
Aber probier es einfach mal aus, so wie Du es schon gemacht hast. Sprich dieselben Texte, am besten gleichzeitig in beide Mikrofonen, die dicht beieinander stehen und sich NICHT berührern sollten. Dann hast Du den besten A/B Vergleich. Dafür müssen sie möglichst denselben Ausgangspegel liefern, das hast Du bei den bisherigen Aufnahmen schon gut gelöst. ;)
Sprich dabei mal sehr, sehr leise Texte, normale Lautstärke und schrei die Mikros auch mal an. Ganz wie Du magst. :)

Danach kannst Du Dir das in Ruhe anhören und entscheiden. Wenn Du eine "zweite Meinung" haben möchtest, kannst Du diese Sprechproben gerne hier hochladen und wir äußern unsere Meinung dazu.

Viele Grüße
Thorsten
 

LeaLiest

Lea
Sprechprobe
Link
Vielen lieben Dank für diese ausführliche Antwort, @Spirit328 ! :)
Ich werde beim NT-USB bleiben und damit austesten, was sich so rausholen lässt. Die Wäscheständer-Sprecherkabine ist soeben im Aufbau 😅
 

About

Werde Teil einer freien Hörspielproduktion. Egal, ob Sprecher, Autor, Cutter, ob Einsteiger oder Profi - hier, kann jeder mitmachen oder sein eigenes Projekt starten.

Support

Die Onlineprojekte Hoerspielprojekt.de und Hoertalk.de können mit einer freiwilligen Spende unterstützt werden, dies hilft anfallende Kosten zu decken und die Projekte am Leben zu erhalten. Hier unterstützen

Social Media

Facebook Twitter Youtube
Oben