• Hörtalk-Dinner in Dortmund   Erben der Finsternis
Guten Abend.
Nachdem ich mich also mit meiner Stimem endlich angefreundet habe (und sie nicht mehr technisch verändere), stehe ich vor dem nächsten Problem: Wie bereite ich eine Aufnahme so auf, dass sie auch gut klingt? Ich habe jetzt wochenlang rumexperimentiert, mir einige Grundlagen angelesen, Verschiedenes ausprobiert, aber so richtig glücklich bin ich immer noch nicht. Vielleicht hat jemand Zeit, mir noch ein paar Tips zu geben? Ich beschreibe mal, wie ich arbeite.
1. Aufname
- Kleiderschrank, alle glatten Flächen sind verhängt
- Mikrophon: Rode NT5 mit Poppschutz und Spinne, Abstand ca. 15 cm, alle Filter in Rode Central aus.
- alles, was Windows 11 reingrätscht, ist auch komplett raus. Das hat Wochen gedauert, Alles was Realtek und Intel da reinpfuschen, rauszukriegen.
2. Bearbeitung mit audacity
a) Equilizer
Schritt1EQ.png

b) Hören und Schneiden: Pausen bearbeiten, Klicks entfernen, Atemgeräusche dämpfen mit negativem amplify
c) Kompressor
Schritt2Kompressor.png

d) Loudness
Schrit3Loudness.png

e) Limiter
Schritt4Limiter.png


Das bringt mich meistens durch den ACX-Check. Soweit so gut. Aber wenn ich das dann mit Euren Produktionen vergleiche oder was Eleven Labs liefert, weiß ich, dass mir noch eine Menge Brillianz fehlt. Tonstudio und Mikrophon kann ich nicht ändern. Aber noch irgendetwas an den Einstellungen?
 

soundjob

HÖRSPIEL MUSIK AUDIO
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Stelle dazu auch bitte immer eine Audio-Aufnahme zur Verfügung (unbearbeitet natürlich). (kurzer Ausschnitt von ca. 15 Sekunden genügt)
Allein die Nachbearbeitungskette sagt leider gar nichts darüber aus, wie denn nun das Eingangssignal ist und wie post-edit die Bearbeitungskette darauf tatsächlich wirkt.
Anhand der Aufnahme kann dir da exakt geholfen werden.
 

knilch

Hä? Was heißt das?
Exakt? Das ist für mich eine unbekannte Welt ...

Hi Rainer,

Man kann die Dateien in die posts einbinden, schau mal hier:


Dann muss man die Dateien nicht immer runter laden (y)
 

Marcel B.

Zweites Lehrjahr
Sprechprobe
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@Rainer Sonnberg du kannst auch mal spaßhalber Auphonic ausprobieren. Zumindest als Benchmark was rauszuholen ist kann es gut herhalten. Und dann kann man mal schauen ob man da hinkommt.

Die Settings könnten passen, falls du mal probieren willst.
Auphonic Production Settings (1).jpg
 

Telliminator

Sample-Collector
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@Rainer Sonnberg
Danke für das angehangene WAV-File hier sieht man schon ein erstes Problem und zwar die Aussteuerung des Tonsignals. Es ist viel zu "leise" die Amplitutde düdelt bei maximal -12dB herum. Beim normal lauten sprechen, sollte der Pegel zwischen -6dB und -3 dB liegen:

S: -12 db 1788848363366.png -> -3dB
1788848410564.png


Wenn Du ordentlich Signal im Audio hast kann Deine Bearbeitungskette in der Nachbearbeitung auch viel besser arbeiten.

Dann hast Du weiter oben von einem Abstand von etwa 15cm zum Mikrofon erklärt , der ist gut, Du kannst zusätzlich noch mit dem Nahbesprechungseffekt spielen, in dem Du noch näher herangehst. Ruhig bis auf 2cm oder das Mikrofon fast auffressen, nur nicht dran kommen. Du wirst einen deutlichen Unterschied im Klang vernehmen.
 

Ellerbrok

Sprecher, Cutter & Fledermaus
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Das Mikrofon ist eigentlich schon recht gut, aber habe ich das richtig verstanden, dass du das direkt an deiner Rechner-Soundkarte betreibst? So kommen normalerweise sehr viele Störgeräusche mit ins Signal.

Oder ist das NT5 selbst per USB angeschlossen?

Ich weiß, es ist nicht für jeden eben mal so einfach, aber wenn meine Annahme richtig ist, dann solltest du dringend über ein richtiges Interface nachdenken. Da gibt es schon relativ günstige die trotzdem gute Qualität liefern. Zum Beispiel Focusrite Vocaster One
 

soundjob

HÖRSPIEL MUSIK AUDIO
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. Beim normal lauten sprechen, sollte der Pegel zwischen -6dB und -3 dB liegen:
Sorry, Telli, aber das ist Quark ;).
Wenn ein moderat gesprochenen Text mit natürlich Dynamik hast, dann muss der keine Spitzenamplituden erreichen wie bei der Aufnahme eines Schlagzeugs oder E-Gitarre vorm Amp.
Hört bitte bitte bitte auf, so einen Schmarren aus alten analogen Zeiten bzgl. Nutzsignal/Rauschabstand zu verbreiten und die Leute sich dann immer wieder wundern, wenn ihre Aufnahmen zerren und clippen, wenn sie ein bisserl lauter werden !
Heute, recordest du leiser, weil du die digitale Amplitude schon festgehalten, nachträglich anheben kannst- und kein analoge Kette mehr dazwischen funkt, die dir noch nachträgliches Rauschen durch das Mischpult etc. mit drauf haut.
Es ist was völlig anderes, ein moderates Eingangssignal zu haben, weil ich im Studio "Spreche" oder auf der Bühne gegen eine ganze Wand aus Gitarren, Drums und kreischendem Publikum "Rocke" und `n laute Max-Amp brauche, die ich durch die Chain jage.
 
Hey, Kinder, schlagt Euch nicht. :) Erst mal vielen Dank für die Hilfe, Soundjob hat mir eine lange Supermail geschrieben, mit der ich etwas anfangen kann. Das NT5 ist direkt per USB angeschlossen. Deswegen habe ich es mir auch gekauft, weil ich nicht ein komplettes Studio in meinem Schlafzimmer haben wollte. Habt vielen Dank!
 

soundjob

HÖRSPIEL MUSIK AUDIO
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@soundjob Das ist aber das was ich gelernt habe, dass das Signal beim normalen Sprechen bei -3db und -6db sein soll.
Es ist ja nur eine Spitzenamplitude, Telli.
Natürlich steuert man gerne in Maximalbereichen aus, damit möglichst wenig Rauschen auf die Aufnahme gelangt.. oder wie früher, in die Bandsättigung kommst.
Problem heute, die Aufnahmen zerren schnell, wenn jeder in maximalen Spitzenamplituden denkt und das Sprachaufnahmen so laut sein sollten, wie die wild gespielten Gitarren der Gypsy-Kings. 😄
Das braucht es heutzutage nicht mehr. Du kannst heute leiser aufnehmen, weil du heute auch mit 24Bit einen viel größeren Dynamikumfang einfangen kannst als zu der Zeit, als wir die Nadel am VU noch massiv am roten Bereich gefahren haben.
 

Telliminator

Sample-Collector
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@soundjob

Es klippt und zerrt aber doch erst bei 0db, klar kommt man da schneller hin, hat man den Pegel für den von mir benannten Bereich ausgesteuert und man im Verlauf des Takes lauter wird. Aber das weiß man eigentlich vorher, wo die Lautstärke hingeht, wenn z.B. geschriehen werden soll. Dann fahre ich den Pegel vorher runter.

Gut lassen wir ihn die moderne Art und Weise lernen und das Signal in der Nachbearbeitung hochziehen, statt wie bei der "laut" aufgenommen Varianten bei Bedarf leiser zu regeln.

@Rainer Sonnberg Vergiss daher meinen Einwand und hör auf das was was unser Experte @soundjob Dir rät.
 

soundjob

HÖRSPIEL MUSIK AUDIO
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@soundjob

Es klippt und zerrt aber doch erst bei 0db, klar kommt man da schneller hin, hat man den Pegel für den von mir benannten Bereich ausgesteuert und man im Verlauf des Takes lauter wird. Aber das weiß man eigentlich vorher, wo die Lautstärke hingeht, wenn z.B. geschriehen werden soll. Dann fahre ich den Pegel vorher runter.

Gut lassen wir ihn die moderne Art und Weise lernen und das Signal in der Nachbearbeitung hochziehen, statt wie bei der "laut" aufgenommen Varianten bei Bedarf leiser zu regeln.

@Rainer Sonnberg Vergiss daher meinen Einwand und hör auf das was was unser Experte @soundjob Dir rät.
Du weißt (hoffentlich), das ist ja alles ned böse von mir gemeint 🤗.
Aber der springende Punkt (oder springender Pegel 😄) läuft ja darauf hinaus, dass ich mit mit der maximalen Amplitude nur mit den lautesten Gebrüll einpegeln kann. Jetzt sprechen aber viele in moderater Zimmerlautstärke/normaler Unterhaltungslautstärke... wenn ich das bei -3 dB einpegel und sie werden aber lauter, dann bist du schnell über 0... zumal sich das auch kaum kontrollieren lässt, sofern nicht schon im Vorfeld Kompressor und Limiter in der Chain liegen, die das automatisch begrenzen.
Nur, möchte wir hier die Aufnahmen ja RAW, ohne Nachbereitung des Signals.
Darum geht es mir bei der Pegelfrage und leider immer mehr Leute dazu neigen, zu laut auszusteuern und keinen safen Headroom mehr übrig lassen- und Clipping somit von vornherein ausgeschlossen werden kann, weil man nicht Gefahr läuft, mal doch über die 0 zu kommen. ;)
 

WolfsOhr

Mario Wolf
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@Rainer Sonnberg
Danke für das angehangene WAV-File hier sieht man schon ein erstes Problem und zwar die Aussteuerung des Tonsignals. Es ist viel zu "leise" die Amplitutde düdelt bei maximal -12dB herum. Beim normal lauten sprechen, sollte der Pegel zwischen -6dB und -3 dB liegen:

S: -12 db Anhang anzeigen 48011 -> -3dB Anhang anzeigen 48012

Wenn Du ordentlich Signal im Audio hast kann Deine Bearbeitungskette in der Nachbearbeitung auch viel besser arbeiten.

Dann hast Du weiter oben von einem Abstand von etwa 15cm zum Mikrofon erklärt , der ist gut, Du kannst zusätzlich noch mit dem Nahbesprechungseffekt spielen, in dem Du noch näher herangehst. Ruhig bis auf 2cm oder das Mikrofon fast auffressen, nur nicht dran kommen. Du wirst einen deutlichen Unterschied im Klang vernehmen.
Gut, dass Markus schon geantwortet hatte, ich wollte auch sofort, habe dann aber erstmal weiter gelesen 😅.
Peaks von -12dB sind perfekt, da kannst du später alles mit machen. Ich kenne meine Aufnahmesituation so gut, dass ich meistens bei -9dB bin, aber mehr würde ich niemandem raten, besonders, wenn man nicht täglich damit zu tun hat und auch schon gar nicht im Hörspiel oder Hörbuchbereich, da die Dynamik beim Sprechen hier ja auch noch wieder größer ist als bei z.B. Werbung, Imagefilm, Kommentar usw.
 
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