• Vergiftet

nik

Mitglied
Hallo zusammen,

ich hoffe sehr, ihr hatte schöne Weihnachtstage und seid gut ins neue Jahr gestartet. 🎄

Ich plane für dieses Jahr ein Kulturprojekt, das auch die Produktion eines Hörspiels beinhaltet.
Für die genaue Konzeption und Kalkulation versuche ich mir nun gerade eine Übersicht über gängige Sprachergagen zu machen.
Mir ist es wichtig bei diesem Projekt Sprecher*innen fair zu bezahlen, weshalb ich verstehen möchte, wie sich die Gagen/ Lizenzgebühren zusammensetzen.

Als einzigsten Anhaltspunkt habe ich bisher die Seite Sprecherpreise in Deutschland gefunden.
Hier wird pro angefangene Aufnahmestunde 130 - 400 Euro (wahrscheinlich netto?) vorgeschlagen, abhängig vom Umfang, den Rechten und der Erfahrung des/ der Sprecher*in.

Auch den VDS Gagenkompass habe ich mir angeschaut, hier kommen Hörspiele jedoch nicht konkret vor.

Deshalb meine Frage:
- Gibt es neben den erwähnten Seiten noch andere Plattformen/ Listen, die eine gute Übersicht über faire Sprechergagen im Hörspiel geben?
- Welches Modell ist am gängigsten: Abrechnung nach Arbeitszeit (inkl. Vorbereitung), nach Aufnahmestunden, nach Wortzahl, nach Sprechanteil im fertigen Hörspiel?
- Welche Sätze sind für die zuvor genannten Modelle fair?
- Sind bei den Preisangaben auf www.sprecherpreise.de die Nutzungsrechte schon eingerechnet?
- Wie setzen sich Lizenzkosten generell zusammen?
- Sind einmalige Kosten für die Nutzungsrechte oder monatliche/ jährliche Lizenzgebühren üblich?
- Wie werden Technikkosten (der Sprecher*innen) berechnet?

Hinzu ein konkretes Beispiel:

Jede Hauptrolle soll in meinem Hörspiel einen Sprecheranteil von 10min haben. Die Aufnahmen sollen im Homestudio mit eigener Technik der Sprecher*innen erfolgen (eventuell mit Liveregie über Zoom). Dabei habe ich nicht den Anspruch an ein komplettes Studio mit extra Kabine, ein "simples" Setup sollte vollkommen ausreichend sein. Aktuell ist nicht angedacht, dass die Aufnahmen bearbeitet/ geschnitten werden sollen. (Aus Interesse würde ich aber auch gerne hierfür einmal die Preis erfahren.) Das Hörspiel steht im Kontext zu einer Kultureinrichtung. Nutzer können es nur vor Ort herunterladen, danach aber ungebegrenzt anhören (Nutzungsrechte?). An liebsten wäre es mir, wenn diese Nutzungsrechte komplett abgedeckt sind und ich dafür keine monatlichen Lizenzkosten zahlen muss.

Die Nutzung der Inhalte für Werbezwecke ist derzeit nicht geplant. Falls zu einem späteren Zeitpunkt aber z.B. instagram Werbung mit Auschnitten aus dem Hörspiel gemacht werden würde, wie würden sich die Nutzungsrechte dafür berechnen?

Ich würde mich sehr über eure Hilfe fragen, da ich aktuell ziemlich auf dem Schlauch stehe.

Viele Grüße
Nik
 
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Nagelfuchs

Mitglied
Hi Nik,

interessantes Projekt, dass Du da andenkst.
Deine Fragen lassen sich allerdings nicht so ohne Weiteres und vor allem nicht pauschal beantworten.
Preise für die Leistung der Stimme und die Nutzungsrechte (Buyouts) sind in der Regel unabhängig voneinander und variieren ggf. auch noch zusätzlich von Person zu Person.

Du wirst zum Beispiel einen wie, also kein professioneller Sprecher mit sehr überschaubaren Portfolio, DEUTLICH günstiger kriegen als z.B. eine Gabriele Petermann (deutsche Stimme von Hermine Granger).

Weiters haben viele Stimmen auch kein eigenes Home Studio (wobei viele tatsächlich von zu hause arbeiten). Das sind Faktoren, die beim Casting unbedingt angemerkt werden sollten.

Das Casting selbst muss ja auch irgendwie aufgezogen werden. Professionelle Stimmen arbeiten da oft exklusiv mit Agenturen (z.B. Brilliant Voice) zusammen. Natürlich gilt auch hier das nicht für alle, aber für viele. Und besagte Agenturen wollen dann natürlich auch eine Aufwandsentschädigung.

Auch bei den Nutzungsrechten spielen viele Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel der geografische Bereich, also wo es zugänglich gemacht wird. Die Dauer, also wie lange es zugänglich gemacht wird etc.. Außerdem hat jede Stimme natürlich nutzungsrechtlich Anspruch auf ihr eigenes Buyout. Dito Musik, Foley Artist etc..

Sorry, dass ich Dir hier keine konkreten Zahlen geben kann. Ich bin aber sicher, einige Stimmen hier, die auch in dem Beruf als Stimme arbeiten, können da mehr zu sagen.
Ich will eigentlich nur darauf hinaus, dass diese Evaluierungen von extrem vielen Faktoren abhängen.

Vielleicht hilft Dir das ja schon ein wenig.

Liebe Grüße
Nagelfuchs
 

Wolke

Buchsprecherin und Versakrobatin
Einige Infos zur Gagenkalkulation ist in diesem Tool zu finden. Schön ist, dass es sich an der VDS orientiert und Parameter zur Kalkulation einzustellen, erlaubt. Schnell wird nachvollziehbar, dass Profis ihren Preis kosten, aber mit ggf frischen Stimmen hier vllt eine machbare Alternative überschlagen werden kann.

 

nik

Mitglied
Hi Nik,

interessantes Projekt, dass Du da andenkst.
Deine Fragen lassen sich allerdings nicht so ohne Weiteres und vor allem nicht pauschal beantworten.
Preise für die Leistung der Stimme und die Nutzungsrechte (Buyouts) sind in der Regel unabhängig voneinander und variieren ggf. auch noch zusätzlich von Person zu Person.

Du wirst zum Beispiel einen wie, also kein professioneller Sprecher mit sehr überschaubaren Portfolio, DEUTLICH günstiger kriegen als z.B. eine Gabriele Petermann (deutsche Stimme von Hermine Granger).

Weiters haben viele Stimmen auch kein eigenes Home Studio (wobei viele tatsächlich von zu hause arbeiten). Das sind Faktoren, die beim Casting unbedingt angemerkt werden sollten.

Das Casting selbst muss ja auch irgendwie aufgezogen werden. Professionelle Stimmen arbeiten da oft exklusiv mit Agenturen (z.B. Brilliant Voice) zusammen. Natürlich gilt auch hier das nicht für alle, aber für viele. Und besagte Agenturen wollen dann natürlich auch eine Aufwandsentschädigung.

Auch bei den Nutzungsrechten spielen viele Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel der geografische Bereich, also wo es zugänglich gemacht wird. Die Dauer, also wie lange es zugänglich gemacht wird etc.. Außerdem hat jede Stimme natürlich nutzungsrechtlich Anspruch auf ihr eigenes Buyout. Dito Musik, Foley Artist etc..

Sorry, dass ich Dir hier keine konkreten Zahlen geben kann. Ich bin aber sicher, einige Stimmen hier, die auch in dem Beruf als Stimme arbeiten, können da mehr zu sagen.
Ich will eigentlich nur darauf hinaus, dass diese Evaluierungen von extrem vielen Faktoren abhängen.

Vielleicht hilft Dir das ja schon ein wenig.

Liebe Grüße
Nagelfuchs
Hi Nagelfuchs,

vielen Dank für Mühe und deinen Input!
Und ja, du hast absolut Recht – es gibt nicht den einen Preis sondern immer eine Preisspanne, abhängig von vielen Faktoren.
Genau diese vielen Variablen, die die Gage beeinflussen können, versuche ich gerade zu entwirren :)

Viele Grüße
Nik
 

nik

Mitglied
Einige Infos zur Gagenkalkulation ist in diesem Tool zu finden. Schön ist, dass es sich an der VDS orientiert und Parameter zur Kalkulation einzustellen, erlaubt. Schnell wird nachvollziehbar, dass Profis ihren Preis kosten, aber mit ggf frischen Stimmen hier vllt eine machbare Alternative überschlagen werden kann.

Hey Wolke,

vielen Dank für deinen Input.
Das Tool ist auf jeden Fall schonmal ein guter Ansatz! :)

Du sagst, dass sich das Tool an der VDS orientiert – für den Bereich Hörspiel hatte ich im VDS Gagenkompass allerdings keine Infos gefunden. Hast du hierzu noch einen Hinweis für mich?

Zudem habe ich auf der Seite der Sprecherdatei noch eine Tabelle gefunden.
Wie verhält es sich hier mit Buyout und RZ (hier stellt sich mir noch die Frage, was das überhaupt ist)?
Wird bei Hörspielen kein Buyout berechnet sondern stattdessen eine Verwertungsgebühr (hier RZ)?

Vielen Dank und viele Grüße
Nik
Bildschirmfoto 2026-01-02 um 15.14.27.png
 

Wolke

Buchsprecherin und Versakrobatin
Hi Nik, die Fragen kann ich dir nicht beantworten. Bin selbst noch zu neu in der Sprecher Bubble. Fand nur klasse, dass es das Genre Hörspiel gibt. Wenn du direkt bei der Sprecherdatei fragst, erhältst du jedoch voraussichtlich einen hochpreisigen Sprecher... durch die Vermittlung des Betreibers. Also müsstest du dich weiterhin erstmal selbst orie3...
 
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nik

Mitglied
Hi Nik, die Fragen kann ich dir nicht beantworten. Bin selbst noch zu neu in der Sprecher Bubble. Fand nur klasse, dass es das Genre Hörspiel gibt. Wenn du direkt bei der Sprecherdatei fragst, erhältst du jedoch voraussichtlich einen hochpreisigen Sprecher... durch die Vermittlung des Betreibers. Also müsstest du dich weiterhin erstmal selbst orie3...
Trotzdem vielen Dank :)
 

WolfsOhr

Mario Wolf
Sprechprobe
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Hi Nik,

ja, das Thema Gagen kann sehr schnell unübersichtlich werden 😁. Aber ich denke prinzipiell steht ja alles an Informationen und "Regeln" vor allem auf der Seite von sprecherpreise... Dort wird beschrieben, welche Faktoren einen Einfluss auf die Gagen haben (können), inkl. Budget des Projekts.
Dass sich die Gagen der Sprecherdatei am VDS-Kompass orientieren wage ich zu bezweifeln. Ich denke es ist eher die jahrzehntelange Erfahrung von Denis (Bergemann, Inhaber der Sorecherdatei und des Studios Omni Audio). Und auch dort steht ich glaube ganz unten, dass die gezeigten Preise für erfahrene Sprecher gelten und z.B. für Einsteiger beispielsweise der Faktor 0,5 bis 0,8 gelten könnte.
Von daher würde ich persönlich so herangehen, erstmal mit diesen Preisen und in Abhängigkeit des Produktionsbudgets eine Grundlage zu kalkulieren. Dann weißt du auch, was du anbieten kannst und kannst dann entsprechend in die Gagenverhandlungen einsteigen.
Klar ist ein Dietmar Wunder oder ein Santiago Ziesmer teurer als ein Einsteiger oder unbekannter Sprecher, aber ich glaube es lohnt sich immer eine Anfrage, natürlich auch abhängig vom Interessenswert deines Projektes für den Sprecher. Auch die "Grosen" sprechen hier und da bestimmt für einen guten Preis.

Ach so, und wegen der Verwertung/des Buyouts: Das ist meiner Meinung nach enthalten, es sei denn es wird noch anderweitig verwendet. Wie von dir beschrieben als Werbung auf Insta. Aber auch dann ist die Frage ob es sich um geschaltete, bezahlte Ads handelt oder nur um eine Post auf deinem Kanal.

Das Allerwichtigste: Kommuniziere genau, was du vorhast, wie die Verwertung ist, um was für ein Projekt es sich handelt - und dann wirst du mit Sicherheit geeignete Sprecher und Sprecherinnen finden!

Viel Erfolg!
Mario
 

Delay

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Sprechprobe
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Ich würde die empfehlen: Ruf am Montag mal bei Denis in der Sprecherdatei an. Der Berät und hilft gerne. Oder schreib eine Mail.
 

soundjob

HÖRSPIEL MUSIK AUDIO
Sprechprobe
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Könntest du dein Vorhaben vlt. etwas konkretisieren, denn ich frage mich eigentlich, WEN du denn für dein Projektvorhaben/Budgetplanung zu engagieren gedenkst ?
Etabliert professionelle Sprecher/innen ?... und Gagen wie Konditionen etc. über die Agenturen anzufragen sind.

Oder Mitwirkende aus dem Amateur/semi-professionellen Bereich und gerne in Erfahrung bringen möchtest, wie diese dann vergleichsweise angemessen fair vergütet werden können und wie es auch hier berücksichtigend mit Verwertungslizenzen (generell Sprecher, Musik, Sounds etc.) aussähe und worauf geachtet werden sollte ?
 
Sprechprobe
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Das Thema ist ein riesen großes Problem in der Branche. Meist liegt die Thematik eben nicht darin wer wie bezahlt werden will, sondern was jemand bereit ist zu zahlen. Ich Versuche mich immer am Gagenkompass zu orientieren oder bei anderen Sprechern die meinen Einstieg etwas begleiten. Wenn man aber mal genau hinsieht, gerade in Portalen wie diesen hier suchen die Leute immer wieder für bezahlte und kommerzielle Produkte praktisch gute Sprecher für lau. Und ich würde behaupten viele lassen es mit sich machen.

Ich hatte z.B eine Anfrage, ein Hörbuch aufzunehmen und selber zu schneiden. 370 Seiten und am Ende wollte man mir 1200 Euro bezahlen. Ein Betrag der ein absoluter Witz ist. Wenn ich mal bedenke was meine Kurse, Schulungen und mein Aufnahmeraum gekostet haben und was die Arbeit an sich kostet.
Vincent Fallow hatte mir da geraten das nicht zu tun. Man sollte sein Können nicht unter dem Aspekt verkaufen der billigste zu sein, gerade weil man ja selber sehr viel in sich selbst investiert, also habe ich abgelehnt. Wäre halt auch ein ganzen Stück Arbeit gewesen.
Nach Kompass wären 250 Euro pro finaler Stunde ein günstiger Tarif gewesen. Für 200 hätte ich es wohl auch gemacht.

Ich denke am Ende mag es für viele nur "Sprechen" sein aber deine Stimme ist in dem Fall dein Kapital und dein Werkzeug und der Gagenkompass hilft da gut bei der Orientierung.

Wie aber auch in vielen anderen Bereichen und wie ich bereits wo anders angesprochen, versuchen viele mit KI als Argument die Preise zu drücken. Und Leute die das alles umsonst machen oder unter Wert unterstützen dieses Preisdumping auch noch. Hier sei das Argument ja immer man müsse ja irgendwo anfangen und sich erstmal einen Namen machen. Das ist aber ebenfalls Quatsch.

Auf jeden Fall findest du hier: VDS-Gagenkompass | Verband deutscher Sprecher:innnen

Den Gagenkompass. Der sollte bei der Orientierung helfen können.

Oh und sorry für Schriftfehler, mein Sohn und ich hatten eine kurze Nacht 😵
 
Zuletzt bearbeitet:

soundjob

HÖRSPIEL MUSIK AUDIO
Sprechprobe
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Man solle nicht außer 8 lassen, dass das Budget eines Projekts nicht nur primär an der Dienstleistung der Sprecher geknüpft ist, denn es hängt noch ein ganzer Rattenschwanz außerhalb der Sprecherleistung dran, wie u.a. etwaige Lizenzierung von Musik als z.B. vorgefertigt non-exklusive Produktionsmusik oder gar exklusive Auftragsarbeit, Bearbeitung durch die verschiedenen Audiogewerke und Vergütung von Projektmitwirkenden, Korrekturschleifen, Aufbereitungen/Formate für die Distribution, Korrespondenz/Office-Kram etc. etc. etc. p.p. und p.p. die dort außerhalb der reinen Sprecherleistungen, auf Seiten, Lasten und Kosten des Auftraggebers liegen.

Das sind jedoch alles Überlegungen einer Kalkulation mit Hauptaugenmerk kommerzieller Verwertungen im Rahmen von Unterhaltungsindustrien + inkludierter Werbung, sowie generelle Distributionsfragen (u.a. Gema-Angelegenheiten) usw. die summa summarum in einen mittleren bis hohen 5-stelligen Betrag gehen können und i.d.R. für kleinregionale Vorhaben finanziell schwer zu stemmen sind, sofern nicht durch künftig erwartbare Einnahmen somit in Vorleistung finanzierbar.

Ich denke allerdings, dass deine Absichten- wie bereits von dir erwähnt, eher nicht auf dieser kommerziell groß angelegten Schiene fahren möchten ?🤔 Daher auch meine Frage der Konkretisierung, WEN du suchst, bzw. für dein Vorhaben brauchst ?

Auf dem Hoertalk sind die Leute ggfls. bereit, dich in deinem Projektvorhaben (Hörspiel) zu unterstützen... ob kostenfrei oder z.B. in Form einer pauschalen Vergütung, ist dann eine Frage der persönlichen Klärung.
 

nik

Mitglied
@WolfsOhr @Frank Hammerschmidt @Delay @Alex_Die_Stirnglatze @soundjob @WolfsOhr

Vielen Dank für eure Mühe und die tollen Beiträge! Leider habe ich keine E-Mail-Benachrichtigungen mehr bekommen und war deshalb davon ausgegangen, dass keine neuen Beiträgen mehr geschrieben wurden. Nun habe ich gelernt, dass ich besser mal so nachschauen sollte :) Denn entgegen der Annahme von @WolfsOhr ist das Thema immer noch sehr präsent und ich habe die letzten Tage immer wieder recherchiert und versucht eine Antwort zu finden.

@soundjob Ich peile momentan die Zusammenarbeit mit semi-professionellen Sprecher*innen an. Also Sprecher*innen, die bereits einzelne Projekt umgesetzt haben, die eine Ausbildung, ein Coaching oder ein Studium in dem Bereich gemacht haben (oder sich in diesem befinden) aber noch nicht etabliert sind. Die Sprecher*innen sollten zudem die Option haben, selbst aufzunehmen. Schnitt oder Nachbearbeitung ist nicht notwendig.

1 / Recherche​


Ich trage hier einmal die Informationen zusammen, die ich finden konnte:

Der VDS Gagenkompass biet keine Informationen zum Thema Hörspiel.
Vielleicht könnte "Games" hier als Referenz herangezogen werden, da in diesem Bereich ebenfalls Rollen/ Charaktere verkörper werden.

Bildschirmfoto 2026-01-09 um 15.10.56.png


Ein anderer Gedanke war "App", da das Hörspiel in einer App eingebettet werden soll ... abgesehen davon, dass das Hörspiel von einer App aus gestartet wird, gibt es aber keinen Zusammenhang. Es werden keine Sprecher-Takes an anderer Stelle in der App platziert.

Bildschirmfoto 2026-01-09 um 15.12.12.png


Sprecherpreise.de listet hingegen die Kategorie Hörspiele auf und bietet die folgenden Infos:
Bildschirmfoto 2026-01-09 um 15.14.37.png



Und in der Sprecherdatei.de Kalkulationstabelle habe ich zusätzlich noch diese Info gefunden:

Bildschirmfoto 2026-01-09 um 15.16.18.png




Wie ich das sehe sind bei VDS und Sprecherpreise.de die Lizenzkosten bereits in der Gage eingerechet. Sprecherdatei.de führt hier den zusätzlichen Punk "Verwertung" auf, wodurch ich vermute, dass diese hier nochmal zusätzlich draufgerechnet wird?

2 / Analyse​


Wenn ich bei Sprecherpreise.de den mittleren Gagenwert berechne, dann komme ich auf 265€ / Studiostunde.
Das ist ziemlich nah den Preisen für Games bei der VDS.

Sprecherdatei.de liegt bei einer Stunde und befindet sich somit eher am oberen Ende der Skala (und hier kommen noch die Lizenzkosten dazu?)
 

soundjob

HÖRSPIEL MUSIK AUDIO
Sprechprobe
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Du kalkulierst hier mit etwaigen Lizenzen für Distribution von Verwertungsrechten kommerzieller Veröffentlichungen für u.a. Film Kino/TV, Rundfunk und Handel etc. was u.a. die Frage nach Regional/National/International, 1. und 2.Aufführungsrechte, Medienträger, Jahreslizenzen etc.p.p. aufwerfen würde... das ganze Lizenzgedöns einer tatsächlich kommerziellen Produktion/Publikation eben.

Die grundlegende Frage die sich dir zunächst einmal stellen muss, ist, ob du mit deinem Vorhaben in diese kommerzielle Richtung gehst ?
Um Beispielsweise nur etwas für sein "kleines Restaurant" zu machen, was hinsichtlich medialer Publikationen vergleichsweise nicht über die regionale Grenze hinausgeht- gleichwohl ein Hörspiel vertrieblich über bekannte Streamingplattformen erreichbar ist, vereinbart man als Gage einen Pauschalpreis mit den Mitwirkenden (Sprecher, Mitarbeiter, Musiklizenz) auf Basis einer unbefristeten Lizenz und gut ist.
Du machst dich da aber auch verrückt :D

Wenn du z.B. Coca Cola, BMW oder ARD wärst, dann sähe das mit befristeten Jahreslizenzen für jedwede Promotion und Verwertungsrechte ganz anders aus... aber als z.B. kleingewerbliches Unterfangen, da macht keiner einen großen Aufriss drum oder pocht darauf, jeden potentiell entgangenen Cent über `nen Zeitraum von 80 Jahren aus einem Kleingewerbler rausquetschen zu wollen.
Daher empfehle ich dir, das auch als Buy Out mit Pauschalpreisen zu machen. Einmalig und unbefristeter Laufzeit.

Der VDS-Gagenkompass etc. richtet sich an professionelle Berufstätige und hier solltest du auch generell Spreu/Weizen unterscheiden.
Zudem wird oft mit "Studiopreisen" kalkuliert, aber:
Die Sprecher*innen sollten zudem die Option haben, selbst aufzunehmen. Schnitt oder Nachbearbeitung ist nicht notwendig.
Dann fällt auch einiges weg, weil weder Kosten für Studiomiete/Anfahrt/Unterbringung/Verpflegung etc. Posten der eigenen Sprecherkalkulationen mehr sind. (Wobei... der etablierte Profi berechnet natürlich auch, naja, sagen wir mal `ne Art "Bearbeitungsgebühr"... da macht nach meinem Wissen eigentlich niemand was unter 300 € pro Stunde... ob Vorort im Atelier oder Zuhause auf der Couch).

Ich kann dir natürlich nicht empfehlen, was du nun zahlen solltest, aber findet die Arbeit im Heimstudio statt- und es werden Semipro`s beauftragt, dann kann man auch durchaus etwas günstiger kalkulieren.
(Ich weiß, das klingt gerade so, als würde ich den Kollegen in den Rücken fallen... aber bleiben wir ehrlich und auf `n Teppich... ist hier auch nicht Coca Cola oder Disney 🤷‍♂️)
 
Zuletzt bearbeitet:

WolfsOhr

Mario Wolf
Sprechprobe
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ist hier auch nicht Coca Cola oder Disney 🤷‍♂️)
Coca Cola macht ja spätestens seit Weihnachten eh mit KI 😆😆

@nik Alles gut, fein, dass du nochmal reingeschaut hast.

Also, ich würde mal sagen, dass du als erstes mal genau definierst, wie die genaue Verwendung ist. Du hattest ja in deinem ersten Beitrag von "Kulturprojekt" geschrieben. Was für ein Projet ist das genau und wie wird die fertige Produktion genau genutzt. Mit dem Wissen könnte man vielleicht auch auf deine einzelnen Fragen gezielter Eingehen. Ich habe es jetzt nicht nochmal nachgelesen, aber ich meine mich zu erinnern, dass es ausschließlich vor Ort runterzuladen sein wird, mit der Gefahr, dass es dann jemand weiter gibt. Solche Gefahren gibt es immer, spielt aber erstmal keine Rolle. Ich persönlich würde da laut VDS als Audio-Guide rangehen und komme dann für die Nutzung, zeitlich unbegrenzt, auf 425,-€. Ob ich zusätzlich eine Studio- und Remote-Session-Gebühr erheben würde, würde ich vom Projekt und dessen Budget abhängig machen. Außerdem, wenn es ein kleines Projekt mit voraussichtlich wenigen Besuchern ist (also nicht tausende jährlich), dann würde ich es z.B. auch für 250,-€ machen. Das ist sehr individuell.
Aber du möchtest ja einen Überblick für eine faire Bezahlung der Sprecher haben. Ich vermute, dass du mit allem, was hier jetzt zusammengetragen wurde, schon eine ganz gute Einschätzung über dein nötiges Budget hast, oder?

Schöne Grüße
Mario
 

WolfsOhr

Mario Wolf
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Ach so, noch ein Zusatz:
Die Preise vom VDS Gagenkompass sind ja auch nur durchschnittliche Richtwerte, die sich aus Erfahrung vieler Jahre und vieler Sprecher zusammen setzt. Es ist immer wieder eine Verhandlungssache und vielfach werden heutzutage unterirdische Honorare geboten. Und trotzdem arbeiten eben viele Sprecher dafür. Das entscheidet jeder individuell, was er oder sie sich wert ist. Ob das nun gut oder schlecht ist steht auf einem anderen Blatt.
 
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