Basotect - kann ich dünnere Platten doppeln?

schmidtmader

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Hallo in die Runde,
ich habe mir eine Restekiste Basotect bestellt. Nun sind leider entgegen meiner Hoffnung keine dickeren Platten enthalten sondern sehr schöne große, aber nur 2 cm dicke Platten enthalten. Kann ich um den gleichen Effekt wie bei einer dickeren Platte zu erzielen einfach zwei 2cm dicke Platten aufeinanderlegen? Auf der Rückseite der Platte ist eine brüchige Gummierung.
Dankeschön und liebe Grüße
 

Dolax

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Ja, das geht. Wobei 4cm dann immer noch nicht so dick sind, dass es tief runter reicht. Für die 1st Reflektion hinterm Mikro vielleicht lieber drei Platten nehmen.
Verarbeitungstipp: kleine Klebepunkte am Basotect mit Holzleim einstreichen, 24h abtrocknen lassen. Dort halten dann auch Powerstrips oder Ähnliches. Ich halte noch zusätzlich Abstand zur Wand, indem ich 3d Klebewürfel benutze.
Viel Erfolg!
 

BoBo

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@Dolax - die Klebewürfel würden sich doch auch anbieten um die beiden Platten direkt miteinander zu verbinden? Jeweils in der Ecke der Platte (ggf noch welche über die Fläche als Abstandshalter/Stabilisatoren). Den Randbereich dann mit Gaffaband (oder Basotect-Streifen) abkleben. Das wäre dann eine 65,4mm starke compound platte mit 25,4mm Hohlkammer. Wäre interessant ob sowas dann wie ein Gitarrenkorpus anfängt zu schwingen, oder der Schall sich darin totläuft???? :unsure:
 

WolfsOhr

Mario Wolf
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@BoBo Ich denke für höhere Frequenzen würde das bestimmt gut funktionieren, aber je tiefer du kommst desto weniger Effekt dürfte man damit erzielen. Ich würde tendenziell erstmal die Plattenstärke erhöhen ohne Hohlraum dazwischen.
 

schmidtmader

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Dolax

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@Dolax kleben die Platten denn mit Holzleim zusammen oder benutzt du noch flache Klebepads?
Der Holzleim ist nur der Primer, damit auf Basotect anschließend "normale" Klebstoffe überhaupt halten. Also ja, dann bräuchtest du noch doppelseitige Klebepads. Ich habe das aber bisher immer nur zwischen Basotect und Wand so verwendet.
Vielleicht kannst du zum Verbinden der Platten hintereinander sie auch einfach mit Stecknadeln aufspießen? Das wäre reversibel. Habe ich aber selbst noch nie probiert.
 

Dolax

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Hier ist ein Bild, wie zwei Klebewürfel ein Basotect Sechseck prima an der Wand halten (mit Holzleim als Primer)
IMG_20211014_123206-1634207626.jpg
 

BoBo

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@BoBo Ich denke für höhere Frequenzen würde das bestimmt gut funktionieren, aber je tiefer du kommst desto weniger Effekt dürfte man damit erzielen. Ich würde tendenziell erstmal die Plattenstärke erhöhen ohne Hohlraum dazwischen.

Spräche etwas dagegen wenn man/frau den hohlraum einfach mit weitaus billigeren Dämmstoff/-wolle auffüllt, das könnte zB auch 👉 Fermacel-Wärmedämmschüttung (Perlite) sein?
 
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WolfsOhr

Mario Wolf
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Habe ich keine Erfahrung mit, aber es wird vermutlich nicht einen so starken Effekt haben wie Basotect. Das ist einfach gut und dafür gemacht. Aber wie gesagt, nur eine Vermutung. Ich sach ma: probieren geht über studieren :).
Und es sei erwähnt, dass ich bisher nur mit Molton und ein paar selbtgeschusterten Deckenplatten (100cm x 62cm mit 10cm Steinwolle gefüllt) recht gut klar komme. Obwohl ich auch lieber schöne große und dicke Basotectplatten hätte ;).
 

schmidtmader

ohne Jodeldiplom
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@WolfsOhr Meine Kabine ist aktuell auch nur mit Pyramidenschaumstoff und Molton ausgekleidet. Das hat bislang gut funktioniert und für das intern gereicht. Dennoch gab es Rückmeldungen von einem Tontechniker, dass es eben in den Tiefen nicht optimal ist. Eine Bassfalle war keine Alternative - daher hab ich das Experiment Restekiste gewagt.

Noch kurz eine Frage zur Platzierung der Dämmung. Ist der Raum hinter mir nicht wichtiger (als hinter dem Mikro), da von da ja der Schall zurück ins Mikro geht?
 

Dolax

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Noch kurz eine Frage zur Platzierung der Dämmung. Ist der Raum hinter mir nicht wichtiger (als hinter dem Mikro), da von da ja der Schall zurück ins Mikro geht?
Nein, wichtiger ist hinten nicht, aber auf jeden Fall auch wichtig (wegen der Nierencharakteristik).

Hinter dem Mikro ist der beste Punkt, den noch nicht ganz so zerstreuten Schallkegel zu erwischen und schon abzuschwächen.
Was von hinten kommt, ist bereits aufgefächert und hoffentlich vielfach reflektiert.
Gut ist auch, wenn du dich zum Sprechen nicht senkrecht gegen die Wand drehst, sondern mit einem krummen Winkel wie z.B. 73,57° stellst, damit der Schall möglichst effektiv im Raum zerstreut wird.
 

WolfsOhr

Mario Wolf
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he he, mit davor und dahinter streiten sich die Gemüter :) . Ich habe 3 Seitendes Raumes mit Molton abgehängt (wenn ich aufnehme), über dem Mic-Platz an der Decke sowie in Sprechrichtung gesehen dahinter (auch an der Decke) hängenmeine 4 selbstgebauten Absorber. ICh spreche genau Richtung freie Wand, in der auch noch 2 Fenster eingebaut sind. Davor steht noch ein Schreibtisch mit Laptop und Monitor sowie diverses Schreibzeugs drauf. Das funktioniert bei mir wunderbar. Es gibt ja kaum Schall, der exakt gerade reflektiert wird und ohne Umweg ins Mikro zurück kommt. Und da das Mikro, wenn es eine Nierencharakteristik hat, auf der Seite, wo wir alle reinsprechen, am empfindlichsten ist, dann ist die Seite hinter mir viel wichtiger als die vor mir, da dort das Mic wiederum am wenigsten empfindlich ist. So zumindest meine Erfahrung und auch die Theorie gibt dem meiner Meinung nach Recht. Auch hier gilt wieder: einfach mal unterschiedliche Varianten ausprobieren. Und nicth vergessen: Schall breitet sich von der Schallquelle kugelförmig aus (auch wenn die Energie natürlich in die unterschiedlichen Richtungen unterschiedlich ist, so geht doch auch was aus eurem Mund nach hinten.
Erzähl auf jeden Fall wie es bei dir am besten ist!
 

Dolax

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Und nicth vergessen: Schall breitet sich von der Schallquelle kugelförmig aus (auch wenn die Energie natürlich in die unterschiedlichen Richtungen unterschiedlich ist, so geht doch auch was aus eurem Mund nach hinten.
Diese unterschiedliche Richtungsenergie ist aber gerade das Wesentliche. Die Stimme breitet sich eher als leicht nach vorne elongierte Halbkugel vom Mund heraus aus. Und damit erklärt sich dann auch, warum es bei dir nicht geklappt hat: die Dämpfungsplatte war wohl zu weit weg und/oder zu klein. Ein zu großer Anteil des Schalls hat sich bei dir einfach dran vorbei verteilt. Ich rede davon, wenn man eine Hand-Spannweite vom Mikro weg steht, dass dann eine weitere Handbreit hinter dem Mikro schon die schön dicke Basotect Platte kommen sollte.

In dem Zusammenhang: Es gibt auch durchaus eine gewisse Berechtigung für Mikrofon Schirme. Also die aus gutem Material, nicht so 3cm billig Schaum. Die @Feenstaubtrulla hatte mal Aufnahmen mit ihrem Aston Microphones Halo Reflection Filter präsentiert. Und ich habe auch selbst gute Erfahrung mit der oben beschriebenen Taktik.

Und nicht zufällig ist meist der erste Tipp für den Anfang, das Mikro vor einen vollen Kleiderschrank zu stellen. Die Klamotten sollen auch die 1st Reflektion fangen.
 
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BoBo

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Bin gerade am Überlegen ob Filz nicht als annehmbare Lösung durchgeht. Der WAF (woman acceptance factor) ist da schlicht höher.
Und da ich nicht provozieren möchte demnächst zu parshipen scheint das eine ästhetisch gangbare Option. Thoughts?
 
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