Konstruierte Sprachen

Dieses Thema im Forum "Offtopic" wurde erstellt von Esra, 30. März 2017.

  1. Esra

    Esra rsb

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    75
    Hallo,

    Off-Topic Conlang kam hier auf. Deshalb verschiebe ich meinen Textteil hierher. Dieser Thread schrammt auch das Thema.

    > Esperanto machst Du auch?
    Nein, ich lerne kein Esperanto mehr, war aber bei einigen Eo-Jugendtreffen um mir das in Aktion anzusehen. Funktionieren tuts.

    > Das Lidepla ist aber etwas anderes, nicht wahr?
    Lidepla ist eher naturalistisch konstruiert, Esperanto eher schematisch und etwas arg sperrig in der Aussprache. Meiner Meinung nach rollt Lidepla wesentlich wohlklingender über die Zunge als Esperanto.

    Grüße,
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. April 2017
  2. Arnold

    Arnold Hoertalker

    Beiträge:
    39
    Von Esperanto habe ich schon ghört, aber naja Massentauglich wird es sicherlich nie. Maximal die, die jetzt aufwachsen haben eine gute Chance die Sprache zu meistern. Ich habe jetzt schon 3 Sprachen angefangen zu lernen und ich brauche Jahre um Sie zu meistern. Ich habe Esperanto zb gar nicht geschafft, obwohl es so einfach sein soll.
     
  3. SeGreeeen

    SeGreeeen Tu Felix Austria

    Beiträge:
    636
    Warum sollte ich eine konstruierte Sprache lernen die keiner spricht, wenn ich einfach eine natürliche Sprache lernen kann, die ich dann sogar benutzen kann? Das versteh ich nicht. Vlt. kannst du mir das erklären. Diese LiDePla Leute werden ja auch irgendwas im Hinterkopf gehabt haben als sie die Sprache erfunden haben...
     
  4. maushausstudio

    maushausstudio Super-Hoertalker

    Beiträge:
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    @Esra mag mich korrigieren, aber die Idee hinter den Kunstsprachen sollte wohl sein, Elemente aus den größten Sprachfamilien zu integrieren und gleichzeitig ein einfaches Regelwerk zu schaffen, das möglichst wenige Ausnahmen beinhaltet. Das sollte für alle eine leichte Erlernbarkeit bringen.
    Die Wahrheit bestimmt wie immer das Leben. Sprachen setzen sich aus politischen und ökonomischen Gründen durch, die "Kleinen" lernen sie, weil sie von den "Großen" was wollen. Denk mal an den Elektronenrechner, besser als "Computer" bekannt: der wurde zwar bei uns erfunden, aber die Massenherstellung fand in Amerika statt. Ergebnis: alles englisch...:cool:
    LG Hannes:)
     
    SeGreeeen gefällt das.
  5. Esra

    Esra rsb

    Beiträge:
    75
    Ich finde Esperanto "unnötig" kompliziert und vom Laut- und Schriftbild (z.B. die j-Angelhaken; freie Wortstellung; akustisch unglücklich gelöste Akkusativ-Markierung mit -n-) nicht gerade ästhetisch. Das ist aber meine ganz persönliche und durch Selbstversuch gebildete Meinung.
    Nationalsprachen sind relativ starr einem sprachlichen Kulturerbe verbunden und lassen sich auch nicht einfach so mal "optimieren" obwohl der Optimierungsprozeß (z.B. bezüglich der schon fast katastrophalen, dialektanfälligen Orthographie im Englischen: Shaw- und Unifon-Alphabet) an sich nicht das Problem ist sondern die sprachpolitische Umsetzung derselben. Wobei es auch Beispiele gibt die beweisen, daß sich "tote" Sprachen (optimiert) wiederbeleben lassen (z.B. Hebräisch). Sehr oft stimmt die amtliche Schreibweise des Hochdeutschen (oder irgendeiner anderen Amtssprache) nicht mit der alltäglich/zeitgemäß bewährten Sprechweise des Hochdeutschen (oder irgendeiner anderen Amtssprache) überein. So wird z.B. das Wort Deutsch eigentlich Doitsch gesprochen. Heimat wird z.B. Haimat gesprochen. Es muß also ein Wort immer mindestens zweimal gelernt werden. Wenn man ein neues Wort hört dann sollte man es (optimalerweise) auch im Geiste mit Buchstaben aufschreiben können. Denn nur was ich mir innerlich (genau) mit Buchstaben visualisieren kann, das kann ich auch später in einem Wörterbuch nachsehen. Sprache kann aber viel mehr Raum für Kreativität bieten. S.a. Language Construction Kit. Kann halt jeder für sich selbst entscheiden ob sie/er der Faszination Conlang in seiner Freizeit verfallen will. Mich persönlich z.B. hatte mal Interlingua soweit fasziniert daß ich eine Art Lehrbuch für Interlingua digitalisiert hatte. Interlingua klingt mir aber zu "pathetisch". Für Lidepla gibt es ein ausführliches Regelwerk, welches aber keinen Index und auch kein Inhaltsverzeichnis besitzt. Das würde ich gerne nachholen um dieses Projekt besser realisieren zu können. "Parallel" dazu würde ich auch gerne die vorhandenen Wörterbücher in eine Wörterbuch-Software überführen (vielleicht SIL Fieldworks) und ein Grundkonzept für ein Lehrbuch zusammenschustern. Lidepla bleibt für mich aber ein lockeres Hobby. Sprachpolitische Ambitionen besitze ich keine. Lidepla ist für mich wie eine "Kreuzworträtselsprache" über deren Fertigkeiten ich immer wieder schmunzeln muß. Durch die Beschäftigung mit Lidepla bekomme ich auch langsam mal wieder Lust mein Schul-Englisch aufzumöbeln bzw. wohl eher von Grund auf "rundzuerneuern". Einen Mathematiker dagegen würde vielleicht eher Lojban interessieren. Foren zum Rumstöbern in dieser Conlang-Szene: Zompist; CBB .
    Ja, so in der Art. "... Das Sprechen ist eine Fähigkeit, zu der der Mensch eine komplexe Motorik mühsam erlernen muss ..." (Wikipedia). Die Vorstellungen vom tauglichen Regelwerk dazu sind natürlich sehr vielfältig. Übrigens stirbt statistisch gesehen weltweit alle 14 Tage eine Sprache aus. Und darunter sind auch Sprachen deren Regelwerk nicht dokumentiert ist.
    Die leichte Erlernbarkeit ist allerdings ein Aspekt bzw. "Konstruktionsziel" unter mehreren anderen: David J. Peterson: "Art of Language Invention".
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. April 2017

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