Tipps gegen dumpfen Klang

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Jasmin Drachenkind

J. E. Curtz
Sprechprobe
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Hallo an die erfahrenen Equalizer-Benutzer! Ich habe einige Aufnahmen von einer Sprecherin, die durch ein schlechtes Mikrofon einen recht dumpfen Sound haben. Hat jemand Tipps, welche Einstellungen dagegen helfen könnten?
 

Braveshine

Hoertalker
Ich würde mit dem EQ allein generell einfach breitbandig die tieferen Frequenzen etwas verringern die zu dominierend klingen und dann die Höhen breitbandig anheben, sodass es "klarer" wird.

Davor würde ich jedoch wie gewohnt zuerst alles aufräumen, Low-Cut Filter um unnötigen Bassanteile zu bereinigen, mit schmalem Band starke Ressonanzen finden und abschwächen.

Was ich als sehr wichtig empfinde ist, dass du dir eine Refferenz nimmst an der du dich orientieren kannst, bedeutet du nimmst entweder eine Aufnahme aus deinem Projekt das du als sehr gut empfindest und nach der sich alle anderen Sachen klangtechnisch orientieren sollen, oder eben etwas aus einem fertigen Werk das für dich sehr gut klingt.

Sodurch kannst du immer wieder vergleichen und herausfinden ob du es nicht gerade übertreibst und was noch fehlt.

Neben dem EQ würde ich noch andere Dinge tun wie "harmonics" hinzufügen durch "Saturation" "Exciter" etc. aber das auch nur frequenzspezifisch, da es klarer werden soll, sprich nur die höheren Frequenzen und das alles auch nur filigran. Dazu nimmt man entweder einen Multiband-Saturation oder Distortion wie den FabFilter Saturn oder erstellt einen Sendeffekt-Kanal, legt als erstes den Saturation/Distortion etc. an und danach einen EQ, bei dem man alles wegfilter, bis auf die Frequenzen die du bearbeiten möchtest und lässt den send-effekt-Kanal dann leicht anfahren.

Ob das jedoch nicht etwas zu viel für dein Ziel wäre, kann ich selber schlecht einschätzen :)
 

Slowfox

Super-Hoertalker
Sprechprobe
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Grundsätzlich gibt es ungefähr 5 frequenzen, die für Stimmen besonders wichtig sind. Da jede Stimme natürlich anders ist, sind dies aber nur ungefähre angaben. Einfach in der Nähe dieser Frequenzen suchen, wo die spezielle Aufnahme noch Korrekturen benötigt.

Basscut zwischen 35-80 Hz
Bass, um die 100-200 Hz meist etwas anheben.
Tiefe Mitten, um die 500 Hz etwas absenken. Da klingt es etwas dumpf, wie durch Karton gesprochen.
Hohe Mitten 2-3 kHz. eher etwas anheben.
Hohe Höhen (Air), um die 10 kHz, eher etwas anheben.
 

Gerrit Kock

Super-Hoertalker
Sprechprobe
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Meistens:
Low cut bei ca.100Hz ansetzen
Bei 200Hz absenken, das macht den Nasalen Bereich weg. -2db
Bei 500Hz eine etwas größere Wanne absenken. -3db
Anhebungen bei 2,4 und 8khz (so +2 bis 3db)
Das sind zumindest gute Standartwerte die oft gut passen. Sonst Frequenzen richtig anheben und mit einem Grafischen EQ durch sweepen und höhren wo es schlimmer wird oder besser
 

Slowfox

Super-Hoertalker
Sprechprobe
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Ach ja. Wichtig ist es natürlich auch, einen de-Esser zu benutzen, damit es bei den Zischlauten nicht zu spitz wird, Wenn die Höhen schön luftig werden sollen.
Ich setze den de-Esser meist etwas höher an, als empfohlen. So zwischen 6-9 kHz.
Dann benutze ich auch gerne noch einen dynamischen EQ, der bei 5-6 kHz die Frequenzen anhebt, die Anhebung aber zurücknimmt, wenn es dort zu laut/schrill wird.

Es kann auch angebracht sein, zusätzlich etwas zwischen warmem Und kristallenem Sound zu balancieren. Dazu mit dem Eq eine Linie malen, die möglichst gerade verläuft, und bei ca. 500 Hz, die 0db Linie kreuzt. Also Bass absenken und Höhen anheben oder umgekehrt. Das klappt ganz gut mit einem ganz flach ( Q gegen null) eingestelltem High Shelf filter, bei ca. 1,5 kHz und einem Low Shelf, ebenso flach, bei ca. 150 Hz.
Vielleicht klingt es aber auch gerade gut, wenn nur einer der Filter an ist etc.. Einfach ein bisschen experimentieren.
Der Übersicht halber kann man das ja in einem separaten EQ machen.

Das Ergebnis natürlich immer auf verschiedenen Lautsprechern und Kopfhörern testen. Von billig bis teuer. Denn was auf der einen Anlage gut klingt, wirkt woanders furchtbar spitz oder dumpf. Dann den besten Mittelweg wählen.

Viel Spaß beim herumschrauben!!!
 

Alex

Euch werd ich was erzählen...
Sprechprobe
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Also soo schlimm dumpf empfinde die Aufnahme jetzt nicht.
Ich habe mal kurz dran herumgespielt. So klänge das für mich schon ganz ok.
Habe hier ein paar Frequenzen am EQ verändert und zusätzlich sanft einen Deesser auf 6-9 Khz eingesetzt um das zischelige etwas abzumildern. Wäre jetzt so mein Vorschlag.
Wie gesagt, der Einsatz wäre wichtig. Für Hörbuch eher sanft, für Werbung agressiver.

Ansonsten weiterhin viel Erfolg beim mixen. :)

 



Grüße
Alex
 

Gerrit Kock

Super-Hoertalker
Sprechprobe
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@Slowfox, stimmt. Das mit den verschiedenen Lautsprecher ist wichtig. Eine gute Referenz Abhöre ist zum Beispiel auch das Auto. Ich zum Beispiel höre viel Musik aber auch Hörbücher gerne bei Fahrt.
 

Braveshine

Hoertalker
Mein schnelles Resultat klingt so.

 

Hab auch einen de-esser dazu verwendet da es schon recht zischelt, Frequenzen mit dem FabFilter Q3 aufgeräumt und mit einem anderen angehoben.
Am Ende leicht den FabFilter Saturn draufgelegt um es etwas klarer in den Höhen zu bekommen.

Was mir direkt aufgefallen ist, sind krasse Ressonanzen, auf dem Bild ist nur dargestellt wie ich versucht habe diese zu verringern und es klingt danach schon deutlich transparenter:



Problem war nur etwas, dass dadurch auch viel in dem Frequenzbereich verloren ging, was ich durch einen anderen EQ versucht habe wieder zu beheben.

Aber ein absoluter Genius bin ich da jetzt auch nicht :)
 

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