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Teufelskicker - 35. Blau-Gelb gegen die Teufelskicker

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Erster Eindruck: Norbert in der Krise

Obwohl die Saison gerade erst gestartet ist, sieht es schlecht aus für die Teufelskicker: kein einziger Punkt, letzter Tabellenplatz. Dafür wird vorrangig Trainer Norbert verantwortlich gemacht und kurzerhand ausgetauscht – gegen einen alten Bekannten, den Nico und Co. lieber nicht wiedergesehen hätten. Und der trifft gleich zu Anfang folgenschwere Entscheidungen...

Nachdem die Europa-Serie „Die Teufelskicker“ immer öfter von ihrem eigentlichen Kernthema abgekommen ist – dem Jugendfußball einer engagierten Mannschaft – kehrt sie in der 35. Folge wieder genau dorthin zurück und verzichtet zudem auf Schnickschnack, der in vielen anderen Episoden hinzugedichtet wurde. Das gefällt ebenso sehr wie die gelungene Erzählweise von „Blau-Gelb gegen die Teufelskicker“, denn diese wird gerade den Fans der Serie gefallen. Schon zu Anfang fällt positiv auf, dass Trainer Norbert mal etwas genauer unter die Lupe genommen wird, direkt auf seine Gefühle angesprochen wird. Und auch danach wird mit dem langsamen Hinzufügen von neuen Ereignissen das Interesse hochgehalten. Mit dem neuen Trainer, der bereits aus einer früheren Folge bekannt ist, kommt eine Figur ins Spiel, die man hemmungslos ungerecht und gemein finden kann, während die neuen Spieler der Blau-Gelben am Ende noch einmal ordentlich Sympathiepunkte hinzugewinnen. Der Verlauf ist flüssig und schlüssig – was bei dieser Serie nicht immer der Fall ist. Zudem trieft die Geschichte nicht so vor guten Ratschlägen und Lebensweisheiten, sondern bietet lockere und spannende Unterhaltung – die Teufelskicker haben hier zu alter Stärke zurückgefunden.

Der seit langem hörspielerprobte Rainer Schmitt ist hier als Albert Hinze zu hören und klingt wieder herrlich gemein und ungerecht, legt eine große Härte in seine Stimme – so kann man sich richtig gut vorstellen, wie er die jungen Spieler drangsaliert. Rasmus Borowski ist als Levinho zu hören, der neu zu den Teufelskickern stößt und vorerst einen recht arroganten Eindruck macht, diesen später aber wieder glaubhaft revidieren kann. Kerstin Draeger hat einen sehr sympathischen Auftritt als Norberts Frau und klingt sehr warmherzig. Weitere Sprecher dieser Folge sind Felix Topp, Till Hesse und Nils Rieke.

Die große Stärke der Serie ist seit jeher die glaubhafte und mitreißende Atmosphäre im Fußballstadion, die auch hier zu voller Stärke auflaufen kann – und das an gleich mehreren Stellen. Zurufe, Fangesänge und der Stadionsprecher Ulli Potofski greifen wieder sehr gut zusammen, doch auch in den restlichen Teilen ist eine ordentliche atmosphärische Gestaltung geschaffen worden.

Das letzte und entscheidende Spiel zwischen den Blau-Gelben und den „abtrünnigen“ Teufelskickern, das auch den Titel inspiriert hat, ist auf dem Cover zu sehen, besonders die Gesichtsausdrücke der beiden Spieler sprechen Bände und sind bezeichnend für deren Einstellung zum Fußball. Das Innere ist wieder hübsch und ansehnliche gestaltet.

Fazit: Eine dynamische und kurzweilige Folge, die keine der typischen Schwächen der Serie aufweist – eindeutig gelungen!

VÖ: 13.April 2012
Label: Europa
Bestellnummer: 886979036024
 
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