Macintosh77
Ich hab da mal ne Geschichte...
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Ich weiss nicht ob Du was bräuchtest oder von den bisherigen coolen Stimmen schon was gebastelt hast;-)
LG
Das geteilte Königreich
Dieses Land war nicht immer geteilt.
Doch die Zeit, in der es ein geeintes Reich war, liegt weit zurück. So weit, dass manche sie nur noch aus Geschichten kennen.
Vor vielen, vielen Jahren herrschte König Omund. Er war kein makelloser Herrscher, aber einer, der versuchte, gerecht zu sein. Unter seiner Krone war das Reich nicht ohne Probleme – doch es war gut.
Dann kam der Krieg.
Ein Mann erhob Anspruch auf den Thron. Er sprach von Stärke, von Ordnung, von Notwendigkeit. Der Krieg war kurz und erbittert. Die Drachenritter des Königs fielen einer nach dem anderen. Am Ende fiel Omund selbst, und der Usurpator setzte sich auf den Thron.
Seit vielen Jahrzehnten herrscht er nun mit eiserner Faust. Seine Gesetze sind eindeutig. Seine Strafen hart. Seine Ordnung lückenlos. Straßen sind sicher, Handel ist möglich, Aufstände werden im Keim erstickt. Es ist kein sanfter Friede – aber ein stabiler.
Omunds Name ist heute verboten. Wer ihn öffentlich ausspricht, riskiert den Tod. Nicht, weil man die Vergangenheit auslöschen will – sondern weil Erinnerung gefährlich sein kann. Erben seiner Drachenritter werden gejagt und getötet.
Das Reich selbst liegt weit und offen zwischen hohen Bergen. Nur wenige große Torwege führen durch diese steinernen Grenzen. Diese gewaltigen Durchgänge wurden einst von Zwergen in den Fels geschlagen.
Als der Usurpator die Macht übernahm, unterwarfen sich die Zwerge nicht. Sie handelten. Ihre Reiche blieben souverän, ihre Könige unabhängig. Im Gegenzug lieferten sie Sklaven.
Menschen aus Kriegen.
Verschleppte aus Grenzlanden.
Schuldner ohne Ausweg.
Diese Sklaven arbeiteten in Minen, auf Feldern und in Werkstätten. Der Reichtum der Berge wuchs – ebenso wie der Groll im restlichen Reich. Zwerge gelten bei vielen als Sklavenjäger und Händler von Ketten. Doch nicht jeder Zwerg steht hinter den Entscheidungen seiner Könige. Manche widersetzen sich im Stillen. Manche helfen im Verborgenen.
Die Elfen sahen die Entwicklungen im Land mit wachsender Verzweiflung. Und so kam es zu einer Folgenschweren Entscheidung, die den Elfen bis heute nachgetragen wird. Sie riefen einen Drachen in dieses Land. Er sollte den Usurpator stürzen und danach wieder verschwinden.
Der Drache kam.
Er kämpfte.
Und er blieb.
Weder Usurpator noch Drache waren in der Lage, den anderen zu vernichten. Und daraufhin einigte man sich. Und seither herrscht der Drache über den östlichen Teil des Reiches. Seine Macht ist groß – und sein Wille wechselhaft. Wo der Usurpator berechenbar hart ist, ist der Drache unberechenbar. Seine Gunst kann Reichtum bringen. Sein Zorn ganze Landstriche verwüsten.
Einer der alten Torwege führte einst in sein Gebiet. Der Drache selbst zerstörte ihn. Der Durchgang wurde verbrannt, die Hallen zum Einsturz gebracht. Von den Zwergenclans, die dort lebten und das Tor bewachten, hat man nie wieder etwas gehört. Niemand weiß, ob sie ausgelöscht wurden – oder ob irgendwo in den verschütteten Tiefen noch etwas von ihnen existiert.
Seit jener Zeit liegt der Torweg im Osten in Ruinen. Kein Zwerg hat je versucht, ihn wieder zu betreten. Zu deutlich ist die Botschaft, die der Drache hinterließ. Ob er einen Wiederaufbau dulden würde, wagt niemand zu prüfen. Manche Orte werden nicht verlassen – sie werden gemieden.
Seit der Teilung sind viele Jahre vergangen. Generationen sind im Schatten dieser beiden Herrscher aufgewachsen. Für viele ist das geteilte Königreich kein Bruch mehr – sondern Normalität.
Zwischen Usurpator und Drache herrscht Schweigen. Ein kalter Krieg. Ein heißer Frieden. Ein Dulden. Heere stehen bereit. Grenzen werden überwacht. Spione reisen heimlich durch das Land. Jeder weiß, dass dieser Frieden auf Spannung beruht.
Und doch geht das Leben weiter.
Märkte sind offen. Karawanen ziehen durch die Ebenen. Feste werden gefeiert. Kinder lernen früh, welche Namen sie nicht aussprechen dürfen.
Es ist kein gerechter Frieden.
Und kein sicherer.
Und vielleicht ist es Zufall.
Vielleicht ist es Schicksal.
Doch genau jetzt – in diesem Frieden, der keiner ist –
beginnt eure Geschichte.
Ach so. Davon war ich ausgegangen. Bin nicht so gendermäßig drauf, aber so ganz ohne weitere Angaben bin ich davon ausgegangen.Oh, das muss nicht zwingend von einem Mann gesprochen werden.