[Sprecher & Sounddesign] Ein Experiment: Kommunikation ohne Worte

Jasmin Drachenkind

J. E. Curtz
Sprechprobe
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Moin zusammen!

Wie manch einer vielleicht weiß, bin ich Studentin in der Informatik Technischer Systeme und ich beschäftige mich dieses Semester mit einem spannenden Projekt über Living Objects und Artificial Companions in einem Smart Home.

Eine sprechende Pflanze als Companion
Ziel des Projektes ist es, eine Zimmerpflanze zum Sprechen zu bringen. Wozu das, mag man sich fragen? Nun, die Pflanze soll wie ein Mitbewohner für den Menschen sein. Sie begrüßt ihren Besitzer, sie meldet sich, wenn die ein Bedürfnis hat (zum Beispiel gewässert werden muss) und kann einfache quasi-Dialoge führen. Im Grunde kann man sich die Pflanze also wie ein Haustier vorstellen.

Non-verbale Kommunikation
Der bekannte Uncanny Valley Effekt ist ein allgegenwärtiges Problem in einer Zeit, wo die Technik immer menschenähnlicher werden soll. Das gilt nicht nur für unheimliche menschenartige Roboter, sondern auch für sprechende Systeme wie Alexa von Amazon, Siri von Apple etc. Um dieses Uncanny Valley zu vermeiden, wollen wir nicht daran arbeiten, Sprachausgaben natürlicher klingen zu lassen, im Gegenteil wollen wir komplett auf wörtliche Kommunikation verzichten. Stattdessen soll unsere Pflanze über Sounds mit uns kommunizieren - ähnlich wie ein R2D2 oder eben eine Katze, die uns mit einem herzzerreißenden Maunzen darauf aufmerksam machen möchte, dass ihr Frühstück eine Minute zu spät serviert wurde.

Eure Hilfe ist gefragt
Wie kann man nun also nur über Sounds und ohne Worte verständlich kommunizieren? Um das zu erforschen, brauche ich eure Hilfe. Unten findet ihr eine Liste von Ausdrücken, die die Pflanze beherrschen soll, und eure Aufgabe ist es, zu versuchen, diese verschiedenen Emotionen und Bedeutungen ohne Worte, sondern nur mithilfe von Geräuschen und Tonalität auszudrücken. Soundqualität ist dabei egal, es kann also jeder mitmachen, egal ob intern oder nicht. Ihr müsst natürlich nicht wie ein R2D2 klingen und ihr dürft euch gern eine eigene Persönlichkeit und "Sprech"-Weise für die Pflanze ausdenken. Umso mehr Variation wir in der Ergebnissen haben, umso besser können wir Schlüsse daraus ziehen! Also tobt euch aus und habt Spaß!

Ausdrücke
- "Hallo!"
- "Tschüss!"
- "Komm her, ich brauche Hilfe!"
- "Ja"
- "Nein"
- "Mir geht es gut"
- "Mir geht es schlecht"
- "Danke"

Ich bin gespannt auf eure Ergebnisse und hoffe, dass möglichst viele Lust haben, mitzumachen!
Beste Grüße aus der Uni,
Jasmin
 

MonacoSteve

...nicht ganz Dichter ;-)
Interessanter Ansatz, @Jasmin Drachenkind - passt irgendwie sogar ein bisschen zu einem vor kurzem gestarteten Versuch, ein Hörspiel zu realisieren, wo der Zuhörer als sprachlose Person "mitspielt" (s. im Rahmen dieses Projekts: Eine "noch-nicht-fertig" Idee .)

Die Frage, die ich aber an dich hätte: Sollen diese Sounds ganz ohne menschliche Stimme gemacht werden, also auch ohne Brumme, Knurren, Atmen etc. rein "gegenständlich" erzeugt sein, und wenn ja, sollen dann sie einen pflanzlichen Ursprung (Blatt-Rascheln, Ast-Knacken, Blumentopf füllen... ) erkennen lassen oder ganz "frei gewählt werden?
 

Chaos

Schneewittchen
Sprechprobe
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Super interessant!

wie inklusiv wollt ihr denn sein? also, gut wäre da natürlich, multimodal zu arbeiten. also, nicht nur über akustische reize, sondern auch über zb lichtimpulse oder vibration?

würde bei den sounds nicht das rad neuerfinden, sondern eher schauen, welche sounds haben schon eine etablierte assoziation mit bestimmten interpretationen.
 

7klang

Musikus (semiprof.)/ Komponist/ MusikFX
Wirklich interessant !

Wie wäre es, mit Musik zu arbeiten? Also z.B. Akkorde definieren:

Dur und Moll sagt ja schon gut / fröhlich und schlecht/traurig

Morsezeichen SOS für 'brauche Hilfe'

Usw.....
 

merfi

Mitglied
Moin zusammen!

Wie manch einer vielleicht weiß, bin ich Studentin in der Informatik Technischer Systeme und ich beschäftige mich dieses Semester mit einem spannenden Projekt über Living Objects und Artificial Companions in einem Smart Home.

Eine sprechende Pflanze als Companion
Ziel des Projektes ist es, eine Zimmerpflanze zum Sprechen zu bringen. Wozu das, mag man sich fragen? Nun, die Pflanze soll wie ein Mitbewohner für den Menschen sein. Sie begrüßt ihren Besitzer, sie meldet sich, wenn die ein Bedürfnis hat (zum Beispiel gewässert werden muss) und kann einfache quasi-Dialoge führen. Im Grunde kann man sich die Pflanze also wie ein Haustier vorstellen.

Non-verbale Kommunikation
Der bekannte Uncanny Valley Effekt ist ein allgegenwärtiges Problem in einer Zeit, wo die Technik immer menschenähnlicher werden soll. Das gilt nicht nur für unheimliche menschenartige Roboter, sondern auch für sprechende Systeme wie Alexa von Amazon, Siri von Apple etc. Um dieses Uncanny Valley zu vermeiden, wollen wir nicht daran arbeiten, Sprachausgaben natürlicher klingen zu lassen, im Gegenteil wollen wir komplett auf wörtliche Kommunikation verzichten. Stattdessen soll unsere Pflanze über Sounds mit uns kommunizieren - ähnlich wie ein R2D2 oder eben eine Katze, die uns mit einem herzzerreißenden Maunzen darauf aufmerksam machen möchte, dass ihr Frühstück eine Minute zu spät serviert wurde.

Eure Hilfe ist gefragt
Wie kann man nun also nur über Sounds und ohne Worte verständlich kommunizieren? Um das zu erforschen, brauche ich eure Hilfe. Unten findet ihr eine Liste von Ausdrücken, die die Pflanze beherrschen soll, und eure Aufgabe ist es, zu versuchen, diese verschiedenen Emotionen und Bedeutungen ohne Worte, sondern nur mithilfe von Geräuschen und Tonalität auszudrücken. Soundqualität ist dabei egal, es kann also jeder mitmachen, egal ob intern oder nicht. Ihr müsst natürlich nicht wie ein R2D2 klingen und ihr dürft euch gern eine eigene Persönlichkeit und "Sprech"-Weise für die Pflanze ausdenken. Umso mehr Variation wir in der Ergebnissen haben, umso besser können wir Schlüsse daraus ziehen! Also tobt euch aus und habt Spaß!

Ausdrücke
- "Hallo!"
- "Tschüss!"
- "Komm her, ich brauche Hilfe!"
- "Ja"
- "Nein"
- "Mir geht es gut"
- "Mir geht es schlecht"
- "Danke"

Ich bin gespannt auf eure Ergebnisse und hoffe, dass möglichst viele Lust haben, mitzumachen!
Beste Grüße aus der Uni,
Jasmin
Hallo Jasmin,
möchtest du für die Ausdrücke nonverbale Sounds (wie kratzen, klimpern, rascheln etc.) oder sollen die mit der Stimme erzeugt sein (also dann sowas wie summen, schreien etc.)? :)
 

Jasmin Drachenkind

J. E. Curtz
Sprechprobe
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Die Frage, die ich aber an dich hätte: Sollen diese Sounds ganz ohne menschliche Stimme gemacht werden, also auch ohne Brumme, Knurren, Atmen etc. rein "gegenständlich" erzeugt sein, und wenn ja, sollen dann sie einen pflanzlichen Ursprung (Blatt-Rascheln, Ast-Knacken, Blumentopf füllen... ) erkennen lassen oder ganz "frei gewählt werden?
Die Sounds sollen am Ende komplett elektronisch sein, eben nach dem R2D2 Vorbild. Aber genaueres steht noch nicht fest, wir werden da sicher einiges ausprobieren.
wie inklusiv wollt ihr denn sein? also, gut wäre da natürlich, multimodal zu arbeiten. also, nicht nur über akustische reize, sondern auch über zb lichtimpulse oder vibration?
Wir haben nur dieses Semester Zeit für das Projekt und werden genügend Zeit darin investieren, überhaupt die ganze Technik zu implementieren, deswegen beschränken wir uns erstmal auf Sound. Ist eben keine Produktentwicklung für den Markt, sondern nur ein Studentenprojekt :)
Wirklich interessant !

Wie wäre es, mit Musik zu arbeiten? Also z.B. Akkorde definieren:

Dur und Moll sagt ja schon gut / fröhlich und schlecht/traurig

Morsezeichen SOS für 'brauche Hilfe'

Usw.....
Wäre bestimmt auch eine interessante Idee, ist aber nicht das, was wir wollen. Unser Ansatz ist es, eine wirklich simple und für alle Menschen irgendwie intuitive "Sprache" für unsere Pflanze zu entwickeln. So wie wir eben wissen, dass ein Hund traurig ist, wenn er winselt, soll der Sound der Pflanze ähnliche Assoziationen auslösen.

Hallo Jasmin,
möchtest du für die Ausdrücke nonverbale Sounds (wie kratzen, klimpern, rascheln etc.) oder sollen die mit der Stimme erzeugt sein (also dann sowas wie summen, schreien etc.)? :)
Die Ausdrücke sollen mit der Stimme erzeugt sein, weil die Tonalität eine wichtige Rolle bei der Kommunikation spielt und wir das irgendwie nachbilden wollen.
 

Hausbar

Ein Käffchen geht noch...
Hey! Sehr spannendes Projekt! 👍

Die Sounds sollen am Ende komplett elektronisch sein, eben nach dem R2D2 Vorbild. Aber genaueres steht noch nicht fest, wir werden da sicher einiges ausprobieren.
Die Ausdrücke sollen mit der Stimme erzeugt sein, weil die Tonalität eine wichtige Rolle bei der Kommunikation spielt und wir das irgendwie nachbilden wollen.

Nur bin ich bezüglich dieser Aussagen etwas irritiert, was die Zielrichtung angeht. Wünscht du dir Sounds, die mit der Stimme erzeugt wurden und ihr wollt die dann am Ende elektronisch umsetzen? Oder sollen die Klänge rein elektronisch (Synths, etc.) erzeugt werden, aber den Eindruck einer Stimme vermitteln?

Sry, wahrscheinlich verstehe ich die beiden Aussagen einfach falsch.
Grüße!☕
 

Spirit328

Dem Raumhall sein Tod!
Teammitglied
Ich verstehe Jasmins als Aufforderung zum zügellosen, kreativen und freien Sound-Design; nur halt ohne gesprochene Worte.

Der Hinweis auf R2D2 ist gar nicht so irreführend, wie ich zunächst dachte. R2 drückt "Gefühle" / "Emotionen" ("Do androids dream of electric sheep?") durch Pfeifgeräusche aus, die jeder 8 Bit "Sound-Engine" aus den 80ern Ehre macht.

"Hallo" könnte also eine Art Pfeiffton sein, also Grundton -> Terz runter -> Quint (vom Grundton) rauf; der Grundton langgezogen, Terz runter kurz und ein Portamento zur Quint. (just a wild idea)
(Mein "Soundrechner" ist vorraussichtlich für die nächsten zwei Tage mit ein paar Dingen beschäftigt. Also leider keine Hörbeispiele)
oder ein "Mir geht es gut" als ein verfremdetes Blätterrascheln, ein paar Glöckchen klingeln, und etwas akustischen "Glitter", aber dennoch in etwa erkennbar.

Liebe Klangerzeuger, lebt Euch aus. Hier ist die Chance.
 
Zuletzt bearbeitet:

Hausbar

Ein Käffchen geht noch...
Der Hinweis auf R2D2 ist gar nicht so irreführend, wie ich zunächst dachte. R2 drückt "Gefühle" / "Emotionen" ("Do androids dream of electric sheep?") durch Pfeifgeräusche aus, die jeder 8 Bit "Sound-Engine" aus den 80ern Ehre macht.
Ich bin ja ein großer Star Wars Liebhaber (sry, an alle Trekkies... 😅) und die "Gefühlslagen" von R2 und generell die meisten Droiden durch verschiedenste Kombinationen von Signaltönen finde ich wirklich genial umgesetzt, da man wirklich in den meisten Fällen eine gute Vorstellung davon hat, welcher Emotionszustand transportiert werden soll. Von daher finde ich die Idee das auf Pflanzen zu übertragen auch wirklich toll.
Aber ich glaube, mir persönlich wären Sounds wie sie Droiden in Star Wars von sich geben für Pflanzen etwas zu ... naja, technisch. 🤔

verfremdetes Blätterrascheln, ein paar Glöckchen klingeln, und etwas akustischen "Glitter", aber dennoch in etwa erkennbar.
Das könnte ich mir durchaus vorstellen.
Man könnte vllt auch darüber nachdenken aus "Naturgeräuschen" und allem was der Mensch so damit verbindet mit Hilfe von granularer Synthese neue und tonal einfacher spielbare Geräuschquellen zu erschaffen (nur so ein Gedanke).

Wie wäre es, mit Musik zu arbeiten?
Ich will unbedingt ein Zimmer voller Pflanzen die völlig willkürlich miteinander musizieren und jede bekommt eine eigene "Stimme"!
Der Drachenbaum kommuniziert durch Streichersektionen, die Kletterpflanze bekommt die hohen Woodwinds usw. Das wäre mal eine Klangkulisse.
Ich brauche auf jeden Fall einen Kaktus, der ausschließlich über Blechbläser kommuniziert und jedesmal, wenn er Durst hat nen schönen tiefen Braam auspackt! 😄
 

Jasmin Drachenkind

J. E. Curtz
Sprechprobe
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Nur bin ich bezüglich dieser Aussagen etwas irritiert, was die Zielrichtung angeht. Wünscht du dir Sounds, die mit der Stimme erzeugt wurden und ihr wollt die dann am Ende elektronisch umsetzen? Oder sollen die Klänge rein elektronisch (Synths, etc.) erzeugt werden, aber den Eindruck einer Stimme vermitteln?

Sry, wahrscheinlich verstehe ich die beiden Aussagen einfach falsch.
Grüße!☕
Moin, entschuldigt allesamt meine späte Antwort, ich war das ganze Wochenende k.o. durch meine Auffrischimpfung. Im ersten Schritt (also jetzt) wünsche ich mir Sounds, die mit der Stimme erzeugt wurden, damit wir die dann elektronisch imitieren können. Hier geht es jetzt wirklich erstmal um eine Art Kommunikationsstudie, mit welchen Tonfolgen und Ausdrücken wir welche Emotionen verbinden.

Falls sich allerdings hier ein Sounddesigner mal austoben möchte, nehmen wir die Hilfe natürlich auch gern an!
 
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