soundjob

HÖRSPIEL MUSIK AUDIO
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Voll schön, dass du dir die Zeit dafür nimmst, @soundjob und deine Erfahrungen teilst!
Danke dafür :)

@pio
Ich denke auch, dass das definitiv Geschmackssache ist mit der Abmischung und (wie aus einem anderen Forum mal bequatscht mit @soundjob) die Handschrift eines Sounddesigners auch gerade darin besteht, wie die-/derjenige meint, wie die Verhältnisse und Detailtiefe gehen soll.

Ich liebe Details und füge es auch so ein und das muss keineswegs ein Hindernis in der Verständlichkeit geben. Es ist nur unfassbar viel Arbeit in der Abmischung. Und Stereobewegungen geben den Personen mit ihren Schritten mehr Raum/Luft/Platz um auch diese Detailtiefe besser zu verstehen beim Hören. Wenn alles mittig ist, dann wird man regelrecht zugebombt mit allem. Verteilt man die Schritte hier und da mit den jeweiligen Stimmen (auch das muss wohl gekonnt und überlegt sein) und schon hat man im Mittelpunkt in diesem Beispiel Platz beide Personen voneinander zu trennen - das Ganze wirkt ganz anders.

Ich habe für The Dark Omen zum Beispiel eine Folge gehabt, wo wir in der Römerzeit auf einem Schlachtfeld sind. Eine MENGE Sounds, aber ohne Aufteilung im Raum, würde das um einiges weniger wirkungsvoll klingen und vermutlich sogar überfordern.

 
Action Szenen sind eh immer extrem schwierig, da die Optik als Bezugspunkt fehlt. Führt - für mich - dazu, dass ich eher weniger Action Szenen einbaue.

Das "fehlende Bild" als Bezugspunkt:
Das hat @PITCHEDsenses wunderbar geschildert und das ist auch genau das, was ich meine, wenn ein Sounddesigner nicht wie ein Autor, sondern stark wie ein "Regisseur" denkt und agiert- und was ich mittlerweile gerne selbst auch als "akustische Kamera" definiere.

Als Regisseur arrangierst du ja nicht einfach nur die Szenerie, sondern du versetzt den Zuhörer in eine Perspektive, bzw. verschiedene Perspektiven... mal nah dran an der Figur, dann im Wechsel zu Fragmenten eines Schlachgetümmels, dann in Konsequenz zu den Auswirkungen der Action, dann wieder nah an der Figur dran... sei es durch Wechsel der Szenen oder Movements in der Tiefenstaffelung oder Wanderungen im Stereofeld/3D-Bühne etc.
Die "filmischen Bilder" (Bezugspunkte) entstehen dadurch ja im Kopfe und der Fantasie des Zuhörers- und man sollte ihn auch durchaus zutrauen, dass der Zuhörende diese Fantasie entwickeln kann- ohne das ein Erklärbär die Abläufe vorkauend schildern muss (was ich persönlich ganz furchtbar finde, wenn es nicht zum Stil gehört- und mir selbst oft genug passierte... oder noch schlimmer, wenn dann z.B. auch inmitten von Action im Kampf um Leib&Leben, seelenruhig die Biologie von z.B. Monstern etc. dargelegt wird 😁... aargh)

Das ist natürlich viel Gefummel... und es passt natürlich auch nicht immer zu expliziten Stil oder Handschriften von Geschichten und Autoren, wenn Dramaturgie eher durch den Dialog transportiert wird.
Da ist dann auch ein erkennbarer Unterschied zwischen "Autorenhörspielen" und "Sounddesignerhörspielen", was- wie gesagt, weder besser noch schlechter als das andere ist !
Es ist eben Geschmackssache und eben jene eigene Handschrift, die dann die Fans an den jeweiligen Hörspielen bevorzugen.
Nicht nur, weil sie z.B. ein bestimmtes Genre bedienen, sondern auch- oder manchmal auch nur deswegen, wie sie es bedienen.

Ich wollte hier nur noch einmal gewissermaßen die Aspekte eruieren, wie Hörspielmacher mit ganz unterschiedlichen Methoden ihre Hörspiele inszenieren. ✌️
 
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