Telliminator

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Oh Osterstrauch und Osternest,
wir feiern heut´ das Osterfest.

Mit Körbchen voller bunter Eier.
So wird es eine schöne Osterfeier.
 

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Im tiefen, grünen Gras, dem Feuchten,
sieht man viele bunte Eier leuchten.
Versteckt um sie zu finden,
nur nichts für die Blinden.
Sind aus Schokolade lecker fein.
Dieses Jahr, teuer wie ein Schwein.
 

Wolke

Textsprecherin und Versakrobatin
Ostern im Seniorenstift



Wenn man des Lebens lange Jahre
bereits schon in den Knochen spürt,
gestaltet sich das Ostereiersuchen schwierig.

Auf Knien rutschend, Gott bewahre,
die Erna sitzt, wie sie es fühlt,
auf dem Stuhl im Osternest, da wird es schmierig.

Da greift der Egon zur Fanfare:
vergesst doch mal das Eiersuchen,
weil dabei wir doch nur noch fluchen.

Darauf die Hermelinde kräht,
wir sind zu alt, hier nichts mehr geht.

Der Egon grinst wie ein Chameur,
nun lasst uns einfach Ostern feiern
die Damenrunde ist betört,
was soll der Mist mit bunten Eiern?
Drapiert die kleinen Becherchen
und kredenzt derweil Eierlikör.
 

Telliminator

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Die Nacht im Bette ohne Ruh,
Du machst kaum ein Auge zu.
Man wälzt sich ruhelos hin und her
und das Schlafen, das fällt schwer.
Man döst so langsam vor sich hin,
doch erkennt im Liegen keinen Sinn.
Du stehst auf, läufst rastlos umher
und vermisst dabei das Liegen sehr.
Du legst Dich erschöpft wieder hin
Bist wieder in den Gedanken drin´.
Der Kopf, er bleibt einfach nicht still

Es tobt die Gedankenflut im Widerwill.
 

Wolke

Textsprecherin und Versakrobatin
Leidensgenossen

Oh, wie gut ich das auch kenne-
wachzuliegen, statt dass ich penne.
Vieles dagegen ausprobiert:
Schäfchenzählen, Rechenübung,
Verzicht auf Handy und TV.
Der Mann neben mir selig schnarcht,
wer bewacht sein' Schlaf, klar ich, die Frau.
Dabei sind's gar nicht immer Sorgen
oder das Denken schon an morgen.
Manchmal es schier um's eine geht:
die ungebremste Kreativität!
Vielleicht, so kommt mir in den Sinn,
ich wohl doch keine Lerche bin.
Gelegentlich hilft Falsch-Rum-Liegen
oder mit Glück, 'ne Übung vom TaiChi
gegen die läst'ge Insomnie.
 

Telliminator

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Das Erwachen der Welt​

Der Winter weicht mit müdem Schritt,
er nimmt das graue Laken mit,
das lange auf den Feldern lag
und wartet auf den neuen Tag.
Ein erster Strahl bricht durch das Licht,
das sanft den harten Frost durchbricht,
und tief im dunklen Erdenreich
wird starr Vergangenes nun weich.

Die Schneeglöckchen im weißen Kleid,
verkünden: Es ist nun soweit!
Sie läuten still den Lenz herbei,
die Luft wird klar und vogelfrei.
Ein Windhauch flüstert durch den Hain,
lädt alle Halme herzlich ein,
sich aus dem Schlummer aufzurecken
und ihre Spitzen auszustrecken.

Der Bach, der erst in Fesseln lag,
begrüßt den jungen Märzentag.
Er sprudelt über Stein und Moos,
befreit sich aus dem Winterschoos.
Sein Plätschern mischt sich wunderbar
mit Liedern, die im Vorjahr gar
verstummt sind unter Eis und Schnee,
jetzt tanzen Wellen auf dem See.

Die Vögel kehren nun zurück,
sie suchen eifrig nach dem Glück.
Aus fernen Landen herbeigeeilt,
wo sie im Warmen kurz geweilt.
Nun bauen sie mit Fleiß ihr Nest
für das bevorstehende Fest,
und jubilieren laut im Chor,
so herrlich wie kein Jahr zuvor.

Der Krokus reckt sein buntes Haupt,
hat fest an diese Zeit geglaubt.
In Gelb und Lila, Weiß und Blau,
erstrahlt er auf der Morgenau.
Die Biene summt den ersten Gruß,
ein flüchtiger, süßer Frühlingskuss,
sie fliegt von Kelch zu Kelch geschwind,
getragen durch den lauen Wind.

Im Garten regt sich neues Sein,
der Apfelbaum hüllt bald sich ein,
in weiße Blüten, zart und fein,
wie Wolken fangen sie den Schein.
Der Duft von feuchter Muttererd’
ist jetzt ein hohes Gut und wert,
dass man ihn tief und frei genießt,
während der Saft in Zweige fließt.

Die Tage werden sichtlich lang,
es schwindet jener herbe Zwang,
das Haus erst spät nur zu verlassen,
man füllt nun wieder alle Gassen.
Die Sonne wärmt die kalte Haut,
ein Lächeln wird nun wieder laut,
die Schwere sinkt hinab im Sand,
es regiert das Licht im ganzen Land.

Die Kinder laufen barfuß raus,
sie halten es nicht mehr zu Haus.
Sie suchen nach dem ersten Grün,
wo bunte Schlüsselblumen blühn.
Die Welt wird wieder Spielplatz nun,
kein Grund mehr, drinnen still zu ruhn,
der Frühling schreibt sein Lied so bunt,
auf jeden Weg und jeden Grund.

Der Flieder öffnet seine Pracht,
hat uns den Duft der Welt gebracht.
In tiefem Violett und Zart,
auf seine Weise, ganz apart.
Die Schmetterlinge tanzen wild,
ein farbenfrohes, leichtes Bild,
sie taumeln durch die warme Luft,
gefangen von dem süßen Duft.

So schließt der Kreis der Jahreszeit,
die Natur trägt ihr schönstes Kleid.
Das Dunkel ist nun weit verbannt,
der Frühling hält das Zepter in der Hand.
Genieße jeden Augenblick,
denn dieses Wunder kehrt zurück,
ein ew’ger Tanz, ein neuer Start,
auf diese wundervolle Art.
 
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