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Sprechprobe
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Technisch trocken klingende Aufnahmen ohne Raumhall sind ein wichtiges Sprecherkriterium für Hörspiele.
Es entstünde ein unauthentischer Eindruck, wenn man im Hörspiel inmitten einer staubtrockenen Wüstenlandschaft stünde und es sich klanglich aber so anhört, als würde man in einem Wohnzimmer oder Hausflur stehen.
Daher sind Aufnahmen ohne Raumhall und die Optimierung der Akustik Zuhause, ein wichtiges wie notwendiges Kriterium.
Zudem erhöht ihr auch eure Bewerbungschancen in Castings auf etwaige Rollen, wenn eure Aufnahmen von guter technischer Qualität sind.

Hier eine schnelle Einführung und Überblick an Möglichkeiten, wie ihr eure Aufnahmen ggfls. optimieren könnt:

Optimierung der Akustik
Geeignete Mikrofone (Supernieren und Dynamiker)

In schwierigen Räumen lohnt sich die Wahl des passenden Mikrofons, bzw. der richtigen Richtcharakteristik. Viele Studio-Kondensatormikrofone haben eine so genannte Nierencharakteristik, während Supernierenmikrofone seitlichen Schall etwas stärker ausblenden. Dynamische Mikrofone klingen zwar oft etwas muffiger als Kondensatormikrofone, reagieren dafür aber meist viel unempfindlicher auf Raumhall – besonders mit der Richtcharakteristik Superniere.

Egal ob Studio-Kondensator oder dynamisches Mikrofon. Ein Mikrofon mit Supernierencharakteristik macht sich in problematischen Räumen noch am besten, gleichwohl man natürlich keine Wunder erwarten darf.

Kleiderschrank als Sprecherkabine
Der akustische Vorteil eines Kleiderschranks liegt nicht nur im gefüllten Korpus mit allerlei Klamotten, sondern vor allem in den geöffneten Türen, die seitlichen Raumhall wirksam dämpfen. Schiebetüren sind dafür nicht geeignet. Mikrofone reagieren besonders auch auf seitlichen Nachhall, weshalb offene Schranktüren im maximal 90° Winkel als akustische Trennung wichtig sind. Für bessere Dämpfung- und damit der Schall nicht auf das reflektierende Holz trifft, sollten die Türen zusätzlich mit dicken Decken/Stoffen behängt werden.
Das Mikrofon sollte natürlich vor dem geöffneten Schrank zwischen den Türen stehen, nicht im Schrank selbst !
Boxy-Sound:
Kammfiltereffekte entstehen meist durch zu viele Hohlräume im Kleiderschrank. Ein möglichst vollgestopfter Schrank hilft, einen boxy Sound zu vermeiden.
(HIER das ausführliche Tutorial)

Wäscheständer als Sprecherkabine
Ein Wäscheständer eignet sich ebenfalls gut als schnell auf- und abbaubare Sprecherkabine. Am besten ist ein Modell mit seitlichen Standbeinen statt „X“-Beinen. Hängt man das Gestell oben, seitlich und rückwärtig hinter dem Mikrofon mit Decken ab, entsteht im Handumdrehen eine einfache wie wirksame Box. Super wäre es, die Konstruktion auf einen Tisch stellen zu können.
(HIER ein Video dazu)

Akustik-Materialien
⚠️Achtung: Hände weg von Eierkartons. Eierkartons haben keine nennenswerten Absorbtionseigenschaften akustischen Nutzens, sind zudem hoch brennbar und äußerst unhygenisch !

Es gibt viele Lösungen hin über Absorber und Diffusoren mit Akustikmatten, Platten, Vorhänge (Molton), Trennwände, Bassfallen, Teppiche oder andere zweckentfremdbare Dämmmaterialien (z.B. Steinwolle). Wichtig ist dabei vor allem, auf Prüfsiegel zu achten und dass das Material schwer entflammbar ist !

Das musst du generell wissen: Je dicker und dichter das Material, desto mehr Frequenzanteile können absorbiert werden. (Schallenergie wird in Wärme umgewandelt).
Das bedeutet, dünne, weniger dichte Materialien absorbieren oft nur die hohen Frequenzen (wie z.B. Zischlaute), dickere Materialien nehmen auch gleich die tieferen Frequenzen mit (wie z.B. Mitten und Bässe).

Akustikmaterialien wirken daher oft in ganz bestimmten Frequenzbereichen.
Ein 1 cm dünner Noppenschaum bringt zum Beispiel bei tieferen Frequenzen kaum etwas, weshalb eine reine Auskleidung des Raums damit wenig sinnvoll ist.
Für eine optimale Raumakustik in Studioqualität braucht es meist die Kombination verschiedener Materialien, wie z.B. dünnen Noppenschaum für die Höhen, 6 cm Basotect-Platten für die Mitten/untere Mitten und 20 cm Bassfallen (oder Steinwolle) für die wummernden Bässe in Ecken etc.

Auch muss nicht der ganze Raum mit Akustikmaterial ausstaffiert werden, aber ca. 70% des Raums (bestehend aus Zimmerdecke, Wände, Boden) sollten i.d.R. behandelt werden.
Bei kleinen Räumen lässt sich das noch relativ „kostengünstig“ erledigen, bei großen Räumen wie z.B. ein 20m² Wohnzimmer, würde dies allerdings ein sehr kostspieliges Unterfangen werden.
 
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