Konstruktive Kritik

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ROH

Ryan
Lediglich der Austausch in alle Richtungen hätte mich persönlich recht angesprochen und auch angeregt. Wie bereits erwähnt, lerne ich gern dazu. Und so wie auch gepostet wird, wie die Sprechkabinen aussehen, hätte ich spannend gefunden zu erfahren, wie man z. B. besser cuttet oder oder.
Ich versuch dir darauf schon seit Tagen zu antworten und bin immer gleichzeitig am Telefon etc. und abgelenkt.

Weißt du, ich verstehe total, dass Leute gerne mehr Feedback hätten, auch jetzt für andere um zu gucken.
Das Problem ist aber immer das und auch der Unterschied zur Sprecherkabine.

Die Sprecherkabine hat ein Ziel. Das ist definiert. Da kannst du was zu sagen.

Wenn du jetzt hier ein Hörspiel machst und das ist fertig. Was willst du da sagen? Weil du musst ja davon ausgehen, dass die die das gemacht haben, denen so gefällt. Ich kann dir sagen was mir gefällt. Und ich bin in oft in der Position, dass ich verdammt viel Feedback kriege, dass ich immer wieder den Leuten klar machen muss: "Hör mal. Was dir gefällt, ist nicht was mir gefällt. Und wenn du das so haben möchtest, wie es dir gefällt, dann setz dich doch hin und mach es so. Aber erklär mir doch nicht, wie ich es dir recht machen soll.
Weil wenn mir das wichtig wäre - hätte ich dich vorher gefragt."

Diesen Satz schreibe ich seit fast 20 Jahren in 2 Sprachen in unterschiedlichsten Versionen immer mal wieder zu egal was und es sind zu 99,9% immer Leute die nicht viel Erfahrung in Bereich X,Y oder Z haben. Weil die Leute die diese Erfahrung haben, die wissen, dass so ein Kunstprozess aus ständigem Dialog besteht. Und du da die ganze Zeit Entscheidungen triffst und wenn du ein gewisses Niveau erreichst, ist denen auch klar, dass das bewusste Entscheidungen sind und kein Unvermögen.
Wenn die sich dann äußern, sagen die: Ich hätte hier oder dort ne andere Entscheidung getroffen weil... (in Klammer: Mir ist aber klar was ihr da macht).

Hier ist aber auch das Problem, dass du das Ziel und den Anspruch nicht kennst, weil du halt eben Leute hast, die machen das aus Spaß an der Freud oder Selbstverwirklichungsgründen etc.
Wenn ich zu so jemanden sagen würde: Ist dir eigentlich klar was du für ne Message in deinem Buch hast? Guck mal wie du deine Charaktere demontierst. Was sind denn das für Menschen?

Das käm aus dem Nix. Dann würde ich genau denselben Fehler machen - nämlich meinen Anspruch an dessen Werk legen, was überhaupt nicht diesen Anspruch hatte, sondern wo es um was ganz anderes ging. Und wenn es nur ist: Wir machen jetzt ein Kinderhörspiel mit all unseren Möglichkeiten: Fertig.
Der Anspruch ist ja erfüllt. Super. Das ist was ihr machen wolltet. Cool.

Und das ist beim Cut genau so. Da ist so viel Stil mit bei und unterschiedliche Lösungsansetze für Situation X,Y,Z. Selbst wenn du da ernsthaft dran gehen würdest - kannst du nicht sagen: Das eine ist schlechter als das andere.
Das kannst du erst, wenn du so was im Vergleich stellst. Weil klar dann hast du ne handwerkliche Messlatte. Aber das hat nix mit Anspruch zu tun.

Mich z.B. kotzt Musik in Hörspielen an. Ich finde nichts schlimmer als in ein Hörspiel hineinzuklicken und da irgendwelche Musik zu hören, weil ich will die Story hören, die Dialoge etc. und wenn ich dann erst mal vier Mal nach vorne und hinten springen muss, um überhaupt mal eine Stimme zu hören - da hab ich schon kaum noch Lust.
ABER - ich würde niemals zu jemanden hingehen und sagen: Nimm mal die Musik da raus. Weil ich davon ausgehe, denen gefällt das. Die finden das cool oder toll oder was auch immer - spielt keine Rolle - wenn sie es mir gefällig machen wollen, hätten sie mich doch vorher gefragt, wie ich es gerne hätte... In sofern hab ich da nix zu kamellen und solange sie kein Interesse daran haben es mir gefällig zu machen... Who cares? Es hat auch seine Berechtigung. Es ist genau so gut wie alles andere.

Und wieder Bezug Feedback zu kriegen. Du musst dir die Leute suchen. Wenn du die Leute nicht hast, die dir in einem Prozess Feedback geben, dann hast du die falschen Leute. Gerade im Internet ist das einfach.
Wie gesagt: Bei egal was ich mache, selbst bevor der erste Sprecher eine Zeile liest, haben das schon 3-5 Mann gelesen und ihren Senf dazu gegeben. Es ist eine ständige Diskussion während der Produktion.
Und das schwierige ist wirklich nur Leute zu finden, die dir auch was sagen können, aber da musst halt gucken was du willst.

Weil das siehst du selbst an Filmen. Nimm mal StarWars - hier Rogue One - das ist für die Masse ein schlechter Film. Für alte SW Fans (die die Filme noch als Kinder gesehen haben noch bevor Episode I -III rausgekommen ist) ist das ein total geiler Film, auch wenn die alle wissen, dass das kein guter Film ist. Weil das ist ein Fan-Film.
Von Leuten gemacht, die alle selbst Fans waren und sind. Und die haben genau dasselbe gemacht. Ja, du hast da Fans die alle dasselbe mögen und sich dazu gegenseitig auch Feedback geben. Was die aber gebraucht hätten, wären Leute, wie auch damals George Lucas hatte, die denen mal sagen: Nee, Jungs, das funktioniert nicht. Das reicht nicht um ne gute Geschichte zu erzählen. Ihr macht da Fehler schon im Buch.
StarWars ist da ein super Beispiel für. Guck dir die an von 1970 und dann vergleich das mal mit 2000. Das liegt einfach daran, dass 1970 Lucas noch 30 Mann um sich herum hatte, die darauf einfluss hatten. Der hat die auch versucht wiederzukriegen für Episode 1-3 und hat die nicht gekriegt. Da hattest du dann nur noch Leute die nicht mehr Wiederworte gegeben haben. Outcome: Hast du dann.
Und solche Leute zu finden - ist sauschwer. Aber die gibt es, wenn du sie willst und den Anspruch hast.
Kannst ja uch Rogue One machen - wenn dir das Spaß macht und ne Menge Leute Freude damit machen.

Tltr: Hör jedem zu, aber glaub nicht allen. Glaub denjenigen von denen du weißt, dass die die Erfahrung haben oder Ahnung oder was auch immer, bei dem was du erreichen willst. WENN du da einen Anspruch hast. Dann kriegst du auch Feedback und wirst wahrscheinlich auch was machen, wozu man Feedback geben kann. Das klingt wie ne Binsenweisheit - aber das ist leider so.
Ein Bild was nur Rot ist - da kann man immer weniger zu sagen, als zu nem Bild was einen höheren Anspruch hat, wenn du weißt was ich meine.
Aber das ist auch das Problem - hier - Feedback zu geben zu Sachen - weil es 1000 Variablen gibt, gerade wenn du nicht gefragt wirst oder erst im Nachhinein.
 

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