Nanami

Es sind heute viele Leute in Versailles
Sprechprobe
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Gestern liebte ich dich noch. Heute liegst du im Trend.

Und wenn dich morgen… ja, wenn dich morgen keiner mehr kennt?



Skript: Die Liebe in Zeiten der Nebelgeschwader


Wer? (alle neutral)

Ich
Du
Der Himmel



Wie fühlt sich das an, wenn man die rosarote Brille abnimmt?
Wenn man aus etwas erwacht, was vielleicht nicht real war?
Wie fühlt sich das Erwachen an?

Es geht mir darum, dass auch die Liebe oder auch nur das, was man so mag, oft nur von Trends abhängig ist - von dem, was gerade wie beleuchtet wird.

Steampunk ist ja auch "nur" ein Trend - in diesem Kontext. Ist man gerade nicht offen dafür, liebt man unter Umständen manches nicht. Und umgekehrt. Ist der Filter weg - was bleibt? Das Erwachen kann unter Umständen enttäuschend sein für Subjekt und Objekt.

Und manche Sachen mag man einfach nur aus Gewohnheit. Womit man täglich konfrontiert wird, was einem "eingeredet" wird - das ist auf einmal Teil von einem.
Stellt euch vor, ihr puzzelt die ganze Zeit an etwas und stellt allmählich fest, dass das, was darauf zu sehen ist, gar nichts wirklich mit euch zu tun hat. Was nun?

(Ich fand die Industrialisierung im Geschichtsunterricht immer schon am anstrengendsten, außerdem finde ich die stinkige, schimmelige Umgebung nicht unbedingt lebenswert und die allgegenwärtige Farbe Rostbraun steht mir auch kein bisschen! Daher muss Steampunk für meine philosophische Schwafelei herhalten)

So geht es in "Die Liebe in Zeiten der Nebelgeschwader" um intensive Gefühle - von Zeitgeistern kreiert oder zerstört. Aber nicht nur von denen.
Und um die Frage, ob es überhaupt intuitive Liebe geben kann.
Und auch, wie schlimm Zweifel wirklich sein können, wie gemein so etwas ist.

Die Rolle des "Du" fungiert ein bisschen als Gewissheit. Und was passiert, wenn diese offenbar nicht gebraucht wird bzw. wenn diese intuitiv fortgestoßen wird.

Diese Geschichte habe ich mir sehr surreal und romantisch und meditativ vorgestellt. Sie lebt von dem, wovon die Wale singen.

Bedenkt, dass man jeden Satz mehrdeutig lesen kann und das große Ganze natürlich auch.



Falls jemand etwas einsprechen oder cutten will: Bitte einfach machen und nicht direkt bei mir bewerben. So etwas stresst mich wegen des Umsetzungsdrucks. Gern gebe ich direktes Feedback aus meiner laienhaften Sprechersicht, wenn gewünscht.

Und das Problem ist in dem Fall einfach "meine" Synästhesie: Es gibt nur ganz wenige (auch berühmte) Stimmen, die überhaupt diesen "Puls" mitbringen, den ich mir vorgestellt habe bzw. aus dem diese Geschichte das Licht der Welt erblickt hat. Das heißt, es wird niemals wie in meiner Vorstellung umgesetzt werden können. Es ist eben alles schon da im Fluss, die Stimmen sind sozusagen "unhörbar", zeitlos, alterlos; selbst ein salziger Meeresduft ist wahrnehmbar, kuschelige Wattewolken, aber eben auch eine bedrohliches Prägewittermagengrummeln.

(Meine eigene Vorstellung geht in diese Richtung meiner "Einhornstimme":   die Musik ist übrigens von mir :D)

Deshalb...
erweitert einfach meine Vorstellungskraft! Macht, was ihr wollt! xD Sprecht, singt, summt.... imitiert die Wale... seid das Ticken der Taschenuhr im Hintergrund. Einfach machen und üben oder alle Rollen selbst einsprechen, zusammenschneiden, durcheinanderschneiden usw.

Deshalb habe ich auch absichtlich kaum Regieanweisungen gegeben (ja, ich weiß, tolle Ausrede).
Man könnte ja auch alles theoretisch rappen... wer hört nicht schon Capital BH oder Ken West im Hintergrund?


Hier noch ein Prototyp eines Songteils, der mir beim Schreiben einfiel und jedes Wort begleitet hat:

 

(wie gesagt, Prototyp! Text, Beat, Gesang usw. sind noch nicht final, die Melodie jedoch schon)

Ich finde, es klingt wirklich so, als würde man zurück in den Himmel kehren. Wobei, das haben Synthesizer so an sich.


Viel Spaß mit dem Stoff! Bitte nicht von meinem Gerede entmutigen lassen. Ich bin ein großer Fan von Küchenpsychologie und lade jeden (na gut: einige) in meine Küche ein.
 
Zuletzt bearbeitet:

MonacoSteve

...nicht ganz Dichter ;-)
Daher muss Steampunk für meine philosophische Schwafelei herhalten
Ich hatte dein Skript bereits gelesen, bevor du es nun hier nochmal vorgestellt hast, fand es sehr anspruchsvoll und bin – um ehrlich zu sein - ein bisschen ratlos zurückgeblieben. Deine Erläuterungen, insbesondere den kleinen oben zitierten Nebensatz, empfand ich daher als sehr hilfreich, vielen Dank.

Irgendwie vermitteln mir deine Werke – und dieses ganz besonders - das Bild eines Menschen, für den Scheiben, Singen, Komponieren viel mehr als nur kreative Unterhaltung bedeutet. Da steckt stets eine spezielle Tiefe drin, fassbar und gleichzeitig unfassbar. Vielleicht tun sich so einfache „Gradlinig-Denker“ wie ich deshalb auch so schwer, diese Schichten zu durchdringen.

Ich würde mich aber sehr freuen, wenn sich Stimmen finden, die diese Nebelschwaden zum Wehen bringen, weil es vielleicht noch einmal etwas ganz anderes ist, dieses Stück zu hören anstatt zu lesen.
 

Nanami

Es sind heute viele Leute in Versailles
Sprechprobe
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Danke sehr, @MonacoSteve , dass du diese Anmerkung aufgegriffen hast! XD
Und dass du dich so wohlwollend äußern kannst.
Ich habe mich auch gefragt: Hat dieser Shorty diese Ausstrahlung von Arthouse-Filmen, in denen die Leute immer nackich herumrennen und komisches Zeug herumschreien und die Zuschauer am Ende aus Verlegenheit klatschen? Auf jeden Fall.

Und ja, ich würde mich auch über eine Umsetzung freuen. Nur eben nicht mit "Bewerbungen", sondern die Leute sollen halt einfach machen, auch gerne ganz viel, was man nicht erwarten würde.

Übrigens sind es Nebel"geschwader". Ein militärischer Begriff. Da sind auch Nebelschwaden dabei, aber die Bedrohung/Schutz durch die Geschwader ist allgegenwärtig.
Vielleicht tun sich so einfache „Gradlinig-Denker“ wie ich deshalb auch so schwer, diese Schichten zu durchdringen.

Hihi, sehr lieb ;) Oder ich habe die Schichten einfach nicht richtig dargestellt.

Im Übrigen: Ja, obwohl ich Schreiben, Komponieren etc. nicht so spaßig finde (sondern eher den Gedanken daran), finde ich es oft viel interessanter, etwas über die Beweggründe der Macher zu erfahren als das eigentlich Produkt an sich. Das ist auch etwas, was ich hier bei Hörtalk (und auch sonst wo) schön fände, wenn mehr zu den Hintergründen/Motiven von Stories etc. eingegangen würde. Und nicht nur das Wer/Wann/Wie/etc., sondern vor allem das Warum/Wozu.
Ich meine - natürlich kann man das andichten.
Aber Leute wie mich (also viele Leute) zieht so was magisch an, da ist das Interesse für ein Werk einfach viel schneller und magischer da.
 

MonacoSteve

...nicht ganz Dichter ;-)
Übrigens sind es Nebel"geschwader". Ein militärischer Begriff. Da sind auch Nebelschwaden dabei, aber die Bedrohung/Schutz durch die Geschwader ist allgegenwärtig.
Das war mir nicht entgangen, aber da Geschwader nicht wehen können, habe ich das Wort ein bisschen für mich zurechtgebogen. ;)

... finde ich es oft viel interessanter, etwas über die Beweggründe der Macher zu erfahren als das eigentlich Produkt an sich. Das ist auch etwas, was ich hier bei Hörtalk (und auch sonst wo) schön fände, wenn mehr zu den Hintergründen/Motiven von Stories etc. eingegangen würde. Und nicht nur das Wer/Wann/Wie/etc., sondern vor allem das Warum/Wozu.
Ich meine - natürlich kann man das andichten.
Kann ich absolut nachvollziehen! Solche "Hintergründe" habe ich bei einigen meiner hier vorgestellten Werke auch genau deshalb bereits beschrieben, und werde das auch weiter tun, wo es passt. Selten entstehen Geschichten ja ganz aus dem "Nichts". Die meisten Geschichten haben selbst eine Geschichte.
 
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