Der (Technik) Anfang

Fuchs Streuner

Mit Visionen
Hallo,

ich möchte mir zuhause ein Mini-Homestudio aufbauen für ein Kanal Sprachaufnahmen und maximal einen weiteren Kanal (Akustik-Gitarre). Also brauche ich (später mal) zwei Signalwege. Ich tendiere zum Rode NT1-A Mikrophon für die Sprachaufnahmen im Thomann-Bundle mit der ArtTube MP Röhre als Vorverstärker. Dies sehe ich mal als gegeben an. Nun möchte ich die Takes auf meinem Laptop bearbeiten, der allerdings außer USB leider überhaupt keine brauchbaren Schnittstellen hat (Die USB-C Schnittstelle kann ja soweit ich das verstanden habe nicht für Thunderbolt Hardware genutzt werden?!). Jetzt ist die Frage welches Audio-Interface ich wähle. Irgendwelche Effekte und Frequenzregler brauche ich nicht, aber eben die zwei unabhängigen Signalwege (XLR-Eingänge) sollten schon vorhanden sein.



Hat jedes Audio-Interface auch integrierte Vorverstärker oder nur wenn es expliziert dabeisteht? Gilt das dann für beide (alle) Eingangskanäle? Als Beispiel:
Behringer U-Phoria UMC202HD

Wenn ich ein Audio-Interface mit integriertem Vorverstärker habe, bedeutet das ich kann den zusätzlichen Vorverstärker (ArtTube MP Röhre) weglassen?

Wenn Audio-Interfaces nicht automatisch integrierte Vorverstärker haben, bedeutet das ich brauche für jeden Signaleingang einen eigenen externen Vorverstärker? Also zum Beispiel ein Mic für Stimme, ein Mic für Akkustik-Gitarre und insgesamt zwei Vorverstärker?


Wer hat Lust mit einer kurzen Erklärung und vielleicht einer Empfehlung zu helfen?

Ich habe auch noch eine andere Idee, da USB Audio- Interfaces wohl nicht das Nonplusultra darstellen und ich sowieso auch gerne „draußen“ bin um Sound aufzunehmen: Kann ich das Audio-Interface durch einen mobilen Soundrecorder (Tascam DR100 MK II oder III) ersetzen und darüber meine Takes aufnehmen um sie später auf dem Laptop zu bearbeiten? Das hätte den Vorteil dass ich nur ein Gerät bräuchte, da ich mir den Tascam ohnehin anschaffen wollte und mir das Audio-Interface somit sparen könnte. Also Rode NT1-A an Tascam anschließen und fertig?

Ich möchte damit hier nur meine Hörspielfreigabe bekommen und Voiceover für Clips und Dokus machen. Und vielleicht mal ein Lied singen. Gesamtbudget sollte 200 – 300 Euro nicht überschreiten. Macht das Sinn sich das Zeug Second-Hand zu kaufen… oder ist dann auch mit der Garantie schwierig, weil wegen Produktregistrierung und so…?

Danke euch
 

WolfsOhr

Mario Wolf
Sprechprobe
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Moin,

als reines Interface könntest du z.B. gut sowas nehmen:
Focusrite Scarlett 2i2 3rd Gen

Das hat für 2 Mics (oder Instrumente) alles was du brauchst und für den Preis meiner Meinung nach unschlagbar gut.

Aber deine Idee funzt auch ;) Ich habe selber den DR100 MK III und habe mit externen Mikros gearbeitet. Das funktioniert bestens. Bietet auch Phantomspeisung für beide Eingänge, also kannst mit 2 Kondensern arbeiten wenn nötig. Dann musst du halt die Files hinterher in dein Projekt importieren anstatt direkt dort aufzunehmen. Kein Beinbruch.
Also wenn du es eh kaufen willst: mach es, es funktioniert. Und wenn es dir aus irgendwelchen Gründen nicht gefällt kannst du immer noch ein separates Interface anschaffen. Und da fällt mir ein: vielleicht geht das auch direkt über USB in die DAW.

Nur eins verstehe ich nicht: Wofür brauchst du noch den ART Tube? Willst du den wegen der Röhre haben?

Dann müsstest du dessen Output in den Tascam geben, allerdings in den Line in wegen des schon erhöhten Pegels. Aber du kannst für beide Eingänge am Tascam glaube ich immer nur dieselbe „Art“ verwenden, also entweder Mic oder Line oder die internen Mics usw.

Ich hoffe das hilft dir bei deiner Entscheidung.

Schöne Grüße
Mario
 

Alex

Erst wer sieht was er liest, erzählt...
Sprechprobe
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Was Mario sagt. Ich würde der Einfachheit mit USB Scarlett Interface anfangen (hat gute Preamps und Wandler) und beim Mikro,
persönlich mag ich das NT1a überhaupt nicht. Alternativ das AT2035, mit das amtlichste Mikro in der Preisklasse oder mit etwas gedehntem Budget das MK4 was nochmal ne Schippe in Sachen Auflösung drauflegt.
Für outdoor empfiehlt sich natürlich ein Fieldrecorder ala Tascam (den DR05 habe ich auch) aber das ist natürlich wieder eine andere Sache.

Viel Erfolg
Alex
 

Fuchs Streuner

Mit Visionen
@WolfsOhr: Warum ich noch den ART Tube möchte weiß ich ja auch nicht... :D - das ist ja eine meiner Fragen... brauche ich denn noch einen Vorverstärker wenn ich ein Audio-Interface habe? Oder ist JEDES Audio-Interface auch ein Vorverstärker für Mikrophone?

Danke euch beiden für die Rückmeldungen.
 

Delay

Well-known member
Sprechprobe
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Hi,

ich bin tatsächlich ein großer Freund davon gerade im Pro Audio Bereich Hardware gebraucht zu kaufen, da das Zeug tatsächlich recht wertstabil ist. Ich würde dir gerade bei deinen Budgetvorstellung eher dazu raten 50/50 zu machen. Also die Hälfte fürs Mikro und die Hälfte fürs Audiointerface.
Mit dem AT2035 bist du definitiv gut beraten und mit einem Scarlett oder Steinberg Interface ebenso.
Da kommst du je nach Konfiguration auf ~300€
Lass das ART Tube auf jeden Fall weg, Röhre macht in dem Preissegment nicht wirklich Sinn, da hast du mehr Rauschen als Röhre auf der Aufnahme.
Oder ist JEDES Audio-Interface auch ein Vorverstärker für Mikrophone?
Ja so ist es. Schon für 100€ kriegt man heutzutage sehr solide rauscharme Mikrofonverstärker im Audio-Interface verbaut.
 

WolfsOhr

Mario Wolf
Sprechprobe
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Ich stimme @Delay zu: Wenn du was Gebrauchtes findest ist das in Ordnung (klar, dann hast du eben keine Garantie).
Ich würde in dem Gesamtbudget ein Scarlett (oder Steinberg) Interface nehmen (das vielleicht eher neu) und dann vielleicht ein gebrauchtes Mikro (ich hab z.B. mein MK4 für 170,- € geschossen - allerdings ohne weiteres Zubehör). Da brauchst du dann dummerweise noch eine Spinne zu die im Original auch nochmal 100,-€ verschlingt. Von daher lieber die AT2035-Variante. Das ist wirklich in dem Preisbereich sehr gut und vor allem sehr rauscharm (zumindest mein Exemplar).
ABER: Es muss auch zu deiner Stimme passen! Also probiere es idealerweise im Laden aus. Und vergleiche dann unterschiedliche Modelle in dem Preissegment (also bei dir dann um die 150,-€). Nur so kannst du „dein“ Mikro finden.
Und nochmal „ABER“: Wir hören gerne das Gras wachsen ;) . Also lass du dir deshalb keine grauen Haare wachsen. Die genannten Kombis sind in der Kategorie wirklich gut und tauglich für feine Aufnahmen!
Viel Erfolg und lass hören wenn du zugeschlagen hast!
 

Delay

Well-known member
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Ja wenn man geduldig ist und Zeit hat kann man bspw. auch ein Sennheiser MKH 416 P48 was Neupreis 1000€ kostet für rund 300~€ schießen. Ist meist dann eine Frage von zur richtigen Zeit am bieten sein. Das ist aber oft so bei gebraucht kauf, wer Zeit mitbringt und es nicht eilig hat kann echt Schnäppchen machen. In dem Preissegment für 300€ lohnt sich das aber eher weniger. Bei einem NTA-1 was es im Gebrauchtmarkt zuhauf gibt lässt sich wenig bis gar nicht sparen, da lohnt eher Neukauf. Das AT2035 findet man gebraucht eher selten und dann eben auch recht nah am Neupreis.
Gebraucht kaufen lohnt sich erst in einer höheren Preisklasse, dann lässt sich ordentlich sparen.
 

Fuchs Streuner

Mit Visionen
Okay, danke für eure informativen Ratschläge!

Also, ich habe jetzt das Rode NT1-A und den Steinberg UR22 MK2 + ein K&M 210/2 Micstand im Warenkorb... werde nochmal eine Nacht darüber schlafen und es dann kaufen. Alles neu, denn ihr habt recht, bei den Einsteigergeräten lässt sich bei gebraucht ohnehin nicht viel sparen. Leider habe ich nicht die Möglichkeit in einen Laden zu gehen und verschiedene Mics zu probieren, daher gebe ich dem NT1-A eine Chance - wenn es mir dann nicht gefällt, kann ich es immer noch zurückschicken. Das Steinberg überzeugt mich ein bissl mehr als das Scarlett (obwohl des echt schick ist) und kommt mit Cubase Software worauf ich mehr Lust habe als auf Ableton & Friends... :)
Fieldrecorder stelle ich erstmal zurück.

Eine Frage habe ich noch... was denkt ihr über MicShields?
Habe da
Marantz Pro Sound Shield Compact
oder
the t.bone Micscreen LE
ins Auge gefasst und frage mich ob ich mir das gleich dazu gönnen soll? Mit Sicherheit wird mein Aufnahmeraum akustisch nicht perfekt/ sauber sein, aber die Lösung aller Probleme wird so ein Shield auch nicht sein, oder? Vor allen in Kombination mit dem NT1-A, was ja einen eher warmen Klang hat, frage ich mich ob es dann nicht zu dumpf/ tiefenlastig klingen wird...
Kommentare?
 

WolfsOhr

Mario Wolf
Sprechprobe
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Ja, sich für das Steinberg zu entscheiden wenn du auch Cubase nutzen willst ist doch genau richtig.
Zum NT-1A kann ich nichts sagen, ich persönlich mag aber wie gesagt das AT2035. Aber das ist deine individuelle Entscheidung, du wirst deine Gründe haben und vorher ausprobieren geht ja nicht. Aber ich denke du wirst auch mit dem Rode zufrieden sein.
Den Mic-Screen würde ich vergessen, ich habe den LE, aber der bringt eher wenig. Das hängt hängt natürlich auch von der individuellen Raumsituation ab, aber was man hier liest ist, dass es dadurch sogar auch schlechter werden kann! Das Geld ist besser in Raumoptimierung investiert.
Was du aber in jedem Fall brauchst ist ein Poppkiller, der ist aber vermutlich mit dabei in einem Bundle?
 

Delay

Well-known member
Sprechprobe
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Vergiss Mic-Screens. Wenn du das Geld ausgeben willst kauf dir damit lieber ein paar Platten Basotect. Da kriegst du effektivere Quadratmeter fürs Geld.
 

Fuchs Streuner

Mit Visionen
Besten Dank nochmals. Ja, ich war mir auch nicht sicher wegen dem Screen, machs jetzt aber nicht. Wenn der Raumklang mies ist, rüste ich lieber nach. Poppschutz ist dabei im Bundle, ja.
Wirklich vielen Dank an die Community hier für das nette und hilfreiche Feedback.
Ich hoffe, man hört dann bald voneinander ;-)
 

Spirit328

Der, der hier etwas weniger da ist.
Teammitglied
Diese Mic Screens sind wie Eierkartons ("... hat hier jemand ....Eier . Kartons ... gesagt?).
Diese Mic Screens reduzieren im besten Fall 90% der Schallenergie, die direkt auf das Mikrofon gesprochen wird.
ABER ... Erstens nicht alles und so wird der gesamte Raum akustisch angeregt und zweitens kommt es schnell zu akustischen Problemen, die die Stimme sehr merkwürdig klingen lassen.
Wenn Du eine "trockene" Aufnahme haben willst, dann MUSST Du rund um Dich herum, auf der Tischplatte, auf dem Boden und Richtung Decke Schall absorbierendes Material verbauen.
Diese Mic-Screens sollte man einfach ignorieren und wer Eierkartons in sein Studio baut, hat so ernsthafte Probleme, besonders im Falle eines Brandes. Akustisch gesehen sind Eierkartons nicht wirklich vorhanden.

... und von der Firma mit dem gelben Dreieck und dem Ohr darin würde ich IMMER die Finger lassen. Das wird nicht gut. Punkt! :D

P.S.: Der Art Tube ist ganz nett, aber wenn Du einen Focusrite oder Steinberg Wandler verwendest, hast Du besseren Sound. Der Art Tube ist ganz nett, die Röhre kann man röhren lassen, aber ist für reine Sprachaufnahmen manchmal ein bißchen zu viel des Guten. Es sei denn man weiß SEHR genau was man da tut. ;)
 

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