2. Dezember - Geschenke

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Text
"Hmmm…" Unsicher stand Mark vor dem Schaufenster des Juweliers und starrte hinein. Sein Atem kondensierte vor seinem Mund und als er sich nach vorn beugte, um das kleine, goldene Kettchen in der Auslage besser sehen zu können, beschlug die Scheibe. Seufzend drehte Mark sich um und blickte erst zögernd zum Eingang, dann auf das Portemonnaie in seinen Händen. "Vier Monate arbeiten und es ist nicht mal genug für ein anständiges Geschenk für sie dabei herausgekommen…", murmelte der Sechzehnjährige enttäuscht und zählte bestimmt zum zehnten Mal das Geld in seiner Brieftasche. Immer noch nur 58,30€… Seufzend kehrte er dem Juwelier den Rücken zu und machte sich auf den Heimweg. Dabei hätte er Celina so gern dieses Armband geschenkt… Er hatte sie in der Schule darüber schwärmen hören… und sie hatte Recht, es war hübsch… und es würde an ihr wunderschön aussehen mit seinen kleinen Blättern und dem sich darum windenden Silberdrähtchen… Sicherlich hätte sie sich riesig gefreut, wenn er es ihr ganz überraschend zum Geschenk gemacht hätte… Schneeflocken begannen um ihn her zu tanzen, als er durch die Straßen ging. Der Schneematsch durchnässte seine Schuhe und je näher er dem Stadtrand kam, desto weniger Leute kamen ihm entgegen. Eine Schneeflocke landete auf seiner Nase. Mark nieste und zog seinen roten Schal höher ins Gesicht. Als er an der Haustür angekommen war und auf schloss, kamen ihm bereits schnelle Schritte entgegen.

"Markiiii!", rief seine kleine Schwester und umarmte ihn. Ein leichtes Lächeln glitt über seine Lippen.

"Hallo Lenchen… Na, was habt ihr heute Aufregendes gemacht?", fragte er, während er sie vor sich her in die Wohnung schob und die Tür hinter sich schloss. Ein Duft von Keksen und Kohl kam ihm aus dem Esszimmer entgegen.

"Der Elektromann war da und hat das Licht in meinem Zimmer wieder heile gemacht… Und dann haben Papa und ich ihm als Dankeschön welche von unseren Keksen mitgegeben!", erzählte die Sechsjährige aufgeregt. "Und dann haben wir noch mehr Kekse gemacht und Papa hat gesagt, morgen können wir ein paar in Tütchen an andere Kinder im Einkaufszentrum verschenken! Wie Weihnachtselfen!" Die Kleine strahlte Mark fröhlich an, doch dann zog sie einen Schmollmund. "Und Papa hat gesagt, ich darf nicht in mein Zimmer spielen gehen, weil er die Drähte und das ganze Zeug noch wegräumen muss, aber er ist einfach arbeiten gegangen und jetzt kann ich nicht zu Knuffel…"

Mark seufzte leise. Dann lächelte er und sagte: "In Ordnung… Wir essen jetzt und danach räume ich dein Zimmer auf, aber nur, wenn du mir dabei hilfst, ja?" Seine Schwester nickte aufgeregt und lief ins Esszimmer, wo bereits zwei Teller standen.

Nach dem Essen folgte Mark seiner Schwester in ihr Zimmer. Eigentlich wollte er nach den über acht Stunden Arbeit im Lager nur noch schlafen… Aber es war schließlich seine Schwester und so stand er nun mit Handfeger, Kehrblech, einem Besen und einem Eimer in dem Zimmer und begann, den Staub, die Gold-, Silber- und Kupfer Drahtreste einzufegen. Er wollte gerade alles in den Müll kippen, da kam ihm eine Idee.

"Das ist es!", murmelte er. "Wenn ich es nicht kaufen kann, baue ich es nach! Individuell, nur für sie!" Sein Herz begann, schneller zu schlagen. Vielleicht würde sie sich darüber ja auch freuen? Vielleicht nicht so sehr, wie über das echte Armband, aber… vielleicht ein bisschen? Einen Versuch war es wert! Also zog sich Mark in sein Zimmer zurück und setzte sich mit den Drahtresten an seinen Schreibtisch. Er holte seinen Werkzeugkasten, sein Weihnachtsgeschenk vom letzten Jahr, hervor und begann sein Werk. Zuerst zerschnitt Mark den dünnen goldenen Draht und bog ihn dann vorsichtig über eine Zange zu kleinen Kettengliedern. Eines nach dem anderen. Immer wieder. Irgendwann wurden seine Lider schwerer und schwerer.

"Marki, Marki, Marki, Markiiiiii!" Seine Schwester weckte ihn, als sie ins Zimmer stürmte. Müde hob Mark den Kopf vom Schreibtisch.

"Wooow, hast du das gemacht?", fragte sie und spähte auf das Armband, welches beinahe fertig vor ihm auf dem Tisch lag. "Das ist voll schön! Für wen ist das?"

"Für eine Freundin", antwortete Mark nur und wurde rot.

"Also bist du dieses Jahr auch ein Weihnachtswichtel!", rief seine Schwester begeistert. "Sie wird sich bestimmt ganz dolle freuen!"

Lächelnd blickte Mark auf das Armband. "Das hoffe ich…"



Liebe Grüße!​
 
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