Parapol (4) - Dryaden

Dieses Thema im Forum "Grusel / Mystery / Horror" wurde erstellt von ROH, 8. Juli 2017.

  1. PeBu34

    PeBu34 Pedda der Schmied

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    Dass ihr mir da nicht helfen könnt, ist mir schon klar! :) Das war ja auch nur als eine Ergänzung meines ersten Kommentars zum Thema gedacht. Außerdem fand ich es gut, dass ich die eine oder andere Erklärung für bestimmte "Probleme" gefunden habe. :) Ansonsten bin ich gespannt auf das nächste Werk. :)

    Liebe Grüße von
    Peter :)
     
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  2. Jeln Pueskas

    Jeln Pueskas Michael Gerdes Mitarbeiter

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    Hi. Nun mal meine Meinung.

    Als ich das erste Mal das Skript gelesen habe, war mir zunächst nicht klar, worauf das Ganze hinauslaufen sollte. Ich denke mal Ryan hat da anhand meiner Kommentare gemerkt, dass ich mit dem Skript meine Probleme hatte, was nicht die Idee betraf, sondern das Verständnis in meinem Kopfkino. Mit ein paar Gesprächen war uns beiden wohl klar, wie der andere tickt und was es heißt, wenn der eine seine Vision zu Papier bringt, während der andere den Lektoratstil versteht, mit der konfontiert wird. Insgesamt empfand ich den Austausch als sehr intensiv und auch informativ.

    Ich halte Ryans Stück für einen dicken Brocken zusammengepacktes Kopfkino. Jede Anspielung und jede Szene ist quasi Kino. Man muss daher als Hörer sehr aufmerksam sein. Gerade in der ersten Hälfte, wo es scheinbar nur den Anschein hat, die Charaktere einzuführen, gibt es hier ein paar sehr entscheidende Hinweise auf das, mit was man es zu tun hat. Auffällig auch, dass das gesamte Team eine sehr ausgeprägte Bildung haben, was trotz der unterschiedlichen Charakterausrichtung zu sehr ausführenden Dialogen führen kann. Der Ansatz war allerdings auch, dass hier nicht irgendwelche Straßenbullen ihren Dienst vollrichten und dabei mit einer Parapolmarke herumlaufen. Die Anspielung auf die Bilder im Kachelraum, die Tonbandaufnahme, die wage Bedrohung an sich, waren für meinen Geschmack erstklassig, Das Fragezeichen, dass wächst, während man erwartet, dass eine Erklärung kommt, ist super umgesetzt. Das Timing stimmt.

    Zu den Sprechern: Ich fand sie alle durchweg sehr gut. Gerade Katja hatte mit ihren Takes arg zu tun. Man muss sich mal vorstelllen, wie man von einem Doktor so stark vollgequatscht wird, weil man sich immer angepisst fühlt. Es war angenehm, dass sich im Laufe des Hörspiels ihr Charakter ein wenig wandelte, wobei ich glaube, dass es damit wohl nicht nicht vorbei ist :D

    Soundkulisse und Musik gefielen mir sehr gut. Die wechselnden Räumlichkeiten waren klasse und vermittelten trotz der Verbundenheit des Teams eine räumliche Trennung und damit ein "wir sind hier allein"-Gefühl. Die Musik kam nicht aufdringlich daher sondern untermalte die Stimmung am Ende sehr schön. Das Lied am Ende habe ich textuell nicht verstanden (kann halt kein polnisch) Aber es wog die Stimmung sehr gut auf.

    Als Fazit muss man sagen, dass dieses Hörspiel ein Manko hat: Will man alles genießen und verstehen, sollte man sich das Hörspiel mehrfach anhören und vor allem auch bereit sein, dafür jedes Mal die zwei Stunden am Stück Zeit zu haben. Ansonsten wird man vieles verpassen und das ganze Werk als solches auch nicht unbedingt in sein Herz schließen.

    Unabhängig davon finde ich es klasse, dass Ryan sich der Parapol-Thematik angenommen hat, die nunmehr 5 Jahre lang keine neue Folge hervorbrachte. Ich bin gespannt, wie es bei den anderen vorangeht.
     
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  3. wer.n wilke

    wer.n wilke wer.n the voice

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    ... das Schöne an den Parapol-Folgen ist ja, dass sie dessen Erklärung nicht auf dem Silbertablet vor sich her trägt, sondern der Hörer sich auf das Spiel einlassen muss, wenn er es verstehen will. Das erfordert natürlich mehr, als reine Konsumentenhaltung - wobei man dies Stück durchaus auch gut konsumieren kann.
     
  4. charly

    charly (früher: oxytocinated)

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    Ich habe es gerade auch in einem durchgehört und bin ziemlich geflashed. Das war schon echt anspruchsvolles Ohrenkino *Daumen hoch*
    Durch die schnellen, intellektuellen Dialoge und vielen eingebauten, kleinen Details ist das Hörspiel sicherlich nicht für jeden geeignet, weil es viel Konzentration und eine gute Auffassungsgabe erfordert.
    Wer aber mit solch teilweise gehobener Sprache zurecht kommt, der wird hier das ein oder andere Mal sicherlich sehr schmunzeln können.

    Mir fiel das Ende auch etwas knapp aus, aber ich werde mir das ganze Stück sicherheitshalber nochmal anhören, um zu sehen, ob da einfach nur meine Konzentration nicht mehr mithalten konnte.

    Fazit: unbedingt bitte mehr davon!! :smileycat:
     
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  5. Chaos

    Chaos Schneewittchen

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    Ach, das ist ja ein Ding. Auch mal schon zu sehen, wo der Senf, den man so dazu gibt, einen Einfluss hat :)
    Und ja, ich habe polnische Wurzeln (OT: und werde bald ein halbes Jahr in Krakau verbringen und freue mich schon so richtig! Aber das tut ja jetzt hier nix zur Sache :D).

    Ooooh, das ist mir auch gar nicht aufgefallen. Wie @Jeln Pueskas ja auch schon meinte, ist das Stück so komplex, dass man es wahrscheinlich öfter hören muss. Danach werde ich beim Wiederhören auf jeden Fall mal "Ausschau" halten. Ich steh ja total auf so versteckte Hinweise und Symbolik, da hab ich ja jetzt was Spannendes, auf das ich nochmal achten kann. Cool! Und sehr bemerkenswert, dass du dir so tiefgehend Gedanken gemacht hast, dass ins Sounddesign einzuflechten. Bin grad ein bisschen begeistert :D
     
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  6. ROH

    ROH Ryan

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    Hey - Chaos - Ah, okay - da haben wir was gemeinsam.
    Also wenn du Spaß an so was hast, dass ist echt was die sagen. Ist natürlich Fiktion – aber das ist jetzt kein Blödsinn wovon die da reden und was die da machen. Hab z.b eine Bekannte, als wir das hörten, fragte sie mich: Sag mal, ist Siarkiewicz jetzt eine Hexe oder nicht?
    Weil,- wir nennen das zwar Profiling, aber da ist auch Wicca drin und dann hast du noch Schamanismus etc. wenn du das was weiter spinnst, (nur jetzt nicht auf der Ebene von Klischees und Populärwissenschaft, sondern in der Realität), dann gibt es da mögliche Anhaltspunkte für.
    Weil das ist thematisch Naturwissenschaft mit "Paranormalität" vermischt.
    Sie sagt dir auch z.B., was der augenblickliche Forschungsstand der realen Parapsychologie ist.
    Und wenn du dich für Metaphorik/Symbolik/Mythologie interessierst – ich benutze wenn es sich anbietet ur-europäische Mythen.
    Siarkiewicz z.B. wäre ein Freitagskind. o_O - Den Ausdruck kennt man heute fast nicht mehr, aber sollte sie mal ihr Geburtsdatum sagen, dann würde da mit Sicherheit das Wort Freitag fallen, damit Leute wie z.B. meine Bekannte einen Grund haben zu sagen: "Aha!" Und Spaß daran hätten.
    Hat natürlich nichts mit der Handlung zu tun, aber das hast du drin, weil es gibt keine Zufälle, bei so was.
    Kannst du dir auch bei SDA angucken, musst nur mal hinterfragen was das ist wovon die da reden (wo Realität eine Rolle spielt).
    Also - wenn du jetzt mal auf nen Engländer triffst, der dir sagt, dass es noch Panther in England gibt - kannst du sagen: Das! Hab ich schon mal irgendwo gehört.^^

    ABER: Hi Jeln und Hi Oxytocinated, :)

    Es wird mit Sicherheit nicht dazu kommen, dass Frau Dr. Siarkiewicz ihr Geburtsdatum sagt. Wir haben gesagt, wenn - wenn - WENN, wenn, wenn - es tatsächlich eine größere Gruppe geben sollte, die sagt: An dem Team hatten wir Spaß. Die finden wir super. Die würden wir gern noch mal sehen, dann und nur dann - würden wir das machen.
    Weil das liegt einfach an dem Aufwand. Dass ihr das (Marco, Schaldek etc.) hier als Autoren und Cutter hört... ist mir klar... aber in den Raum gesprochen: Das sind sechs Sprecher in sechs Städten, die sich keinen Meter weg vom Mikro bewegen. Da ist viel Bewegung, daher kann man das gerade daran gut erkennen, wie viel da passiert im Hintergrund durch (vor allem) Spiel, aber auch SFX... einmalig auch für zwanzig Mann ... Gerne. Kein Problem.
    Aber doppelt... da muss es genug geben... die an den Charakteren Spaß haben.
    Weil es ist nicht nur Zeit die wir hier investieren, sondern auch Geld und wir machen das hier nicht zur Selbstverwirklichung, sondern damit andere daran Spaß haben.
    Und deswegen ist das auch nicht, zumindest von mir – abhängig.
    Aber! – ich kann euch sagen (weil natürlich haben wir darüber auch rumgeblödelt)
    Siarkiewicz: Oficer Tyma! Was machen Sie in meinem Bett!?!

    Also wie gesagt... wenn das kommen sollte - gerne -aber solange bin ich der festen Überzeugung, dass es niemals eine zweite geben wird.^^
    Freut mich, dass ihr Spaß an den Charakteren hattet. :)

    @schaldek
    He, he, he - ich soll dir ausrichten das Bild ist cool, toll und ->XD (kommt von verschiedenen Leuten). Mein Lieblingsspruch ist im Augenblick: "Geben Sie mir ihren Gürtel!"
    "Wo wollen Sie es denn hin haben?"
    Kurz vor: "Hängt bei ihnen auch ein Kreuz, anstelle eines TV-Geräts an der Wand....?" Antwort: "Leider, nein."^^

    Und quatsch. Das ist keine Raketenwissenschaft.

    Danke für eure lieben Worte und freut mich (und ich weiß, ich bin da nicht allein) sehr.

    Gruß
    Ryan
     
  7. Woundwort

    Woundwort Aaron Cutter

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    So, ich kann (und möchte auch gar nicht, da ich mit meinem Handy tippe) eigentlich gar nichts mehr hinzufügen, was nicht schon geschrieben wurde, aber ein paar Sachen möchte ich doch noch loswerden.

    Die erste Hälfte fand ich, mit diesem ausuferndem Geplänken zwischen den Charakteren, auch ein wenig ermüdend, wenn nicht sogar repetitiv. Soetwas hätte ich in einem Mystery/Horrorhörspiel nicht unbedingt erwartet, sondern eher z.B. in einem Drama oder einer Komödie, wo den Charakteren mehr Spielraum gegeben werden kann. Als Vergleich kommt mir da spontan Der Gott des Gemetzels in den Sinn. Was ich aber den Dialogen lassen muss ist, dass sie wirklich hervorragend geschrieben sind. In dem Fall hätte ein bisschen mehr "Kill the Darlings" aber gut getan, denke ich. Der zweite Teil des Hörspiels ist zwar noch immer ein bisschen langsam, für meinen Geschmack, aber trotzdem super spannend. Das Rätsel mit den Kasetten war ein wunderschönes Beispiel für die Art von Plotelement.

    Über den Rest des Hörspiels kann ich nur ein sagen: Großartig! Der Schnitt, die Effekte, die Musik und die Stimmen, einfach super. Da können sie so manche kommerzielle Produktionen eine Scheibe abschneiden.

    So, kurz gesagt: Super Hörspiel, nur der erste Akt war mMn zu lang. Der soldien Story hätte ich ein bisschen mehr Platz zugestanden, handwerklich war das Skript aber trotzdem 1A. Ich hoffe noch viel von euch hören zu dürfen :)

    Edit: Ach ja, man merkt, dass in dem Hörspiel unglaublich viel Liebe fürs Detail drinsteckt. Egal ob es um die Verortung der Dialoge geht, die Geräusche oder die Tatsache, dass offensichtlich viel Hintergrundrecherche betrieben wurde und sowas macht mich beim hören glücklich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. August 2017
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  8. ROH

    ROH Ryan

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    Hi Woundwort,
    tut mir leid – ich hatte es A zu spät gelesen, weil wenn ich hier reingucke und das ist nicht gerade oben in den Top-News – übersehe ich sowas, das war also schon reiner Zufall und dann musste ich aber auch weg – und dann hab ich dich vergessen.

    Ich hab jetzt auch nur noch mal reinguckt wegen eurem Luxemburg etc., deswegen ist mir das wieder eingefallen.
    Also: Sorry - und ... gut analysiert. Es ist teils teils.
    Im First Draft war vorgesehen, dass die alle sterben am Schluss. Das ging dann nicht und da ich das ursprünglich nicht selbst machen wollte, aber da jetzt schon Zeit investiert hatte – ist der zweite/dritte Akt verändert.
    Das zum Thema "Kill your Darlings"^^.

    Aber – das im Mytery/Horror wegen Marktvorgaben sich da eine Entwicklung abgezeichnet hat von Hülsen, die du interessant finden musst, weil sie hübsch aussehen – interessiert mich nicht – schon gar nicht in einer Free-For-All-Produktion (das heißt du kannst raushauen so viel du willst).
    Bin da jetzt mehr filmisch orientiert – als hörspieltechnisch – weil dafür kenn ich einfach nicht genug.

    Und dann gibt es natürlich noch handwerkliche Vorteile, und - wieder – (weil keine Marktvorgaben) du kannst eiskalt 2 Stunden machen (wenn das TV wäre – wäre die Charakterentwicklung wahrscheinlich 3 Episoden – aber ich denke immer – wir haben die Zeit, du kriegst was für dein Geld^^ und ich hab Bekannte die freuen sich über 2 Std. Hörspiele, weil die hören die bei der Zugfahrt und die dauert 2 Stunden).

    Das sind so die Gedanken/Konzepte die da im Hintergrund standen.
    Ich erkläre nur. Wir haben auch darüber diskutiert – sollen wir kürzen – sollen wir nicht – und dann wegen s.o. Entschieden: Nö. Es funktioniert so wie es soll und darf auch ruhig alle Ecken und Kanten haben.^^

    Ich greif mal Werner vor - der gern so was schreibt: Kunst darf das.^^ XD

    Freut mich und ist mir viel wert. Ernsthaft.

    Und: Wie gesagt – tut mir leid (!) – ich hatte es vor zwei Wochen/drei gelesen und vergessen und heute dachte ich noch mal dran und guck hier rein und ... ja...

    Heb die Hand
    Ryan
     
  9. wer.n wilke

    wer.n wilke wer.n the voice

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    Genau : die Kunst darf alles - nur nicht langweilen, was wiederum im Ohr des Hörers liegt.
     

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