Poldi

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Traumwandler – 3. Suche

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Erster Eindruck: Endlich geht es weiter...

Das Geheimnis seiner Alpträume plagt Jonathan Drake weiterhin. Bei seiner Suche nach Antworten distanziert er sich immer weiter von Betty, bis ein schreckliches Ereignis alles auf den Kopf stellt. Doch Jonathan findet auch Antworten, und eine Person scheint der Schlüssel zu der dämonischen rotäugigen Frau zu sein – seine eigene Mutter...

Fast zwei Jahre ist es nun schon her, dass die ersten beiden Folgen von Traumwandler erschienen sind, jetzt geht es nach einigen Querelen beim neuen Label iListen mit der geheimnisvollen Geschichte um Jonathan Drake weiter. Trotz der langen Pause findet man sich überraschend schnell wieder in dem düsteren Machwerk wieder und erinnert sich an das Grundkonstrukt der Serie – auch wenn freilich viele Einzelheiten nicht mehr präsent sind, die großen Zusammenhänge lassen sich auch so erschließen. Und glücklicherweise kann „Suche“, so der Titel dieser dritten Folge, mit der gleichen großartigen Stimmung und der geheimnisvollen Geschichte überzeugen. Auch hier gibt es keine Actionszenen, Spannung und Dynamik wird hier aus der ständigen Bedrohung durch Jonathans Alpträume gezogen. Sparsam, aber wohl dosiert werden neue Informationen hinzugefügt, sodass man ständig am großen Geheimnis der Serie zu kratzen scheint, das Interesse wird so aufrecht erhalten. Besonders gelungen ist dabei, dass auch diese Folge einen eigenen Spannungsbogen besitzt und in einem dramatischen Finale endet, dass den Hörer völlig in seinen Bann ziehen kann. Die wunderbare Figur der bedrohlichen Traumwandlerin setzt hier einmal mehr starke Akzente und lässt einen auf die nächsten Folgen neugierig werden – bliebt zu hoffen, dass die Zeit bis zur nächsten Veröffentlichung nicht wieder so lang wird. Denn die spannende und fantasievolle Geschichte gepaart mit der düsteren Stimmung hat er verdient, weitererzählt zu werden.

An der Besetzung der Sprecher hat sich nichts Wesentliches geändert, sodass man die gewohnten Stimmen wieder den einzelnen Rollen zuordnen kann. Und so ist auch Jens Wesemann wieder in der Hauptrolle des Jonathan Drake zu hören, mit seiner markanten Stimme kann er glaubwürdig und spontan klingen. Seine Mutter wird von Anja Topf gesprochen, die eindrucksvoll an einigen Stellen die Dramatik erhöht und sich wunderbar in das Konzept der Serie einfügt. Am besten hat mir aber wieder Judith Reinartz gefallen, die als Traumwandler unglaublich bedrohlich und geheimnisvoll wirken kann, ohne sich in Übertreibungen zu verlieren. Weitere Sprecher sind Thomas Karallus, Wolf Frass und Jens Wendland.

Wie schon die beiden ersten Folgen besticht Traumwandler hier mit der dunklen und mystischen Atmosphäre. Gerade die Passagen, in denen Jonathan träumt, sind sehr stimmungsvoll und intensiv umgesetzt worden. Besonders die verzerrten und übereinander gelegten Stimmen sind ein grandioses Stilelement. Insgesamt strahlt „Suche“ aber auch eine gewisse Ruhe aus, die dem Hörer das Genaue verfolgen des Geschehens ermöglicht.

Am Konzept des Covers hat sich nichts geändert, auch hier ist rot die dominierende Farbe, was mit der dunklen Farbwahl bestens harmoniert und einen mysteriösen Ausdruck verleiht. Auch in der restlichen Aufmachung wird dieses fortgesetzt. Im Inneren sind neben den notwendigen Angaben keine Extras zu finden, ein paar einleitende Worte wären hier vielleicht wünschenswert gewesen.

Fazit: Die dritte Folge hat mir wegen der sich zuspitzenden Situation und den neuen Erkenntnissen sogar noch besser gefallen als die ersten Teile, die Spannung wurde auf jeden Fall noch gesteigert.

VÖ: Dezember 2011
Label: iListen
Bestellnummer: 978-3-9430-5615-0
 
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