Sherlock Holmes Chronicles – 68. Der niedergelassene Patient

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Poldi

Super-Hoertalker
Sherlock Holmes Chronicles – 68. Der niedergelassene Patient



Percy Trevelyan hat es als Arzt vor allem seinem Gönner Blessington zu verdanken, dass er sich bei seinen Patienten etablieren und dennoch seinen Studien weiter nach kommen kann. Doch nun muss er sich an den Meisterdetektiv Sherlock Holmes wenden, da Blessington nach den Besuchen eines merkwürdigen Patienten völlig aufgelöst scheint...

Die 68. Episode der Sherlock Holmes Chronicles von Winterzeit ist mal wieder nach einem Original von Sir Arthur Conan Doyle umgesetzt, wobei es sich bei „Der niedergelassene Patient“ um eine recht knackige Kurzgeschichte handelt. Das sorgt dann dafür, dass die Folge in 42 Minuten gut erzählt wird, ohne dass Szenen in die Länge gezogen werden. Doch gerade diese kurze Erzählweise sorgt auch dafür, dass man diese Folge locker zwischendurch mal einschieben kann, ohne sich gleich über eine Stunde Zeit nehmen zu müssen. Der Aufbau der Handlung ist sehr klassisch, der Bearbeitung durch Markus Winter ist es zu verdanken, dass der Beginn der Folge dennoch nicht zu einem langen Monolog von Percy Trevelyan ausartet. Denn immer wieder wurden die Erinnerungen des jungen Arztes in Spielszenen umgesetzt, was einen lebendigen Eindruck hinterlässt. Auch die nachfolgenden Recherchen von Holmes sind kurzweilig aufbereitet, zumal die Eitelkeit der Hauptfigur gut zur Geltung kommen und für eine entscheidende Wendung in dem Fall gesorgt. Während Holmes deswegen viel Aufmerksamkeit bekommt, tritt Doktor Watson in dieser Folge etwas mehr zurück, auch die besondere Beziehung zwischen dem Militärarzt und dem Detektiv wird hier nicht weiter ausgeführt, sodass sich die Episode voll auf die eigentliche Handlung konzentriert. Die sorgt besonders gegen Ende noch einmal für einen dramatischen Anstieg der Spannungskurve, zumal Holmes die Folge gekonnt auflöst und die gelegten Spuren zusammenführt, das weitere Schicksal der Täter aber nicht aufgeklärt wird. Ein Abschluss mit einer sehr interessanten Note dieser Folge, die insgesamt einen sehr soliden Eindruck hinterlässt.

Die Geschichte kommt mit gerade einmal sieben Sprechern aus, die deswegen einen umso größeren Einfluss auf das Gelingen des Hörspiels haben. Der wunderbare Dennis Schmidt-Foß überzeugt dabei in der Rolle des Percy Trevelyan, den er mit markantem Auftreten und einem recht spröden Charme versieht. Thomas Kästner ist als sein Gönner Blessington zu hören, dem er eine leicht unsympathische Aura verleiht, ohne dies zu sehr auszuführen und damit ins Unglaubwürdige zu ziehen. Till Hagen ist in der Hauptrolle des Sherlock Holmes sowieso eine Bank und setzt den Meisterdetektiv in seinen Facetten treffsicher wie immer um. Weitere Sprecher sind Tom Jacobs, Bernd Vollbrecht, Ricardo Richter und Axel Lutter.

Die Folge ist auf sehr wenige Handlungsorte begrenzt, sodass bei der akustischen Umsetzung nicht allzu große Abwechslung geboten werden konnte. Dennoch sind die einzelnen Szenen natürlich sehr sauber umgesetzt und bringen die Stimmung Londons zu der damaligen Zeit gekonnt zur Geltung. Gut gefällt mir die Idee, die Ungeduld von Holmes auch beim Hörer zu wecken, indem das Holen von Getränken mit vielen Geräuschen unterlegt ist.

Das Cover verrät zwar schon einen wichtigen Teil der Folge, könnte dafür aber markanter nicht gewählt worden sein. Ein Mann hängt an einer Schlinge unter der Zimmerdecke, die spärliche Beleuchtung und der sehr detailreiche Hintergrund sorgen für einen markanten Ausdruck der Szenerie - ein Titelbild, welches mir ausnehmend gut gefällt. Im kleinen Booklet sind neben den bereits bekannten Fotos und Kurzbiografien der beiden Hauptsprecher auch wieder die einleitenden Worte des Produzenten zu lesen.

Fazit: Der niedergelassene Patient ist kein sonderlich komplexer oder verzwickter Fall, überzeugt aber mit der geradlinigen Erzählweise, einer markanten Szenerie und einem geschliffenen Ende. Der Aufbau der Folge ist klassisch, Monologe werden aber immer wieder durch Spielszenen unterbrochen, sodass der noch eine dynamische Stimmung entstehen kann. Eine gelungene Umsetzung des Klassikers, der sich auf das Wesentliche konzentriert.

VÖ:
Label: WinterZeit
Bestellnummer: 9783960662280
 

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