Poldi

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John Sinclair Classics – 10. Die Insel der Skelette

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Erster Eindruck: Auch hier Wechsel in der Personalriege

Eine Gruppe machthungriger Männer verschreibt sich in einem Ritual dem Bösen, muss aber einen hohen Preis dafür zahlen. Mitten bei einer Dinnerparty verwandelt sich einer der Teilnehmer in ein mörderisches Skelett. John Sinclair, der sich einen Namen bei übernatürlichen Fällen gemacht hat, wird aus seinem Urlaub zurückbeordert und findet sogleich eine heiße Spur...

Auch bei den Classics der John Sinclair-Serie ist Oliver Döring ausgestiegen, Dennis Ehrhardt hat nun das Zepter (und die Klangregler) in der Hand. Und siehe da: Hier hat er eine hörenswerte Folge gezaubert, die mit einigen Neuerungen überrascht. So liegt die Betonung nun mehr auf dem Gruselfaktor denn auf schmissiger Action, was dem Wunsch einiger Fans entspricht. Die Geschichte beginnt dann auch gleich mit einer stimmungsvollen Szene, das Unheil nimmt gleich seinen Lauf. So wird gleich zu Beginn ein markanter Ausgangspunkt gesetzt, der Reiz über die gesamte Folge recht hoch gehalten. Auffällig ist die wellenförmig verlaufende Spannung, doch auch in den ruhigeren Passagen scheint immer ein wenig Unheimliches mitzuschwingen. Immer weiter steigert sich die Handlung und endet in einem Finale, das mit dem positiven Mittelteil mithalten kann. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, immer wieder sind Gags eingestreut, die die Handlung auflockern können. Allerdings wirkt John Sinclair hier teilweise noch abgebrühter und cooler als seine ältere Ausgabe, was nicht so ganz in die Chronologie der Serie passen mag. Auch, dass keinerlei Bezug zu anderen Folgen der Classics gemacht wird, ist merkwürdig, hat mit Suko doch gerade erst ein wichtiger Verbündeter das Feld betreten. Eine gelungene Folge, ein guter Start des neuen Produktionsteam bei den Classic Fogen.

Gleich zwei wichtige Änderungen hat es in der Besetzung der Sprecher gegeben: John Sinclair wird ab hier von Dietmar Wunder gesprochen, der einen ernsthafteren Weg einschlägt und eher die düstere Seite der Serie betont. Das ist vorerst etwas ungewöhnlich, hat aber auch seinen Reiz. Alexandra Lange-Baehr übernimmt wie in die eigentlichen Serie die Rolle der Erzählerin, kann jedoch (noch) nicht so sehr fesseln wie ihre Vorgänger, manchmal bleibt sie einfach zu blass. Volker Brandts eigenwillige Stimme ist hier als Michael Douglas zu hören, er kann wieder eine neue Facette seines Könnens zeigen. Auch Hans Teuscher, Jürgen Holdorf und Tim Kreuer sind zu hören.

Natürlich gibt es auch in Sachen Sounddesign neues zu berichten. Die bekannte Introsequenz wurde durch stimmungsvolle Musik ersetzt, und auch sonst wirkt alles gemäßigter, aber düsterer und unheilvoller. Auch de Geräusche sind nicht mehr ganz so wuchtig inszeniert, dafür realitätsnäher. Das ist Geschmackssache, aber allemal interessant zu hören.

Timo Wuerz ist weiterhin für die Titelbilder verantwortlich, hier ist mal keine diabolisch blickende dunkelhaarige Frau zu sehen, sondern menschliche Schädel in Großaufnahme. Für den richtigen Gruseleffekt sorgt hier ein Auge, das in einer Höhle sitzt. Ein gelungenes Titelbild, das immer noch wesentlich moderner wirkt als der „große Bruder“ der Serie.

Fazit: Atmosphärisch und gruselig geht es hier zu, die Geschichte ist gut erzählt und bietet lockere Unterhaltung.

VÖ: 17.Februar 2012
Label: Lübbe
Bestellnummer: 978-3-7857-4376-8
 
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