John Sinclair - 136. Vampir-Express

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Poldi

Super-Hoertalker
John Sinclair - 136. Vampir-Express



Die Abfahrt des Vampir-Expresses von Wien in die Karpaten ist für die österreichische Stadt ein wahrer Touristenmagnet, die Fahrt verspricht Stunden voll gruseligem Horror. Auch Lady Sarah Goldwyn ist an Bord und erkennt bald, dass etwas ganz und gar nicht zu stimmen scheint - aber erst ein Anruf von John Sinclair bereitet ihr Kopfzerbrechen...

Dass eine Episode einer langlebigen Hörspielserie auch mal größtenteils ohne ihren Hauptcharakter auskommt, beweist die 136. Episode von "John Sinclair". "Vampir-Express" ist dabei der Auftakt zu einem Zweiteiler und bietet eine sehr besondere Stimmung - neben dem fehlenden Geisterjäger resultiert das besonders aus der gelungenen Grundidee. Eine Reise in dem Zug mit unheimlicher Stimmung, dem Mysterium um Vampire und mit exzentrischen Mitfahrenden - eine sehr gelungene Idee. Durch viele Szenenwechsel entsteht trotz des begrenzten räumlichen oder zeitlichen Wechsels eine lebendige und dynamische Stimmung, zumal man viele Charaktere nicht gleich durchschauen kann. Es gibt einige Überraschungen aufzudecken, die teilweise auch sehr überraschend kommen und unerwartete Identitäten bieten. Dazu kommen zahlreiche unheimliche Szenen, die Vampire nicht als blutrünstige Bestien zeigen, sondern als wunderbar machtvolle und bedacht vorgehende Wesen. Genau dadurch resultiert eine sehr düstere und dichte Stimmung, die sich immer weiter zuspitzt und den Hörer völlig gefangen nimmt. Toll, wie die einzelnen Elemente ineinander greifen und mal wieder eine ganz andere Folge der Serie entstanden ist. Die Neugier auf die kommende Episode ist jedenfalls geweckt, "Vampir-Express" ist sogar eine der besten Episoden der letzten Zeit geworden.

In der Rolle des Karl Hubert zu Eisenstein ist Bernd Stephan zu hören, der mit seiner volltönenden Stimme den engagierten Künstler sehr präsent wirken lässt, aber auch eine andere Facette zeigt und so eine vielschichtige Digur präsentiert, die durchgehend sehr glaubhaft wirkt. Kerstin Hesse hat mir als Vera Bogdanowitsch sehr gut gefallen, ihre aufgeweckte und lebendige Stimme bildet einen gelungenen Kontrast zu der düsteren Atmosphäre, wobei auch sie sehr authentisch klingt. Timo Kinzel sorgt als Dragan Popescu für einige unheimliche und düstere Momente, er beherrscht aber auch die unbeschwertere und lockere Art des Mannes überzeugend. Weitere Sprecher sind Manfred Liptow, Karyn von Ostholt und Gerlinde Dillge.

Auch wenn hier einige bekannte Melodien zu hören sind, die bereits aus vielen anderen Episoden bekannt sind, wurden diese teilweise gekonnt abgewandelt und sorgen dabei für einen unheimlichen, manchmal sogar melancholischen Ausdruck. Die Geräusche sind gut darauf abgestimmt, insbesondere das beruhigende Rattern des Zuges auf seiner Fahrt ist passend, aber nicht zu laut eingebaut. Der Gesamteindruck ist dabei sehr stimmig und überzeugt mit der gekonnten Mischung.

Das Cover zur Episode gefällt mir ausnehmend gut: Aus dem aufgerissenen Mund eines alten Vampirs mit violetter Haut fährt eine alte Dampflokomotive, was durch die interessante Perspektive sehr ansehnlich geraten ist. Weitere Extras sind in dem beiliegenden Booklet zwar nicht vorhanden, dafür gibt es eine ausführliche Übersicht über die bisherigen Episoden inklusive der Sondereditionen und dem Classic-Ableger. Die schwarz-gelbe Farbgebung findet natürlich auch hier wieder eine effektvolle Anwendung.

Fazit: Die Episode begrenzt sich fast ausschließlich auf die Fahrt im Zug, was für eine sehr verdichtete Stimmung sorgt. Dabei gibt es einige überraschende Wendungen, wenn Charaktere ihr wahres Gesicht offenbaren, aber auch sehr spannende oder unheimliche Momente. Dass Sinclair selbst kaum vorkommt, steigert den Reiz umso mehr und sorgt für eine sehr besondere und gelungene Episode der Serie.

VÖ: 28. Februar 2020
Label: Lübbe Audio
Bestellnummer: 9783785759363
 

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