HILFE!!! bei meiner Sprecherkabine

Skeletor26

Overlord of Lüneburg
Sprechprobe
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Hallo liebe Hörtalkgemeinde,

ich wende mich heute mit einer Bitte an euch.

Vor kurzem habe ich eine Sprecherkabine gebaut.

Der Raumhall ist dadurch eliminiert worden. Leider klingen die Aufnahmen sehr dumpf und tot, und sind so nicht zu gebrauchen. Alle meine Projekte liegen deswegen auf Eis.

Daher wollte ich mal das Expertenwissen hier im Forum anzapfen, in der Hoffnung mit eurer Hilfe die nötigen Korrekturen durchführen, das ich brauchbare Aufnahmen bekomme, und die Kabine hoffentlich nicht umsonst gebaut habe.

Die technischen Daten der Kabine sind folgende :

Material : Holz, eine Schicht Steinwolle, darüber Matratzenstoff (Alle Wände, Decke und Tür)

Maßen : Vorne und die Seiten jeweils 1,26 m

Höhe : 2,03 m

Fotos :


Aufnahmen (mit geschlossener und geöffneter Tür, sowie mit und ohne zusätzliche Basotect Platte :


Ich hoffe sehr, das ihr mir helfen könnt.

Danke schon mal und Gruß

Euer Chris a.k.a. Skeletor26
 

Macintosh77

Ich hab da mal ne Geschichte...
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Für meinen Teil ist die Box zu klein.
Ich wäre von vorne herein an 130 x 150 cm, also die eine Seite bis an den Fensterrahmen und Regal verschieben. Falls das nicht geht, innen mischen mit Basotect mit 2 Diffusoren drin und in die Ecken Bassfallen.
Dann würde ich an deiner Stelle dich eher in die Mitte des Raums positionieren, nicht direkt in die Wand reden, auch wenn du Basotect davor hast. Schau dir mal an wie ein Sprecher in einer Studioprix steht. Normaler Micständer geht da auch super. Ich würde das Basotect, etc. so setzen dass du nichts mehr vom Holz und auch vom Matratzenmaterial siehst. Und an die Decke ebenfalls Basotect.
lg mac
 

Delay

Well-known member
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Also Dumpf und Tot klingen die Aufnahmen meiner Meinung nach jetzt nicht, habe jetzt auch keine Referenz wie es vorher klingt bzw. deine Stimme in Natura klingt.
Das einzig störende was ich vernehme ist ein ekliges Spulenfiepen in der Aufnahme, da musste nochmal gucken woher das kommt, hier mal grob eingerahmt:

Edit: Gerade die Bilder angeschaut, könnte entweder von der Lampe oder der Mehrfachsteckdose kommen.
 
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Skeletor26

Overlord of Lüneburg
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Danke schon mal für die ersten Infos. Mit dumpfe Aufnahme meine ich den Box Effekt. Man hört stark, das es in einer Box aufgenommen ist. Und mit dem EQ krieg ich es nicht raus

@Delay Ist das Fiepen nur bei der Aufnahme "In Richtung Tür gesprochen" vorhanden, oder auch bei den anderen Aufnahmen?
Weil bei der Aufnahme habe ich das Mikro mit der Hand gehalten, da ich (noch) kein Stativ habe.
 
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Delay

Well-known member
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Also ich empfinde das wirklich gar nicht als Box-Klang.
Das mit dem Fiepen zieht sich durch alle aufnahmen, mal mehr mal weniger stark ausgeprägt aber es ist immer was in der Aufnahme zumindest mal zu sehen.
 

Skeletor26

Overlord of Lüneburg
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Im Gegensatz zu den Aufnahmen anderer Sprecher leider doch. Meine Aufnahmen hören sich im Vergleich wie Fremdkörper an.
 

Delay

Well-known member
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Na gut, wenn du das so empfindest hilft eigentlich nur ordentlich Dämpfung. Das Problem beim Box-Klang sind immer die tiefen Frequenz, die werden oft in der kleinen Umgebung stark reflektiert und nicht ordentlich geschluckt weswegen es dann quasi zu einer Überbetonung der tiefen Frequenzen kommt. Einfach gesagt: Viel (Dämmaterial) hilft viel. Da du aber relativ wenig Platz hast würde ich erstmal @Macintosh77 Rat folgen und falls möglich die Kabine größer machen.
 

Spirit328

Der, der hier etwas weniger da ist.
Teammitglied
Hallo @Skeletor26!

Dieser nasale Ton kann mehrere Ursachen haben. Der häufigste ist sicherlich daß Du vielleicht etwas zu weit vom Mikrofon weg sprichst. Man sagt als ganz grober Daumen Regel: Ein Handbreit zwischen Mund und Mikrofon. Von da aus muß man sich "rantasten". Je nach Kombination Mikrofon <-> Umgebung <-> Stimme ist es mal ein, zwei Zentimeter mehr oder weniger. Auch die Profis probieren das aus. ;)

Dann sprichst Du direkt auf die platte Oberfläche des Basotec. Auch wenn Basotec ein wirklich guter Absorber ist, so absorbiert er leider NICHT 100% der Schallenergie. Wie in Bild "20210317_141858.jpg" zu sehen sprichst Du im 90° Winkel auf den Basotec. Das ist nicht verkehrt, aber es könnte den entscheidenden Durchbruch bringen, wenn Du im leicht spitzen Winkel auf den Basotec sprächest. Also das Mikrofon in der senkrechten Achse um .... 4,5,6° nach links oder rechts drehen. Wie es sich für Dich am besten anfühlt.
Dann würde ich das Mikrofon auch noch so weit es geht vom Basotec weg aufstellen. Mehr Luft = mehr Dämpfung und die geringen Anteile, die vom Basotec doch noch reflektiert werden, gelangen schon deutlich diffuser ins Mikrofon. Wir reden hier jedoch nicht über 10 oder mehr dB rauf oder runter, aber manchmal sind es die kleinen Dinge, die den Unterschied machen, besonders in der Akustik.
So würde ich auch noch etwas dickeren Stoff / Molton o.ä. ; zur Not zwei Mal gefaltet auf die Wandhalterung für das Mikrofon und den Texthalter legen. Glattes Holz reflektiert im Mittenbereich recht gut, was den fraglichen Effekt verstärkt.

Vielleicht ist es auch erforderlich, daß Du in die Ecke Deiner Box sprichst. Aber nicht so, daß Du zu beiden Wänden den gleichen Abstand hast, sondern leicht unterschiedlich. Die Ecke dann mit Basotect bedämpfen hilft auf jeden Fall. Dabei würde ich eine glatte Fläche vermeiden. Ist aber kein Beinbruch.

Das hochfrequente Fiepen könnte die Lampe über Dir sein. Das ist eine LED Lampe? Die haben häufig eine Schaltung, welche die Netzspannung (230 V) auf 5 V reduziert, in dem sie diese "zerhackt". Dazu wird der Strom elektronisch mit einer Frequenz irgendo zwischen 4 und 5 kHz (also 2000 - 2500 Mal die Sekunde) an und ausgeschaltet. Das könnte eine Erklärung für das Fiepen sein. Dein Mikrofon ist halt sehr empfindsam und zeichnet so etwas gnadenlos auf. Zum Testen einfach mal Lampe an. Aufnahme. Lampe aus. Aufnahme und dann vergleichen. Manchmal hilft es schon den Stromstecker anders herum in die Steckdose zu stecken. Ja, Wechselspannung mit 50Hz, aber der Trick ist hier die sog. Phasenanschnittsteuerung ... Aber das wird jetzt zu kompliziert. Es gibt elektronische Gründe dafür. ;)

Deine Box ist schon ziemlich amtlich und gut. Kein Raumhall, trocken, aber nicht tot. Sehr gut!
Wenn es Dein Budget erlaubt würde ich mal über ein sog. "Overhead-Mikrofonstativ" (als Beispiel) nachdenken und das NT1A von oben, also über Kopf abhängen.
Dann im leichten Winkel von oben auf den Mund ausrichten und die optimale Position mit dem Pop-Schutz "markieren".

Vorteile:
Du hast Platz und kannst Dich bewegen
Du sprichst nicht direkt auf das Mikrofon, dadurch werden Plopplaute nahezu vollständig eliminiert. ("Peppones pikante Pepperoni Pizza im Pappkarton"). Der Sound ist sehr offen und lebhaft, ohne störende Nebengeräusche.
Du stehst aufrecht, was der Stimmbildung sehr zuträglich ist.

Nachteile:
Das Stativ braucht etwas von dem eh nicht üppig viel vorhandenen Platz. :)
Es kostet zusätzlich Geld.

Dann möchte ich Dir noch etwas ans Herz legen: Frischluft!
Deine Aufnahmen bei geöffneter Tür klingen ... ;) ... offener, aber man würde JEDES Geräusch von außerhalb der Box auch auf der Aufnahme hören. Deswegen hast Du ja auch eine Tür eingebaut.
Abhilfe schaffen hier zwei Löcher mit mindestens 100 mm Durchmesser. Dazu gibt es im Baumarkt passende PVC Rohre. Das eine Loch würde ich knapp über dem Boden machen, so 30 - 40 cm . Dann ein KT Rohr 100 mm (Baumarkt). Für das zweite Loch auch ;)
Das andere Loch kommt in die diagonal gegenüberliegende Ecke. Also Einlass unten links, Auslass oben rechts, zum Beispiel. Es muß nicht dieselbe Wand sein. Der Trick ist, daß die kühlere Luft unten eindringen kann. In Deiner Sprecherkabine wird die Luft durch Dich , Deinen Atem und was sonst noch so Wärme abgibt, erwärmt und steigt nach oben. Und dort aus dem Auslassloch wieder raus.
Sollte jetzt durch diese Löcher zuviel Umweltgeräusche eindringen, hilft nur dämpfen. Also zwei senkrechte Bretter, die oben und vorne mit zwei weiteren Brettern verbunden werden. Die werden von innen mit Steinwolle bedämpft und mit Stoff bespannt, wegen der Fasern. Jetzt wird das über die Löcher geschraubt. Jetzt kann Luft zirkulieren und es ist dennoch ruhig. ;)

Und wenn Du schon beim Handwerken bist, würde ich noch Gummimattenstreifen unter die Wände Deiner Box legen. Das entkoppelt die Box von tieffrequenten Schwingungen, wenn z.B. jemand die Haustür zufallen lässt ;)

Wenn dann alles passt, empfehle ich Dir ein paar Testaufnahmen mit veränderten Postionen. Jede Box hat einen "Sweet Spot". Den findet man nur durch ausprobieren. Am besten sprichst Du als Text eine Beschreibung Deiner Position ein, wie Du das schon gemacht hast. So wirst Du den Sweet Spot sicherlich schnell finden.
 

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