Doppler-Effekt simulieren

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dieVERdener

Hoertalker
Guten Abend,
in unserem neuen Enkel-Hörbuch gibt es eine Szene, wo ein Motorboot in einer Buch auf Kinder auf einer Luftmatratze zufährt, kurz davor einen u-turn macht (und damit Wellenschlag provoziert) und wieder davon rast. Ein typischer, klarer Fall für einen wunderschönen Doppler-Effekt zur Erstellen mit entsprechendem Plugin, wenn man denn ein vernünftiges findet und damit umgehen lernt. Ist mir - zugegeben - die Sache dann doch nicht so recht wert, und so habe ich die Hoffnung, dass es Tricks gibt, mit denen man das vielleicht dann doch auch ein wenig geschummelt simulieren kann! Und da der Enkel das nicht auf der Super-Sourround-Anlage der Eltern, sondern auf seinem kleinen Hörbert hört, wären das dann vom Aufwand her Kanonen auf Spatzen. Ihr versteht?! Hat jemand ne Idee? Einen Tipp? Einen Trick dafür?

Arbeiter normalerweise immer mit Audacity. Rudimentär auch mit Reaper.


Würde mich über Hinweise und Tipps sehr freuen.
Gruß
Detlef
 

Morton Norris

Hoertalker
Hallo Detlef,
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass die Position des Zuhörers die Luftmatratze ist. In diesem Fall würde ich mir weniger Gedanken über den Doppler Effekt machen. Ich würde es mit zwei Motorengeräusche versuchen:
1. Sound eines ankommenden Bootes (oder Autos)
2. Sound eines Bootes (oder Auto), dass sich mit aufheulendem Motor entfernt. Das ganze dann noch mit entsprechenden Wassergeräuschen mischen.
Viele Grüße
Morton Norris
 

7klang

Musikus (semiprof.)/ Komponist/ MusikFX
Moin :) soweit ich weiß, hat Sennheiser ein FreePlugin für Verortung zum Download... wo, weiß ich nicht mehr genau, aber Tante Gugel wird dir da bestimmt behilflich sein
LG Andreas
 

Lupin Wolf

Klaus S. - The Evil Master of Deasaster
Sprechprobe
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AMBEO ist schon nicht schlecht für's binaurale. Und Ambisonic könnten wir auch dafür nebst Surround ins rennen werfen. Wird beides nur mit Audacity nicht sauber arbeiten und funktioniert dann auch nur mit den entsprechenden Audioequipment. Allerdings, da du (VERdener) Reaper erwähnst: das bringt auch von Haus aus ein 3D Paning mit (reaSurround). Das kann trotz des täuschenden Namens sogar beides: Surround und Binaural.

Nurr, wenn ich den Eingangspost richtig interpretiere: das ist nicht ganz, was du im Sinn hast, sondern auch für Mono/Stereo Lautsprecher, oder? Im Prinzip ist das eher ein Spiel mit Automation: Lautstärke und Klangveränderung. Lautstärke ist ja leider die einzige Automation, die Audacity kann (und mit einem umständlichen gefummel auch Paning), das mit dem gleichzeitig veränderten Klang via EQ & Pitch-Shift, da wirst du Reaper bemühen müssen.

Siehe dazu zB. auch: Cockos Incorporated Forums - View Single Post - how to achieve doppler effect in audio?

Als freies Plugin (für Win & Mac), um sich das umständlichere selber basteln etwas zu vereinfachen:
Doppler Dome: Doppler Effect Simulation - Aegean Music

Edit: ich hatte es gerade nicht im Kopf, weil ich in letzter Zeit mehr mit Reaper unterwegs bin als mit Ardour. Um uns Linux User nicht zu vergessen: als LADSPA Plugin gibts dafür "TAP Rotary Speaker".

Ansonsten hätte ich nur noch kostenpflichtiges von zB. Waves, Melda und Co. im Hinterkopf.

Ich kann mich täuschen (ich nutze auch Audacity, aber solche Spezialitäten belasse ich gleich in einer DAW), aber auch das dürfte besser in Reaper werkeln als in Audacity.
 
Zuletzt bearbeitet:

Ellerbrok

Hoer-Stalker
Teammitglied
Sprechprobe
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Hat jemand ne Idee? Einen Tipp? Einen Trick dafür?
Hi,

also bei "Raus aus Berlin" hatte ich mit von links nach rechts vorbeifahrenden Rettungswagen zu tun. Da hab ich den Dopplereffekt auf der Sirene ganz simpel simuliert. Solange der Rettungswagen auf Links war, hab ich die Sirene um einen Ton nach oben gepitched. Als die Sirene in der Mitte war hab ich den Pitch dann per Automation erst auf normale Höhe und dann als der Rettungswagen weiter nach rechts fuhr einen Ton tiefer gepitched. Kann auch sein, dass es mehr als ein Ton war, bin grad nicht sicher.

Vielleicht nicht physikalisch korrekt, aber das Hörgefühl war richtig.

Liebe Grüße,
Marcel
 

7klang

Musikus (semiprof.)/ Komponist/ MusikFX
Das funktioniert doch gut ;-) das Gehör lässt sich auf so manche Weise täuschen, warum dann nicht auch so? Jedenfalls zählt unterm Strich das Ergebnis
 

jam

Absolut
Sprechprobe
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Der hörbare Dopplereffekt ist ja die Tonhöhenschwankung beim Wechsel zwischen Annähern und Entfernen. Das hört man beim man beim Motorboot wohl ohnehin nicht sehr gut, weil die Geschwindigkeit nicht so hoch ist. Ich würde auch eher den Wechsel zwischen "vorne" und "hinter" verdeutlichen, indem man mit zwei verschiedenen Geräuschen oder Klangfilterung arbeitet. Gerade ein Motorboot klingt nach hinten raus ja deutlich anders als vorne (vgl. beim Auto Motorhaube vs. Auspuff bei der Vorbeifahrt). Man kann auch ein wenig mit der Motordrehzahl spielen, wenn genug Geräusche vorhanden sein sollten. Die Beschleunigung ist ja bei Booten eher mäßig, so daß es reichen könnte, wenn der Motor hochdreht. Vielleicht inspirieren dich diese Ideen ja schon etwas.
 

Spirit328

Dem Raumhall sein Tod!
Teammitglied
Das sollte reichen, um das "normale" Ohr den Eindruck eines Dopplereffekts zu vermitteln.

Wer es genau machen möchte hier die Formel: FORMEL
Und wer hat's erfund'n? - Nein nicht die Schweizer, sondern ein Christian Doppler (Österreicher).

Die Idee mit dem Pitch finde ich gut. Wenn man dann noch die Tonhöhe automatisiert gleichzeitig mit dem Panning verschiebt, dann sollte das klappen.
Für einen noch realistischeren Eindruck für die Aufgabe mit dem Motorboot würde ich noch eins hinzufügen wollen:
Ein Schiffsmotor hat viele Bass-Anteile. Die hört man zuerst, da Bass-Frequenzen hochenergetischer Sinn und über der Wasseroberfläche leichter gebeugt und recht wenig absorbiert bzw. diffussiert wird.
Sprich, bei einem heranfahrenden Motorboot hört man als Erstes tiefe Frequenzen. Je näher das Boot kommt, um so höhere Frequenzen werden hörbar. Wenn das Boot ganz nah ist hört man auch das Rauschen des Wassers sehr deutlich und es verschwindet langsam wieder, je weiter sich das Boot wieder entfernt.

Bei den tiefen Frequenzen ist der Doppler-Effekt nicht so deutlich wahrnehmbar, dafür aber ab dem Moment, wo die höhere Frequenzen ins Spiel kommen.
 

Spirit328

Dem Raumhall sein Tod!
Teammitglied
@7klang
Richtig hattest Du schon gesagt.

Nur noch ein Punkt zur Deutlichkeit:
Man braucht kein Neumann KU100 Kunstkopf um damit binaural mischen zu können. In dem Video auf der Seite wird erklärt wie man es macht.
Sehr nifty
 

dieVERdener

Hoertalker
Hach!!!! Ich liebe diese Forum und seine Menschen hier! Vielen herzlichen Dank! Viel Inspiration und große Hilfe! Jede Antwort wird mir Nutzen bringen!
Habt alle vielen Dank!!

Und jetzt gleich wieder ans Projekt .... :)
 

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