19. Dezember - Krippenspiel

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MisterCookie1234

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19. Dezember - Krippenspiel.mp3

Text

"Wo bleibt Aaron denn nun schon wieder?" Ungeduldig lief Elisabeth auf der Bühne hin und her. "Es ist ja nicht so, als hätten wir nur noch fünf Tage bis zum Auftritt und es würde überall hängen!"

"Beruhig dich, Lissy" Ihr bester Freund Elias, schwarz geschminkt und wie gewöhnlich mit Gothicpiercings, jedoch in eine weite weiße Robe gekleidet, lungerte auf einer Bank der Kirche. "Er kommt schon noch… Und wenn nicht…" Elias grinste. "Wenn nicht, übernehme ich seine Rolle eben." Er spitzte die Lippen zu einem Kussmund. Lissy lachte und warf ihren Text nach ihm, dem er mit Leichtigkeit auswich.

"Das hättest du wohl gern!", grinste sie.

"Pff!", machte Elias und warf etwas Stroh aus der Krippe nach ihr. Sie schleuderte es lachend zurück.

"Kinners, Kinners, kann man euch keine zehn Minuten allein lassen?", ertönte da eine Stimme von der Eingangspforte her. Die beiden Jugendlichen drehten sich um. Aaron stand auf dem Mittelgang, eine alte braune Pelzjacke und ein viel zu großes Leinenhemd über dem einen Arm, seinen Gitarrenkoffer in der Hand des anderen. Mit einem leichten Lächeln kam der Zwanzigjährige auf die beiden anderen zu.

"Also, wollen wir dann loslegen?", meinte er grinsend. Elisabeth verdrehte genervt die Augen. So war es immer mit ihrem Bruder! Nur, weil er drei Jahre älter war, als sie, benahm er sich dauernd, als wäre er der Chef.

"Jetzt, da der Herr sich auch mal dazu durchringen konnte, sich hierher zu bequemen, ja. Wobei, wir haben ja noch sooooo viel Zeit, vielleicht gehen wir vorher noch ein Eis essen, hm?", antwortete sie leicht zickig. Ihr Bruder holte gerade Luft, um zu antworten, da wurde er von einem Trommelwirbel unterbrochen. Elias sah die beiden mahnend an.

"Können wir dann, oder wollt ihr lieber noch ein bisschen Zeit mit Streiten vertrödeln?", fragte er, und ließ einen seiner Drumsticks durch seine Finger wandern. Elisabeth seufzte und nickte. Mit einem Satz sprang sie von der Bühne und lief zu ihrem Verstärker und dem daran lehnenden, schwarzen Bass. Sie liebte ihren Bass. Sehr sogar. Ihre Mutter hatte ihn ihr zu Weihnachten geschenkt, nachdem sie bemerkt hatte, wie oft Elisabeth sich heimlich in das Zimmer ihres Bruders schlich und dort seine Gitarren spielte. Ihrem Vater war es weniger recht gewesen. Wäre es nach ihm gegangen, hätte Elisabeth vermutlich Geige oder so etwas gelernt oder noch besser, sie wäre Schneiderin geworden, um ihren Bruder diese "lästigen Löcher in den Hosen an den Knien" zu zunähen. Elisabeth lachte leise. Sie hatte Glück gehabt, dass ihre Mutter ihre Leidenschaft für die Musik aus vollen Kräften unterstützte. Elisabeth war nämlich nicht nur Bassistin und, gemeinsam mit ihrem besten Freund Elias, Leadsängerin, sondern sie schrieb auch die meisten Lieder der Band. Die drehte den Verstärker auf, nahm den Bass und schwang sich hinauf auf die Bühne. Ihr Bruder hatte seine E-Gitarre inzwischen gestimmt und stand bereits auf seinem Platz auf der Bühne.

"Zwischen Esel und Ochse, ganz genau, wo du hinpasst", pflegte das Mädchen, ihren großen Bruder aufzuziehen. Nun jedoch bezog sie lieber selbst Posten auf der anderen Seite der Krippe.

"Du hast den Text drauf?", rief sie in Richtung Schlagzeug. Von dort kam nur ein "Klar!" zurück, bevor Lissy die Sticks zusammenklopfen hörte. "Eins,... zwei,... eins, zwei, drei, vier!" Und los ging es!

Lissy war verdammt stolz auf dieses Lied. Ihr Pastor unterstützte kreative Jugendliche und so durfte jedes Jahr eine andere Gruppe das klassische Krippenspiel ersetzen und an seiner statt ihre eigene Interpretation vortragen. Dieses Jahr war die Wahl auf Elisabeth und ihre kleine Band gefallen. Und oh, sie würden den Leuten etwas bieten! Die Siebzehnjährige hatte vier Lieder extra für diesen Auftritt geschrieben. Jedes erzählte einen Teil der klassischen Weihnachtsgeschichte, jedoch in ihrer ganz eigenen Umsetzung. Hoffentlich konnte ihr kleines Rockkonzert die Leute von Ihnen überzeugen… Ihr erster Auftritt…
 

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