18. Dezember - Bastelzeit

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Text

“Lina, Lina, schau!”

“Lina, kannst du mir beim Kleben helfen?”

“Lina, ich hab meinen Namen hinten drauf geschrieben! Ganz alleine!”

Die Kinder der Kindergartengruppe “Schatzinsel” hatten sich um die junge Erzieherin geschart und jedes der zwölf Kinder schien unbedingt ihre Aufmerksamkeit zu wollen. Kein Wunder, dass alle so aufgeregt waren. Heute war der große Bastel- und Maltag für die Spendenweihnachtsfeier demnächst und den kleinen Weihnachtsmarkt, den sie vor der Halle aufbauen wollten. Auch der Kindergarten hatte einen Stand und sie wollten selbstgebastelte Weihnachtsdeko verkaufen. Jede Kindergartengruppe bastelte eine bestimmte Sache und die Schatzinselkinder hatten sich für kleine Korkenweihnachtsmänner entschieden. Natürlich hatte sich Linas Gruppe wieder für die komplizierteste Aufgabe, die es gegeben hatte, entschieden.

Und nun saß Lina zwischen zwölf Jungen und Mädchen, fünf Rollen breiten roten Wollfadens, Kugelaugen, die inziwschen überall auf dem Boden verteilt lagen, einem großen Korb voller dicker Korken, einem Stapel roten Papiers und überall verteilt herumfliegender Watte. Doch sie konnte sich kaum etwas Schöneres vorstellen, als für das Basteln mit Kindern Geld zu bekommen. Sie liebte ihren Beruf, egal, wie anstrengend er war.

“Lina, kannst du mir mit der Bommel helfen?”, fragte Bowei sie, eine flasche Flüssigkleber in der einen Hand, die Finger der anderen über und über beklebt mit Wattefasern. Lina musste schmunzeln. “Na klar helfe ich dir. Komm her”, antwortete sie lächelnd und rollte ihm einen kleinen Bausch Watte zu einem Kügelchen zusammen. Gemeinsam klebten sie es auf die Spitze des kleinen Papierhütchens. “Na siehst du, der ist doch sehr hübsch geworden”, meinte sie, als ein “AUUU! Du Blödmann!”, quer durch den Raum erschallte. Seufzend stand Lina auf und tänzelte über die am Boden sitzenden Kinder zu Mareike und Lion, die sich gegenüberstanden und bockig anguckten. “Was ist hier los?”, fragte sie streng.

“Der Lion hat mich gehauen!”, petzte Mareike mit Tränen in den Augen.

“Ja, aber du hast ja auch meine Mütze kaputt gemacht!”, konterte der Vierjährige. “Guuuck!” Er hielt Lina ein zerknittertes Papierhütchen hin.

“Das war ja auch falschrum!”, rief Mareike bockig. “Ich hab dir gesagt, dass das so nicht ist, hab ich dir gesagt!”

“Aber ich mochte das, du… du Doofe!”, entgegnete Lion.

Lina seufzte leise. “Na, Lion, das ist aber nicht nett. Und Mareike, du weißt doch, dass man nicht die Sachen von anderen einfach kaputt machen darf”, sagte sie.

“Aber…”, antworteten die beiden Kinder gleichzeitig.

“Kein Aber! Ihr habt beide etwas falsch gemacht. Wie wäre es, wenn ihr euch jetzt beieinander entschuldigt und dann einen Weihnachtsmann zusammen baut? Wenn ihr einander helft, wird das bestimmt ein ganz ganz schöner Weihnachtsmann, hm?”, meint Lina. Die beiden Kinder sahen sich an.

“Entschuldigung…”, murmelten beide und schüttelten sich die Hand. Lina nickte zufrieden und stand auf. Sie hatte den beiden kaum den Rücken gekehrt, da hörte sie Mareikes begeisterte Stimme: “Lion, wollen wir den nächsten so mit wie so Knöpfen an der Jacke machen?”

“Au jaaa, und mit so kleinen Puscheln am Rand, wie Handschuhe!”, antwortete der Junge aufgeregt. Lina konnte nicht anders, als zu schmunzeln. Die beiden Kinder waren eigentlich beste Freunde, obwohl sie sich immer wieder stritten. Es konnte passieren, was wollte, länger als fünf Minuten konnten die beiden einander nicht böse sein. Das war das Wundervolle an Kindern. Sie waren noch glücklich und nicht so nachtragend, wie viele Erwachsene. Lina blickte auf die Uhr. 12:51 Uhr. In neun Minuten würde es Mittagessen geben.

“So, Kinder!”, rief sie. “Wir räumen jetzt alle ein und wer seine Sachen weggeräumt hat, geht schon mal ins Bad, sich die Hände waschen, bitte.” Augenblicklich brach reges Treiben aus und Lina sah zu, wie die Kinder aufgeregt miteinander redeten, während die Bastelscheren in dem Schubfach, die Watte in der einen und die Wolle in der anderen Ecke landeten. Sie nickte freundlich, als bald darauf ihre Kollegin Toska, die die Nachmittagsbetreuung übernahm, in der Tür erschien. Sie verabschiedete sich von den Kindern und trat den Weg nach Hause an, noch immer ein Lächeln auf den Lippen.
 

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