17. Dezember - Rot-Weiß-Grün

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17. Dezember - Rot-Weiß-Grün.mp3

Text

"Michael!" Die Stimme seiner Kollegin ließ ihn anhalten. Kommissar Lewis wischte sich den Senf vom Mund und schluckte den letzten Bissen Bratwurst, die er sich eben an der Bude auf dem Weihnachtsmarkt geholt hatte, herunter.
"Was gibt es, Mina?", fragte er.

"Einen Toten", antwortete sie. "Nicht weit von hier, komm, das glaubst du nicht!"

Seufzend warf Michael die Serviette in einen Mülleimer und folgte seiner Kollegin zum Wagen. Die beiden hielten schon drei Straßen weiter wieder an. Vor dem kleinen Park, in dem in einigen Tagen die große Spendenweihnachtsfeier stattfinden sollte. Ein seltsames Gefühl beschlich Michael, als sie den Tatort betraten. Zwischen dem ganzen Menschengewusel war noch nichts zu sehen. Doch als die beiden bei dem großen Weihnachtsbaum ankamen, offenbarte sich ihnen das schreckliche Bild. An einem der unteren Äste des Baumes baumelte ein Strick. Der Mann, der daran gegangen hatte, und den die Feuerwehr bereits heruntergeschnitten hatte, war völlig eingewickelt in rotes Geschenkpapier und mit gleichfarbigem Geschenkband gefesselt. Auf den Boden waren mit Kunstschnee die Worte "Stille Nacht" und ein zwinkernder Smiley gestreut.

"Makaber…", murmelte Michael. "Und das um diese Weihnachtszeit…" Sie traten zurück, um den Tatortfotografen und den Kollegen von der Spurensicherung Platz zu machen. "Weißt du schon genaueres?", fragte er Mina. Seine junge Partnerin schüttelte den Kopf. "Der Hausmeister hat ihn gefunden, als er hier morgens für das Festkomitee aufschließen wollte, die wollten heute für die Spenden Feier schmücken… Er steht noch unter Schock, wir werden ihn erst nachher befragen können…", antwortete sie. Seufzend kratzte sich der Kommissar am Kopf. "Dann können wir hier nicht viel machen momentan…", stellte er fest und murmelte: "Ich muss erstmal eine rauchen…" Das missbilligende Kopfschütteln seiner Kollegin ignorierend verließ er den Tatort und ging zum Wagen. Dort lehnend ließ Michael den Blick über die den Platz wandern. Es war geschäftig. Der Rettungswagen stand vor dem Park und die Sanitäter versorgten jemanden. Vermutlich den Parkwächter… Die Feuerwehr war gerade dabei, zu packen und Michael entdeckte, wie der Zugführer mit seiner Kollegin sprach. Seufzend zog er an seiner Zigarette. Eine einzelne Schneeflocke fiel ihm genau auf die Nase und schmolz sofort dahin. Einen Moment erinnerte sich Michael an die Zeit früher, als er noch klein gewesen war und mit seinem Bruder im Schnee gespielt hatte. Sie hatten in einem kleinen Dorf nicht weit von hier gewohnt und waren die verschneiten Straßen immer mit ihrem selbstgebauten Schlitten hinuntergefahren… Er hatte seinen Bruder schon lange nicht mehr gesehen. Seit er mit seiner Frau weggezogen war, hatten sich die beiden kaum noch gesehen… Michael wusste nicht einmal, was sein Neffe jetzt machte. Das letzte Mal hatte er den Jungen gesehen, als er in die fünfte Klasse gekommen war… Das musste inzwischen beinahe fünf Jahre her sein… Der Polizist seufzte und trat seine Zigarette aus. Wenn dieser Fall geklärt wäre, würde er die drei besuchen. Ganz sicher! Michael blickte zu Mina, die inzwischen mit den Kollegen von der Spurensicherung sprach, und lächelte leicht. “Je schneller wir diesen Fall gelöst haben, umso schneller haben wir beide Weihnachten”, murmelte er und machte sich auf den Weg zurück zu ihr und seinem Fall.
 

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